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AUSGABE KW 20 – 19.05.2011

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THEMEN

 Pfeil Online Publishing: Auf und ab im Contentgeschäft
 Pfeil Display Advertising: Themenchannels vs. Vertical Networks
 Pfeil Web Analytics: Top-Websites nutzen vermehrt professionelle Analysetools
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Online Publishing

Auf und ab im Contentgeschäft

Jens von Rauchhaupt, Redaktion

Auf und ab im Contentgeschäft
Jens von Rauchhaupt
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Mit jüngsten Veränderungen des Suchalgorithmus will Google Onlineangebote mit zweifelhaften und nutzlosen Inhalten im Ranking der Suchergebnisse abstrafen. Dabei hat es der Suchmaschinenanbieter vor allem auf die ominösen Contentfarmen abgesehen. Doch erwischt Google mit diesem sogenannten Panda-Update eigentlich immer die richtigen Internetangebote? Wir haben unsere Zweifel und sprachen dazu mit Dirk Westphal, Chefredakteur Suite101.de, der den deutschen Ableger des Autorennetzwerks Ende 2007 „mit dem Laptop auf dem Schoß“ aufgebaut hat.


Adzine: Herr Westphal, was hat es eigentlich mit dem Namen Suite101 auf sich? Das erinnert an Room101.

Dirk Westphal: Suite101 ist keine orwellsche Folterkammer, wenn sie das meinen. "101" steht im Englischen auch für einen Einstieg, eine Übersicht, einen Einführungskurs, eine Sammlung. Als Suite101.com auf Englisch im Jahr 1996 loslegte, entsprach genau das der damaligen Ausgangsidee – und daher der Name.

Adzine: Aber Suite101 steht auf jeden Fall unter Beobachtung. Laut SISTRIX VisibilityIndex war die US Seite suite101.com zunächst eine der großen Verliererinnen des Google-Panda-Updates. Was meinen Sie, hat Google mit seinen Abstrafungen immer die richtigen Webangebote erwischt?

Dirk Westphal
Dirk Westphal
Westphal: Auch wenn ich das Vorgehen von Google prinzipiell begrüße: Diese Frage lässt sich unmöglich einfach mit Ja oder Nein beantworten. Zwar weist die Sistrixliste einige der typischen Contentfarmen zurecht als klare Verlierer aus, andererseits werden immer noch Scraper-Webseiten, also automatisierte aggregierte Contentseiten, von Google im Ranking höher gelistet als die Originalseiten. Das ist also noch immer nicht der Weisheit letzter Schluss.

Adzine: Bereits vor dem Panda-Update von Google gab es rund um das Unternehmen Demand Media die Diskussion um Contentfarmen und Journalismus von der Resterampe. Ärgert es Sie, wenn man suite101.de zu diesen Angeboten zählt?

Westphal: Ja, absolut. Die Unterschiede zwischen Suite101 und Angeboten wie eHow von Demand Media sind sehr deutlich. Suite101 verfolgt einen stark redaktionell geprägten Ansatz. Mit suite101.de brauchen wir uns in Bezug auf redaktionelle Qualität in keinster Weise hinter den klassischen Medien zu verstecken.

Adzine: Worin unterscheidet sich Suite101 jetzt genau von Angeboten wie Demand Media? Dass es pro Sprache eine zentrale Webseite gibt und die Inhalte nicht weitergegeben werden, ist das der größte Unterschied?

Westphal: Das ist ein wesentlicher Unterschied. Aber es gibt noch einen weit wichtigeren: In den USA und Kanada sind eine ganze Reihe von Modellen wie Demand Media entstanden, die Inhalte auf Basis eines Computerprogramms generieren lassen. Das ist eine höchst ausgefeilte Software, bei der ein Algorithmus nach Kriterien wie etwa potenzielles Besucheraufkommen und Monetarisierungspotenzial darüber entscheidet, welche Themen generiert werden sollen. Diese automatisch erstellten Themen werden dann an die Mitarbeiter für die Textanfertigung weitergegeben. Bei uns ist das ganz anders. Die Autoren entscheiden selbst, worüber sie schreiben, unsere Autoren sind gerade angehalten, nach ihrem Wissen und ihren Interessen Themen auszusuchen, zu recherchieren und Beiträge zu schreiben. Ein Vorgehen, wie wir es aus dem klassischem Journalismus kennen, die Inhalte stehen im Vordergrund.

Adzine: Die Themenwahl kommt bei Suite101 allein von den Autoren?

Westphal: Wir haben eine Redaktion von 14 Leuten, die unsere Autoren betreuen, und natürlich geben wir auch Vorschläge und Anregungen. Aber grundsätzlich entscheiden unsere Autoren immer selbst, worüber sie schreiben möchten, und das führt zu einem weiteren wesentlichen Unterschied. Wir haben ganz viele, unterschiedliche Inhalte aus den Bereichen Geschichte, Kultur, Theater, Politik und Gesellschaft usw., die einfach interessant sind, aber kein Algorithmus auf dieser Welt automatisch generieren könnte.

Im zweiten Sistrix Visilibity Ranking war Suite101.com noch immer Leittragende des Google Panda Updates
Im zweiten Sistrix Visilibity Ranking war Suite101.com noch immer Leittragende des Google Panda Updates


Adzine: Wie wollen Sie jetzt suite101.de verbessern, damit Google das deutschsprachige Autorennetzwerk nicht abstraft?

Westphal: Wir müssen keinen kompletten Schwenk machen. Vieles läuft bei uns richtig. Natürlich ziehen wir auch unsere Learnings daraus. Aber es darf nicht so weit kommen, dass Google redaktionelle Qualität beurteilt. Zudem spielen ja auch andere Faktoren wie die Seitenstruktur, Usability und Design eine wichtige Rolle. In diesem Bereich werden wir demnächst einige Änderungen vornehmen. Unser redaktioneller Qualitätsanspruch bleibt davon unberührt.

Nach zwei Wochen hatte sich aber das Blatt zugunsten der US Suite101 Seite gewendet.
Nach zwei Wochen hatte sich aber das Blatt zugunsten der US Suite101 Seite gewendet.


Adzine: Apropos Qualität, wie wird man eigentlich Autor für Suite101?

Westphal: Jeder muss sich bei Suite101 online bewerben und eine Textprobe abliefern. Gut die Hälfte der Bewerber wird von uns abgelehnt. Dann entscheidet vor allem der erste Beitrag eines Autors. Dieser wird noch einmal von der Redaktion auf seine Qualität überprüft, bevor er bei uns veröffentlicht wird.

Adzine: Wie sieht es mit den Nutzungsrechten für die Autoren aus, werden die Inhalte Ihnen exklusiv durch die Autoren zur Verfügung gestellt?

Westphal: Wir halten ausschließlich nur die Nutzungsrechte für das Internet für ein Jahr exklusiv, schon weil wir Duplicate Content vermeiden müssen. Zweitverwertungen wie über Print sind Sache des Autors.

Adzine: Und nach welchen Kriterien wird nun der Autor ausbezahlt?

Westphal: Der Autor erhält einen Anteil des am Artikel erzielten Werbeumsatzes. Manche Themen erzielen zwar eine hohe Reichweite, aber nicht zwangsläufig hohe Werbeumsätze. Andererseits gibt es wiederum Themen, die eine geringere Reichweite haben, aber höhere Werbeerlöse erzielen. Das ist ganz unterschiedlich und stark themenabhängig.

Adzine: Wie wird suite101.de vermarktet? Drei Millionen Unique User im Monat sind ja schon einmal eine Hausnummer.

Westphal: Zurzeit noch über das Google-Netzwerk, allem voran Google AdSense, das ja sehr textsensitiv ist. Aber wir verhandeln gerade mit einigen anderen Vermarktern.

Adzine: Herr Westphal, vielen Dank für das interessante Gespräch!


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Themenchannels vs. Vertical Networks

Christina Rose, Redaktion

Themenchannels vs. Vertical Networks
Christina Rose

Die Optionen für Unternehmen online zu werben, fächern sich immer weiter auf. Um die Entscheidung, wo geworben wird, buhlen neben den Themenkanälen etablierter Medien auch immer mehr Sites aus dem Mid und Long Tail via Vertical Networks.


Stefan Zarnic
Stefan Zarnic
Um Vertical Networks, eines der Boomthemen 2010, ist es ein wenig ruhiger geworden. „Der Hype ist vorbei, das Segment wird erwachsen“, deutet Stefan Zarnic die Entwicklung. Er ist Director Sales und Marketing der Vertical Network Media GmbH, die im vergangenen Jahr im Zweimonatstakt neue vertikale Vermarktungsnetzwerke aus der Taufe gehoben hat. Der Grundgedanke dahinter: Ein Vertical Network bündelt kleine und mittlere Themen-Websites unter einem Dach und vermarktet sie gemeinsam über die aggregierte gemeinsame Reichweite. Auf diese Weise werden Angebote aus dem Mid und Long Tail des Webs für Werbekunden interessant, für die sie allein nie groß genug für den attraktiven Teil des Werbemarktes wären.

Doch für das werbetreibende Unternehmen stellt sich dabei die Frage: Worin besteht nun genau der Unterschied zwischen dem klassischen Themenchannel und einem Vertical? Und wo soll ich werben? Denn Themen- und damit auch Zielgruppenspezialisierung schreiben sich beide Anbietergruppen auf die Fahne. Und um die Verwirrung komplett zu machen, betreibt beispielsweise auch T-Online ein Vertical über sein Portal, dessen Positionierung Frank Bachér, Geschäftsführer Marketing & Sales des T-Online-Vermarkter InteractiveMedia, erklärt: „Während T-Online.de ein breites Angebotsspektrum, wie Nachrichten, Lifestyle-Themen oder Sport-Schlagzeilen bietet, befasst sich das Vertical Zuhause.de ausschließlich, dafür vertiefend, mit den Themenfeldern Bauen, Wohnen und Garten.“ Das Vertical profitiert dabei von der Reichweite der großen Mutter.

Sabine Raffel
Sabine Raffel
Somit stehen dem Werbungtreibenden drei Arten thematisch fokussierter Werbekanäle offen: Themenchannel etablierter Medien, Verticals großer Portale oder eigenständige Verticals, an denen wiederum Medien beteiligt sein können, wie beispielsweise Burda an Glam. Hinzu kommt: Die Umschreibungen für Themenchannel werden immer schwammiger, kritisiert Mediaplanerin Sabine Raffel: „Unter dem Begriff Entertainment subsumiert sich mitunter alles, was man in seiner Freizeit konsumiert und betreibt: Video-Inhalte ebenso wie Horoskope oder Gaming.“ Wenn man Mediaplanung ernst nehme, seien oft verwendete Begriffe wie „Lifestyle“ oder „Entertainment“ zu vielschichtig, um sie in einen Themenchannel einzubuchen.

„Unter einem Themenchannel verstehen wir bei G+J EMS eine definierte Belegungseinheit mit einem konkreten inhaltlichen Schwerpunkt, z. B. Auto oder Sport, innerhalb eines redaktionellen Online-Angebotes“, erklärt G+J EMS-Geschäftsführer Arne Wolter. Neben der inhaltlichen Fokussierung spiele für Werbungtreibende hier die Marke des dazugehörigen Online-Angebots und die damit verbundene redaktionelle Kompetenz sowie die Qualität der Nutzerstrukturen eine wichtige Rolle.

Inhaltehoheit liegt nicht mehr allein bei Medien

Ralf Hirt
Ralf Hirt
Doch die Inhaltehoheit beanspruchen schon längst nicht mehr allein die Redaktionen für sich. „Vertical Networks bringen eine Anzahl von Publishern aus einem Themenbereich zusammen, die im Vergleich zu einer klassischen Redaktion sowohl in der inhaltlichen Breite als auch in der thematischen Tiefe stärker drin sind. Das können klassische Redaktionen kaum bieten“, wirft Zarnic für die vertikalen Netzwerke in die Waagschale. „Expertenblogs werden wichtiger“, pflichtet Ralf Hirt, Vice President International bei Glam Media, bei und führt LesMads.de als Paradebeispiel an: Der Glam Style Publisher und Modeblog hat jüngst mit der Nominierung für den Grimme Online-Preis den medialen Ritterschlag erhalten. „Ein Blogger fungiert wie ein Unternehmer. Er hat mehr Drive und Innovationsgeist als ein Angestellter eines Medienunternehmens“, erklärt Hirt das Erfolgsrezept. Mit dem Pfund einer Award-Nominierung können aber nur die wenigsten Mid- und Long-Tail-Angebote wuchern.

Vertikale Netzwerke hätten andererseits mehr Möglichkeiten, Werbekunden zu inszenieren, betont Hirt. Im Unterschied zu einem klassischen Magazin mit bestimmtem Layout und Regeln könnten Verticals „viel Umfangreicheres und Spezifischeres“ bieten, betont er und erzählt: „Eine große Automobilfirma sagte uns: ‚Sie brauchen uns nicht zu zeigen, wo wir preiswert Ads einkaufen können. Uns geht es darum, dass Sie uns helfen, wie wir unsere Marke im digitalen Umfeld positionieren können‘. Das sei ein anderer Ansatz, als nur Ads zu verkaufen: Wir bieten ein breiteres Marketingspektrum als dies ein Themenchannel kann.“ Auch Zarnic argumentiert in diese Richtung: Durchschnittlich 50 Websites bündelt Vertical Network Media in jedem seiner Themenkanäle, die jeweils über ein redaktionelles Dachportal verfügen, das von einem eigenen Redakteur betreut wird. „So können wir über die klassische Bannerwerbung hinaus Themen inszenieren.“

Während ein Themenchannel ein Ad Network sei, das sich „auf ein bestimmtes Thema spezialisiert hat und Ads verkauft“, versteht sich Glam Media als Medienunternehmen und Technologieanbieter: „Wir kuratieren zwischen Content und Marketinglösung.“ Vertical Media könne über Reichweite hinaus Lösungen mit interaktiven Komponenten bieten. So geschehen zur Berliner Fashion Week, zu der Glam das Social-Media-Widget „Tinker“ gestartet hatte, mit dem Werbetreibende im Social Web mit Konsumenten in Kontakt treten konnten. Zudem könnten vertikale Netzwerke dem Trend zur Fragmentierung und Granularisierung im Web besser Rechnung tragen: Die Zahl der Experten, die im Web ihren Content bereitstellen, steige, schildert Hirt und führt als Beispiel den Food-Bereich an: „Immer mehr Chefköche betreiben einen eigenen Blog zu dem Thema, sind aber keine Medienunternehmen, erzielen aber Traffic, weil sie einen Bekanntheitsgrad haben.“ Hohe Relevanz und Reichweite sind die erklärten Ziele.

„Verwässerung und Kontrollverlust“

Diese Kompetenz gesteht G+J EMS-Chef Wolter den vertikalen Netzwerken zu und räumt sogar ein: „Die Reichweite eines Vertical Networks kann durch die Bündelung vieler Websites unter einer Dachmarke mit eigener URL deutlich höher ausfallen als die eines Themenchannels.“ Das Aber folgt auf dem Fuße: „Durch die Verlinkung auf die verschiedenen Partnersites mit ganz unterschiedlichen Nutzerstrukturen und Inhalten kommt es bei einem Vertical Network häufig zu einer Verwässerung der Qualität, die bei einem Themenchannel durch die Anbindung an eine renommierte Marke gegeben ist."

Arne Wendte
Arne Wendte
Wer im Umfeld einer starken (Medien-)Marke werben will, für den sind Themenchannel und nicht Vertical Networks erste Wahl, pflichtet Arne Wendte, Director Online Planning bei OMD Düsseldorf, bei: „Für einige Kunden, die sehr stark über das Thema Marke kommen, sind Vertical Networks auch deshalb zu hinterfragen, weil Inhalte von einer Vielzahl von Seiten aggregiert werden und man so gefühlt auf diesen Platzierungen stärker die Kontrolle über das Umfeld aufgibt.“

„Bei der Belegung eines redaktionellen Themenchannels hingegen weiß ein Werbungtreibender  genau, in welchem Umfeld er läuft und welche Zielgruppenstrukturen hier anzutreffen sind“, unterstreicht Wolter. Damit habe er Planungssicherheit – sowohl in puncto Qualität des Umfeldes als auch in Bezug auf die erreichbaren Zielgruppenkontakte. Auf diese Kriterien könne sich ein Advertiser bei einem Vertical Network nicht verlassen, winkt er ab, da „die Reichweitengenerierung bei den Vertical Networks im Vordergrund steht“. Denn in vielen Fällen kämen die Zugriffe über generische Suchanfragen von Google, was die Zielgruppenstrukturen verwässere.

Auch Sabine Raffel schaut für ihre Werbekunden genauer hin, damit sie nicht auf irgendwelchen Sites landen, auf die sie nicht wollen. „Schließlich kann es nicht das Interesse eines werbenden Unternehmens sein, mit einer hochwertigen und mühsam aufgebauten Marke auf irgendwelchen gebastelten Sites präsent zu sein“, bringt die Mediaplanerin es auf den Punkt. Denn teilweise belegen Verticals zwar die Erreichung gewünschter Zielgruppen, das Umfeld passt jedoch nicht immer optisch und inhaltlich zur Qualität der Marke. Da lohne sich das genauere Hinsehen und evtl. Ausschließen einzelner Sites innerhalb eines Verticals. Denn auch wenn Verticals oft mit im Verhältnis zu Themenchannels preislich attraktiven Angeboten locken, so sei es letztlich von der Gesamtstrategie der jeweiligen Kampagne abhängig, ob ein derartiges Angebot überhaupt passt.

Aus einem weiteren Grund betrachtet G+J-Chef Wolter den Vertical-Boom mit Skepsis: „Schwierigkeiten führen bei der Lokalisierung der gesuchten Inhalte in vielen Fällen zu einer geringen Stickyness der User innerhalb der Vertical Networks, sodass es schwer ist, hier eine hohe Kontaktintensität mit definierten Zielgruppen aufzubauen.“ Künftig werde die Relevanz der Umfelder für Brandingkampagnen weiter zunehmen. Und hier fürchten die G+J-Vermarkter keine Konkurrenz durch vertikale Netzwerke: „Themenchannel renommierter Marken sind als hochwertige Umfelder für Brandingkampagnen sehr gefragt, und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.“

„Verticals verfügen nicht über die Strahlkraft einer etablierten Medienmarke“, räumt Stefan Zarnic ein. Sie liefern aber Umfeld/Themenrelevanz und Reichweite. Deshalb definiert er als Erfolgskonzept: „Das Zusammenspiel aus Reputation einer Medienmarke und dem passenden Umfeld, gepaart mit themenrelevanter Reichweite macht einen smarten Mediaplan aus.“


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Social Media Conference  --  Die Konferenz zu Facebook, Twitter, YouTube & Co  --   4. / 5. Juli 2011

Web Analytics

Top-Websites nutzen vermehrt professionelle Analysetools

adz.jvr , 

Top-Websites nutzen vermehrt professionelle Analysetools
adz.jvr

Google Analytics ist nach wie vor das meist genutzte Website-Analysetool auf deutschen Internet-Seiten. Doch eine Auswertung von IdealObserver vom April 2011 belegt auch, dass bei den reichweitenstärksten Angeboten zunehmend professionelle Lösungen zum Einsatz kommen. Im Massenmarkt gewinnt hingegen die Open Source Lösung Piwik immer mehr an Bedeutung.


Knapp die Hälfte der 40.000 populärsten deutsche Websites lassen ihr Besucheraufkommen von Google erfassen und auswerten. Mit Google Analytics, dem kostenlosen Angebot zur Messung und Auswertung von Besucherbewegungen auf Websites, liefert das amerikanische Unternehmen den Betreibern von rund 48 Prozent der meistbesuchten deutschen Online-Angebote Statistiken zur Anzahl und den Bewegungen ihrer Besucher.

Die Untersuchung von IdealObserver, einem Einkaufsführer für Web-Analytics- und Optimierungstools, zeigt, dass Google seine dominierende Stellung auch über die zurückliegenden beiden Jahre beibehalten hat. An dieser Dominanz hat auch die bereits ist zwei Jahren schwelende Datenschutz-Diskussion nichts ändern können. Der entsprechende Google Analytics Code findet sich auf vielen großen deutschen Publikumsseiten (zum Beispiel bild.de, stern.de oder rtl.de), auf Online-Shops wie mobile.de oder zalando.de und auf Social-Web-Angeboten wie wer-kennt-wen.de, jappy.de oder wer-weiss-was.de.

Reichweitenstarke Sites setzen zunehmend auf professionelle Lösungen

Verwendete Tools der Top 100 .de Webseiten
Verwendete Tools der Top 100 .de Webseiten
Erst bei einer Eingrenzung der Auswertungsgesamtheit auf die Top 100 deutschen Websites ergibt sich eine Verschiebung des Bildes: Hier nutzen nur noch 40 Prozent das kostenlose Google-Angebot. Die Untersuchung zeigt auch, dass sich diese Portale mittlerweile nicht mehr ausschließlich auf Google verlassen. So haben chip.de und stern.de zwar das kostenlose Analysetool im Einsatz, nutzen zusätzlich aber das professionelle System SiteCatalyst von Adobe.

Adobe (powered by Omniture), der amerikanische Weltmarktführer für hochwertige Systeme im Bereich Web Analytics, betreut rund 15 Prozent der trafficstarken Angebote unter den Top 100. Dazu gehören vor allem die Websites großer Medien wie Chip, Stern oder Focus oder das Portal der Deutschen Bahn (bahn.de). Als dritte Kraft konnte sich der Berliner Anbieter Webtrekk bei den deutschen Top-Websites platzieren. Unter den Top 100 stellt das Unternehmen einen Anteil von knapp zehn Prozent, darunter die Springer-Angebote von Bild und Welt sowie die Bankenportale deutsche-bank.de und dkb.de.

Hingegen tut sich das älteste Unternehmen der Branche, der US-Anbieter Webtrends in Deutschland schwer. Weltweit nach Omniture das meist genutzte Web Analyse System, spielt die Lösung auf deutschen Domains nur eine untergeordnete Rolle. Lediglich ein Prozent der deutschen Top 100 setzen auf die Webtrends-Lösung. Dabei kann man bei Webtrends Analytics von einer innovativen Lösung sprechen, diese ist u.a. bei conrad.de, monster.de oder t-mobile.de im Einsatz.

Der größte französische Anbieter AT Internet, der in seiner Heimat die Websites von Le Mode und Air France auswertet, hat sich durch die Betreuung der T-Online Plattformen t-online-shop.de, t-online.de und t-online-business.de unter die Riege der Spitzen-Dienstleister geschoben und ist mit einem Anteil von drei Prozent unter deutschen Top 100 vertreten.

Comscore, ein US Marktforschungsunternehmen hat mit der Übernahme von Nedstat aus den Niederlanden einen Webanalyse Anbieter gekauft, der trafficstarke Websites wie immobilenscout24.de, tagesschau.de oder sport1.de betreut und sich somit einen Platz unter den Anbietern der Top 100 trafficstärksten Domians gesichert.

Verwendete Tools der Top 1000 .de Webseiten
Verwendete Tools der Top 1000 .de Webseiten
Zu einer weiten Verschiebung kommt es bei der Analyse der Top 1000 deutschen Domains. In diesem Segment platziert sich der Hamburger Anbieter etracker mit seiner Lösung auf Platz 3 der am meisten eingesetzten Systeme. etrackers Markt liegt eher bei kleineren Seiten, die mit geringerem Budget auf eine professionelle Performance-Auswertung nicht verzichten wollen, betreut aber auch große Kunden (o2online.de, ard.de).

Einen deutlichen Zuwachs konnte das Open Source Produkt Piwik in der breiten Masse verzeichnen. Bezogen auf alle ausgewerteten 40.000 deutschen Domains ist Piwik das zweithäufigste System. Der Vorteil dieser Lösung: die erhobenen Daten bleiben Inhouse, da die Analysesoftware auf dem eigenen Server installiert wird.

Bemerkenswert auch: Unter den tausend reichweitenstärksten Angeboten verzichten immer noch 22 Prozent auf jede Art der Datenanalyse. Zumindest ließ sich hier kein Code nachweisen.

Zuverlässiges Bild für die Nutzungsverbreitung

Für die Untersuchung wurden die von www.alexa.com ausgewiesenen beliebtesten deutschen Domains (.de) automatisch nach dem Vorkommen entsprechender Codes zur Registrierung des Traffic durchsucht. Die aus dem Alexa-Rang abgeleitete Rangfolge der Beliebtheit in Deutschland (Traffic Rank) wurde zur Gewichtung der Verbreitung genutzt. Die Suche nach Code im Quelltext der Websites nutzt öffentlich zugängliche Quellen, muss dafür aber mit Unzulänglichkeiten hinsichtlich einer vollständigen Erfassung rechnen. So können Analytics-Lösungen, die allein serverseitig arbeiten oder deren Code auf den Seiten maskiert ist, nicht erfasst werden. Die Ergebnisse unterschätzen dadurch den Einsatz der Analytics-Systeme, zeigen aber ein zuverlässiges Bild über die Verhältnisse der Verbreitung der Systeme untereinander.

Unter idealobserver.com finden Interessierte weitere detaillierte Auswertungen zur Verbreitung der Systeme, Aufstellungen zu den einzelnen von den Systemen betreuten Websites und eine Suche nach den Systemen bestimmter Websites.


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