Online-Marketing Newsletter: AUSGABE 25 / 2010 | 02.07.2010 - ADZINE - Magzin für Online-Marketing
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   AUSGABE 25 / 2010 | 02.07.2010

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EDITORIAL
von Arne Schulze-Geißler, Editor | ADZINE 02.07.2010

iAd, Zielgruppe: Appler

Arne Schulze-Geißler

Apple-Produkte begeistern die Nutzer, darunter sozusagen historisch gewachsen viele Kreative und Werber. Sie sind wohl am schnellsten von Werbemöglichkeiten auf Apple-Produkten zu begeistern, aber wird die gestern gestartete Apple-Werbeplattform iAd auch Publisher und Werbekunden glücklich machen? Apple übernimmt mit iAd die exklusive Werbevermarktung von iPhone- und iPod-Apps. Im Herbst soll dann das iAd auch für die iPad-Apps bereitstehen.

Die App-Publisher erhalten dabei 60 Prozent der Werbeumsätze in ihren Angeboten, die übrigen 40 Prozent gehen natürlich an Apple selbst. Über die operative Vermarktung oder auch Partnerschaften mit Verlagen etc. in europäischen Ländern oder auch spezielle Agenturkonditionen, wie sie in den meisten Märkten ja üblich sind, ist bisher nichts bekannt.

Auch ist nicht ganz klar, wie man überhaupt Werbung bucht, nach welchen Kriterien, wie die Zielgruppen sortiert werden und Ähnliches. Alles störende Detailfragen, denen man von Appleseite nicht sonderlich viel Beachtung zu schenken scheint. Man hat sowieso zunächst mal nur einen sehr erlauchten Kreis von Werbekunden im Visier, die auch gleich Millionenbeträge bei Apple platzieren, ohne scheinbar eine klar definierte Leistung einzufordern. Eher ein ungewöhnliches Verhalten der Marketingverantwortlichen und Agenturvertreter, wenn man bedenkt, dass andere Werbeträger bis an die Preisschmerzgrenzen gebracht werden. Werbekunden wie AT&T, Campbell Soup Company, Chanel, Citi, GE, JCPenney, Liberty, Nissan, Sears, Unilever und The Walt Disney Studios haben dafür gesorgt, dass Apple schon  $60 Millionen vor Start umgesetzt hatte, das sind ca. 50 % der mobilen US-Ad Spendings in der zweiten Hälfte von 2010.

Es sind vor allem die Kreativen und Entwickler unter den Werbern, die erhebliches Potenzial für die Kundenansprache in den Apple-Produkten sehen, vermutlich werden auch sie in erster Linie davon profitieren. Doch auch Kreative werden sich an die spezielle Apple-Vorgehensweise gewöhnen müssen. Um ein gewisses kreatives Niveau sicherzustellen, müssen die Werbemittel bei Apple einen Qualitätscheck durchlaufen, ähnlich wie die Apps selbst. Im Zweifelsfall werden Apples Kreative selbst aktiv, so liegt auch für die Werbekreativen und ihre Kunden in jeder Kampagne noch Überraschungspotenzial.

Obwohl natürlich auch Verlage Großes mit Apple in der Verbreitung ihrer Inhalte über Apps vorhaben, (manche sind Steve Jobs förmlich um den Hals gefallen), dürfte Apples Exklusivität in der Produktvermarktung (iTunes) wie auch in der Werbevermarktung (iAd) bei den Verlagen natürlich alles andere als Begeisterung auslösen. Wenn man also Werbung nicht als Standbild in seine Apps fest integriert, dann entscheidet das iAd System über die Auslieferung. Inwieweit man dann noch selbst Steuerungsgewalt hat, wann welcher Werbekunde in einer App erscheint, ist nicht ganz klar. Auch hier werden sich professionelle Inhaltelieferanten, aber auch Werbekunden möglicherweise an neue Regeln gewöhnen müssen.

Nach dem ersten großen Wirbel wird Apple aber die gewachsenen Metriken der Werbung hinsichtlich der Reichweiten in den definierten Zielgruppen nicht ganz außer Kraft setzen können und eher früher als später wird der Apfel genau an diesen Kriterien gemessen werden. Weiterhin wird Apple unter Beweis stellen müssen, dass das Unternehmen ein fairer und verlässlicher Partner für die Publisher und auch die Agenturen ist. Ob sich Apple mit seiner Vielfachrolle als Gerätehersteller, Contentvermarkter, Werbevermarkter sowie Wächter über Kreativstandards, Anstand und Sitte vielleicht doch etwas übernimmt, wird die Praxis schon bald zeigen.

Viel Spaß mit ADZINE!

Arne Schulze-Geißler
asg@adzine.de
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Conversion Conference Hamburg, 28.10.2010
AGOF INTERNET FACTS
von Jens von Rauchhaupt, Redaktion | ADZINE 02.07.2010

Reichweitenerhebung: Mehr Netto vom Brutto

Jens von Rauchhaupt

Vor allem eine definitorische Anpassung des Multi-Client-Modells hatte erheblichen Einfluss auf die Nettoreichweiten der durch die AGOF ausgewiesenen Werbeträger in den jüngst erschienenen AGOF internet facts 2010-I. Aber warum steigt überhaupt die Nettoreichweite, wenn es immer derselbe Nutzer ist, der mit verschiedenen Browsern auf die Webseiten zugreift?

Die Werbeträger haben quasi auf einen Schlag in den AGOF internet facts 2010-I mehrere Millionen Unique User im Monat dazugewonnen. So konnte IP Deutschland etwa einen Anstieg von fast 9,5 Mio., Tomorrow Focus von 8,3 Mio. und OMS von 7,7 Mio. Unique User im Monat verzeichnen.

Was war geschehen? Zunächst erhöhte sich die Grundgesamtheit durch einen leichten Anstieg der Internetnutzer und die Zurechnung der EU Ausländer und deutschsprachigen Ausländer ab 14 Jahren. Der weiteste Nutzerkreis (WNK) der letzten drei Monate umfasst nunmehr 49,68 Mio. Menschen.  Bei den internet facts 2009-IV  waren es noch 43,49 Millionen. Dazu kommt ein saisonaler Effekt. Denn im ersten Quartal eines Jahres ist die Online-Aktivität der Nutzer immer höher als im letzten Quartal eines Jahres. Hauptverursacher des Nettoreichweitenanstieges ist aber die Feststellung einer veränderten Nutzungssituation.

Die ag.ma (Arbeitsgemeinschaft Media Analyse e.V.) und AGOF begleiteten die Studienerhebung  mit einer Telefon- und eine Onsite-Befragung zum Online-Nutzungsverhalten. Dabei stellten die Marktforscher fest, dass die Menschen inzwischen das Medium Internet anders nutzen als noch vor knapp zwei Jahren. Vor den internet facts 2010-I wurde ein Multi-Client-Nutzer als ein Nutzer definiert, wenn dieser mehr als 10 Prozent seiner gesamten Online-Nutzungszeit das Internet von mehr als einem Ort nutzt und/oder an einem Ort mit zwei Rechnern ins Internet geht. Ein Multi-Client-Nutzer wurde dann durch die Zusammenfassung von zwei Clients gebildet. Die neueren Untersuchungen zeigten, dass der Anteil von Usern mit mehr als einem Online-Zugang (Client/Browser) deutlich höher ist.

Claudia Dubrau, AGOF

Um diese geänderte Online-Nutzung gerecht zu werden, gilt ab der aktuellen AGOF-Ausweisung als Multi-Client-Nutzer, wer bei einer Nutzungsintensität ab 10 Prozent das Internet von mehr als einem Ort aus nutzt und/oder mit mehr als einem Browser pro Rechner online geht. Ein Multi-Client-Nutzer wird nun durch die Zusammenfassung von jetzt bis zu vier Clients gebildet. Der Anteil von Multi-Client-Nutzern stieg in den internet facts von bisher 37 Prozent auf jetzt satte 75 Prozent. Claudia Dubrau, Geschäftsführerin und Sprecherin Technische Kommission der AGOF, machte daher auf dem Hamburger Presse-Workshop zu den neuen internet facts 2010-I deutlich: „Wir fangen bei einem neuen Nullpunkt an – die Welt beginnt für uns sozusagen neu.“ Nadja Elias, Pressesprecherin der AGOF, ergänzte: „Mit der nötig gewordenen Definitionsanpassung, die wir jetzt vorgenommen haben, ist es schon so, als würde man auf den Reset-Knopf drücken.“

Das mit dem „Reset-Knopf“ nahm dann die Fachpresse genauso gebetsmühlenartig auf wie die offizielle AGOF-Darstellung über die Veränderungen der Grundgesamtheit und vor allem die AGOF-eigenen Erläuterungen der Multi-Client-Anpassung. Doch wir waren uns recht schnell sicher, dass die Änderung der Multi-Client-Definition mit ihren Folgen für die Nettoreichweite der Werbeträger erklärungsbedürftig ist. Lars Gibbe, Mitglied der Geschäftsführung der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM), gesteht: „Im ersten Moment ist die Veränderung überraschend. Aber es ist doch nachvollziehbar, dass die Berücksichtigung von mehr Clients die Nettoreichweite erhöht. Wenn man bedenkt, was sich in den letzten Jahren auf dem Markt für Endgeräte getan hat, wird einem schnell klar, dass die Mediennutzung dem Forschungsmodell davongelaufen war. Es wurde es also Zeit für eine Anpassung.“

Auch auf der Facebook Seite von ADZINE wurde diskutiert, hier ein Auszug.


Jürgen Sandhöfer, Vorstandsvorsitzender der Sektion Internet in der AGOF, veranschaulicht für uns noch einmal die Konsequenzen der Multi-Client-Anpassung zeitgemäß und einfach. „Es ist 2010 – Weltmeisterschaft in Südafrika. Im Stadion von Johannesburg haben sich 84.000 Zuschauer eingefunden, wie wir anhand der verkauften Tickets feststellen können. Die Zuschauer haben sich während des Spiels und in der Halbzeitpause Verschiedenes gekauft, ein Bier, eine Cola, einen Hotdog, Eis, vielleicht einen Schokoriegel oder Gummibärchen. Die Verkaufszahlen zeigen, wie viel insgesamt von jedem dieser Snacks und Erfrischungen verkauft wurde. Nach dem Spiel befragen wir am Ausgang des Stadions eine Stichprobe der Zuschauer, was sie sich gekauft haben. Um zu erfahren, wie viele Besucher zu den Eisessern, wie viele zu den Biertrinkern, wie viele zu den Colatrinkern etc. gehören, errechnen wir die jeweilige Anzahl anhand der Gesamtverkäufe und der Daten der Stichprobe. Bei den bisherigen Befragungen nach WM-Spielen haben wir nur nach den zwei Hauptkäufen gefragt – bei einem Stadionbesuch haben die meisten Zuschauer bislang nur ein oder zwei Käufe getätigt. Dadurch haben wir eventuell vernachlässigt, dass der Biertrinker und Hotdogesser vielleicht in einem dritten Kauf zusätzlich auch noch ein Eis und eine Tüte Gummibärchen gekauft hat. Da wir nun festgestellt haben, dass die Zuschauer sich neuerdings mehrmals etwas kaufen und nicht alles in bis zu zwei Käufen holen, haben wir die Stichprobe angepasst und fragen auch nach einem dritten und vierten Kauf. Dabei zeigt sich, dass z.B. mehr Zuschauer zusätzlich auch Eis gekauft haben. Das bedeutet, Zuschauer, die wir bereits als Biertrinker und Gummibärchenesser kennen, werden jetzt auch zu Eisessern – die Zahl der einzelnen Eisesser steigt an. Da die Anzahl der gesamten Eisverkäufe gleich geblieben ist, sind wir also bislang davon ausgegangen, dass die bereits ‚bekannten‘ Eisesser bei einem Kauf mehr Eis einkaufen, durch die jetzt vergrößerte Eisesserschaft wird die Eismenge pro Person etwas geringer.“

Jürgen Sandhöfer, AGOF

Unberücksichtigt blieb bisher, ob ein Single-Client-User eventuell noch weitere Clients im System erzeugt, und zwar durch die Nutzung eines weiteren Browsers. Nach der Definitionsanpassung überprüft die AGOF dies. Auch ein User, der nur einen PC zum Surfen nutzt, kann nun ein sogenannter Multi-Client User sein, also ein User, der sich aus mehreren Nutzungssträngen zusammensetzt, wenn er mehrere Browser nutzt. So kann ja ein User aus beruflichen Gründen überwiegend Websites der Bereiche Nachrichten, Wirtschaft und Politik besuchen und auf einem anderen Browser Webseiten aus der Unterhaltung ansteuern. „Je nachdem, welcher der beiden Browser zufällig dem User zugewiesen wurde, wurde bisher entweder die berufliche oder die private Nutzung für diesen User nicht berücksichtigt“, sagt Sandhöfer. Durch die angepasste Multi-Client-Definition werden nun beide Nutzungsstränge dem User zugeordnet und so erhalten die Websites, die vorher unbeachtet blieben, einen neuen Nutzer (Unique User). „Bei den bisherigen Multi-Client-Usern, die ja eher ‚Multi-PC-User‘ waren, gilt dies natürlich gleichermaßen. Auch dort wurden bisher Nutzungsstränge nicht zugeordnet“, ergänzt Sandhöfer.

Lars Gibbe, OWM

Lars Gibbe vom OWM begrüßt die Anpassung der Multi-Client-Definition, macht aber auch klar, dass es sich um eine vorläufige Validierung der Client-Verteilung handelt. „Wir halten die Anpassung der Browseranzahl, die für den Großteil der Netto Zuwächse steht, für vertretbar, weil sie deutliche, faktische Veränderungen in der Onlinenutzung nachzeichnet. Gleichwohl haben wir noch größere Anstrengungen für die endgültige Validierung dieses Kennwertes eingefordert.“ Diese Validierung soll innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate erfolgen. Dann wissen wir alle, ob es sich bei der Anpassung der Multi-Client-Definition um eine wahre Leistungssteigerung oder eher um Leistungsdoping gehandelt hat.

Jens von Rauchhaupt
jvr@adzine.de
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Die Dialog Akademie  --  Fachwirt/in: Social Media  --  Online Marketing  --  Dialogmarketing
ONLINE-VERMARKTUNG
von Thomas Promny, Gastautor | ADZINE 02.07.2010

Automatisierung in der Non-Premium-Vermarktung

Thomas Promny

Experten und Branchenanalysten sind sich darüber einig, dass für Publisher noch enormes Potenzial in der sogenannten Non-Premium-Vermarktung liegt. Nur wie der Weg zu den Mehrerlösen aussieht, ist noch unklar. Immer öfter erleben Vermarkter heute, dass Vertriebsmitarbeiter Kampagnen zu Low-TKPs oder CPC verkaufen (könnten), anstelle der Listen-TKP, die ja erst die teure Vertriebsstruktur rechtfertigen würden. Nicht zuletzt begibt sich der Vermarkter dabei in die Gefahr, den hochpreisig verkauften Anteil zu kannibalisieren und dauerhaft zu schädigen.

Wird man es vielleicht schaffen, auf den Restplätzen höhere Preise durchzusetzen? Ich denke nicht, aus folgendem Grund: Üblicherweise entstehen Preise in freien Märkten durch Angebot und Nachfrage. Das gilt auch für den Online-Werbemarkt, allerdings mit einigen Besonderheiten: Allen voran steht das Überangebot an Werbeplätzen. Beispielsweise im Gegensatz zum Neuwagenmarkt, der derzeit ebenfalls von einem starken Überangebot geprägt ist, hat der Online-Werbemarkt keine natürliche Preisuntergrenze – bei Autos ist der Herstellungs-/Materialpreis relativ klar definiert und unter diesem wird normalerweise nicht verkauft.
Online lassen sich Herstellungskosten für bestehenden Traffic meist nur schwer direkt beziffern, was dazu führt, dass die TKPs in einigen Segmenten gegen Null tendieren: Eine sehr preiswert verkaufte Werbefläche scheint besser als eine leere. Der Haken daran ist: Das Preisniveau sinkt kontinuierlich. Jedenfalls solange das Angebot an Werbeflächen die Nachfrage deutlich übersteigt. Und da die Nachfrage mit sinkendem Preis wiederum steigt, wird auf irgendeinem Preisniveau ein Gleichgewicht erreicht.

Dieses wird aber wohl weit entfernt sein von dem Niveau, das Publisher und Vermarkter brauchen, um leben zu können. Die Branche braucht weiterhin gut verkaufte Premium-Flächen, die ordentliche Preise erzielen. Sie braucht aber auch das Restplatzgeschäft, für das sich allerdings oft kein direkter, manueller Verkauf rechnet.

Was tun wir, wenn wir die Restplätze nicht leer laufen lassen wollen und dennoch mit geringem Aufwand ohne Kannibalisierung damit noch möglichst hohe zusätzliche Umsätze zu erreichen? Ein paar Ideen zur automatisierten Restplatzvermarktung:

Ziel ist die Maximierung des TKP

Abgesehen von einigen durch Konzernpolitik oder ähnliches geprägten Ausnahmen, ist normalerweise der maximale TKP das oberste Ziel jeder Vermarktungsstrategie, auch im Non-Premium-Segment. So ist der effektive TKP neben einer maximalen Auslastung der entscheidende Faktor in der wichtigsten, wenn auch sehr vereinfachten, Gleichung für Online-Publisher:

Traffic x TKP = Umsatz

Erlös-Maximierung durch Fallback-Ketten

Als „Fallback“ oder auch „Default“ bezeichnet man ein alternatives Werbenetzwerk, das „einspringt“, wenn ein anderes für eine Platzierung keine Anzeigen mehr liefern kann. Das ist nicht ungewöhnlich, da die Kampagnen der meisten Netzwerke begrenzt sind, beziehungsweise die Seitenbetreiber dies selbst limitieren, indem sie Mindestpreise für ihr Inventar festlegen.

In der Praxis wird also für Werbenetzwerk A als Fallback das Werbenetzwerk B hinterlegt. Fallback für Netzwerk B ist dann Werbenetzwerk C und so weiter. Sortiert werden die Netzwerke in dieser Fallback-Struktur idealerweise nach den TKPs, die sie erzielen.


Haken: Diese Fallback-Ketten sind weitgehend statisch. Das heißt, die Reihenfolge wird einmalig festgelegt aufgrund der in der Vergangenheit durch die einzelnen Netzwerke erzielten TKPs. Diese können sich aber jederzeit ändern.

Problem: Die Messung des aktuellen eTKP

Wer testen will, welches Vermarktungsnetzwerk für welchen Werbemarktplatz den höchsten TKP bringt, stößt sehr schnell an technische Grenzen. Wenn Sie herausfinden wollen, welchen  eTKP Sie gestern mit der Restplatzvermarktung erzielt haben, werden Sie oft kaum mehr als ein Schulterzucken bekommen. Denn meistens kann man erst mit einem Verzug von Wochen bis Monaten den tatsächlich erzielten effektiven TKP von den Netzwerken erfahren. Marktplätze wie AdScale oder AdSense sind technisch bereits einen Schritt weiter: Sie können immerhin mit nur noch ein paar Stunden Verzögerung weitgehend endgültige Zahlen liefern. Von Auswertungen in Echtzeit sind allerdings auch sie noch weit entfernt. Am schlechtesten berechenbar sind Postview-Netzwerke: Hier liegt es in der Natur der Sache, dass erst nach Wochen absehbar wird, welche Umsätze erzielt wurden.

Performance-Optimierung für höhere TKP

Im Non-Premium Segment führt in der Regel jede Steigerung der Performance aus dem vorhandenen Traffic in Gestalt von Klicks, Leads und Sales zu höheren effektiven TKP. Denn die genannten Aktionen sind die Kategorien, in denen der verkaufsorientierte Werbekunde denkt. Mit diesen Größen kann er kalkulieren und dafür ist er bereit zu zahlen. Daher stellt sich die Frage, wie bekommt man möglichst viel veräußerbare Response aus seinem zur Verfügung stehenden Traffic?

Die Klickrate gehört dabei zu den ältesten Messgrößen in der Onlinewerbung. Selbst wenn Sie all ihre Werbeplätze nur auf TKP-Basis verkaufen, also gar keine direkte Motivation haben, viele Klicks zu liefern, sollten Sie die Klickraten immer im Auge behalten: Jeder Werbekunde wird, wenn er auf TKP bucht, die Klickrate beachten und errechnen, wie viel er effektiv für einen Klick bezahlt. Wenn Ihre Klickrate also schlecht ist, geraten auch bei TKP-Buchungen früher oder später die Preise unter Druck.

Wesentlich wichtiger ist natürlich die Klickraten-Optimierung, wenn Sie überwiegend auf CPC oder CPX bezahlte Werbekampagnen auf Ihren Seiten haben. Dann haben Sie mit der Klickrate einen sehr direkten Einfluss auf den erzielbaren effektiven TKP.

Entscheidend für die Klickrate ist in der Praxis vor allem die Platzierung der Werbeflächen. Standardpositionen wie der Skyscraper außerhalb des Contents auf der rechten Seite gehören zu den eher schlecht funktionierenden Positionen: Der Nutzer erwartet Werbung an dieser Stelle und blendet die Fläche gerne automatisch aus. Früher wurden solche Skyscraper manchmal ganz am rechten Rand der Seite direkt am Scrollbalken platziert. Sie ahnen warum: Viele Nutzer klicken versehentlich auf die Anzeigen, beim Versuch, den Scrollbalken zu treffen. Die Klickrate steigt. Ähnliches funktioniert auch mit Werbung die entsprechend nah an Navigationselementen in der Seite platziert ist.

Jedoch wird die Performance insbesondere die Conversion auf der Zielseite in Zukunft noch viel stärker in die Preisbildung einfließen, daher führen oben beschriebene Tricks letztlich nicht zu höheren Erlösen. Die beste Methode zur Steigerung der effektiven Publisher-Vergütung liegt darin, seinen Nutzern die für sie passendsten am Markt verfügbaren Werbekampagnen zu zeigen, auf die sie am wahrscheinlichsten positiv reagieren. Das ist in jedem Fall die beste Voraussetzung für die Erlösmaximierung von Non-Premium Traffic, aber manuell eine kaum lösbare Aufgabe.

Lohnt sich der manuelle Optimierungsaufwand?

Die Frage ist natürlich berechtigt und muss im Einzelfall abgewogen werden. Zum Beispiel machen manche Newsseiten gute Erfahrungen damit, für möglichst jeden Artikel ein passendes Affiliateprogramm aus der Zanox-Datenbank zu suchen und unter dem entsprechenden Artikel zu verlinken. Das bedeutet einen erheblichen Zusatzaufwand, den man kostenseitig genau abwägen sollte. Ich bin in den meisten Fällen skeptisch, ob die Umsätze die Kosten für den umfassenden manuellen Aufwand rechtfertigen. Selbstverständlich gelten hier auch andere Meinungen, ich persönlich aber glaube an dieser Stelle stark an Automatisierung.

Automatisierung

Optimal wäre ein System, das dem Seitenbetreiber jegliche manuelle Arbeit abnimmt: Er integriert lediglich noch den Adtag eines Dienstleisters und dieser findet dann automatisiert heraus, an welcher Position welche Anzeige aus welchem Werbenetzwerk zu gegebenem Zeitpunkt den höchsten TKP bringt.Leider leichter, als getan. Es gibt bisher kaum praktikable Lösungen dafür, erst recht nicht in Deutschland.

Rubicon Project, Pubmatic, RevenueMax

In den USA gibt es seit ein paar Jahren Unternehmen, die sich diesem Problem widmen. Rubicon Project oder Pubmatic sind beispielsweise sehr gut mit Venture Capital ausgestattet und investieren Millionen in die Entwicklung entsprechender Technologien. Diese sind noch weit davon entfernt, perfekt zu funktionieren, aber ein sehr sinnvoller Schritt in die richtige Richtung. Auf dem deutschen Markt sind sie bisher allerdings kaum aktiv.

Das Ziel bzw. die Idealvorstellung einer solchen Lösung wäre in meinen Augen, auf jeder URL zu jeder Tageszeit bei jedem Wetter und für den Nutzer personalisiert aus allen verfügbaren Werbenetzwerken die jeweils optimale Kampagne auszuwählen und zu liefern. Die vollständige Realisierung der Idealvorstellung mit den derzeit vorhandenen Rahmenbedingungen des Marktes scheitert derzeit leider an vielerlei technischen Hürden und einer nahezu unendlichen Komplexität der Aufgabenstellung. Das Ziel kann vorerst also nur eine Annäherung an dieses optimale Szenario sein. Vollständig erreichbar wird es in den nächsten Jahren aber nicht sein.

In Deutschland hat sich RevenueMax dieses Problems angenommen und bietet eine für den Seitenbetreiber vollautomatisierte Vermarktungsoptimierungslösung. Für Sie bedeutet das, dass RevenueMax Ihnen das aufwändige und komplexe Testen der unterschiedlichen Anbieter abnimmt und das Ziel verfolgt, den maximalen TKP auf den Werbeflächen zu erzielen. Dabei ist klar, dass „maximaler TKP“ aufgrund der oben genannten technischen Hürden nicht bedeutet, dass das theoretisch vorstellbare Maximum erreicht wird. In der Regel erreichen die Systeme Pubmatic, Rubicon und auch RevenueMax aber bereits eine deutliche Steigerung der TKPs bei gleichzeitig verringertem Arbeitsaufwand für das manuelle Kampagnenmanagement.

Mehr zum Thema finden Sie in Thomas Promnys Buch zum Thema „Werbevermarktung im Internet“, das kostenlos erhältlich ist.

Über den Autor:

Thomas Promny ist ein deutscher Internet-Unternehmer. Seit 1999 betreibt er verschiedene Unternehmen im Online-Marketing und Ecommerce-Bereich. Seit Juni 2010 gehört dazu auch die RevenueMax AG, ein spezialisierter Dienstleister für die Optimierung von Online-Vermarktungsstrategien.

Thomas Promny
thomas@promny.de
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