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AUSGABE KW 15 – 14.04.2011

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 Pfeil Editorial: Das Bild der Customer Journey zusammensetzen
 Pfeil Performance Marketing (Customer Journey): „Wenn einer eine Reise tut, ...
 Pfeil Web Analytics (Customer Journey): Aus den Reiseberichten schlau werden
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Editorial

Das Bild der Customer Journey zusammensetzen

Arne Schulze-Geißler, Chefredakteur

Das Bild der Customer Journey zusammensetzen
Arne Schulze-Geißler

Immer häufiger höre ich aus verschiedenen Richtungen den Begriff ‚Customer Journey’, ein alter Hut mag der ein oder andere sagen und darauf verweisen, dass sogenannte ‚Path to Conversion‘-Betrachtungen technisch schon länger möglich sind. Warum gewinnt gerade jetzt das Thema an Aktualität?


Es könnte daran liegen, dass die Werbespendings von E-Commerce-Kunden stetig wachsen und dies dafür sorgt, dass Agenturen und Technologieanbieter stark in die Entwicklung innovativer Lösungen investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. So richtet sich ‚Customer Journey’ zunächst mal an transaktionsorientierte Advertiser und diese werden wohl auch kurzfristig am meisten von diesen Entwicklungen profitieren. Das Einsatzgebiet solch möglichst umfassender Betrachtungen von Kunden und Nutzern bleibt jedoch nicht nur auf das Performance Advertising beschränkt, wie wir später noch sehen werden.
 
Im Grunde war es ja schon immer der Wunsch der Advertiser, einen möglichst umfassenden Blick auf den Entscheidungsprozess der Konsumenten zu erhalten und den Anteil einzelner Maßnahmen am Erfolg zu ermitteln. Die Online-Welt bietet hier nun mal beste Möglichkeiten, die Spuren der Nutzer aus den verschiedenen Kanälen zu analysieren. Informationen müssen hierzu aus unterschiedlichen Quellen an einer Stelle zusammengeführt werden, um nicht nur Kanäle isoliert zu betrachten, sondern auch deren Zusammenspiel zu verstehen.

Sind die Systeme einmal eingerichtet, sammeln sich Informationen und Daten ganz von selbst, wenn man zuvor auch noch definiert hat, was und wo erhoben werden soll. Daher besteht wohl die wesentliche Herausforderung im Datenmanagement und der Bewertung von Informationen, um daraus Schlüsse zur Optimierung ableiten zu können.

Die Analyse des Wegs zum erfolgreichen Abschluss ist dabei allerdings nur die eine Seite, was findet man aber über diejenigen heraus, die ihre Reise nicht im Sinne des Advertisers abgeschlossen haben?

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Performance Marketing (Customer Journey)

„Wenn einer eine Reise tut, ...

Karsten Zunke, Redaktion

„Wenn einer eine Reise tut, ...
Karsten Zunke

... dann kann er was erleben.“ Diese Redensart trifft nicht nur für Reisen mit der Deutschen Bahn zu, sondern auch für Surf-Touren durchs Web. Insbesondere, wenn an deren Ende ein Kaufabschluss steht. Diese sogenannte Customer Journey ist für Marketer eine äußerst interessante Geschichte. Denn mit einer detaillierten Analyse der Kaufabschlusskette können Kampagnen optimiert und Budgets sinnvoller auf die verschiedenen Kanäle verteilt werden. Noch interessanter wäre allerdings, etwas über die abgebrochenen Reisen zu erfahren – also jene Verhaltensmuster, die nicht zum Abschluss oder zum gewünschten Ergebnis führen und damit Werbe-Budget verbrennen.


Dirk von Burgsdorff
Dirk von Burgsdorff
Das Customer Journey Tracking macht die Reise eines Users durch das Web nachvollziehbar – vom ersten Kontakt bis zum Kauf. Die Wirkung einzelner Kanäle kann dadurch neu beurteilt und Wechselwirkungen verdeutlicht werden. Marketer erkennen so, welche Marketingmaßnahme in einer bestimmten Kaufentscheidungsphase am besten wirkt, beziehungsweise welcher Kanal kaufentscheidend war. Das Wissen um die Reise der Nutzer durch das Web ist eine wichtige Voraussetzung, um potenziellen Kunden zur richtigen Zeit die passenden Informationen zu liefern. Ein weiterer wesentlicher Punkt: Für welchen Zweck wird der jeweilige Kanal eingesetzt? Laut Dirk von Burgsdorff, Head of Consulting und Gesellschafter von explido, kann zum Beispiel der Kanal Display, aber auch SEA für den Aufbau einer Awareness-Kampagne eingesetzt werden. „Aus unserer Sicht ist die Kombinationen der Kampagnen so aufzubauen, dass sie alle Phasen des Kaufentscheidungsprozesses abdecken. Die optimale Kombination der Kampagnen bedient die Informationsbedürfnisse des potenziellen Kunden in jeder Phase dieses Prozesses“, sagt von Burgsdorff.

Mehr als eine Kaffeefahrt

Christian Inatowitz
Christian Inatowitz
Um eine Customer Journey zu analysieren, erhält der User beim ersten Kampagnenkontakt einen Cookie. Dieser Cookie registriert, welche Werbemittel der Nutzer sieht. So lange, bis der User auf der gewünschten Seite ankommt. „Man kann auf den Klick und/oder den Sichtkontakt tracken. Letzteres ist besonders aufschlussreich, da die meisten Werbemittelkontakte Sichtkontakte sind“, sagt Christian Inatowitz, Geschäftsführer von pilot Berlin.

Ob eine Customer Journey bereits beim Betreten einer Seite oder erst bei einem Kauf ausgelesen wird, entscheidet letztlich der Werbekunde beziehungsweise dessen Ziel. So ist für viele Branding-Kunden von pilot beispielsweise der Websitebesuch das entscheidende Kriterium für das Analysieren einer Customer Journey. Für diese Unternehmen geht es zudem um die Wirkung der Werbemittel-Sichtkontakte. „Die Customer Journey ist ein Analyseinstrument, das sich sowohl für Branding als auch Awareness-Ziele eignet. Es muss nicht zwangsläufig immer der Kaufabschluss am Ende stehen“, erläutert Inatowitz.

Pilot Berlin setzt Customer Journey Tracking bereits seit vier Jahren ein. „Damals haben wir einen Mitarbeiter eine Customer Journey händisch auswerten lassen müssen, da es noch keine geeigneten Auswertungstools gab. Das hat mehrere Wochen gedauert, aber wir waren neugierig und für den Kunden hat es sich gelohnt“, so Inatowitz. Diese Datenmassen zu organisieren, sei durch die heutige Technik aber zunehmend besser möglich.

Das Datenmonster bändigen

Werden statt Klicks die Sichtkontakte einer Kampagne analysiert, sind die dabei anfallenden Datenmengen gigantisch. „Die Daten schießen bei einer Sichtkontaktanalyse exponentiell in die Höhe“, erläutert Wolfgang Bscheid, Geschäftsführer von mediascale. Dies verdeutlicht ein kleines Rechenbeispiel: Bei einer angenommen Klickrate von 0,1 % auf ein Werbemittel müsste man bei einer Betrachtung auf Basis der Sichtkontakte statt einem Klick gleich 1000 Sichtkontakte verarbeiten – und das über einen längeren Zeitraum.“

Wolfgang Bscheid
Wolfgang Bscheid
„Wir gehen von einem dreimonatigen Kaufentscheidungsprozess aus, um Langzeiteffekte zu berücksichtigen. Denn Markeneffekte können lange ausstrahlen“, so Bscheid. Die meisten Analysen beziehen sich daher ausschließlich auf jene Nutzerkontakte, die letztlich zu einem Kauf geführt haben. Im besten Fall werden die Abbrecher auf der Zielwebsite mit einem Retargeting auf anderen Seiten erneut angesprochen und zum Kauf bewegt. Dann zieht die Customer Journey lediglich eine Schleife. Nur die Erfolgreichen zu betrachten, reduziert die Menge der zu analysierenden Informationen beträchtlich.

Von den Abweichlern lernen

Aber was erfährt man über jene Nutzer, in die man schon viele Euro Kommunikationsbudget investiert hat, die aber nichts abschließen – weder einen Kaufprozess noch ihre Reise zur Website des werbenden Unternehmens? Eigentlich wäre es für Werbungtreibende interessanter, diese Nutzer zu untersuchen und aus häufigen Abbruchpunkten zu lernen; Botschaften besser zu formulieren und optimal zu platzieren. Denn eventuell wurde der User im entscheidenden Moment noch vom Wettbewerber weggeschnappt.

Während für eine Customer Journey im eigentlichen Wortsinn die Zielwebsite der typische Auslesepunkt für die Reisedaten ist, können Werbungtreibende aber auch Informationen über jene User gewinnen, die am Ende des Tages eben nicht auf der erhofften Website ankommen. Denn die Webreisedaten eines Nutzers können auch immer dann gesammelt und ausgewertet werden, wenn dieser Kontakt zur Kampagne hat. Fordert der Browser des Users ein Werbemittel vom Adserver an, hat der Werbungtreibende in diesem Moment ein Lese- und Schreibrecht für Cookies. Werden dem Besucher auf einer Website Werbemittel einer Kampagne angezeigt, kann der Werbungtreibende also ein Cookie schreiben, mit Informationen anreichern oder auslesen. Diese Möglichkeiten macht sich mediascale zunutze.

„Auch wir verarbeiten nur Informationen, die zum gewünschten Erfolg geführt haben. Aber wir schauen uns im Einzelfall an, ob dieses Verhaltensmuster auch unter den Nichterfolgreichen vorhanden war“, sagt Bscheid. Für mediascale ist dies eine Art Plausibilitätsprüfung. „Wir wollen falsche Schlussfolgerungen vermeiden, müssen ausschließen, dass ein Verhaltensmuster womöglich generisch ist und somit gar nichts über den Erfolg oder Misserfolg einer Kampagne aussagt“, erläutert Bscheid. Wenn man sich bei einer Customer Journey ausschließlich die erfolgreichen Verläufe anschaue, könne dies das Bild verzerren.

Mediascale betrachtet Nutzergruppen immer gegeneinander; vergleicht User, die Maßnahme A und B gesehen haben, mit Nutzern, die mit Maßnahme A, B und C Kontakt hatten. „Diese Daten vergleichen nach unterschiedlichen Messgrößen, beispielsweise die Einstellung zur Marke, Warenkorbgrößen oder Kaufwahrscheinlichkeiten – je nachdem was für Kunden wichtig ist. Je nach Messgröße gibt es signifikante Abweichungen in der Reaktion“, erläutert Bscheid.

Google und die fremden Früchte

Egal ob Branding- oder Performance-Kampagne: Der Großteil der Customer Journeys läuft irgendwann über Search. „Wir vergleichen die Kaufwahrscheinlichkeit von Käufern, die keinen Kampagnenkontakt hatten und über Search kamen, mit jenen, die mindestens einen Kampagnenkontakt hatten und ebenfalls über Search auf die Landing Page gelangten“, erläutert Bscheid. Dadurch ergeben sich interessante Erkenntnisse: „Dann kann man sehr schön sehen, dass mit jedem Kampagnenkontakt vor Google die Kaufwahrscheinlichkeit nach dem Klick bei Google zunimmt. Das beeinflusst signifikant die Preis-Leistungs-Situation, weil der Kunde für den Klick bezahlt hat. Entscheidend ist jedoch, mit welcher Wahrscheinlichkeit aus diesem Klick bei Google ein Abschluss generiert wird“, erläutert Bscheid. Mithilfe einer solchen Betrachtung lasse sich auch erkennen, wie die Wirkung der Kampagne mit jedem Sichtkontakt die Kaufwahrscheinlichkeit erhöht. „Man kann auch analysieren, wann der Punkt erreicht ist, an dem ein weiterer Sichtkontakt keine signifikante Leistungssteigerung mehr bewirkt“, so Bscheid.

Eine solche Analyse liefert Antworten auf viele Fragen: Wie wäre das Abverkaufsergebnis ohne Kampagne gewesen, wie viele Abschlüsse, die über Search generiert wurden, kamen von ihrer Wirkung her aus anderen Kampagnen? Bisher wurden die meisten Abschlüsse pauschal Search zugerechnet und die Budgets entsprechend verteilt. Jetzt werden die Karten neu gemischt.

Um Nutzer zum Beispiel dazu zu bringen, kostengünstige Brandkeywords bei Google einzutippen, lautete bisher eine Strategie „vom Allgemeinen zum Speziellen“. „Früher hätte man in generische Keywords bei Google investiert, in der Hoffnung, die Nutzer prägen sich den in den Ergebnissen angezeigten Brand ein und benutzen diesen als Keyword künftig häufiger in der Suche. Heute wissen wir, dass sich so nur wenige Prozent der Nutzer verhalten, wie wir für unseren Kunden Direct Line herausgefunden haben. Aufmerksamkeitsstarke Displaywerbemittel auf Premiumseiten zahlen um ein Mehrfaches umfangreicher auf Brand-Keywords ein“, erläutert Inatowitz. Mittlerweile werden bereits Budgets verschoben und Branding und Response wirken – nun nachweisbar – wechselseitig und gemeinsam. „Was man schon immer geahnt hat, lässt sich jetzt genau messen. Die Kanäle zahlen aufeinander ein, und zwar in einem genau messbaren Umfang“, so Inatowitz.

Doch allem technischen Fortschritt zum Trotz: Von einer allumfassenden Customer-Journey-Betrachtung sind wir noch entfernt. Denn dazu müsste konsequenterweise ein Weg gefunden werden, auch Offline-Kanäle einzubeziehen. Denn vielleicht war es gar nicht das Super-Banner oder die AdWords-Anzeige, die einen Nutzer auf seiner Reise zum Kauf bewegten. Womöglich begann seine Customer Journey schon viel früher: Mit einer 4c-Hochglanzanzeige in einem Printmagazin: Wahrgenommen und für gut befunden irgendwo zwischen Berlin und Stuttgart – während einer Reise mit der Deutschen Bahn.


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Web Analytics (Customer Journey)

Aus den Reiseberichten schlau werden

Jens von Rauchhaupt, Redaktion

Aus den Reiseberichten schlau werden
Jens von Rauchhaupt

Von der eigenen Bedarfserkennung bis zum Kaufabschluss: Die Customer Journey des Internetnutzers kennt viele Online-Stationen. Doch welche dieser Stationen hat den User in seiner Kaufentscheidung maßgeblich beeinflusst? Beim User-Tracking entstehen Unmengen von Daten, aus denen sich wichtige Erkenntnisse für laufende und zukünftige Online-Kampagnen folgern lassen.


Eine Studie der GroupM Search Unit in Zusammenarbeit mit comeScore vom Februar 2011 brachte zutage, dass 58 Prozent aller dort untersuchten Customer Journeys, die auch in einem Online-Einkauf münden, die Suchmaschine als Startpunkt hatten. Schon lange ist den Marketingverantwortlichen die herausragende Stellung von Search in der Bewertung der Online Customer Journeys bewusst. Allerdings beweist diese Studie mit ihrem Ergebnis noch etwas: Search ist eben nur die halbe Wahrheit. Wo starten wohl die anderen 42 Prozent ihre Reise bis zum Kaufabschluss und was noch wichtiger ist: welche Kanäle zahlen zu welchen Anteil auf die Konversion ein? Nur eine umfassende Analyse kann diese komplexe Fragestellung beantworten. Und diese Antworten sind wichtig, damit die Unternehmen neben der Optimierung laufender Kampagnen die Werbe- und Vertriebsbudgets zukünftig noch effizienter in den Onlinekanälen aussteuern können.

Wer sind überhaupt die emsigen Datensammler?

Ob Landing Page nach einer AdWords-Anzeige, aufpoppendes oder geklicktes Display-Banner im mobilen oder stationären Web, ein geöffneter Newsletter, eine Bewertung im eigenen Shop oder gar der Unternehmensauftritt im Social Network: Überall, wo der Browser das Zählpixel lädt und Cookies vom Adserver erhält, lassen sich per Multi-Channel-Tracking Informationen gewinnen.

Doch wer sammelt diese anonymen Daten eigentlich, welches System hat beim Multi-Channel-Tracking den Hut auf? Im Grunde sind es immer die Systeme, die für die einzelnen Kanäle die Redirects generieren, oft sind das kanalübergreifende Tools wie beispielsweise solche von etracker, Omniture oder Econda, allesamt Unternehmen, die eigentlich in der Webanalyse heimisch sind. Daneben bieten aber eben auch die Adserver-Anbieter wie beispielsweise Mediaplex oder newtention ihr technisches Know-how den Agenturen oder auch den Werbungtreibenden direkt an. Ihr Vorteil: Adserver haben eine lange Tradition in der Auslieferung von Werbemitteln und sie verknüpfen dieses Wissen mit ihrer Erfahrung im Erstellen von detaillierten Reportings. Oftmals kooperieren sogar Softwareanbieter für Trackingtools mit Adserver und SEM Bidding Tools und bieten so ihr übergreifendes Multi-Channel-Tracking im Verbund an. Viele Wege führen also auf Trackingseite nach Rom, fast genauso viele wie es auszusteuernde Online-Kanäle gibt.


Heike Lindner
Heike Lindner
„Wir messen alle Online-Marketing-Kanäle, also SEM, SEO, Display-Kampagnen, Affiliate-Marketing, E-Mail-Marketing, Mobile-Kampagnen, Website-Aktivitäten und Social Media“, sagt Heike Lindner, Deutschlandchefin vom Adserver und Tracking-Spezialisten Mediaplex. Dass dabei Unmengen von Daten anfallen, bestätigen sowohl Lindner als auch Dirk Klose, Geschäftsführer vom Adserver-Anbieter newtention. „Die Daten für sämtliche Auswertungen haben wir heute, dazu muss nur ein Pixel mitlaufen, damit wir eine Markierung der User erreichen.“ Viel schwieriger ist es, sinnvolle Schlüsse daraus zu ziehen. „Es ist ein enormer Daten-Aggregationsaufwand. Wir setzen dafür voll auf Cloudtechnologie. Anders würde das gar nicht funktionieren, 100 Maschinen hier aufzustellen, die wir für Aggregationen nur wenige Stunden benötigen, das wäre für jeden Technikdienstleister ein wirtschaftlicher Alptraum“, sagt Klose.

Informationsaufbereitung für den Kunden

Lars Hasselbach
Lars Hasselbach
Daraus resultiert die Frage, wie alle diese gesammelten Daten nun für weitere Interpretationen aufbereitet und sinnvoll genutzt werden. Hier zeigen die Anbieter unterschiedliche Herangehensweisen. Eine geläufige Form sei laut Lars Hasselbach, Geschäftsführer des Premium-Performance-Marketing-Netzwerks Ligatus, die visuellen Informationsaufbereitung der häufigsten Kontaktketten. „Darüber sieht man schon recht gut den häufigen Fall, dass eine Transaktion durch eine Display-Kampagne initiiert wurde, der Sale nach dem ‚last cookie wins‘-Prinzip aber in einem anderen Kanal landet.“ Diese Visualisierung der gesammelten Daten sei eine ganz entscheidende Rolle für den Erfolg eines Multi-Channel-Trackings: „Aufgrund der schieren Masse und der Komplexität der Daten müssen diese sinnvoll aggregiert und visualisiert werden, damit der Anwender sie aufnehmen, analysieren und seine Schlüsse daraus ziehen kann“, meint Hasselbach.

„Schonungslose Wahrheit“

Dirk Klose
Dirk Klose
So blicken die Experten von newtention beispielsweise in der User-History auf den Zeitlauf der Kampagne und untersuchen die einzelnen Kontaktstrecken, über die der User zur Konversion gekommen ist; also wie häufig er in welchem Kanal zu welchem Zeitpunkt Kontakt mit der Werbekampagne hatte. „Die schonungslose Wahrheit“ nennt das Dirk Klose. „Hier erfährt man oftmals Dinge, die eine Agentur entweder in der Strategiewahl bestätigt oder ein völlig anderes Bild zeichnet. Denn es kann schon vorkommen, dass die Agentur bei der Kampagne auf SEM gesetzt hatte, tatsächlich aber die User-History ergibt, dass die Kontakte vor allem im Display und Affiliate Kanal hergestellt wurden.“

Bei Mediaplex erhält der Kunde eine individuelle und an das Businessmodell angepasste Analyse. „Der Kunde formuliert bis zu fünf Thesen, die er durch die Datenauswertung beantwortet wissen will“, erläutert Lindner und nennt beispielhafte Fragestellungen: „Hat meine Social-Media-Kampagne einen Einfluss auf andere Online-Marketing-Kanäle – also: wo konvertieren eigentlich die Nutzer, die wir zuerst über eine Social Media Aktion erreicht haben? Welcher Publisher (Network oder Partner) war über alle Kanäle für uns der effizienteste Partner?“ „Auswertungen auf Knopfdruck“, die manche Marktbegleiter zur Verfügung stellten, würden laut Lindner „weder dem Businessmodell noch der jeweiligen strategisch-wirtschaftlichen Situation des Kunden gerecht.“

User oder Usercluster?

Eine kanalübergreifende Sicht heruntergebrochen auf den einzelnen User hat laut Klose von newtention wenig Aussagekraft. „Wir bilden Cluster von uniquen User-Gruppen, die exakt die gleiche Kontaktstrecke aufweisen, bei Retailkunden können die Cluster zwischen 30 und 100 User ausmachen, dass richtet sich häufig nach der Stärke der Marke.“ Theoretisch kann man sich jede einzelne Transaktion anschauen und analysieren, welche Kanäle an deren Entstehen beteiligt waren, meint Hasselbach, ohne viel davon zu halten: „Das wird in der Praxis aber niemand machen, relevant sind hier vielmehr aggregierte Daten, welche die grundsätzlichen Zusammenhänge darstellen. Die Frage nach der Visualisierung der Daten ist in der Tat sehr entscheidend und ein Differenzierungsmerkmal der Technologieanbieter, denn wir reden hier bei großen Advertisern, die den gesamten Online-Marketing-Mix bedienen über sehr (!) viele Daten“, sagt Hasselbach, der vor seiner Zeit bei Ligatus sämtliche Online-Sales- und Marketing-Aktivitäten der Marken E-Plus, BASE und Ay Yildiz verantwortet hat.

Mathias Seidler
Mathias Seidler
Ganz anders scheint hier die neu gegründete Performance-Agentur Digital Response um ihren Geschäftsführer Mathias Seidler zu denken. Für ihr eigenes Multi-Channel-Tracking und der Customer Journey-Analyse nutzt Digital Response Adternity Adserving: „Natürlich ist auch die Darstellung der Customer Journey von einzelnen Nutzern möglich. Reports zeigen uns deutlich, welche Wege die Nutzer zur Konversion nehmen“, sagt Seidler und erläutert die Vorgehensweise seiner Agentur: „Kanäle, die besonders gute Performance liefern, können wir stärker buchen und wir sehen natürlich, welche Kanäle unterstützend zur Konversion beitragen.“ Die Auswertungen stehen dem Kunden als Tages-, Wochen- und Monatsreport zur Verfügung. „Die Daten werden schon live bei View oder Click des Users ausgewertet und als Touchpoint in der Customer Journey abgelegt. So können wir immer live eine Customer Journey des Users abfragen und die Werbung dementsprechend steuern. Da wir eine kampagnenübergreifende Customer Journey generieren, die selbstverständlich anonym ist, sind wir in der Lage, die Daten so anzureichern, um das beste Ergebnis für die Konversion zu erreichen“, erläutert Seidler.

Learnings

Interessant sind die Learnings, die beim Tracking der Kampagne entstehen. Die Betrachtung der Kampagnen laufen bei newtention beispielsweise zwischen zwei und acht Wochen, bis der Adserver aus der User-History ein Learning für die Optimierung ziehen kann. Ein paar grundlegende Erkenntnisse zu den einzelnen Branchen: Bei Versicherungen sollen beispielsweise Display-Werbung und der Affiliate-Kanal gut funktionieren, während SEM dort zur Konversion beitragen kann. Doch Klose warnt vor zu schnellen Verallgemeinerungen: „Wir haben zwar branchenspezifische Erfahrungswerte, allerdings sind die Learnings auch innerhalb einer Branche vor allem von der Marke abhängig. Bei manchen Fashion-Marken funktionieren SEM und Affiliate besonders gut, während andere unserer Kunden aus diesem Bereich weit bessere Erfahrungen mit den Kanälen Newsletter und Display bzw. Social Media gemacht haben.“


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Teamleitung Mediaplanung Online gesucht (m/w)

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mediascale ist Teil der Serviceplan-Gruppe und Deutschlands führende Agentur für leistungsorientierte Onlinekampagnen und vertriebsorientierte Prozessberatung. Alle Leistungen der mediascale haben einen Fokus: den Verkaufsprozesses unserer Kunden zu optimieren und den Abverkauf nachhaltig zu steigern. Für unsere Arbeit haben wir 2007 und 2009 den renommierten New Media Award in der Kategorie Effizienz gewonnen. Zu unseren Kunden zählen unter anderem Thomas Cook, Sony Music, Sportscheck oder Gothaer Versicherungen. Mehr Infos finden Sie unter www.mediascale.de.


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