Adzine Klassik Rebrush - Newsletter
ADZINE :: Magazin für Online-Marketing ::
ADZINE – MAGAZIN FÜR ONLINE-MARKETING | KONTAKT: REDAKTION@ADZINE.DE | WERBEN AUF ADZINE: TEL 0221 - 7 09 96 61 | MEDIA@ADZINE.DE

AUSGABE KW 26 – 30.06.2011

Twitter  Facebook Fanpage  RSS-Feed

THEMEN

 Pfeil Editorial: RTB ergänzt Fax
 Pfeil Ad Trading: "Es gibt keine beste Lösung für alles"
 Pfeil Search Marketing: Von Schema.org profitieren
JOBS
TERMINE


Editorial

RTB ergänzt Fax

Arne Schulze-Geißler, Chefredakteur

RTB ergänzt Fax
Arne Schulze-Geißler

Am Dienstag fand in Hamburg die erste Ad Trader Conference statt. Es war der erste größere Event, der sich intensiv mit dem Thema des dynamischen Ein- und Verkaufs von digitaler Medialeistung auseinandergesetzt hat. Für die Adzine-Mannschaft war es gleichzeitig die erste Veranstaltung überhaupt, die wir ausgerichtet haben. Bei dem Thema „Ad Trading“ konnten wir uns aber einfach nicht zurückhalten.


Mich persönlich beschäftigt das Thema Automatisierung im Display-Markt schon, seitdem ich 1999 als Controller zu einem Online-Vermarkter kam und feststellen musste, dass dort das analoge Faxgerät das wichtigste Arbeitsgerät war. Von dort aus wurden Angebote abgeschickt und Aufträge empfangen.

In den folgenden Jahren haben wir uns viel mit den Prozessen beschäftigt, die den Workflow im eigenen Unternehmen optimiert  haben. Was sich aber nie wirklich verändern ließ, war die Vereinfachung des Verkaufsprozesses, außerhalb der eigenen vier Wände. Dennoch war es für mich schwer begreiflich, wie viel manuelle Arbeitsleistung und Beratung in jeder noch so kleinen Kampagne steckte.

Mich interessierten doch in erster Linie die Pro-Kopf-Umsätze des Sales Teams am Monatsende und gar nicht so sehr, wie diese zustande gekommen waren. Wenn es keine Kampagnen gab, wurden Gegengeschäfte gemacht oder Eigenwerbung gezeigt. Jeder Publisher hatte seine eigenen Regeln, was im Falle von Leerlauf zu tun war. All dies musste mehr oder weniger manuell befolgt werden. Ad Networks waren für uns damals keine diskutable Option oder auch gar nicht existent und die Performance-Vermarktung durch uns von den meisten Publishern nicht gewollt.

Die Werbungtreibenden waren auch noch ganz andere, der Markt hatte gerade mal 200 Mio. Euro Nettovolumen, Profiltargeting befand sich noch in der Entstehung und Real Time Bidding war sowieso noch nicht erfunden. Wer Umsatz machen wollte, musste sich also mit den wichtigsten Einkaufsagenturen gut stellen und die Planer bearbeiten, also klassischer Anzeigenverkauf mit Zeit- und Regiotargeting. Es mag sein, dass sich im sogenannten Premiumsegment bis heute gar nicht so fürchterlich viel geändert hat. Was jedoch die Erlösoptimierung nicht direkt verkaufter Flächen angeht, haben wir mittlerweile echte Optionen, die auch zunehmend genutzt werden. Ich wäre der Erste gewesen, der sich in unserem Unternehmen für automatisierte Verfahren stark gemacht hätte, zumindest dafür, diese zu testen.

Heute sind die großen Vermarkter und auch die Publisher selbst wesentlich experimentierfreudiger geworden und fangen an, dynamische Modelle anzunehmen. Zum einen, weil sie natürlich die Funktion neuer Modelle testen möchten, andererseits aber auch, weil sie müssen. Vermutlich wird es gar nicht mehr so lange dauern, bis einzelne Advertiser und ihre Agenturen diktieren werden, auf welchen Plattformen Inventar verfügbar sein muss, wenn man als Publisher an den Werbebudgets partizipieren möchte, sei es dann über Festpreise oder Biddingverfahren.

Die Ad Trader Conference hat gezeigt, dass sich Agenturen wie auch Vermarkter intensiv mit dem Thema des Tradings und Real Time Biddings auseinandersetzen, denn sie waren in etwa zu gleichen Teilen in der 220 Personen starken Audience vertreten.

Viel Spaß mit Adzine!


asg@adzine.de   |    Artikel weiterempfehlen    Bei Twitter empfehlen  Bei Facebook empfehlen  Bei Delicious empfehlen 



dq&a presents: The Future of Online Marketing

Ad Trading

"Es gibt keine beste Lösung für alles"

Frank Puscher, Autor

"Es gibt keine beste Lösung für alles"
Frank Puscher

Im Rahmen der ersten AdTrading Conference auf deutschem Boden diskutierten vier Experten die Position der Publisher gegenüber Real-Time Bidding und der Zusammenarbeit mit Trading-Plattformen und Ad Exchanges. An der Podiumsdiskussion nahmen Joëlle Frijters, CEO and Co-Founder von Improve Digital, Martin Lütgenau, Geschäftsführer der Tomorrow Focus Media, Thomas Hinrichs, Head of Display and AdX Partnerships bei Google sowie Matthias Pantke, CEO von Adscale teil.


Adzine: Herr Lütgenau, wohin entwickelt sich das Thema Real-Time Bidding (RTB) und Ad Exchanges aus Publisher-Sicht?

Martin Lütgenau, Tomorrow Focus Media: Es wird höchst relevant werden, gerade für performance-orientierte Kampagnen. Wir glauben, dass es auch im Premiumsegment eine Entwicklung hin zu RTB geben könnte. Da müssen wir aber sehen, wie die Kunden heute und in Zukunft einkaufen. Wir merken aktuell verstärkt, dass sie Sicherheit auf Platzierungsebene wollen und sie wollen auch Sicherheit in der Auslieferung. Wenn die Systeme helfen, dieses Geschäft effizienter zu machen, dann werden wir auch damit glücklich.

Adzine: Herr Hinrichs, was hat Google in diesem Markt vor?

Thomas Hinrichs, Google Deutschland: Ich bin verantwortlich für den Aufbau der DoubleClick AdXchange, einem Geschäft, das auch in Deutschland bereits eine recht ansehnliche Größe erreicht hat. Ich vertrete die Sellside. Google hat sich auf die Fahne geschrieben, nicht nur in den Markt einzutreten und von anderen Marktanteile zu übernehmen, sondern letztlich den ganzen Markt zum Wachsen zu bringen. Wir wollen einen Motor für den Markt kreieren, der es ermöglicht, Displaywerbung besser und effizienter zu handeln. Wir gehen davon aus, dass das Display-Geschäft inklusive Video weltweit derzeit ein Marktvolumen von 25 Mrd. hat und wir wollen das in den nächsten Jahren auf 200 Mrd. bringen.

Adzine: Zweifelt jemand aus der Runde am grundlegenden Wachstum im Display-Sektor? 

Matthias Pantke, Adscale: Der Markt geht in zwei verschiedene Richtungen. Es wird immer den Bereich der umfeldgetriebenen Werbung geben und dort werden wir auch Premium-TKPs erzielen.

Das andere Geschäft ist das Reichweitengeschäft. Schon jetzt werden 30 bis 40 Prozent des Inventars nach Reichweitenkriterien verkauft, sprich durch Veredelung durch Targeting-Technologien etc. Ja, der Gesamtmarkt wächst. Für uns ist es aber noch wichtiger, dass das Reichweitensegment wächst. Wir sagen ganz klar: „Lieber Martin, wenn Ihr die Homepage von Focus verkauft, da gibt es keine bessere Sales-Truppe als Euch selbst“.  

Aber in der Online-Werbung ist es eben so, dass Inventar praktisch beliebig verfügbar ist, auch bei Focus, und Martin Lütgenau muss sich genau überlegen, welche Flächen gebe ich für Ad Exchanges frei. Inzwischen können Sie bei uns zwei Drittel des AGOF-Inventars auf Domain-Basis transparent kaufen. Das ist schon ein eindeutiges Signal in den Markt, dass die Vermarkter mittlerweile verstanden haben, dass die Reichweitenvermarktung ein relevantes Segment ist, auf das keiner verzichten kann. 

Lütgenau: Das ist eben eine Frage der Segmentierung. Wir verkaufen mitunter zu 10 oder 15 Euro TKP und es wäre für uns ein Problem, wenn es viele Plattformen gibt, auf denen Teile des Inventars von Focus Online für 60 Cent angeboten werden und das nicht vom Markt differenziert gesehen wird.

Die Entscheidung, wie viel Inventar wir reingeben, ist situativ komplett unterschiedlich. Es gibt Plattformen wie Elle.de, wo kein Inventar in die Restplatzvermarktung geht. Bei Focus achten wir genau darauf, dass sich die beiden Segmente Reichweite und Premium nicht kannibalisieren. Das ist eigentlich unsere größte Aufgabe. Wenn ich RTB zulasse, hat das Einfluss auf mein Pricing im Premiumbereich.

Aktuell machen wir 85 Prozent kontextbezogen. Das ist unser Kerngeschäft. Die restlichen Prozente sind Performance und Reichweite. Wir wollen den Prozentsatz nicht verändern.

Joëlle Frijters, Improve Digital: Ich glaube wir müssen uns ein bisschen lösen von den starren Kategorien Premium vs. Unsold. Die Grenzen werden mehr und mehr verschwimmen. Worum es geht, ist Kontrolle für den Publisher. Hoher Preis, niedriger Preis, garantiert, nicht garantiert. Der Publisher will frei entscheiden und wir liefern die Technologie dafür. Einige der RTB-Kampagnen würde sogar recht gut auf Premiumflächen passen. Es geht nicht immer nur um Performance. Kontrolle ist der Schlüssel.

Hinrichs: Das gilt auch für die Formate. Wir haben bereits 15 IAB-Standardformate. Im Sommer kommen Expandables und in den USA testen wir derzeit die YouTube-Vermarktung gemeinsam mit fünf Partnern. Derzeit wird viel über datengetriebene Werbeformen diskutiert, aber wir von Google sehen unsere Plattform völlig unabhängig davon. Das kann auch Mobile sein oder irgendwann vielleicht TV.

Adzine: Können die Exchanges auch bis auf die Homepages großer Medienmarken vordringen?

Lütgenau: Aus Publishersicht gilt: Wenn ich darüber mehr herausholen kann als durch meinen eigenen Vertrieb, dann müssen wir uns dem stellen. Die Diskussion dürfen wir nicht vernachlässigen.

Adzine: Ein klassischer Vorbehalt gegen die Zusammenarbeit mit Ad Exchanges ist das Verwässern der Medienmarke, was hält man dagegen?

Pantke: Ich habe großes Verständnis für die Probleme unserer Publisher. Neben Kontrolle ist vor allem Transparenz wichtig. Bei Adscale ist es so, dass jeder Publisher jede Kampagne von Hand freigeben muss. Das hat auch Nachteile, speziell im Long-Tail-Segment, weil kleine Publisher nicht jeden Tag in das Tool gehen und Kampagnen freigeben. Trotzdem haben wir von Anfang an gesagt, dass wir nichts auf die Seiten bringen wollen, wo der Publisher nicht weiß, was dahintersteckt.

Natürlich sind Vorbehalte da. Die sind sehr unterschiedlich, je nach Portfolio des Medienhauses. Publisher mit Communitys haben viel mehr Inventar anzubieten.

Ich möchte aber noch kurz ein Wort zum Preis verlieren. Die Preisschere zwischen Premium und Reichweite geht eben nicht weiter auseinander. Auf Display war in den letzten Jahren ein enormer Preisdruck. Jetzt haben wir es geschafft, vor allem durch Targeting die eTKPs in den letzten beiden Jahren deutlich zu steigern.

Adzine: Wie positionieren sich Adscale und Improve Digital exakt in diesem Markt?

Frijters: Ein großer Unterschied zwischen AdScale und uns ist, dass wir kein Marktplatz sind. Wir sind nur auf einer Seite. Aber es gibt keine beste Lösung für alles. Für manche Kampagnen kann es richtig sein, direkt mit einer Ad Exchange zu arbeiten. Für andere Projekte oder Publisher kann es richtig sein, mit einem neutralen Anbieter zu arbeiten, der aus den verschiedenen Plattformen das Beste schöpfen kann. Vielleicht wollen die Publisher auch eigene Plattformen integrieren.

Pantke: Die Positionierung von AdScale in Deutschland ist genau in der Mitte zwischen Advertiser und Publisher. Publisher können natürlich bei uns ihren eTKP optimieren. Aber wir bieten auch Advertiser-Tools an. Die Plattform ist offen. Wir haben heute 26 verschiedene Retargeting-Companies bei uns angebunden. Wir erlauben natürlich den Publishern, auch andere Dritte einzubinden, um ihr eigenes Inventar zu veredeln. Wir glauben: In dem Moment, wo wir der Webseite sagen können: „Ich bring dir Geld und zwar dort, wo Du es über den eigenen Vertrieb nicht abdecken kannst“, dann funktioniert es.

Adzine: Bei der Menge Vermarkter wird es doch schwierig, eine Medienmarke noch sauber zu handeln.

Lütgenau: Die Gefahr ist auf jeden Fall da. Und die sehen wir auch. Das ist auch ein Thema der Intransparenz. Wenn fünf Companies da raus gehen und das Focus-Logo mitnehmen und den Advertisern wird nicht klar, dass sie nicht auf der Homepage laufen, dann haben wir natürlich ein größeres Problem. Wir brauchen die Kontrolle, um unsere Redaktionen zu finanzieren.

Adzine: Wie sieht die Segmentierung in Ihrem Haus genau aus?

Lütgenau: Jede Website wird kategorisiert nach vier verschiedenen Inventartypen und wir besprechen es mit den Publishern selbst. Bei manchen Seiten mit geringer Reichweite macht ein TKP von 50 Cents einfach keinen Sinn. Da lassen wir Reichweitenvermarktung lieber weg und fahren die exklusive Schiene: „Das gibt es nur hier.“ Premium definieren wir anhand der Nachfrage nach Direktbuchungen und der Auslastung.

Adzine: Wenn Ad Exchanges erfolgreich werden, was passiert denn dann mit dem klassischen Restplatzvermarkter?

Hinrichs: Wenn wir uns die letzten zehn Jahre anschauen, insbesondere die Agenturlandschaft, dann möchten die nicht mehr aus einigen hundert Vermarktern wählen, sondern vielleicht bei 30 einkaufen. Tatsächlich wächst aber die Zahl der Vermarkter und gerade da sehe ich große Möglichkeiten für solche Plattformen, denn es ist ja nicht möglich, zu allen persönliche Beziehungen aufzubauen. Vielleicht wird der Traum der Online-Marketer dann Wirklichkeit, nämlich vermarkterübergreifend Inventar einzukaufen mit einem übergreifenden Frequency Cap und auch übergreifend Performance einzukaufen.

Adzine: Was sagen denn die Publisher zu Google heute? Das ist doch ein ständiges Wechselbad der Gefühle?

Frijters: Das ist eine Hass-Liebe-Beziehung. Die sehen Google als guten Partner – wir übrigens auch. Gleichzeitig wollen sie Google nicht zu groß werden lassen. Alle wollen, dass die Dinge stärker automatisiert werden, aber die Frage ist der Preis. Wenn wir über RTB 15 € TKP erreichen würden, wären alle Publisher sofort dabei. Aber was ist der langfristige Preis der Zusammenarbeit mit z. B. Google?

Ich bin auch etwas skeptisch in Sachen RTB. Im Vergleich zu den USA ist Europa ein wesentlich heterogener Markt, also braucht man viel mehr Einkäufer, um eine Auktion in Gang zu bekommen. Da wird es hart, bessere Preise zu erzielen. Man muss schon Minimumpreise festlegen, um sicherzugehen. Das wird nicht einfach.

Wir empfehlen den Publishern, einfach alle Vermarktungsvarianten zu kombinieren, also RTB, Restplatzvermarkter oder Ad Exchanges. Herr Lütgenau, Tomorrow Focus Media ist doch sehr stark im Premiumbereich, warum managet Ihr die Reichweitenvermarktung nicht selbst und werdet dort stärker?

Lütgenau: Wir nutzen ein DoubleClick-Tool zur Optimierung des Restplatzes. Das System setzen wir bereits seit mehreren Jahren ein. Natürlich fragen wir bei neuen Plattformen: „Was ist der Mehrwert in Euros.“ Wenn die Steigerung des TKP wieder durch die Technologie aufgefressen wird, macht das für uns ja keinen Sinn. Aber wir werden weiter testen und bewerten.

Adzine: Zum Schluss noch das Thema Datenschutz. Was muss noch geregelt werden?

Hinrichs: Geregelt ist noch nichts. Deutschland sollte ja ein Statement zur ePolicy ablegen, hat das aber noch nicht gemacht. Google hat aus den letzten Jahren gelernt. Wir haben extrem eindeutige interne Auflagen, zum Beispiel wer welche internen Daten nutzen darf. Was externe Daten angeht, nutzen wir nur das DoubleClick-Pixel.  

Frijters: Die holländische Regierung hat die Opt-in-Lösung vorgeschlagen, was unsere Industrie um 15 Jahr zurückwirft. Aber wir sind guter Hoffnung, dass das nicht so bleibt.

Aus der Publishersicht wird es Zeit, dass endlich Einblicke gewährt werden. Cookie-Dropping und damit erzielte Umsätze haben eine Beziehung. Wir nennen sie Cookie-Attribution-Rate. Die Zahl sagt dem Publisher, ob der Käufer einen fairen Preis für die Views zahlt, gemessen an der Menge Daten, die er erhebt. Cookies ja, aber nicht für jeden Preis.

Lütgenau: Der Nutzer, dem etwas missfällt, wird sich zuerst an den Publisher wenden. Deshalb müssen wir penibel darauf achten, dass sich alle Partner an die Regeln halten. Das muss schnell gehen.

Adzine: Sowohl AdScale als auch Improve Digital weisen aus, welche Kampagnen Cookies setzen und welche nicht. Reicht das an Transparenz?

Lütgenau: Ich habe in den Systemen noch nicht gesehen, welche Cookies gesetzt und wofür die genutzt werden.

Pantke: Da steht deutlich: „Lieber Publisher, diese Kampagne wird unter Zuhilfenahme von Cookie-Informationen ausgeliefert, willst Du dem zustimmen?“

Generell aber muss ich den Vorrednern zustimmen: Wir brauchen endlich Rechtssicherheit. Was darf man und was nicht. Derzeit ist das schon ein Piratenmarkt, das merkt man an einigen Ecken und Enden.

Ich glaube persönlich, dass auch der Publisher auf seinen Seiten einiges dafür tun muss, um seine Nutzer aufzuklären. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt.

Lütgenau: Haben wir. Ich schicke Dir mal einen Link zu unseren Datenschutzbestimmungen.

Pantke: Ja, sooo klein am Ende der Seite. Mir geht es nicht um die Datenschutzbestimmungen, sondern um die allgemeine Aufklärung.

Adzine: Wenn ein allgemeines Opt-in nach dem holländischen Modell Schule macht. Was passiert mit der Werbebranche?

Frijters: Im Moment weiß noch keiner, wie man das überhaupt durchführen kann. Wovon hängt das denn ab: Steht der Adserver in den Niederlanden, kommt der User daher? Alle warten gerade, was die Arbeitsgruppe ermittelt. Vielleicht sagen die auch, dass es schlicht und einfach nicht geht. Dann müssen die das wieder aufrollen. Die Entscheider haben nicht ganz die Reichweite der Wirkung verstanden.


redaktion@adzine.de   |    Artikel weiterempfehlen    Bei Twitter empfehlen  Bei Facebook empfehlen  Bei Delicious empfehlen 



Search Marketing

Von Schema.org profitieren

Markus Hövener, Geschäftsführer

Von Schema.org profitieren
Markus Hövener

Nach wie vor ist guter Content wichtig für Suchmaschinen. Dank Schema.org kann man für diesen nun auch noch mehr Semantik übermitteln. Ende Mai 2011 haben die drei Suchmaschinenbetreiber Google, Yahoo! und Bing eine neue Initiative vorgestellt: Schema.org. Dabei geht es darum, dass Inhalte auf Websites mit Markups versehen werden können, sodass Suchmaschinen automatisiert bestimmte Inhalte klassifizieren können (z. B. eine Adresse oder Telefonnummer).


Hierfür gab (und gibt es immer noch) unterschiedliche Initiativen von den einzelnen Suchmaschinen. So hat etwa Google eigene Markups veröffentlicht, um z. B. Bewertungen oder auch Kochrezepte entsprechend markieren zu können.

Die neue Initiative Schema.org definiert nun deutlich mehr einheitliche Markups und hat somit den Vorteil, dass die so gekennzeichneten Daten potenziell von allen Suchmaschinen erkannt werden können. Grundsätzlich können Website-Betreiber recht unterschiedlich davon profitieren:

1. Rich Snippets

Wie auch schon bei den google-eigenen Markups kann eine Website potenziell so genannte Rich Snippets erhalten, sodass die Bewertungen auf einer Website z. B. als Sternchen in den Suchergebnissen dargestellt werden und damit eine höhere Klickrate erzielen können.

2. Vertikale Suchfilter

Bei Google.com ist bereits ein Rezept-Filter vorhanden, der bei einer Suchanfrage wie „muffins“ gezielt Filter wie „Zutaten“ oder auch „Zubereitungszeit“ anbietet. Wer also seine Daten für Suchmaschinen aufbereitet, kann in Zukunft davon profitieren, dass die eigene Website in speziellen Suchen besser gefunden werden kann (vorstellbar z. B. für Immobilien, Reisen, ...).

3. Bessere Semantik der eigenen Daten

Wer Daten aufbereitet, sorgt natürlich dafür, dass Suchmaschinen potenziell ein besseres semantisches Verständnis für die Daten bekommen.

4. Bessere Semantik auf fremden Websites

Die Semantik kann aber auch potenziell anderen Websites zugutekommen. Wer z. B. als Hotel in Berlin von Seiten verlinkt wird, bei denen das Markup auf ein Berliner Hotel-Listing hinweist, kann darauf hoffen, dass Suchmaschinen diese Signale auch werten und den Links mehr Gewicht zuweisen.

Fazit

Zum Teil ist das noch Zukunftsmusik, weil es zumindest für den dritten und vierten Punkt keine Beweise gibt. Auch zum ersten Punkt – den Rich Snippets – ist zu sagen, dass Google derzeit bei vielen Websites darauf verzichtet, Rich Snippets anzuzeigen, obwohl die Daten durchaus vorhanden sind. Im Moment profitieren eher große Portale von einer solchen Einbindung, aber nur sehr selten kleinere Websites.

Da das Einbauen des Schema.org-Markups insgesamt einen gewissen Aufwand darstellt, empfiehlt es sich derzeit eher für größere Portale. Deren Betreiber sollten sich die unterschiedlichen Markups sehr genau anschauen und in die eigene Website einbauen – in der Hoffnung, dass Google & Co. diese Daten dann auch positiv verwenden.

Informationen zu Schema.org

Auf der Seite http://www.schema.org/docs/full.html finden sich alle derzeit unterstützten Markups – von „Article“ bis „Zoo“. Die Liste umfasst sehr viele Markups für lokale Daten („Store“, „TouristAttraction“), aber auch solche, die z. B. für Online-Shops („Product“, „Offer“, „Review“, ...) und Portale („VideoObject“, „Event“, ...) interessant sind.


insider@adzine.de   |    Artikel weiterempfehlen    Bei Twitter empfehlen  Bei Facebook empfehlen  Bei Delicious empfehlen 



JOBS

Media Consultant (m/w)

ADselect GmbH, Duisburg


Head of Sales (m/w)

Tribal Fusion, München

Tribal Fusion® ist ein internationales Medienunternehmen mit Schwerpunkt auf Online-Werbung: Durch Partnerschaften mit führenden Verlagen bieten wir Werbetreibenden die effektive und gezielte Umsetzung von Kampagnen.

TERMINE

Vom 04.07.2011 bis 05.07.2011

Social Media Conference am 04./05. Juli 2011 in München


Seminar: Wie Sie mit neuen Ideen und Strategien Ihr E-Mail Marketing optimieren Am 14.09.2011

Seminar: Wie Sie mit neuen Ideen und Strategien Ihr E-Mail Marketing optimieren


Am 29.09.2011

Erste Google Analytics Konferenz am 29.9.2011 in Wien



Sie können über diesen Link Ihre Newsletter-Einstellungen anpassen oder den Newsletter komplett abbestellen.

IMPRESSUM: Electronic Publishing Corporation Ltd. | 483 Green Lanes | GB - London N13 4BS | Company No. 5506015 | Companies House
Niederlassung Deutschland | Electronic Publishing Corporation Ltd. | NL Deutschland | Feldstraße 36 | 20357 Hamburg | e-mail: info@e-publishing-corp.com