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AUSGABE KW 33 – 18.08.2011

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THEMEN

 Pfeil Games Advertising: eGames: Viel Potenzial für Online-Werbung
 Pfeil Branding Online: Erfolgreiche Markenbildung in Spielen
 Pfeil Search Marketing: SEOday in Köln: SEO bleibt eines der Top-Themen im Online-Marketing
JOBS
TERMINE


Games Advertising

eGames: Viel Potenzial für Online-Werbung

Reimund Rose, Redaktion

eGames: Viel Potenzial für Online-Werbung
Reimund Rose

Laut einer Studie von Deloitte spielt mittlerweile mehr als jeder Fünfte in Deutschland mindestens einmal pro Woche online. Die Deutschen gehören demnach zur internationalen Spitze bei der Nutzung von Online- und Browser-Games. Damit erhöht sich die Attraktivität dieses Marktsegments für Werbetreibende.


Die Deloitte-Erhebung mit dem Namen ‚The State of Media Democracy‘ prognostiziert auf der Grundlage dieser Entwicklung, dass der Anteil der Werbeeinnahmen aus Online- und Browser-Spielen bis zum Jahr 2015 auf 40 Prozent steigen wird. Dabei würden sich bestehende Erlösmodelle verändern. Der Verkauf virtueller Güter und Werbeeinnahmen werde die heutigen Abo-Gebühren ersetzen. Der Stellenwert der Werbung steige mit den Nutzerzahlen. Daher werde sich der Werbeeinnahmenanteil an den Gesamtumsätzen mit Online- und Browser-Spielen annähernd verdoppeln.

Die Einnahmen aus monatlichen Gebühren für Online- und Browser-Games seien in den letzten Jahren schwankend gewesen. Mit der steigenden Nutzerzahl einfacher Casual Games gerate der Pro-Kopf-Umsatz zusätzlich unter Druck. Der Verkauf virtueller Güter habe sich hingegen schon jetzt zu einem soliden Standbein für die Spielindustrie entwickelt, vor allem im Bereich der Social Games.


Online-Werbung könnte die Erlöse bringen

Klaus Böhm
Da nach Ansicht von Deloitte aber Item-Selling genau wie Abo-Gebühren nicht durchsetzbar ist bei der Masse der Gamer, sei künftig die Platzierung von Online-Werbung noch erfolgsversprechender. Targeting könne hierbei die vorhandenen Möglichkeiten von Reichweite und Zielgruppe deutlich optimieren, beispielsweise durch eine spezielle Ansprache des hohen Frauenanteils unter den Casual Gamern. Auch bei den bislang im Games-Umfeld spärlich eingesetzten Branding-Kampagnen gebe es Luft nach oben.

„Erst mit einer zunehmenden Einbindung von Werbung lässt sich das gesamte Erlöspotenzial bei Online- und Browser-Spielen abrufen. Wenn weiterhin nur ein kleiner Teil der Gamer einen Großteil der Branchenumsätze generiert, ist dies ökonomisch nicht effizient. Aus einem gezielten Einsatz von Online-Werbung ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten“, resümiert Klaus Böhm, Director Media bei Deloitte.


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Branding Online

Erfolgreiche Markenbildung in Spielen

Christoph Kolb , Gastautor

Erfolgreiche Markenbildung in Spielen
Christoph Kolb

In den letzten Jahren wird der bewusste Umgang mit der eigenen Marke immer mehr zum Thema von Unternehmern, Marketingexperten und Werbern. Und das zu Recht! Neben der wirklichen Qualität Ihres Produktes oder Ihrer Dienstleistung beeinflusst nichts das langfristige Ansehen Ihres Unternehmens so sehr wie das Gesicht, das Sie ihm geben. Innerhalb dieser wünschenswerten Entwicklung gibt es allerdings Ansätze, die man notgedrungen als unausgereift - sogar schädlich beschreiben muss.


Wollen Sie als Unternehmer eine Marke über ein Spiel positiven besetzen, reicht es nicht aus, ein schlechtes Flash-Game zu produzieren und lieblos mit Ihrem Logo zu „verzieren“. Ihre Kunden werden es im besten Fall ignorieren - im schlimmsten Fall werden sie sich verhöhnt fühlen und zu einer anderen Marke wechseln.

Unser Gehirn arbeitet wie das Internet

Nach all der Skepsis erst einmal etwas Gutes: Es gibt wissenschaftliche Beweise für die positive Wirkung von Spielen. Dummerweise aber auch für die negative ... Zur Veranschaulichung bedienen wir uns einer (nicht ganz zufälligen) Analogie: Was für das Internet Bits und Bytes sind, sind in unserem Gehirn die Signale. Unser Gehirn kann man im Grunde als ein ungeheuer komplexes Netzwerk verstehen. In ihm durchforstet der Mensch seinen neuronalen Speicher ebenso nach Informationen, wie es eine Suchmaschine macht. Zusätzlich ist es allerdings noch in der Lage, die Informationen mit Emotionen zu verbinden; positiv oder negativ zu assoziieren. Dieser noch junge Forschungsbereich wird „Medien-Priming“ genannt.

Medien-Priming kann man nutzen, wenn man neue Assoziationen erschaffen und zwei zuvor unverbundene Reize miteinander verbinden will - wie zum Beispiel Ihre Marke mit einem Gefühl der Freude oder mit Qualitäts- und Sicherheitsgefühlen. Je sinnvoller und häufiger Reize miteinander verknüpft werden, desto leichter werden sie dem Menschen zugänglich und desto häufiger werden sie auch abgerufen. Ganz wie die empfohlenen Suchbegriffe in unserer Analogie. Sinnvoll heißt, dass die Emotionen kongruent zu Ihrem Unternehmen sind, also zu ihm passen. Man kann z. B. ein Reinigungsmittel gut mit Gefühlen von Freiheit (Natur), körperlicher Frische und Sicherheit (vor Krankheiten durch Schmutz) emotional aufladen; eher schlecht jedoch mit Abenteuerlust oder geheimnisvoller Begierde. Die Häufigkeit hat dabei einen Einfluss auf die wahrgenommene Wichtigkeit der Verbindung. Als Faustregel gilt: Je häufiger ich von etwas höre, desto wichtiger erachte ich es. Dies passiert vollkommen unbewusst, kann aber auch überreizt werden und ins Gegenteil kippen.

Wenn ein Nutzer also durch ein Spiel in ein positives emotionales Stadium gerät, kann er diese Emotion mit Ihrer Marke assoziieren. Sei es über ein Logo im Spiel oder die spielerische Auseinandersetzung mit Ihrem Unternehmen. Wenn der Nutzer die Marke oder das Spiel in einem anderen Zusammenhang noch einmal sieht, kann diese mentale Verknüpfung in beide Richtungen wieder aktiv werden. Das funktioniert allerdings auch in der entgegengesetzten Richtung. Wenn man die Marke oder das Spiel negativ bewertet, wird die Abneigung durch wiederholte Darbietung stärker. Wenn das Spiel langweilig ist oder nervt, überträgt man das auf die Marke.

Eine gute Spielstrategie führt zum Gewinn

Die gesamte Strategie des Spiels muss sich also an der Frage orientieren, welche Werte zum Unternehmen passen und mit dem Spiel transportiert werden sollen. Nur auf ein gutes Spiel zu setzen, ist eben auch nicht des Rätsels Lösung. Jeder erinnert sich an das Moorhuhn - Zeitpunkt, Schwierigkeitsgrad und Technik waren ideal -, doch niemand denkt dabei an die Marke Johnny Walker, für die es ursprünglich als Werbespiel entwickelt wurde. Markenbotschaft und Spielaussage waren nicht kongruent genug; die Marke wird irrelevant und nicht gespeichert.

Möchte das Unternehmen mit einer hohen Qualität assoziiert werden, muss auch das Spiel hochwertig aufgebaut sowie inhaltlich und optisch ein Genuss sein. Hier hilft uns der symbolische Interaktionismus weiter: Wir müssen unsere Marken so behandeln, wie wir es auch von unseren Kunden erwarten. Mercedes würde seinen Stern auch nicht auf ein billiges Imitat pappen. Doch auch kleine Spiele oder Browser-Games können in diesem Zusammenhang groß rauskommen. Denn es geht weniger um das Produktionsbudget als um ein gewisses Fingerspitzengefühl, das Spiel mit allem auszustatten, was es benötigt, um zu funktionieren.

Um zum Beispiel das Thema Intelligenz zu besetzen, sollte das Spiel knifflig sein und eine ansteigende, leicht exponentielle Lernkurve aufweisen: Zu Anfang flach beginnend, um auch Einsteiger abzuholen, später stark ansteigend, damit sich der Spieler nicht unterfordert fühlt. Zu flache Lernkurven finden sich in den meisten Social Games, um die Spieler leicht an sich zu binden. Dementsprechend schnell wird das Spiel langweilig. Ideale Vorbilder sind hier Mühle, Dame oder Schach. Die Regeln zu lernen, ist eine Sache von Minuten, die Spiele zu meistern ist selbst nach Jahrzehnten nahezu unmöglich.

Spiele sind eine ernste Angelegenheit

Um ernsthaft erfolgreich mit Spielen in der eigenen Kommunikationsstrategie zu arbeiten, muss zu allererst eine mentale Barriere gebrochen werden: Man muss Spiele und Spieler ernst nehmen. Selbst Spielern fällt dies von Zeit zu Zeit schwer, allerdings merken sie sofort, wenn sie nicht ernst genommen werden. Und Spiele gibt es deutlich mehr, als man denkt:

Ein gutes Spiel wird laut Spiele-Designerin Jane McGonigal durch vier Kernelemente definiert:

- Freiwilligkeit
- „unnötige“ Herausforderungen (Niemand muss das Spiel bezwingen)
- klare Regeln
- ein eindeutig definiertes Ziel.

Diese vier goldenen Spielregeln sind offensichtlich nicht nur auf Computerspiele beschränkt. Jede Interaktion zwischen Unternehmen und Kunden kann aus dieser Perspektive betrachtet werden - und hier wird die Sache spannend.

Es gibt sehr erfolgreiche Kommunikationskampagnen, die auf den ersten Blick nicht wie ein Spiel aussehen, aber deren siegreiche Wirkung auf der Integration dieser Spielaspekte beruht. Bei der aktuellen Facebook-Kampagne „Gewinne eine Reise zum Big Apple“ von ERGO Direkt wird, wie der Name schon verrät, eine Reise nach New York verlost. Um an der Aktion teilzunehmen, müssen die Nutzer ein Foto von sich mit einer Apfelbox vor einer Foto-Skyline hoch laden. Kreativ sein lohnt sich: jede Woche wird ein besonders einfallsreicher Beitrag von einer unabhängigen Jury mit fünf zusätzlichen Losen gewürdigt. Je mehr Freunde mitmachen, desto mehr Lose erhält man und desto größer ist die Gewinnchance. Alle Spielvoraussetzungen werden erfüllt. Die Teilnahme ist freiwillig, die Teilnehmer sind kreativ herausgefordert, die Regeln sind eindeutig und das Ziel, die Reise nach New York, steht im Fokus. Gleichzeitig wird noch ein weiteres wichtiges Spielprinzip befriedigt: Nutzer wollen mit ihren Freunden spielen.

Das entspricht dem Ursprung von Spielen: Wir wollen unsere Fähigkeiten mit anderen vergleichen, um zu wissen, wo wir stehen. Aber wir vergleichen uns ungern mit irgendwelchen Fremden, sondern lieber mit Menschen, die wir kennen und die wir uns bestenfalls eigenständig als Mitspieler ausgesucht haben. Auf dieser Basis funktionieren die Weiterempfehlungen von Social Games oder Games in Social Networks. Und zwar nur solange der Spieler im Internet nicht seiner Autorität beraubt wird. Ist das Spiel massiv auf Empfehlungen und auf das positive Posten von Spielern aufgebaut - sehe ich mich also gezwungen, etwas zu teilen - geht der freiwillige Aspekt verloren und ich wende mich vom Spiel ab. Auch wenn es schwerfällt: Jegliches Verhalten rund um das Spiel sollte also dem Spiel direkt dienen, nicht irgendeiner Kommunikationsstrategie. Der Nutzer soll ja mit dem Spiel spielen, nicht das Spiel mit dem Nutzer.

Lasst die Spiele beginnen

Bezogen auf erfolgreiche Markenbildung in Spielen sind die Alea noch lange nicht iacta. Hier liegt es gerade an der digitalen Branche, nicht der Versuchung zu verfallen, wie wild alle als Spiel gerade so durchgehenden Flächen mit ihrer Werbung und ihren Logos vollzupflastern, sondern den Nutzern ernst gemeinte Spielangebote zu unterbreiten, die fordern, unterhalten und weiterbilden. Wenn die Spielerstellung gewissenhaft und professionell angegangen wird, folgen die positiven Auswirkungen wie erwünscht sofort. Neue Ansätze, wie z. B. die gesponserten Arbeitgeber im Social Game „Fliplife“, zeigen, dass Markenkommunikation auch in modernen Browser-Games inhaltlich passend einfließen kann.

Spiele vereinigen psychologische, soziologische und kulturelle Vorteile in einem ansprechenden Cocktail, dem sich kaum jemand guten Gewissens entziehen kann. Wenn wir es als Branche vorleben und die Spiele ernst nehmen, werden uns die Kunden folgen.

Über den Autor

Christoph Kolb ist Geschäftsführer und kreativer Kopf der widjet GmbH aus Köln. Er gründete die Agentur für Interaktionsdesign 2008 gemeinsam mit Alexander Hachmann. Zu ihrem Repertoire gehören unter anderem Applikationen im Web, in Social Networks und auf mobilen Geräten. Kolb ist darüber hinaus als Dozent für Medienpsychologie an der Hochschule Fresenius in Köln tätig. Außerdem schreibt er als Koautor, zuletzt im renommierten englischsprachigen „Smashing Book“, über Design- und Business-Themen.


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Search Marketing

SEOday in Köln: SEO bleibt eines der Top-Themen im Online-Marketing

Arne Schulze-Geißler, Chefredakteur

SEOday in Köln: SEO bleibt eines der Top-Themen im Online-Marketing
Arne Schulze-Geißler

Über Suchmaschinenoptimierung wird in vielen Marketingabteilungen gefachsimpelt und gemutmaßt. Das Wissen kommt mit der täglichen Praxis und der Erfahrung. Am 27.10.2011 heißt es für alle, die den Lernprozess beschleunigen wollen: Auf nach Köln zum SEOday! Denn mittlerweile haben sich selbst im SEO so viele Spezialdisziplinen herausgebildet, dass es eben auch für jeden dieser Bereiche Experten gibt. Wer also sein Spezialwissen vertiefen möchte oder aber einen Rundumschlag durch das ganze SEO-Spektrum sucht, der scheint am 27. Oktober in Köln gut aufgehoben zu sein. In der BusinessLounge des RheinEnergieStadions wird man auf viele der erfahrensten deutschen SEOs treffen.


Wir sprachen schon jetzt mit einem der Veranstalter der Kölner SEO Konferenz Fabian Rossbacher sowie mit den beiden Referenten Sasa Ebach, Geschäftsführer der Vipex Organic Linkmarketing GmbH, und Pelle Boese, Geschäftsführer der gjuce GmbH.

ADZINE: Macht denn ein reiner SEO-Event Sinn, lässt sich das Thema überhaupt so isoliert betrachten?

Fabian Rossbacher
Fabian Rossbacher
Fabian Rossbacher: Das Thema SEO, also die Optimierung für den natürlichen (organischen) Bereich innerhalb der Google-Ergebnisse macht immer noch extrem viel Sinn. Natürlich gibt es mittlerweile eine Menge weiterer Trafficquellen wie AdWords, Facebook, Twitter, Display etc., jedoch sind die Google-SERPs immer noch eine der Haupttrafficquellen. Das unschlagbare Argument für die organischen Google-Rankings ist jedoch der Preis. Sie sind nämlich, wenn man einmal oben ist, immer noch kostenlos! Da dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für die nächsten Jahre so bleiben wird, macht es absolut Sinn, einen ganzen Tag über das Thema und die unterschiedlichen Strategien zu reden und sich auszutauschen. Nach den Vorträgen gibt es eine große Party mit free Drinks für alle Konferenzteilnehmer. Das ist ein idealer Zeitpunkt, einen Speaker oder andere Experten um Rat zu fragen und natürlich auch für Networking!

ADZINE: Gibt es Themen, die dich gerade als Programmierer besonders beschäftigen im SEO?

Fabian Rossbacher: Ja, gibt es. Jeder, der intensiv SEO betreibt, kommt irgendwann im Link-Buildung an die Stelle, wo er anfängt, gezielt Links durch Kooperationen oder Kauf aufzubauen. Wenn du also einen starken Link von deinem Gegenüber haben möchtest, musst du etwas zurückgeben können. Besonders spannend wird es, wenn du eine ganze Anzahl von starken Seiten hast, von denen du tauschen kannst. Ich arbeite gerade an einem Expired-Domain-Snapper, der Domains findet, welche andere aufgegeben haben. Diese analysiere ich nach speziellen Merkmalen, z. B. IP-Pop/Sichtbarkeitskennzahlen, und entscheide dann, ob sie gekauft wird oder nicht.

ADZINE: Was ist denn generell beim Link-Building los? Vor Jahren wurde man davor gewarnt, zu offensichtlich Links auszutauschen oder zu kaufen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Plattformen zum Tauschen und Traden von Links. Ist es Google etwa mittlerweile egal, wo die Links herkommen?

Sasa Ebach
Sasa Ebach
Sasa Ebach: Google ist es ganz und gar nicht egal, woher Links kommen. Diese sind historisch für den Löwenanteil des Erfolgs bei Google verantwortlich. Gute Links verbessern die Suchergebnisse. Mit besseren Suchergebnissen lässt sich eine höhere Zufriedenheit bei Suchenden erzielen. Je zufriedener diese sind, desto öfter kommen sie wieder und klicken im Schnitt vermehrt auf Googles AdWords-Werbung. Schlechte Links – in der Praxis ist die große Mehrzahl aller manipulativen (gekauften oder getauschten) Links schlecht – können demnach als direkter Angriff auf Googles zentrales Geschäftsmodell interpretiert werden. Google wehrt sich immer mehr gegen solche Strategien. Manchmal in einzelnen medienwirksamen Individualabstrafungen, in den weitaus meisten Fällen jedoch durch die Anwendung von global wirksamen Algorithmusänderungen.

In der Vergangenheit ist das immer und immer wieder passiert. Zuerst haben Links aus Verzeichnissen funktioniert. Heute bringen sie kaum noch was. Auch Links aus Gästebüchern waren mal der letzte Schrei. Dann hat Google auch diese Links abgewertet. Heute sind Links von sogenannten Expired-Domains heiß begehrt. Das sind Domains, die frei (ablaufen) und von SEOs übernommen werden. Der Vorteil hier: Sie haben in einigen Fällen schon gute Werte: PageRank, Domainpopularität, Sichtbarkeit und Traffic. Fabian wird uns dazu bestimmt noch einiges auf dem Event dazu erzählen.

Wer als Branchenoutsider Google nicht genau genug beobachtet, für den entsteht zwar genau der von dir geschilderte Eindruck. Denn es wurde vor Jahren schon vor Taktik X gewarnt, aber keiner hält sich dran. Wer genau hinsieht, dem fällt auf, dass Google Schritt für Schritt immer mehr Müll entfernt. Manchmal dauert es eben ein bisschen länger, wie z. B. mit dem aktuellen Panda-Update. Die SEO-Branche regt sich schon seit über 10 Jahren kollektiv über Schrottinhalte auf. Langsam ging es Google auf die Nerven und mit Panda haben sie eine globale Offensive gestartet, um diese Inhalte auf einen Schlag zu eliminieren.

Links zu tauschen, ist übrigens ein völlig natürliches Verhalten. Das gab es auch schon lange vor Google. Links zu kaufen, ist auch in Ordnung, solange man sich an die Richtlinien hält und auf einen Nofollow-Link besteht. Solche Kauflinks machen immer dann Sinn, wenn sie Traffic auf verkaufs- oder linkorientierte Inhalte liefern können. Im letzteren Fall kann ein Kauflink Besucher auf eine verlinkungswürdige Seite bringen, die dann auf natürliche Weise verlinken. In meinem Vortrag werde ich über die aktuellen Trends sprechen und zeigen, welche Sorten von Linkaufbau es gibt und wie man das Link-Building für maximalen Erfolg am besten organisiert.

ADZINE: Für den Nutzer gibt es ja immer mehr Optionen, die Web-Suche zu filtern, ich persönlich filtere stark nach Aktualität. Werden diese zusätzlichen Suchoptionen von den Usern gut angenommen und berücksichtigen Unternehmen diese Aspekte schon ausreichend in ihren SEO-Aktivitäten?

Sasa Ebach: Ich habe es gerade getestet: Wer nach „testbericht iphone“ sucht, der bekommt im August 2011 den Testbericht von chip.de (Ende 2010) auf der Top-Position. Wer die Suche auf den letzten Monat einschränkt, bekommt viele kleinere Testberichte zu iPhone und Zubehör, die, je nach Intention des Suchenden, viel nützlicher sein könnten.

Die Suchwörter werden auch immer länger und die User immer intelligenter. Mir geht es dabei genau wie allen anderen. Ich hasse es, dass bei den meisten Suchanfragen irgendwelche Ergebnisse angezeigt werden, die schon 7 Jahre alt sind. Hier versagt der klassische Algorithmus von Google fürchterlich und beweist, dass die vertikalen Suchen und die Filtermöglichkeiten enorm an Bedeutung gewinnen. Für die optimierenden Unternehmen ist das Chance und Herausforderung zugleich. Der Prozess der Optimierung wird zwar immer schwieriger, aber so haben auch viele neue Inhalte eine Chance gefunden zu werden.

ADZINE: Die Universal Search hat ja generell einige Veränderungen mit sich gebracht. Haben Bilder und Videos in den Suchergebnissen große Auswirkungen auf die notwendigen SEO-Maßnahmen mit sich gebracht oder ist die Grundformel für effektives SEO gleich geblieben?

Sasa Ebach: Die Grundformel für effektives SEO ist gleich geblieben. Zum richtigen Zeitpunkt wertvolle Informationen veröffentlichen (egal in welchem Format) und dann die technischen Kniffe kennen, um diese Inhalte an der richtigen Stelle zu positionieren. Die Universal Search hat hier der SEO-Arbeit viel Leben eingehaucht und viele neue Experten hervorgebracht. Für pfiffige Leute ist es zwar kein Problem, sich das Know-how anzueignen, allerdings gibt es mittlerweile zu viele Unterbereiche im SEO, als dass da eine Person noch alles lernen und ausführen könnte.

Martin Mißfeldt, der Bilder-SEO, wird uns bestimmt wieder tolle Case-Studies präsentieren und Niels Dörje, seines Zeichens Spezialist im gesamten Universal-Bereich, kennt auch die letzten Tricks und Techniken, auf die man bei der Optimierung achten muss. Ich schlage vor, dass sich die Besucher die Herren einfach mal persönlich vorknüpfen. Beide sind nicht nur mit allen Wassern gewaschen, sondern auch unglaublich zugänglich und hilfsbereit.

ADZINE: Lieblingsthema der Medien und auch ganz weit vorn in der öffentlichen Wahrnehmung sind Social-Media-Plattformen. Sowohl Twitter als auch Facebook haben eigene Search-Projekte. Glaubst du, dass die Facebook-Search bald ein ganz eigenes Thema für SEOler wird?

Sasa Ebach: Die Facebook-Search ist schon länger ein eigenes Thema im Online-Marketing. Die große Frage für viele Unternehmen lautet: „Wie bekommen wir unsere Datenbankinhalte so in der Facebook-Search, dass sie dort gute Rankings erzielen?“ Ein Thema, dem sich SMO-Guru Curt Harlinghausen und die überaus charmante Social-Media- und SEO-Expertin Anna-Lena Radünz in ihrem Vortrag „Facebook-SEO“ sicherlich annehmen werden.

ADZINE: Wirken sich heute schon Social-Media-Aktivitäten positiv auf das Search-Ranking bei Google aus oder gibt es nach wie vor keine echten Erkenntnisse darüber, wie der Einfluss ist?

Sasa Ebach: Die einhellige Meinung ist, dass es keine einhellige Meinung zu diesem Thema gibt. ;-)

Dennoch hat es vor Kurzem eine interessante Umfrage dazu gegeben, an der sich auch viele SEO-Day-Referenten beteiligt haben. Social-Media-Ranking-Signale – Statements von 21 SEOs im Überblick.

Persönlich glaube ich nicht an eine signifikante Beeinflussung zwischen organischer Suche und Social-Media-Signalen. Wenigstens nicht durch die Bank. Ein Pharmakonzern wird seine Hämorrhoiden-Seite wahrscheinlich nicht über eine Facebook-Fanpage vermarkten, um dann durch viele Likes/Shares die Rankings bei Google zu verbessern. Oder vielleicht habe ich auch einfach nicht genügend Fantasie. Theoretisch ist es schon möglich. Eines steht auf jeden Fall fest. Das Thema ist neu und es wird hier vor allem mit Google+ einen Versuch von Google geben, genau dies zu ermöglichen. Ich halte es kategorisch für NICHT ausgeschlossen, dass wir bald mehr Social-Signale als Links aufbauen. Im Moment sieht es für mich nicht so aus. Spannende Zeiten. :-)

ADZINE: Was passiert im Bereich Mobile? Der Anteil an mobilem Search-Traffic wächst aktuell rapide an. Welche Herausforderungen bringt diese Entwicklung für die Suchmaschinenoptimierung mit sich?

Pelle Boese
Pelle Boese
Pelle Boese: Website-Betreiber, deren normale Desktop-Website bereits über ein gutes Ranking in den SERPs verfügt, können diesen Erfolg schnell auch auf mobilen Traffic ausweiten. Die Reihenfolge der Ergebnisse auf Smartphones entspricht nämlich in der Regel exakt den Ergebnissen der Suche mit einem Desktop-Browser. Nur landen die Nutzer beim Klick auf das Suchergebnis meist auf der Desktop-Version der Website, die für die Nutzung auf Smartphones ungeeignet ist.

Mobile Suchmaschinenoptimierung setzt deshalb nach dem Klick an: Nutzer, die über Suchmaschinen auf die Desktop-Seite gelangen, müssen auf die jeweils passende Detailseite der mobilen Version der Website weitergeleitet werden. Die notwendigen technischen Anpassungen sind zwar häufig komplex und müssen sehr sorgfältig geplant und umgesetzt werden. Dank der relativ hohen CPMs und CPCs für mobilen Traffic zahlen sich diese einmaligen Investitionen aber häufig schon nach wenigen Monaten aus.

In einzelnen Branchen wird der mobile Traffic schon bald wichtiger sein als der Desktop-Traffic. So findet schon heute etwa jede dritte Suche nach einem Restaurant über ein Smartphone statt. Wer sich in einem Themenumfeld mit hohem lokalem Bezug bewegt, für den ist eine mobile Version seiner Website und eine mobile SEO-Strategie schon heute absolute Pflicht.

ADZINE: Welche Rolle spielt dabei Google Places?

Pelle Boese: Lokale Ergebnisse haben bei der Smartphone-Suche starke Relevanz und erfreuen sich hoher Klickraten. Google-Places-Einträge werden zudem in der Universal-Search auf Smartphones viel stärker wahrgenommen als auf dem Desktop, da sie sehr prominent am Anfang der Seite auftauchen. Findet der Nutzer hier einen passenden Eintrag, scrollt er häufig erst gar nicht weiter zu generischen Ergebnissen. Die Optimierung der Google-Places-Rankings spielt daher eine zentrale Rolle bei der mobilen Suchmaschinenoptimierung.

ADZINE: Wir danken Euch für die ausführlichen Antworten und freuen uns auf Köln!


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JOBS

Marketing-Strategen/-in Business Development Online Marketing

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Deutsche Post AG, Bonn

Auf zu neuen Zielen. Es gibt eine große Kraft, die Menschen wie Unternehmen treibt: der Wille zum Erfolg. Doch erst unsere Fähigkeit zum Wandel macht Erfolg möglich. Wir bei der Deutschen Post befinden uns mitten in einem dynamischen Veränderungsprozess, vom nationalen Marktführer in der Briefkommunikation zum internationalen Kommunikationsdienstleister. Diesen Wandel können Sie aktiv mitgestalten und neue Potenziale freisetzen. Für den gemeinsamen Erfolg. Und immer mit dem Ziel, für jeden unserer Kunden im In- und Ausland die erste Wahl zu sein.


Vertriebs-Mitarbeiter im Außendienst

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adnologies GmbH, Hamburg

Die adnologies GmbH entwickelt und betreibt Technologien für die Online-Marketing-Branche zur Planung, Durchführung und Analyse von Online-Werbung (AdServing), Steigerung von Umsätzen und Erlösen (Re-Targeting) sowie der Profil-gesteuerten Auslieferung von Werbung.


Online Mediaplaner (m/w)

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Neo@Ogilvy

Sie wollen vorankommen? Sie suchen eine neue Perspektive und lieben Herausforderungen? Dann kommen Sie zum einem der erfolgreichsten globalen Digital und Direct Media Networks. Neo@Ogilvy ist das internationale Digital Media Network von Ogilvy. Über 800 Mitarbeiter in 33 Ländern setzen neue Standards, wenn es um maximale Performance komplexer Kampagnen geht.

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Seminar: Wie Sie mit neuen Ideen und Strategien Ihr E-Mail Marketing optimieren Am 14.09.2011

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Erste Google Analytics Konferenz am 29.9.2011 in Wien



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