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AUSGABE KW 19 – 12.05.2011

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 Pfeil Online Publishing: Presse muss zelebriert werden
 Pfeil Affiliate Marketing: Affiliate-Marketing: mit oder ohne Agentur?
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Presse muss zelebriert werden

Frank Puscher, Autor

Presse muss zelebriert werden
Frank Puscher
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Pubbles baut einen Kiosk für das elektronische Lesen auf. Nicht alle großen Verlage wollen mitziehen, doch das könnte sich ändern, wenn signifikante Reichweite erzielt wird. Werden Android-Tablets dabei helfen? Wir sprachen dazu mit Dr. Bernhard Mischke, CEO Pubbles.


Adzine: Herr Mischke, mal die Grundfrage vorab. Inwieweit glauben Sie an die Idee des digitalen Lesens im Vergleich zu Print?

Dr. Bernhard Mischke: Ich sehe da kein Entweder-Oder, sondern eher ein Sowohl-als-Auch. Man braucht nur in die USA zu schauen: Die Szene ist zwar zwei Jahre voraus, aber digitales Lesen ist dort absolut Realität geworden. Und zwar überwiegend als Ergänzung, weniger als Substitutionseffekt. Ganz am Anfang konnte sich noch niemand vorstellen, dass die Leute am Bildschirm auch Bücher lesen würden. Das ist klar widerlegt. Die Leute lesen nicht nur auf den E-Readern, sondern auch auf hintergrundbeleuchteten Bildschirmen.

Adzine: Wir haben einen der weltweit stärksten Pressemärkte. Gelten da nicht andere Gesetze?

Dr. Bernhard Mischke
Dr. Bernhard Mischke
Mischke: Wir haben hier vielleicht andere Geschwindigkeiten in der Durchdringung. Und im Hinblick auf neue Medien und neue Geräte sind die Leser hier vielleicht etwas konservativer. Aber alle Entwicklungen im Bereich von digitalen Medien, die wir in den USA sehen, haben letztlich auch in Europa Fuß gefasst. Haupttreiber ist derzeit allerdings der Buchbereich, der hinsichtlich Produkten, Plattformen und Prozessen schon deutlich weiter ist. Die Produkte sind standardisiert, ein Buch ist leichter zu digitalisieren als Magazine mit ihrem deutlich aufwendigeren Layout.

Adzine: Was kommt als Nächstes für den digitalen Vertrieb in Frage: Fachmedien, Zeitschriften oder eher die Tageszeitungen?

Mischke: Eher die Zeitschriften. Produktkonzepte für Tageszeitungen sind häufig in der Zeitfalle gefangen. Das Entwickeln hochwertiger Produkte für das iPad ist schon eine Herausforderung. Es gibt Ausnahmen wie wired oder die Frankfurter Rundschau, die dann schon sehr magazinig daherkommen. Zeitschriften mit wöchentlicher oder monatlicher Erscheinungsweise sind da leichter zu handhaben, vor allem was die Aufbereitung mit multimedialen Inhalten angeht.

Adzine: Was kann man nach einem halben Jahr Tablet in Deutschland schon zu einem Thema wie Multimedia sagen?

Mischke: Am Anfang hat alles gefunkt und geblitzt bis hin zu einem Iconist, der die ganze Klaviatur der Möglichkeiten auf dem iPad gespielt hat. Inzwischen haben die Verlage erkannt, dass sich der aktuell betriebene Produktionsaufwand derzeit nicht rechnet. Inzwischen sieht man einen kontrollierteren Umgang mit den multimedialen Effekten. Einige Objekte mit höherer Auflage gehen stärker multimediale Wege, wie zum Beispiel der Stern, aber das ist schon auch ein Investment, das dort getätigt wird. 

Adzine: Was ist mit dem Thema Interaktion? Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass sich die Lust der Leser am Kommentieren und diskutieren doch stark in Grenzen hält.

Mischke: Es ist eher so, dass zum Thema Kommentieren generell Facebook und Co. stärker angenommen werden. Ich glaube aber, dass sich die Interaktion bei der Tabletnutzung nicht wesentlich von der Rechnernutzung unterscheidet, auch wenn das iPad in meinen Augen eher ein Lean-Back-Medium ist.

Adzine: Wie positioniert sich Pubbles in diesem Szenario?

Mischke: Wir wollen die digitalen Lese-Angebote bündeln und die zentrale Anlaufstelle für die Leser werden. In unserer Position eines First Mover in diesem Markt haben hier schon einen gewissen Vorsprung erarbeitet, den wir auch halten wollen.

Adzine: Wie viele Nutzer gibt es?

Mischke: Zahlen kommunizieren wir nicht. Aber die Nutzerschaft wächst kontinuierlich, und wir haben vor allem sehr treue Kunden.

Adzine: Stichwort Verlagskooperationen. Ist es ein Ballast oder ein Vorteil, an einem Haus wie Gruner + Jahr zu hängen?

Mischke: Es ist grundsätzlich ein Vorteil. Auf unserer Plattform sind tolle Marken aus dem G+J-Portfolio unterwegs. Wir haben neben dem Buchportfolio mit über 40.000 E-Books aber auch schon 21 Zeitungs- und Zeitschriftenverlage mit insgesamt 66 Titeln an Bord. Diese Verlage kommen zu uns, weil wir eine Plattform gebaut haben, die nicht G+J-dominiert ist. Wir sind ja auch ein Joint Venture zwischen der G+J-Tochter DPV Deutscher Pressevertrieb und der DirectGroup Bertelsmann. Aber jeder Verlag hat seine eigene Strategie.

Adzine: Was sagen Sie denn Herrn Burda, wenn er fragt, warum er zu ihnen kommen soll und es nicht selber macht.

Mischke: Wir sagen ihm, dass wir ein gemeinsames und großes Angebot aller Verlage für die Kunden bilden wollen, auch um die Wertschöpfungskette aktiv für die Verlage mitzugestalten. Wir brauchen uns nur die Musikindustrie in den USA anzuschauen, um zu wissen, dass es nicht erfolgreich sein wird, wenn jeder alleine kämpft.

Adzine: Gehen wir mal einen Schritt tiefer ins Geschäftsmodell. Wenn ich ein kleiner Verlag bin mit einer Handvoll Fachpublikationen. Wie gestaltet sich unsere Zusammenarbeit?

Mischke: Wir arbeiten als Treuhänder für Sie, das gehört zu unseren Essentials. Die Kundenbeziehung entsteht zwischen Verlag und Endkunde. Das erhöht die Vertrauensbasis und erlaubt den Verlagen zum Beispiel die Daten für weitere Marketingmaßnahmen zu nutzen. Wir wollen kein zweiter Gatekeeper wie Apple oder Google werden.

Zweitens greifen wir nicht in die Vermarktung ein. Wir spielen auch keine Werbung in die Umfelder des Contents. Außerdem sind Preisbindung und Pressefreiheit zwei weitere Selbstverständlichkeiten.

Adzine:Gibt es Rahmenbedingungen in puncto Bezahlung?

Mischke: Nein, eigentlich nicht. Wir haben alles, von wöchentlich über monatlich bis hin zu quartalsweise oder jährlich. Und Sonderausgaben verkaufen wir natürlich als Singleshots.

Adzine:Kann ich ein kostenloses Probeabo verteilen?

Mischke: Das ist durchaus denkbar, wir haben die Funktion hinterlegt. Auch das definiert der Verlag.

Adzine: Sehen Sie innerhalb der Publikationen aufseiten der eingesetzten Werbemittel schon Innovationen in Sachen Online und Performance?

Mischke: Es gibt erste vorsichtige Gehversuche, die mit Abo-Bundles arbeiten.

Adzine: Wie generieren die Verlage Kunden?

Mischke: Ein wichtiger Hebel ist Upselling, also der Verkauf eines App-Abos an bestehende Abonnenten. Wir nennen das „Print-Abo +“. Wir bereiten gerade die ersten Abos vor, die Verbindungen zu den CRM-Systemen existieren bereits.

Adzine: Thema Vermarktung: Was tun Sie selbst, um an Neukunden zu kommen?

Mischke: Wir haben z. B. Promotoren in den Gravis-Stores eingesetzt, die Gutscheine an iPad-Käufer verteilt haben. Wir arbeiten generell viel mit Gutscheinen zum Ausprobieren, denn den Nutzen erfährt der Kunde ja erst, wenn er es selbst testet. Die Herausforderung ist zurzeit, dem Kunden erst mal das Produkt nahezubringen. Auf der Buchmesse haben wir das Thema E-Books fokussiert. Das hat uns sehr viele Kunden zugeführt.

Wir sehen, dass die Kunden bleiben und eine hohe Conversion haben. Beim Marketing geht es für Pubbles also primär um den Trial.

Zum Jahreswechsel haben wir auch eine ganze Reihe von Beilagen gestreut, vor allem in Medien, die bei uns Partner sind. Auch auf Facebook sind wir recht umtriebig. Wir haben knapp 900 Fans.

Adzine: Was machen Sie da konkret? Spielen Sie da auch Inhalte aus den Publikationen aus?

Mischke: Bei Content-Elementen haben wir eine schwierige Rechtesituation. Wir nutzen daher eher Gewinnspiele und Aktionen, zum Beispiel zur Prinzenhochzeit. Und wir vernetzen uns intensiv mit anderen Communitys, vor allem im Bereich Special Interest, dort läuft zum Beispiel das Thema Segeln oder Tauchen ganz gut. Ich bin der festen Überzeugung, dass man über Facebook, wenn man es richtig macht, auch neue Kunden finden kann.

Adzine: Haben Sie die Möglichkeit, bei iPads vorinstalliert mit darauf zu sein?

Mischke: Bisher nicht, allerdings könnten das Händler theoretisch im Rahmen des Auslieferungsprozesses in den App-Bars machen.



Adzine: Wie steht’s mit Google? Wie weit ist Pubbles für Android?
 
Mischke: Da sind wir sehr weit. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Android-App. Wir sind mit zahlreichen Herstellern im Gespräch wegen möglicher Vorinstallationen. Wir haben in den letzten zwei Jahren intensive Verlagsakquise gemacht und sehr attraktiven Content aggregiert. Das sehen die Player schon und kooperieren gerne mit uns, zumal wir auch White-Label-Shops anbieten können.

Adzine: Kann man den Aggregationsgedanken noch einen Schritt weiter denken in Richtung Content-Aggregation. Also Sportseite von der Bild am Sonntag kombiniert mit dem Feuilleton der FAZ und den lokalen Nachrichten des Hamburger Abendblatts?

Mischke: Es gab es ja bereits ein paar Versuche, die alle wieder auf Eis gelegt wurden. Hauptproblem da sind die Urheberrechte. In dem Moment, in dem Sie die Produkte disaggregieren, müssen Sie alles neu aushandeln. Für einen überschaubaren Markt lohnt sich das derzeit nicht. Außerdem ist die Aggregation ja die originäre Verlagsleistung. Sonst braucht der Leser doch nur Google.

Adzine: Werfen wir zum Schluss noch einen Blick in die verschiedenen Vermarktungskanäle. Was machen Sie im Bereich Affiliates?

Mischke: Wir nutzen im Performancebereich Zanox und andere Affiliate-Partner und setzen da natürlich auf den Netzwerkeffekt, weil einige unserer Titel sehr spitze Zielgruppen ansprechen. Darüber hinaus nutzen wir Suchmaschinenmarketing, um die relevanten Keywords zu belegen.

Adzine: Auf Pubbles fokussiert oder auf einzelne Titel?

Mischke: Sowohl als auch. Aber der Fokus der Kampagnen liegt in der Breite des Portfolios. Da spielen dann auch Bücher, Zeitungen und Zeitschriften eine Rolle.

Adzine: Ist für Pubbles auch Werbung auf Facebook vorstellbar?

Mischke: Wir haben einen Test in Vorbereitung.

Adzine: Gibt es Werbekostenzuschüsse (WKZ)?

Mischke: Nein, wir verlangen von den Verlagen keine WKZs. Und wir lassen uns auch nicht dafür bezahlen, wie wir Titel auf der Plattform platzieren.

Adzine: Kann es einen Groupon-Gutschein geben?

Mischke: In Zusammenarbeit mit den Verlagen ist das durchaus denkbar. Alleine werden wir es allein schon wegen der Preisbindung nicht machen.

Adzine: Letzte Frage: Wann schafft Pubbles den Breakeven?
 
Mischke: Pubbles ist ein Investitionsprojekt, vor allem technologisch. Und die Investitionen hören nicht nach dem Start auf. Außerdem müssen wir den Markt ja erst entwickeln. Der ist im Moment noch homöopathisch. Da zu sagen, wir schaffen den Breakeven nach einem oder zwei Jahren, wäre Augenwischerei. Wir haben uns bewusst Zeit genommen.

Adzine: Herr Mischke, vielen Dank für dieses Gespräch.


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'AD TRADER CONFERENCE' by ADZINE & ExchangeWire, am 28.06.2011 in Hamburg

Affiliate Marketing

Affiliate-Marketing: mit oder ohne Agentur?

Jens von Rauchhaupt, Redaktion

Affiliate-Marketing: mit oder ohne Agentur?
Jens von Rauchhaupt

Inhouse oder Agentur? Für Affiliate-Marketing-Maßnahmen ist diese Fragestellung der Advertiser neben der Wahl des Affiliate-Netzwerkes besonders schwer zu beantworten. Die große Auswahl an Performance-Agenturen, die ihre Dienstleistungsportfolios speziell auf das Affiliate-Marketing ausgerichtet haben, macht die Entscheidung da nicht gerade leichter.

Gegen den Wildwuchs

Nirgends gibt es eine so hohe Dichte an Affiliate Marketing Agenturen wie in Deutschland. Der BVDW bietet daher ein neues Zertifizierungsverfahren für die Agenturen an und hat die ersten acht Agenturen auf diesem Weg zu „Trusted Agencys“ gemacht. Weitere Agenturen befinden sich bereits im Zertifizierungsprozess. Dieses Trusted-Agency-Zertifikat löst eine ältere BVDW-Zertifizierung ab, die offenbar eine ausreichende Objektivität vermissen ließ.

Michael Kruse
Michael Kruse
Denn anders als beim neuen Zertifikat beruhte das alte nur auf der Selbstauskunft der Agenturen. „Mit der neuen BVDW-Zertifizierung für Affiliate-Agenturen wollten wir den Marktteilnehmern ein objektives Vergleichskriterium ermöglichen“, sagt Michael Kruse, Geschäftsführer von ADC Media und Unitleiter Affiliate-Marketing im BVDW. „Neben formelle Anhaltspunkte wie etwa Erfahrung, Größe der Agentur, Anzahl ihrer Kunden und weiteren Zertifikaten von Affiliate-Netzwerken ging es bei unserer Zertifizierung vor allem auch um qualitative Kriterien und dabei insbesondere um das Kundenfeedback.“ Dass dieses Kundenfeedback zur Arbeit einiger Agenturen nicht immer positiv war, beweist die Tatsache, dass längst nicht alle Agenturen das gewünschte Zertifikat erhalten haben.

Viel hilft viel

Während im Ausland das Angebot an Affiliate Netzwerke eher übersichtlich ist, stehen hierzulande den Advertisern eine Vielzahl von entsprechenden Anbietern zur Verfügung.  Hier können gerade die Agenturen für den richtigen Durchblick sorgen. Kruse zur Besonderheit des hiesigen Marktes: „Das ist wahrscheinlich wirklich eine Mentalitätsfrage. Hierzulande gibt es überproportional viele Affiliate-Netzwerke, die historisch gewachsen sind. Die würden ja nicht existieren, wenn es auf Advertiserseite nicht die Nachfrage dafür gäbe. In den USA oder Großbritannien ist es eher Usus, dass der Advertiser nur ein Affiliate-Netzwerk in Anspruch nimmt – nicht so in Deutschland.“

Viel hilft also viel. Dass die daraus entstehende Komplexität des Marktes in die Hände der Agenturen spielt, versteht sich fast von selbst. Denn je mehr Netzwerke sich anbieten, umso eher haben auch die Agenturen eine Daseinsberechtigung. „Die Agenturen kommen vor allem dann ins Spiel, wenn es um die Frage der Synchronisation geht. Außerdem ist Affiliate-Marketing ja eine sehr dynamische Disziplin. Da entsteht auf Kundenseite schnell eine Verunsicherung. Damit steigt der Wunsch nach Transparenz“, sagt Kruse.

Birgit Scheffler
Birgit Scheffler
Für weitere Transparenz sollen die eigenen Zertifikate der Affiliate Netzwerke sorgen. Auch diese überprüfen das technische Wissen und die Erfahrung der Agenturen. Und große Netzwerke wie zanox nehmen ihre eigenen Zertifizierung sehr ernst, wie Birgit Scheffler, Head of Agency Sales beim Affiliate Netzwerk zanox erklärt: „Es gibt bei zanox strenge Kriterien für die Zertifizierung von Agenturen. Dazu gehört unter anderem, dass diese einen Strategic Partner-Vertrag mit zanox schließen und die Accountmanager der Agentur erfolgreich am zanox Affiliate-Manager-Seminar teilnehmen. Zudem müssen die Agenturen bereits länger als sechs Monate ein zanox Partnerprogramm betreut haben.“

Agenturen als Sündenbock

Natürlich bräuchten Advertiser keine Agentur für ihre Partnerprogramme, genauso gut könnten sie auf Inhouse-Lösungen setzen, soweit dort ausreichend Know-how aufgebaut wurde. Doch daran fehlt es meistens. Oftmals wollen Advertiser dieses Know-how auch gar nicht haben, denn als Marketing-Entscheider eines Unternehmens fährt man mit einer eingeschalteten Agentur eher besser, wie Kruse meint: „Dann haben sie als Marketing-Manager die Möglichkeit, auf externen Sachverstand zurückzugreifen, der sich dezidiert um diese Aufgaben kümmert, und gleichzeitig müssen sie bei mäßigem Erfolg keine personellen Konsequenzen im eigenen Unternehmen ziehen, sondern wechseln einfach die Agentur.“ Den Verlust von sensiblen Unternehmensdaten bräuchten die Advertiser jedenfalls nicht zu befürchten, denn diese Problematik kann jeder Advertiser durch Wettbewerbsklauseln ausreichend verhindern.
Taskin Erdem
Taskin Erdem
Dass ein Advertiser keine Affiliate-Agentur braucht, könnte sich jedenfalls dann als fataler Trugschluss erweisen, wenn das Unternehmen bisher kaum Erfahrung auf diesem Gebiet gesammelt hat. Davon ist Taskin Erdem, Leiter Search und Affiliate bei der Performance-Agentur mediascale, überzeugt. „Solange der Advertiser kein Spezialist im Affiliate-Marketing ist, wird er nicht in der Lage sein, das beste Ergebnis mit seinem Programm zu erzielen. Das gilt für alle Werbekanäle. Es reicht nicht, ‚nur ein Affiliate-Programm‘ auf einem der öffentlichen Netzwerke zu starten, und der Erfolg kommt dann von allein. Ein Programm muss ständig betreut werden bezüglich Konkurrenzfähigkeit, Attraktivität und Aufmerksamkeit“, meint Erdem. Kruse sieht das ähnlich, präferiert aber die Perspektive des Advertisers: „Ein Unternehmen, das Affiliate-Marketing als seine 100-prozentige Kernkompetenz betrachtet, sollte unbedingt eine Inhouse-Lösung bevorzugen. Wenn Affiliate-Marketing allerdings nicht im absoluten Fokus des Unternehmens liegt, sollte eine Agentur hinzugezogen werden.“

80 Prozent der Advertiser setzen auf Fullservice

Gleichwohl fast alle Agenturen auch eine rein operative Unterstützung, also nur für das Programmmanagement, ihren Kunden anbieten, wählen die Advertiser im deutschsprachigen Raum eher den Weg über eine Fullservice-Leistung. Das gilt für etwa 80 Prozent der Advertiser. Die Aufgaben von Fullservice-Agenturen beinhalten die gesamte strategische Planung, also auch die Publisher- (Affiliates-) Akquise, das Aufsetzen der Partnerprogramme, die technische Betreuung samt Tracking, das mit dem Post View Tracking auch schon mal ziemlich kniffelig werden kann.

Michael Pietzka
Michael Pietzka
Für Michael Pietzka, Senior Account Manager der BVDW-zertifizierten Affiliate-Marketing-Agentur metaapes, ist die Agentur eben ein weiterer Sicherheitspuffer für den Advertiser, die als „zentrale Koordinierungsstelle und mithilfe geeigneter technischer Maßnahmen mögliche Betrugsfälle erkennen und weitestgehend ausschließen kann.“ Pietzka beschreibt beispielhaft, wie man bei metaapes generell beim Kunden an die Aufgabenstellung herangeht: „Vor dem Start des Affiliate-Programmes wird eine genaue und umfangreiche Analyse der Ist-Situation und der Ziele des Advertisers vorgenommen und darauf basierend eine passgenaue Empfehlung abgegeben, wie genau das Affiliate-Programm ausgestaltet werden soll. So empfehlen wir beispielsweise, bei welchem Netzwerk ein Start sinnvoll ist, wie die Werbemittel aussehen sollen, wie die Provisionsstruktur aussehen soll und welche Aktionen man durchführen sollte.“

Guter Rat ist eben nicht immer teuer

Oliver Hess
Oliver Hess
Eine Set-up Fee, also die anfängliche Beratung des Advertisers wird von den wenigsten Agenturen in Rechnung gestellt. Aufgrund der Wettbewerbssituation können sie sich das auch gar nicht erlauben. In der Regel erfolgt die Vergütung für die Agenturen performance-orientiert, d. h., die Agentur profitiert – ähnlich wie bei der Vergütung für das Affiliate-Netzwerk. „Idealerweise sind in der Vergütungsstruktur auch qualitative Aspekte verankert, sodass nicht nur der reine Abverkauf zählt, sondern auch On-top-Dienstleistungen, die dem Kunden weitere Sicherheit und Qualität im Online-Marketing bieten“, sagt Oliver Hess von der Trusted Agency Traffective, der wie andere Gesprächspartner darauf aufmerksam macht, dass große Advertiser weit niedrigere Provisionen zahlen. Auch laut Michael Pietzka von metaapes sei es am Markt üblich, dem Kunden einen fixen und einen variablen Vergütungsanteil pro Monat in Rechnung zu stellen. „Dabei liegt der Schwerpunkt sicherlich im Bereich der erfolgsabhängigen Vergütung“, sagt Pietzka.

Affiliate Marketing als ein Teil des Ganzen

Erdem von mediascale hebt nochmal die Bedeutung von Affiliate-Marketing für den Online-Marketing-Mix hervor: „Wenn ein Advertiser bereits andere Kanäle des Online-Marketings einsetzt, ist es natürlich umso wichtiger, den Kanal Affiliate-Marketing in die Gesamtstrategie zu integrieren und gesamtheitlich zu betreuen. Nur wenn alle Kanäle richtig gemessen, richtig budgetiert, gesteuert und gebündelt werden, ist der größtmögliche Erfolg erreichbar.“ Affiliate-Marketing sollte vielmehr als Teil einer Gesamtstrategie betrachtet werden. „Mit Affiliate Marketing allein erzielt man in den meisten Fällen nur ganz geringe Erfolge. Advertiser, die es nur mit Affiliate Marketing versuchen,  scheitern oft schnell“, berichtet Erdem.  Umso wichtiger sei daher eine zentrale Abstimmung mit allen anderen Werbekanälen.  „Am besten von einer einzigen Agentur“, meint Erdem, der darin einen Kostenvorteil für den Advertiser sieht: „Der Werbetreibende holt für sich in jedem Fall mehr raus, wenn er die Gesamtstrategie von einer Agentur entwickeln und steuern lässt. Selbst wenn der erzielte Abverkauf der gleiche wäre, wäre der Betrag, den er an die einzige Agentur zahlen muss kleiner, als alle Honorare für die einzelnen Agenturen zusammen.


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JOBS

Head of Sales (m/w)

Tribal Fusion, München

Tribal Fusion® ist ein internationales Medienunternehmen mit Schwerpunkt auf Online-Werbung: Durch Partnerschaften mit führenden Verlagen bieten wir Werbetreibenden die effektive und gezielte Umsetzung von Kampagnen.


Publisher Development Manager m/w

CPX Interactive Deutschland GmbH, Hamburg

CPX Interactive ist eines der führenden, globalen Werbenetzwerke mit einer proprietären Adserver- und Optimierungs-Technologie CPX adROIt(TM). Das 2000 gegründete Unternehmen ermöglicht Werbekunden aller Art kosteneffiziente, interaktive Medialeistung auf einem globalen Marktplatz zu erwerben. Mit Büros in den USA, der Türkei, Spanien, Italien und jetzt auch in Deutschland ist CPX Interactive auf Wachstumskurs.


Account Manager m/w

CPX Interactive Deutschland GmbH, Hamburg

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Teamleitung Mediaplanung Online gesucht (m/w)

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mediascale, München

mediascale ist Teil der Serviceplan-Gruppe und Deutschlands führende Agentur für leistungsorientierte Onlinekampagnen und vertriebsorientierte Prozessberatung. Alle Leistungen der mediascale haben einen Fokus: den Verkaufsprozesses unserer Kunden zu optimieren und den Abverkauf nachhaltig zu steigern. Für unsere Arbeit haben wir 2007 und 2009 den renommierten New Media Award in der Kategorie Effizienz gewonnen. Zu unseren Kunden zählen unter anderem Thomas Cook, Sony Music, Sportscheck oder Gothaer Versicherungen. Mehr Infos finden Sie unter www.mediascale.de.


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Die Forschungs- und Beratungsagentur d.core GmbH bietet seit 2009 Medienunternehmen aller Gattungen strategische und redaktionelle Beratung sowie die Konzeption von Forschungsprojekten und deren institutsunabhängige Realisierung in den Bereichen: Werbewirkung, Online- und Crossmedia-Forschung und –vermarktung, Einführung und Relaunches von Medienangeboten, strategische Markenführung für Print- und Online-Medien und Erstellung von Vermarktungsargumentationen, Zeitschriften-Vertriebsbereich, Käufer- und Preisforschung.

TERMINE

Vom 03.05.2011 bis 18.05.2011

Das Online Marketing Forum geht wieder auf Tour!


5. SEMSEO und PubCon 2011 Am 27.05.2011

5. SEMSEO und PubCon 2011


Vom 07.06.2011 bis 08.06.2011

a4uexpo Europe: Europäischer Branchentreff geht in die nächste Runde


AD TRADER CONFERENCE HAMBURG Am 28.06.2011

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Vom 04.07.2011 bis 05.07.2011

Social Media Conference am 04./05. Juli 2011 in München



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