Online-Marketing Newsletter: AUSGABE 31 / 2010 | 12.08.2010 - ADZINE - Magzin für Online-Marketing
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INTERVIEW
von Rupert Turner, Redaktion | ADZINE 12.08.2010

Auftrag Besucherrückholung - Interview mit Robert Lang, Criteo

Das Unternehmen Criteo hat erst vor einigen Monaten seinen Hauptsitz von Paris nach Palo Alto verlegt und will neben dem europäischen nun auch den amerikanischen Markt aufrollen. In einer neuen Finanzierungsrunde sammelte Criteo sieben Millionen Dollar von Bessemer Venture Partners (BVP) ein und bringt es damit auf ein Gesamt-Funding von 24 Millionen Dollar. Spezialisiert ist Criteo auf das Retargeting von Shopbesuchern.

Robert Lang, Criteo

Zum Retargeten braucht man für gewöhnlich ein digitales Nutzerprofil und Zugriff auf möglichst viel Online-Inventar, um den markierten Nutzer auch mit großer Wahrscheinlichkeit wiederzufinden. Retargetinglösungen werden heute von den meisten Ad-Networks, aber auch von den meisten Adserver-Anbietern als Funktionalität  angeboten. Criteo ist bislang allerdings der einzige Anbieter  oder das einzige Network, das ausschließlich auf Retargeting-Traffic für seine Kunden setzt. Ich sprach mit Robert Lang, Geschäftsführer Criteo in Deutschland.

Adzine: Criteo ist bereits vor einigen Monaten in Deutschland mit einer Retargeting-Lösung für E-Commerce-Unternehmen gestartet. Retargeting ist aus technischer Sicht keine Neuheit, können sie uns erklären, worin der besondere Ansatz von Criteo besteht und der Reiz, ausschließlich auf das Retargeting zu setzen?

Lang: Criteo ist ein hochspezialisierter Traffic-Lieferant für Unternehmen mit Fokus auf Onlinetransaktionen. Retargeting an sich ist in der Tat nicht neu, aber die Ergebnisse, die Criteo aufgrund seiner ständig weiterentwickelten Technologie liefern kann, gepaart mit der hohen Skalierbarkeit bedeuten faktisch eine Alleinstellung im Markt.

Die meisten anderen Anbieter konzentrieren sich eher auf segmentiertes Retargeting, bei dem der Werbetreibende/die Agentur die Segmente, z.B. Nutzersegment „Luxushotel-Sucher“, selbst definieren muss und für jedes Segment und darüber hinaus auch die Werbemittel zu erstellen hat. Criteo generiert individuelle Produktempfehlungen aus dem Nutzerverhalten heraus. Der wesentliche Unterschied von Criteo jedoch liegt in unserer Technologie: Wir bringen Nutzer anhand von hoch relevanten und personalisierten Produktempfehlungen wieder zurück auf die Webseite von unseren Kunden – wo sie dann den unterbrochenen Kauf abschließen. Criteo schließt die Wertschöpfungskette im Performancemarketingmix eines E-Commerce Unternehmens und bringt bereits einmal gewonnene Nutzer wieder zurück auf die Seite.

Um diese in schlichten Zahlen dokumentierte Performance ständig zu steigern und zu verbessern, ist eine hohe Spezialisierung unerlässlich. Mehr als die Hälfte des Criteo-Teams sind Entwickler, die sich ausschließlich mit der Optimierung der Produktempfehlungen sowie der optimalen Aussteuerungen der Banner konzentrieren. Die Summe von vielen kleinen Verbesserungen über einen langen Zeitraum und einen schnell wachsenden Kundenkreis sorgen für immer bessere Resultate – sodass wir als europäisches Unternehmen zunehmend auch in den USA den angestammten Marktteilnehmern das Leben schwer machen.

Adzine: Welche Faktoren entscheiden über die Performance von Retargeting-Kampagnen?

Lang: Zum einen natürlich die generierten Produktempfehlungen. Diese werden auf Basis des individuellen Nutzerverhaltens auf der Seite des Werbetreibenden generiert. Wir sehen uns an, welche Produkte wurden von Leuten gekauft, die sich ähnliche Produkte angesehen haben, und generieren entsprechende Empfehlungen. Nicht weniger wichtig ist die konstante Optimierung der Werbemittel sowie der Aussteuerung über alle unsere Publisher in hoher Granularität. Dabei bezahlt Criteo an die Publisher für jedes ausgespielte Banner, wir werden von unseren Kunden aber für Clicks bezahlt. Es ist also in unserem eigenen Interesse, die Produktempfehlungen möglichst relevant für den Nutzer zu gestalten, dass diese auch geklickt werden.

Letztendlich entscheiden die Advertiser aber nach Performance, sprich wie gut konvertiert der von Criteo ‚über die Schwelle getragene‘ Nutzer in abgeschlossene Transaktionen. Criteo hilft seinen Werbetreibenden sehr erfolgreich, an unterbrochene Kaufprozesse anzuknüpfen und diese abzuschließen – selbst wenn der Nutzer zwischendurch die Seite verlassen hat.

Diesen Kreislauf zu schließen und dabei einerseits nur komplett anonymisierte Nutzerdaten zu verwenden, andererseits das gesamte System ununterbrochen zu optimieren, ist eine echte Herausforderung.

Adzine: Wie gelingt es, die jeweils passenden Werbemittel zu erstellen, um dem potenziellen Kunden möglichst maßgeschneiderte Angebote machen zu können.

Lang: Die Produktempfehlungen werden auf der Basis eines Algorithmus erstellt, der die Interessen eines Users mit den Interessen anderer User ins Verhältnis setzt und daraus dynamisch ein Set von Produkten vorschlägt,

  • die aus seinen angesehenen Produkten resultieren.
  • die sich andere User angeschaut haben, die sich auch ‚seine‘ Produkte angeschaut haben.
  • die komplementär zu denen sind, die er gekauft hat.

Dies geschieht bei Criteo komplett zahlenbasiert, also rein auf Basis der Produkt-IDs und des Verhaltens aller anderen Nutzer. Die Empfehlungen werden auch erst bei Erstellung der Banner mit den Daten (Bilder, Preise, Produktbeschreibungen etc.) aus dem Produktfeed der Advertiser komplettiert.

Adzine: Wenn es sich um eine dynamische Werbemittelerstellung handelt, ist die Integration nicht sehr komplex beim Kunden? Mit welchen Kosten müssen Shops für das Setup rechnen?

Lang: Für Werbetreibende ab einer gewissen Größe – [150.000 Uniques/Monat] gibt es keine Setup-Kosten und auch keine Erstellungskosten für Werbemittel. Der Advertiser zahlt lediglich für den Klick (CPC) auf die Werbemittel und den bei ihm ankommenden Traffic – wie z.B. bei SEM.

Dabei ist der Setup für Werbetreibende sehr einfach, denn er basiert weitgehend auf bereits vorhandenen Prozessen/Daten – so können wir mit den Produktfeeds arbeiten, die beispielsweise für Affiliateprogramme oder Preissuchmaschinen erstellt wurden. Und die Implementierung der Pixel auf den Produktseiten nimmt kundenseitig lediglich einen halben Nachmittag in Anspruch. In einigen Fällen können wir auf Basis von bereits implementierten Containerpixel ‚huckepack‘ die Implementierung noch einmal deutlich einfacher gestalten.

Parallel dazu arbeiten wir an einer Lösung, um deutlich kleinere Kunden rasch auf unsere Plattform integrieren zu können. Das wird aber sicherlich noch eine ganze Weile dauern. Grund dafür ist das starke Wachstum in unserem Kerngeschäft und die Tatsache, dass unsere Algorithmen offenbar nicht nur im traditionellen Versandhandel gut funktionieren, sondern sich auch mit Travel, Kleinanzeigen und Finance gerade komplett neue Geschäftsfelder auftun.

Adzine: Wie lange nach dem Shopbesuch sind Kunden eigentlich besonders empfänglich für einen Reminder à la Retargeting?

Lang: Das hängt extrem stark vom jeweiligen Produkt und dem damit verbundenen Kaufentscheidungsprozess und Kaufzyklus ab. Mit unserer Cookie-Laufzeit von 30 Tagen sind wir maßgeblich in die Kaufentscheidungsprozesse der User involviert. Da wir aber für alle geschalteten Banner bezahlen und nur die Klicks für uns Umsätze bringen, haben wir ein ganzes Team, das sich der optimalen Aussteuerung widmet. So macht es z.B. einen großen Unterschied, ob ein Nutzer gestern auf der E-Commerce-Seite war oder vor 1 Woche bzw. ob er auf der Seite sehr aktiv gesurft ist oder nur 1-2 Produkte angesehen hat.

Adzine: Rabattaktionen im Rahmen des Retargetings sind ja ein beliebter Kaufanreiz, wie stellt man eigentlich sicher, dass geänderte Konditionen auch im Shop übernommen werden?

Lang: Die gezielte Rabattierung oder Couponierung einiger Kundengruppen, z.B. Warenkorbabbrecher, wird über einen speziellen Link oder eine spezielle Landingpage vorgenommen. Technisch jedoch sind wenig Grenzen gesetzt und Criteo kann auch andere bestehende Prozesse implementieren – bis hin zu Rückrufnummern ist alles möglich. Aber auch hier gilt die Kunst – möglichst nur die Kunden anzusprechen, bei denen sich das voraussichtlich auch lohnen wird, und da ist unsere Technologie bereits sehr ausgefeilt.

Adzine: Die meisten Shops haben ja bereits eigene Webanalysetools, mit denen sie den Bestellprozess verfolgen. Kann Criteo vorhandene Nutzerprofile verwerten oder muss in jedem Fall Criteo selbst die Nutzer auf den Shopseiten markieren? Wie funktioniert das Zusammenspiel mit Webanalytics-Anbietern?

Lang: Criteo kommt stets ohne jegliche persönliche Nutzerdaten aus und generiert die Produktempfehlungen auf komplett anonymisierter Basis. Dazu müssen die Nutzer von Criteo selbst markiert werden. Dazu jedoch gibt es die Möglichkeit, die benötigten Informationen für Criteo ‚huckepack‘ auf einigen der gängigsten Webanalysetools zu gewinnen.

Adzine: Es gibt sicherlich auch Nutzer, die sich durch Ihr Retargeting belästigt fühlen, können die Nutzer das Criteo-Targeting abschalten?

Lang: Selbstverständlich, dem User steht jederzeit eine Opt-out-Möglichkeit für die Produktempfehlungen zur Verfügung. Jedes einzelne von Criteo ausgelieferte Banner hat ein Icon integriert, auf das der Nutzer klicken kann und daraufhin auf eine Seite gelangt, welche genau erklärt, warum er diese Produktempfehlung angezeigt bekommt und auf der er die Einblendung abstellen kann (Opt-out). Damit ist Criteo ein klarer Vorreiter in Sachen Transparenz und Datenschutz. Darüber hinaus steht jedem Nutzer frei, seine Cookies einfach zu löschen oder Werbeblocker zu verwenden.

Adzine: Wie sieht Ihr Preismodell für den Advertiser aus, was kostet die Kundenrückholung?

Lang: Die Advertiser zahlen per Klick (CPC – Pay per Click) i.d.R. ausgehend von einem Mindest-CPC von 20 Cent. Der Kunde optimiert seine Kampagnen selbst auf der Basis von CPO, KUR oder ROI. Solange er seine Zielvorgaben bei gleichzeitig steigendem Volumen erreicht, kann er den CPC erhöhen.

Wichtiger Hinweis: Ein steigender CPC erhöht nur das gelieferte Volumen, da Criteo selbst eine größere Reichweite bei seinen Publishern erzielt – die Qualität des gelieferten Traffics ist dabei immer gleich hoch.

Adzine: Criteo betreibt ja zur Auslieferung der Kampagnen ein Ad-Network, das nur Personen Werbung zeigt, denen es schon mal ein Cookie gesetzt hat. Was bedeutet das für die Zusammenarbeit mit Publishern, denn Sie brauchen ja eine große Reichweite, nehmen aber nur einen Bruchteil der Impressions ab, macht Ihnen das Probleme?

Lang: Zu Beginn war das nicht immer ganz einfach, aber da wir mit vielen großen Onlinehändlern langfristig zusammenarbeiten, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass ein Kunde bereits vorher auf einer dieser Shoppingseiten gewesen ist. Mit jedem weiteren Händler wächst der verfügbare Cookiepool und somit die Umsätze unserer Publisher.

Und natürlich hat auch der Publisher die Möglichkeit, über Preis und Qualität des zur Verfügung gestellten Inventars mehr Nutzer zu adressieren: Wenn die Preiserwartungen vernünftig sind, werden wir deutlich mehr Traffic abnehmen können und umgekehrt.

Aber auch der verbleibende Traffic kann von den Adservern der meisten großen Publisher über dieses „Cookie Retargeting“ erkannt und ganz normal weiterverwertet werden. Wessen Adserver über diese Funktion nicht verfügt, bei dessen Traffic kann auch Criteo die „Cookie Retargeting“-Funktion übernehmen und den verbleibenden Traffic an den Publisher zurückgeben.

Adzine: Herr Lang, wir bedanken uns für Ihre ausführlichen Erläuterungen.

Rupert Turner
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SEO - SOCIAL MEDIA
von Markus Hövener, Suchradar | ADZINE 12.08.2010

Facebook für SEO relevant?

Markus Hövener

Facebook - eine Website mit PageRank 10, auf der man fast beliebig viele Seiten einrichten kann. Aber kann das alles für SEO genutzt werden? In diesem Artikel geht es darum, wie das soziale Netzwerk Facebook für SEO genutzt werden kann. Denn prinzipiell ist eine Website mit einer derart guten Verlinkung und der Möglichkeit, dort Seiten ablegen zu können, natürlich interessant.

Die grundsätzliche Debatte um Facebook – vor allem beim Thema Datenschutz – ignorieren wir dafür. Auch vergessen wir kurz, dass Facebook natürlich ein Hype-Thema ist. Das haben wir im gleichen Maße Medien wie auch Agenturen zu verdanken, die gerne Aussagen wie "Wer als Unternehmen nicht auf Facebook ist, hat keine Ahnung von neuen Medien und lebt hinterm Mond" verbreiten.

Im Folgenden konzentrieren wir uns also primär auf den SEO-Aspekt und nicht auf Facebook als Social-Media-Plattform - auch wenn im Artikel gut zwischen den Zeilen zu lesen ist, dass sich das beides nicht ausschließt.

Content

Die vielfältigen Inhalte, die es auf Facebook gibt (Profilseiten für Personen, Gruppenseiten, Diskussionen, …), sind über halbwegs sprechende URLs verfügbar, bei denen die erste "Ordnerebene" jeweils die Art der Seite widerspiegelt.

Wer sich die Verteilung der unterschiedlichen Ordner bei de-de.facebook.com anschaut (siehe SISTRIX-Auswertung), erkennt schnell, dass die meisten Rankings eindeutig für Suchanfragen rund um Personen existieren. Wenn z. B. bei Google nach "katharina huber" gesucht wird, erscheint deren Profilseite mit der URL http://de-de.facebook.com/people/Katharina-Huber/100000602044964 an der ersten Position.

An zweiter Stelle der Auswertung erscheint dann aber auch schon der Ordner /pages/, in dem viele recht unterschiedliche Arten von Seiten liegen. So finden sich hier z. B. auch Seiten, die der Wikipedia entstammen. Wer z. B. nach "atrioventrikularknoten" sucht, stößt direkt auf doppelten Content: Auf Platz 1 der Google-Ergebnisse findet sich die Wikipedia mit der URL http://de.wikipedia.org/wiki/Atrioventrikularknoten, während auf dem fünften Platz Facebook mit der URL http://de-de.facebook.com/pages/Atrioventrikularknoten/108228179211831 erscheint. Beide Seiten haben identische Inhalte - ein Zeichen dafür, dass Google es eben nicht immer perfekt schafft, doppelte Inhalte herauszufiltern.

Im Ordner /pages/ finden sich aber nicht nur Kopien von Wikipedia-Inhalten, sondern auch Seiten, die von Facebook-Nutzern zu bestimmten Themen oder auch für Unternehmen angelegt wurden. Wer z. B. nach der "RS Reisen GmbH" sucht, findet bei Google auf der ersten Seite auch deren Profilseite unter der URL http://de-de.facebook.com/pages/Roppen/RS-Reisen-GmbH/361960062140. Derartige Seiten kann jeder Nutzer anlegen (siehe unten).

Wie in der Sixtrix-Auswertung aber auch zu sehen ist, machen die Inhalte aus den Ordnern /people/ und /pages/ derzeit fast 98% aller Rankings aus. Dabei gibt es auch durchaus interessante Rankings und Anwendungen für die anderen Seitentypen – sie sind derzeit nur noch nicht so weit verbreitet. Das liegt natürlich auch daran, dass Facebook eben vor allem ein soziales Netzwerk ist, d.h. dass dort Inhalte rund um Personen vorherrschen.

Die Statistik wird allerdings durch die sogenannten "Vanity URLs" verfälscht. Wer eine bestimmte Mindestanzahl an Freunden/Fans (derzeit: 26) hat, kann seine eigene Vanity URL beantragen. Während eine Unternehmensseite ohne Vanity URL eine recht kryptische URL wie http://www.facebook.com/pages/Bloofusion-Germany/108216262532924 hat, kann man sich auch eine "hübschere" URL wie http://www.facebook.com/bloofusion.de geben lassen. Diese Seiten entziehen sich dann allerdings der Auswertung, sodass dort nur Seiten ohne Vanity URL zu sehen sind.

Linkaufbau

Wer sich Facebook mit einem Browser-Plugin anschaut, das Nofollow-Links darstellt (z. B. SearchStatus für Firefox), wird schnell die Freude an Facebook verlieren - zumindest, wenn es um Linkaufbau geht. Denn alle ausgehenden direkten Links sind als Nofollow-Links markiert.

Es gibt auch einige ausgehende Links, die keine Nofollow-Links sind. Wenn z. B. unter "Notizen" eine Notiz angelegt wird und in diese eine URL einbettet, wird sie über einen Redirect (z. B. http://www.facebook.com/note_redirect.php?...) per 302-Umleitung auf die eigentliche URL abgebildet.

In beiden Fällen mag unter SEOs gestritten werden, ob überhaupt und wie viel diese Links zur Verbesserung der Link-Popularität beitragen. In jedem Fall kann man aber feststellen, dass unter Ausnutzung der normalen Features keine direkten Dofollow-Links hinzubekommen sind.

Wer unbedingt einen direkten Facebook-Link haben möchte, muss schon ein bisschen tricksen. Interessant - nicht nur unter diesem Aspekt - ist die Anwendung "Static FBML", mit der man größeren Einfluss auf die Gestaltung einer Seite hat. Hier kann quasi direkt der Quellcode einer Seite verändert werden. Wer Interesse daran hat, seine Seite aus dem optischen Facebook-Einerlei herauszuheben, sei auf entsprechende Anleitungen (z. B. http://www.techipedia.com/2009/create-facebook-page/) verwiesen.

Mit Hilfe dieser Anwendung können dann ansprechende Seiten wie diese Profilseite erstellt werden. Auch hier ist zu sehen, dass alle Links Nofollow-Links sind - bis auf einen ("Krug") im Footer. Es ist also derzeit doch möglich, direkte Links von Facebook zu bekommen. Allerdings ist damit zu rechnen, dass Facebook derartige Tricks in naher Zukunft auch sperren wird. Somit sollte man sich damit abfinden, dass Facebook sich nicht zur Verbesserung der Verlinkung durch direkte Links eignet.

SEO-Strategie

Wenn Facebook also für den Linkaufbau keinen besonderen Wert hat, stellt sich die Frage, wie Facebook sinnvoll für SEO genutzt werden kann. Natürlich sollte ein Medium wie Facebook nicht nur unter diesem isolierten Aspekt betrachtet werden und stattdessen als Möglichkeit zur Kundenbindung und auch als PR-Plattform verstanden werden. Aber dennoch ist es natürlich interessant, wenn es eine Website mit derart hoher Link-Popularität gibt, auf der nahezu beliebig viele Inhalte abgelegt werden können.

Wie das zum eigenen Vorteil genutzt werden kann, zeigt z. B. der Online-Shop Dance Art Direct. Für die Suchanfrage "tanzschuhe online kaufen" wird nicht nur deren eigene Website auf den Positionen 4 und 5, sondern auch deren Facebook-Profil auf Position 10 gefunden.

Über Facebook können also Seiten angelegt werden, um mehr direkt beeinflussbare Seiten in den Suchergebnissen zu erhalten. Besucher dieser Seite haben dann zwei Möglichkeiten:

  • Sie können die Facebook-Seite besuchen und dort die Funktionalitäten nutzen, z. B. Notizen hinterlassen, Fotos und Videos angucken, Fan werden und so weiter.
  • Durch geschickte Gestaltung der Seiten können Besucher direkt auf die "eigentliche" Website gelenkt werden. Facebook ist in diesem Fall also nur ein Mittel zum Zweck, so dass die Seiten unter das Konzept "Presell Pages" fallen.

Facebook-Seiten

Wer Facebook nutzen möchte, um für relevante Keywords gefunden zu werden, sollte sich zunächst mit dem vertraut machen, was Facebook "Seiten" nennt. Seiten kann jeder in seinem Account anlegen (http://www.facebook.com/pages/create.php) - für Unternehmen, Marken, Organisationen, Künstler, Bands und vieles mehr.
 
Das Erstellen von Seiten ist kostenfrei und mit sehr wenig Aufwand möglich. Ein Blick auf die Facebook-Seite für Dance Art Direct zeigt aber, dass bei der Namenswahl für die Seite durchaus einiges beachtet werden muss. Dazu muss man vor allem wissen, dass Facebook den Seitentitel der resultierenden Seite aus dem Namen der Seite aufbaut.

Die Seite "Bloofusion Germany" hat also einen Seitentitel wie "Facebook | Bloofusion Germany" (also einen Seitentitel ohne relevante generische Keywords). Wenn allerdings - wie Dance Art Direct - nicht nur der Firmenname, sondern auch noch das wichtigste Keyword eingebaut wird, übernimmt Facebook auch diese Suchbegriffe in den Seitentitel.

Darüber hinaus kann eine eigene Seite dann auch an anderen Stellen mit Text und eigenen Suchbegriffen aufgefüllt werden - oder aber man installiert auch hier die Anwendung "Static FBML", um einen höheren Einfluss auf die Gestaltung der Seite zu haben.

Man erhält dann z. B. eine Seite wie die von Dance Art Direct, die nicht nur für Suchanfragen wie "tanzschuhe online kaufen" auf der ersten Google-Seite erscheint, sondern zudem noch Besucher dieser Seite mit verschiedenen Links direkt auf den Online-Shop schickt.

Weitere Möglichkeiten

Neben den Facebook-Seiten gibt es aber noch weitere Möglichkeiten, um auf relevante Suchbegriffe abzuzielen. Schließlich bietet ein Unternehmensname nur Platz für einen oder maximal zwei Suchbegriffe.

Eine Möglichkeit besteht darin, Notizen anzulegen (über den entsprechenden Reiter "Notizen"). Wer z. B. nach "esff tickets kaufen" sucht, findet in den Suchergebnissen recht weit vorne eine einzelne Notiz, die zum Profil von "Energy Zürich" (www.facebook.com/EnergyZuerich) gehört. Diese Notiz enthält dann auch direkt einen Link auf die Website, auf der das Ticket gekauft werden kann.

Aber auch Videos stellen eine Möglichkeit dar, relevante Rankings zu erzielen und zeitgleich Besucher auf die eigene Website zu lenken. Wie hier zu sehen ist, kann auch nach dem Beschreibungstext eines Videos ein Link eingebaut werden. Natürlich sollte der Name des Videos und der Beschreibungstext gut auf relevante Zielsuchbegriffe abgestimmt werden. Wer z. B. nach "mediamarkt darmstadt" sucht, stößt dabei auf die Videoseite mit der URL http://www.facebook.com/video/video.php?v=1092798990890062; wer nach "club vaio" sucht, findet eine Videoseite wie http://www.facebook.com/video/video.php?v=192098432289.

Videos sind durchaus spannend – aber wohl eher, wenn diese ohnehin schon vorhanden sind oder diese sehr kostengünstig produziert werden können. Für einen Markenartikler, der Fernsehwerbung betreibt, würde es sich z. B. anbieten, alle Werbe-Spots in das eigene Facebook-Profil zu integrieren, um so Besucher anzuziehen, die nach dem Namen eines Spots suchen (z. B. "vw werbung mit paul breitner").

Selten benutzt von Unternehmen wird auch der Reiter "Diskussionen", über den recht gut Inhalte eingestellt werden können. Es reicht ja hier zunächst, eine Frage zu stellen, die auf Suchbegriffe abgestimmt ist – eine echte Diskussion muss unter dem SEO-Aspekt gar nicht stattfinden. In einigen Beispielen haben wir hier jeweils Fragen für Drei-Wort-Suchanfragen generiert. Die resultierenden Seiten wurden von Google für diese Suchanfragen immer auf der ersten Position angezeigt. Wenn aus diesen Drei-Wort-Suchanfragen aber nur zwei Wörter ausgewählt wurden und danach gesucht wurde, waren die Seiten in der Regel erst auf hinteren Plätzen zu finden.

Verlinkung

Insgesamt zeigt sich hier ein grundlegendes Problem aller Aktivitäten bei Facebook: Die Website Facebook.com hat zwar eine immense Link-Popularität, aber deswegen sind trotzdem nicht alle Inhalte direkt bei Google auf dem ersten Platz zu finden. Das liegt sicherlich an verschiedenen Faktoren, vor allem an den folgenden:

  • Facebook hat zwar eine extrem hohe Link-Popularität, aber auch ein "Sammelsurium" an Inhalten. Der thematische Fokus fehlt hier vollkommen.
  • Die Inhalte liegen zum Teil extrem tief in der Website, so dass viele Seiten von der Link-Popularität sehr wenig abbekommen.

Bei unseren Tests haben wir daher oft unsere Inhalte mit externen Links versorgt. Auf jeden Fall sollte ein Unternehmen von seiner eigenen Website auf seine Facebook-Seiten verlinken, um hier eine thematische Verbindung herzustellen. Noch besser wäre es, noch zusätzliche Links von anderen Websites zu besorgen. Das ist natürlich ein zweischneidiges Schwert, weil so die enorme Link-Popularität von Facebook noch weiter verbessert wird, ohne dass die eigene Website direkt davon profitiert.

Sicherlich reicht es bei sehr konkurrenzschwachen Suchbegriffen aus, Inhalte einfach auf Facebook abzulegen (z. B. als Notiz), aber bei unseren Tests haben wir hier nur recht selten gute Rankings erzielt. Unternehmen sollten also auf jeden Fall eine Strategie zur Verlinkung haben.

Ausblick

Facebook wird so schnell wohl nicht untergehen. Das rasante Wachstum und das enorme Interesse an der Plattform zeigen, dass Facebook einiges richtig macht und auch noch ein paar Jahre relevant sein wird.

Wer also über SEO für die eigene Website nachdenkt, sollte auch SEO für Facebook in Erwägung ziehen. Die Minimallösung besteht dann darin, für das eigene Unternehmen eine Seite bei Facebook einzurichten und diese Seite von der eigenen Website aus anzulinken. Darüber hinaus gibt es aber  – wie im Artikel gezeigt –  noch viele Möglichkeiten, Inhalte für bestimmte Suchbegriffe abzulegen, um dann mit diesen Seiten auch Rankings zu erzielen. Das Gute daran ist sicherlich, dass man so eigentlich zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt: Da man für alle diese Maßnahmen Inhalte auf Facebook stellen muss, erhöht man die Attraktivität des eigenen Facebook-Profils und springt so auch auf den Social-Media-Zug auf. Außerdem kann man so eben auch wertvollen Traffic erzeugen.

Fazit

Facebook ist auch in Bezug auf SEO sehr interessant. Mit entsprechenden Maßnahmen können Unternehmen zweierlei erreichen: Ein interessantes Facebook-Profil, damit Besucher dort den Dialog mit dem eigenen Unternehmen suchen, und obendrein die Möglichkeit, zusätzlichen Traffic für die eigene Website zu generieren.

Markus Hövener
markus@bloofusion.com
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