Adzine Klassik Rebrush - Newsletter
ADZINE :: Magazin für Online-Marketing ::
ADZINE – MAGAZIN FÜR ONLINE-MARKETING | KONTAKT: REDAKTION@ADZINE.DE | WERBEN AUF ADZINE: TEL 0221 - 7 09 96 61 | MEDIA@ADZINE.DE

AUSGABE KW 17 – 28.04.2011

Twitter  Facebook Fanpage  RSS-Feed

THEMEN

 Pfeil Online-Vermarktung: Jedem sein eigenes Reich
 Pfeil Social Media Marketing: CRM: Kundenbeziehungsmanagement im Wandel
JOBS
TERMINE


Online-Vermarktung

Jedem sein eigenes Reich

Karsten Zunke, Redaktion

Jedem sein eigenes Reich
Karsten Zunke
ANZEIGE

Realtime Bidding ist auf dem Vormarsch und Yield-Optimierer bieten Publishern wie Vermarktern ihre Dienste an. Sie bündeln und versteigern automatisiert überschüssiges Website-Inventar und versprechen ihren Auftraggebern maximale Preise. Doch im Grunde ihres Wesens sind Online-Medien kontrollverliebt, wenn es um ihr werblich nutzbares Inventar geht. Wenn fremde Maschinen sich gegenseitig Werbeflächen verkaufen, ist dies so manchem Website-Betreiber suspekt.

Da liegt es nahe, diese Hochtechnologie für die eigenen Zwecke zu domestizieren. In den USA nehmen erste Publisher und ihre Vermarkter die Yield-Optimierung des kleinteiligen noch verfügbaren Inventars in die eigene Hand. Möglich machen dies sogenannte Private Ad Exchanges.

Ähnliche Ansätze sind aber auch bereits „made in Germany“ zu haben. Auf dem Werbemarktplatz Adcloud können sich Publisher ihre eigene Cloud anlegen, in der nach ihren Regeln gespielt wird. „Manche würden das als eine Art Private Exchange bezeichnen“, sagt Oliver Thylmann, Gründer und Chef der Plattform und macht damit bereits auf ein Problem aufmerksam: Die Begriffsdefinition. Wer mit acht verschiedenen Marktteilnehmern spricht, erhält mindestens neun verschiedene Ansichten, was unter einem Private Ad Exchange zu verstehen sei. Vom Selbstbuchungstool für bestimmte Nutzergruppen über Whitelabel-Realtime-Technologie bis hin zu besonders ausgeklügelten Supply-Side-Platform-Einstellungen. Sicher scheint nur eines: Privat ist das Gegenteil von öffentlich.

O. Thylmann
O. Thylmann
„Jeder Nutzer kann seinen eigenen Ad Exchange in seiner kleinen Wolke aufbauen“, erläutert Thylmann das Adcloud-Prinzip. Der Marktplatzbetreiber nennt seine Nutzer daher auch Cloud Owner. Diese können dort Kampagnen schalten, Platzierungen anlegen oder Arbitrage-Geschäfte machen. Als Inhaber einer Wolke kann man selbst entscheiden, ob eine Platzierung nur durch Kampagnen aus der eigenen Wolke oder aus Kampagnen aus dem gesamten Adcloud-Marktplatz befüllt werden darf.

Cloud Owner können beispielsweise einerseits für die Homepage nur eine ganz bestimmte Performance-Kampagne zulassen und andererseits erlauben, dass sich in ihrer Unterkategorie die Teilnehmer des gesamten Marktplatzes einbuchen. Ebenso können die Nutzer entscheiden, ob in ihrer Cloud Display-, Flash- oder nur Textwerbung läuft. „Das Design ist endlos flexibel“, sagt Thylmann. In einem öffentlichen Marktlatz können Publisher hier ihr privates Revier definieren, ohne sich den Zugang zum öffentlichen Marktplatz zu verbauen.

Endlich was Eigenes

Auch auf Ad Exchanges wie dem Right Media Exchange von Yahoo können sich Publisher eine eigene kleine Welt schaffen. Wer darf welches Inventar kaufen, zu welchen Preisen, auf CPC- oder TKP-Basis; erhält der Geschäftspartner Zugriff auf das gesamte Inventar oder nur auf einen Teil? Dies alles können Publisher auf dem Right Media Exchange selbst festlegen.

Regeln zu definieren, folgt hier einem ähnlichen Prinzip wie in sozialen Netzwerken, zum Beispiel in XING. „Außer einem Account ist am Anfang nichts vorhanden. Erst dann beginnt man Kontakte zu knüpfen, versucht gemeinsam Geschäfte zu machen und definiert Zugriffsrechte für andere“, erläutert Steffen Hopf, Sales Director Yahoo Deutschland.

Im eigenen Universum können sich Websites mit anderen Publishern zusammenschließen und nur bestimmten Agenturen den Zugriff auf ein gemeinsames Inventar zu einem bestimmten Mindestpreis gewähren. „Aber wir bezweifeln, dass eine Abschottung im Sinne einer Yield-Optimierung zielführend ist“, sagt Hopf. Schließlich würde man damit Marktteilnehmer ausschließen, was dem Verständnis von einem offenen Marktplatz widerspricht.

Ähnlich sieht es auch Thylmann: „Wenn sich Publisher wieder eine eigene abgeschottete Welt schaffen, konterkariert das den ursprünglichen offenen Marktplatz-Gedanken.“ Nach seiner Ansicht machen solche Modelle nur Sinn, wenn sie Teil eines großen Ganzen sind, auf das die Publisher bei Bedarf zurückgreifen können.

US-Medienhäuser preschen vor

Doch mitunter ist der vermeintliche Teil an sich bereits so riesig, dass er das große Ganze nicht mehr braucht. Zumindest im Land der unbegrenzten Möglichkeiten scheint dies der Fall zu sein. The Weather Channel, CBS Interactive, das IDG TechNetwork und QuandrantOne haben bereits Private Ad Exchanges gegründet.

QuandrantOne ist beispielsweise ein Joint Venture von vier großen US-Medienunternehmen: Tribune Company, Gannett, Hearst Corporation und The New York Times Company haben sich zusammengeschlossen, um über den „Q-Exchange“ das Nichtpremium-Inventar von 300 Websites regionaler Nachrichtenanbieter gemeinsam zu vermarkten – direkt, ohne dritte Partei zwischen Käufer und Verkäufer. Rund 75 Millionen Unique User werden pro Monat erreicht. Die Technologie stammt in all diesen Beispielen vom Yield-Spezialisten Admeld. „Eine Privat Ad Exchange ist für uns immer eine Mischung aus Technologie und Service. Das Ausmaß der Integration des Publishers in die Gestaltung der Privat Ad Exchange und in den Verkauf der Medialeistung kann stark differieren“, sagt Thomas Mendrina, Country Manager DACH, Admeld.

Bei Admeld ist der Marktplatz sehr individuell skalierbar, je nachdem, wie sehr sich der Publisher einbringen möchte. „Der wichtigste Unterschied zur herkömmlichen Yield-Optimierung ist aus unserer Sicht, dass ein Private Ad Exchange in seinem Wesen von einer Dienstleister-Publisher-Beziehung abrückt“, sagt Mendrina. Während bei einer Yield-Optimierung die Nachfrage von einem Dienstleister monetarisiert wird, gründet ein Publisher nun selbst Teams oder Tochterfirmen, die mit dieser Technologie direkt die Nachfrager ansprechen.

Nur was für Dickschiffe

Wichtigste Annahme bei diesem Vorgehen: Die Marktposition des Publishers muss stark genug sein, um mit einem eigenen Realtime-Angebot sein Inventar jenseits der Premiumplatzierungen in Eigenregie besser zu verkaufen. „Wichtig ist es, den Realtime-Bidding-Nachfragedruck für die eigene Ad Exchange herstellen zu können“, sagt Mendrina. Ansonsten würde sich der Mehrwert nicht einstellen. Der Publisher muss also sicher sein, dass es genügend Nachfrage gibt, wenn er innerhalb des Realtime Bidding eigene Regeln aufstellt. „Zum jetzigen Zeitpunkt wären in Deutschland höchstens ein gutes Dutzend Vermarkter in der Lage, ihre eigenen Regeln im Realtime-Bidding-Markt durchzusetzen“, so Mendrina.

Solche Regeln können bei Admeld sehr kleinteilig sein. Neben den herkömmlichen Einstellungen auf Supply-Side-Plattformen wie zum Beispiel Mindestpreisen, ist es hier sogar möglich, in die Bietlogik einzugreifen. Ein Vorteil, wenn man beispielsweise bestehende Geschäftsbeziehungen im Realtime-Bidding-Geschäft berücksichtigen möchte. So kann ein Publisher bei Admeld Nachfragesysteme definieren, welche den Zuschlag bekommen, obwohl sie nicht die höchstbietenden auf eine bestimmte Impression sind. „Unsere Private Ad Exchange macht es möglich, die bestehende Nachfrage in das Geschäftsmodell zu integrieren und Realtime Bidding in die Verhandlungen mit potenziellen Werbekunden aufzunehmen“, erläutert Mendrina.  

Dass hierfür das Realtime Bidding prädestiniert ist, liegt daran, dass bei jedem Ad Request eine Information über den Werbekunden mitgeliefert wird. So kann ein Publisher sehr genau festlegen, welcher Werbungtreibende eine Ad Impression erhält und wer nicht. Wenn ein Publisher zum Beispiel eine Premium-Kampagne für BMW auf seinen Seiten liefert, kann er Werbung konkurrierender Automobilhersteller für diesen Zeitraum blocken. Oder er erlaubt in einer bestimmten Kategorie an einem bestimmten Tag keine Reklame eines Mitbewerbers. „Premium-Publisher müssen Channel-Konflikte vermeiden. Das ist mit Realtime Bidding problemlos möglich“, so Mendrina.

Totale Kontrolle

N. Taubenreuther
N. Taubenreuther
Auch für den Yield-Optimierungs-Spezialisten Rubicon Project rücken die Private Ad Exchanges in den Fokus. „Wir definieren Private Ad Exchange als eine Technologie, die es dem Publisher erlaubt, seinen eigenen Marktplatz für eine sehr spezifische Nachfrage im Realtime-Bidding-Umfeld zu kreieren“, erläutert Nina Taubenreuther, Director Publisher Development Germany von The Rubicon Project. Der Exchange-Aspekt bezieht sich auch bei Rubicon auf die Nutzung eines existierenden Realtime-Bidding-Systems oder einer RTB-Plattform. „Mit ‚Private’ ist gemeint, dass der Publisher die Nachfrage durch verschiedene Kontrollmechanismen und Reportings, die in der RTB-Plattform eingebettet sind, sehr spezifisch steuern kann und selbst bestimmt, wer welchen Zugriff auf das Inventar bekommt“, so Taubenreuther.

Jeder Publisher, der Rubicons Yield-Optimierungs-Plattform zur Monetarisierung unverkauften Inventars einsetzt und das Produkt „Protected RTB“ nutzt, kann seine eigenen Regeln und Settings sehr genau für das Bieten auf sein Inventar anwenden, anlegen und einstellen. So kann er zum Beispiel Mindestpreise pro Advertiser/Kampagne/Käufer oder Channel setzen, kann kontrollieren, wer Zugriff auf welchen Inventarteil erhält, oder sogar einzelne Partner vom Bietprozess ausschließen.

Rubicon nennt es „Private Marketplaces“

Noch privater wird es bei Rubicon dann mit den sogenannten Private Marketplaces, hier wird die Kontrolle und die Möglichkeit der Zugriffssteuerung noch spezifischer. Einzelnen Partnern kann nun zum Beispiel auch exklusiver oder bevorzugter Zugriff auf bestimmte Platzierungen oder Inventarteile gewährt werden.

Bei dem Begriff „Private“ geht es immer um Kontrolle. „Aus der reinen Yield-Sicht würde der Publisher immer dann mehr Umsatz generieren, je mehr Partnern und Nachfragern er erlaubt, Gebote für sein Inventar zu platzieren. Dies muss aber nicht zwangsläufig für alle Publisher das beste Konzept sein“, sagt Taubenreuther. Sehr strenge und restriktive Anforderungen an die Qualität der Ads, die Vermeidung von Channel-Konflikten bei der eigenen Salesaktivität im Premiumbereich und ganz einfach der Wunsch und die Strategie, das Höchstmaß an Kontrolle zu behalten, könnten nach ihren Aussagen Gründe sein, den Zugriff auf das Inventar über Private Marketplaces zu erlauben.

„Wir glauben, dass zukünftig immer mehr Werbebudgets – vor allem die Brandingtöpfe – in Richtung ‚Programmatic Buying’ geshiftet werden“, sagt Taubenreuther. Erste Private Marketplaces hat Rubicon in den USA und UK gelauncht.


redaktion@adzine.de   |    Artikel weiterempfehlen    Bei Twitter empfehlen  Bei Facebook empfehlen  Bei Delicious empfehlen 



MXO  --  Mobile Opportunities  Expo & Trend Conference  --  6. - 7. Oktober 2011

Social Media Marketing

CRM: Kundenbeziehungsmanagement im Wandel

Christina Rose, Redaktion

CRM: Kundenbeziehungsmanagement im Wandel
Christina Rose

Ohne das Präfix „Social“ definiert sich derzeit kaum ein Trend im Web. Und offenbar ist für keine Branche die Entwicklung so passend wie für das Kundenbeziehungsmanagement. Doch noch ist es für Unternehmen ein weiter Weg, CRM effektiv via Social Web zu ergänzen.

CRM ist systematisiertes Kundenmanagement. Es schafft die Voraussetzung dafür, Kundenbeziehungen auf Basis gesammelter Daten aktiv zu managen und zu steuern. Gelingt es, eine vollständige Kontakthistorie aufzubauen, können Unternehmen ihre Kunden dort abholen, wo sie stehen, und ihre Bedürfnisse konkret bedienen.

Mehr und mehr beeinflussen auch Social-Media-Komponenten das Kundenbeziehungsmanagement. Der Branchenverband BVDW hat Leadmanagement, Kundenservice und Kundenbindung als die ersten CRM-Felder identifiziert, in denen Social Media eine zunehmende Rolle spielen wird. CRM-Systemanbieter werden dafür sorgen, Daten und Prozesse aus Social Media systematisch nutzbar zu machen.

Doch Social Media ist längst noch nicht das gelobte Land fürs Kundenbeziehungsmanagement. Was als Binsenweisheit („Keine Aktivität ohne durchdachte Strategie“) anmutet, lässt nach wie vor viele Unternehmen im Social Web Schiffbruch erleiden: Teldafax, Vodafone, Jack Wolfskin und Jako, um nur einige zu nennen. Dagegen scheinen erfolgreiche Unternehmen wie Lufthansa, Haribo oder 1&1 die Social-Media-Fantasien vieler Unternehmen zu beflügeln. Denn zweifellos nehme die Bedeutung sozialer Netzwerke im Marketingmix klar zu, hat jüngst eine vom EHI Institut in Auftrag gegebene Umfrage unter Geschäftsführern und PR-Profis ermittelt: Doch „sehen Entscheider Social Media noch durch die rosarote Brille.“ Kommunikationsverantwortliche hingegen hätten die Schwächen, aber auch den tatsächlichen Wert von Social Media begriffen.

Als Vorteile nannten beide befragte Gruppen die interaktive Kommunikation, Aktualität und Schnelligkeit. Nachteile sehen beide Personengruppen in der Steuerbarkeit und der Reaktionsgeschwindigkeit. Erstaunlich unkritisch sähen Geschäftsführer das Fehlverhalten der eigenen Mitarbeiter im Umgang mit der betrieblichen Außendarstellung. Nur 22 Prozent der Entscheider hätten laut Umfrage hier Bedenken gegenüber 53 Prozent bei den Kommunikationsprofis.

Öffentliche Fehltritte als PR-GAU

Der fatale Effekt, die Bedürfnisse seiner Kunden nicht ernst zu nehmen, hat sich für Teldafax im Social Web sogar noch potenziert. Die Verantwortlichen des Unternehmens hatten sich angesichts einer Vielzahl an negativen Kundenkommentaren auf der Facebook-Fanpage von Teldafax dazu hinreißen lassen, einen Post abzugeben, in dem die Fans aufgefordert wurden, ihr negatives Feedback nicht über Facebook, sondern lieber per E-Mail an den Support abzugeben. Der PR-GAU folgte auf dem Fuße in Form einer Flut empörter Äußerungen wütender Kunden und verdeutlicht, was viele Unternehmen eben noch unterschätzen: Social CRM ist bidirektional und direkt. Unangenehme Kundenfragen können nicht im Stillen via Hotline geklärt werden, der Frust entlädt sich öffentlich. Das Social Web stellt bisherige CRM-Strategien auf den Kopf und  Unternehmen vor ganz neue Fragen erläutert Mario Pufahl, Partner des CRM-Beratungsunternehmens EC4U Expert Consulting AG:

- Wie viel Transparenz möchte ein Unternehmen zulassen?
- Welche Kanäle müssen in welchen Zeitabständen bedient werden?
- Welche Mitarbeiter sollen eingesetzt werden? Muss man Mitarbeiter dafür qualifizieren oder neue akquirieren?
- Wie können Unternehmen den Schutz persönlicher Daten garantieren?

Wer also den Wandel seines Kundenbeziehungsmanagements in Richtung Social Media vollziehen will, muss neue Konzepte entwickeln. „Es reicht es nicht aus, bestehende Konzepte weiterzuentwickeln“, mahnt Pufahl. Denn zu komplex und grundlegend sind die Veränderungen im Unternehmen: Vor der Einführung der Technik müssen eine Social-CRM-Strategie erarbeitet, Richtlinien und Prozesse etabliert und die Mitarbeiter geschult werden.

Dokumentation

Nötig sind CRM-Systeme, die soziale Prozesse sowohl außer- als auch innerhalb des Unternehmens dokumentieren. Die Aufgabe für die IT ist dabei, Mitarbeiter abteilungsübergreifend beispielsweise durch ein intelligentes Reportingsystem zu unterstützen, skizziert Pufahl: „Welcher Kunde hat sich im Callcenter beschwert? Was ist daraus bei Twitter resultiert? Wie kann ich diesen Kunden wieder ins Callcenter zurückholen?“

Mario Pufahl
Mario Pufahl
Unternehmen sollten sich im Klaren sein, dass bei der Findung einer CRM-Strategie die Entscheidung auch gegen Social Media fallen könnte: Weil das Unternehmen im Social Web deplatziert sein könnte, weil die Unternehmensstrukturen nicht dazu passen. Denn die größten Hürden auf dem Weg zum Social CRM sind weniger technische als vielmehr menschliche und organisatorische Variablen. „Customer Experience Management, also die Verknüpfung von Marketing, Vertrieb und Service, findet praktisch bislang nur rudimentär statt“, kritisiert Mario Pufahl. Besonders im Vertrieb treffe man noch auf eine Gutsherrenmentalität nach dem Motto „Meine Kunden gehören mir“. Austausch und Rückmeldungen an andere Abteilungen zum Kommunikationsstatus mit dem Kunden fehlten meist.

Produktverbesserungen und personalisierte Offerings

Um Kundenfeedbacks und Supportanfragen im Unternehmen und den einzelnen Abteilungen systematisch zu erfassen und zu verwerten, bedarf es klarer Prozesse und einer offenen Kommunikation. „Man muss CRM organisatorisch höher aufhängen“, plädiert CRM-Berater Pufahl. In der Vergangenheit sei CRM entweder in der IT oder im Marketing, weniger im Service angesiedelt worden. Künftig müsse das Thema aber bei Stakeholdern und der Geschäftsleitung aufgehängt werden, um Austausch überhaupt forcieren und abteilungsübergreifend konzipieren zu können. „Die Erkenntnis der Notwendigkeit ist da, viele tun sich aber noch schwer, verkrustete Strukturen aufzubrechen“, resümiert Pufahl.

Social Media sei sicherlich überall sinnvoll, wo ein Austausch zu Produkten bzw. Handhabungen oder Hilfe zur Selbsthilfe gefragt ist, skizziert Mario Pufahl: „Social CRM kommt überall da ins Spiel, wo der Austausch der Endkunden genutzt werden soll, um ihn in eine systematisierte Information oder in Service umzusetzen. Zudem kann Social CRM mit gezielten Insights dazu beitragen, dass Produkte verbessert werden und wichtige Meinungsbildner nicht nur identifiziert, sondern auch gezielt mit Offerings angesprochen werden können.“

Ralf Schengber
Ralf Schengber
Prof. Dr. Ralf Schengber, der mit seiner DSaF GmbH Unternehmen in Sachen Community-Marketing und Social Media berät, sieht Einsatzszenarien bei Kundenforen und Chats oder Bewertungsmöglichkeiten und Ideenpools, die Unternehmen auf ihren eigenen Internetseiten zur Kundeninteraktion und -bindung anbieten können. Bei der Kommunikation über externe Kanäle wie Facebook, YouTube und Twitter sollten Unternehmen immer die spezifische Nutzersituation berücksichtigen, mahnt er: „Die Kunden möchten nicht überall und immer mit Unternehmen kommunizieren.“ Wer sich in die sozialen Medien begibt, muss vor allem auch zuhören können.

„Aus unserer Erfahrungen mit Kunden in 27 Ländern können wir sagen, dass Social Media zusehends zu einem der wichtigsten strategischen Kanäle wird, über den Unternehmen mit ihren Kunden und anderen Stakeholdern kommunizieren“, begründet Meltwater-Gründer und CEO Jørn Lyseggen die Übernahme des Social-CRM-Anbieters Jitter Jam. Einen Umsatz von 100 Millionen US-Dollar pro Jahr erwartet Meltwater alleine aus dem Segment Social Customer Relationship Management.

Auch Marktforscher sehen Social CRM als Wachstumsmarkt. Gartner prognostiziert, dass bis zum Jahr 2013 die Ausgaben für Social Software, die den Vertrieb, das Marketing und das Kundenmanagement unterstützt, weltweit bei über einer Milliarde US-Dollar liegen. Nach Angaben von Gartner werden in den kommenden zwei Jahren 30 Prozent der weltweit führenden Unternehmen ihre Online-Community Aktivitäten verstärken, um Social-CRM-Maßnahmen und -Services integrieren zu können. Für den deutschsprachigen Raum geht die IT-Unternehmensberatung Detecon davon aus, dass die Unternehmen branchenübergreifend bis 2015 im Durchschnitt etwa 25 Prozent ihres gesamten Kontaktvolumens über Social Media und webbasierte Self Services abbilden werden.

„Unternehmen sollten jetzt in das Thema Social CRM einsteigen“, rät Mario Pufahl. „Denn noch befinden wir uns hierzulande in einer Testphase, in der sich Unternehmen Fehler leisten können. Spätestens in zwei Jahren werden diese nicht mehr verziehen.“


redaktion@adzine.de   |    Artikel weiterempfehlen    Bei Twitter empfehlen  Bei Facebook empfehlen  Bei Delicious empfehlen 



Social Media Conference  --  Die Konferenz zu Facebook, Twitter, YouTube & Co  --   4. / 5. Juli 2011

JOBS

Teamleitung Mediaplanung Online gesucht (m/w)

Teamleitung Mediaplanung Online gesucht (m/w)

mediascale, München

mediascale ist Teil der Serviceplan-Gruppe und Deutschlands führende Agentur für leistungsorientierte Onlinekampagnen und vertriebsorientierte Prozessberatung. Alle Leistungen der mediascale haben einen Fokus: den Verkaufsprozesses unserer Kunden zu optimieren und den Abverkauf nachhaltig zu steigern. Für unsere Arbeit haben wir 2007 und 2009 den renommierten New Media Award in der Kategorie Effizienz gewonnen. Zu unseren Kunden zählen unter anderem Thomas Cook, Sony Music, Sportscheck oder Gothaer Versicherungen. Mehr Infos finden Sie unter www.mediascale.de.


Consultant (m/w) für den Bereich Medienforschung und -beratung (Schwerpunkt Digitale Medien)

d.core GmbH

Die Forschungs- und Beratungsagentur d.core GmbH bietet seit 2009 Medienunternehmen aller Gattungen strategische und redaktionelle Beratung sowie die Konzeption von Forschungsprojekten und deren institutsunabhängige Realisierung in den Bereichen: Werbewirkung, Online- und Crossmedia-Forschung und –vermarktung, Einführung und Relaunches von Medienangeboten, strategische Markenführung für Print- und Online-Medien und Erstellung von Vermarktungsargumentationen, Zeitschriften-Vertriebsbereich, Käufer- und Preisforschung.


Account Manager Performance Marketing (m/w)

M,P,NEWMEDIA, GmbH

Die M,P,NEWMEDIA, GmbH ist ein Unternehmen für erfolgsorientierte Markenkommunikation in digitalen Medien, Sie betreut nationale und internationale Kunden in den Bereichen Performance Marketing, interaktive Medien und mobile Development. Zusammen mit dem europaweit agierenden Technologiedienstleister und Kooperationspartner adaptive navigation GmbH werden schwerpunktmäßig skalierbare Client-Server-Anwendungen für mobile Endgeräte realisiert.


Software Engineer Java EE (m/w) mit und ohne Berufserfahrung

M,P,NEWMEDIA, GmbH

Die M,P,NEWMEDIA, GmbH ist ein Unternehmen für erfolgsorientierte Markenkommunikation in digitalen Medien, Sie betreut nationale und internationale Kunden in den Bereichen Performance Marketing, interaktive Medien und mobile Development. Zusammen mit dem europaweit agierenden Technologiedienstleister und Kooperationspartner adaptive navigation GmbH werden schwerpunktmäßig skalierbare Client-Server-Anwendungen für mobile Endgeräte realisiert.


System Administrator (m/w) mit und ohne Berufserfahrung

M,P,NEWMEDIA, GmbH

Die M,P,NEWMEDIA, GmbH ist ein Unternehmen für erfolgsorientierte Markenkommunikation in digitalen Medien, Sie betreut nationale und internationale Kunden in den Bereichen Performance Marketing, interaktive Medien und mobile Development. Zusammen mit dem europaweit agierenden Technologiedienstleister und Kooperationspartner adaptive navigation GmbH werden schwerpunktmäßig skalierbare Client-Server-Anwendungen für mobile Endgeräte realisiert.

TERMINE

Vom 03.05.2011 bis 18.05.2011

Das Online Marketing Forum geht wieder auf Tour!


Online Marketing Seminar -- München Vom 03.05.2011 bis 04.05.2011

Online Marketing Seminar -- München


5. SEMSEO und PubCon 2011 Am 27.05.2011

5. SEMSEO und PubCon 2011


Vom 07.06.2011 bis 08.06.2011

a4uexpo Europe: Europäischer Branchentreff geht in die nächste Runde


AD TRADER CONFERENCE HAMBURG Am 28.06.2011

AD TRADER CONFERENCE HAMBURG



Sie können über diesen Link Ihre Newsletter-Einstellungen anpassen oder den Newsletter komplett abbestellen.

IMPRESSUM: Electronic Publishing Corporation Ltd. | 483 Green Lanes | GB - London N13 4BS | Company No. 5506015 | Companies House
Niederlassung Deutschland | Electronic Publishing Corporation Ltd. | NL Deutschland | Feldstraße 36 | 20357 Hamburg | e-mail: info@e-publishing-corp.com