Online-Marketing Newsletter: AUSGABE 26 / 2009 | 09.07.2009 - ADZINE - Magzin für Online-Marketing
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   AUSGABE 26 / 2009 | 09.07.2009

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EDITORIAL
von Arne Schulze-Geißler, Editor | ADZINE 09.07.2009

Willkommen bei Sky!

Arne Schulze-Geißler

Landen ist der Normalfall, wenn Sie auf einen Link oder eine Anzeige geklickt haben, aber was dann? Ich habe mir mal gerade ein prominentes Beispiel einer Bestellseite angeschaut. Die Seite von Premiere, nein, Sky natürlich. Die Zahl der Abonnenten soll von 2,4 Mio. auf über 3 Mio. gesteigert werden, damit dauerhaft ein Geschäftsmodell daraus wird. Von Dauer sollte es schon sein, denn die Werbekampagne, die am 4. Juli startete soll 100 Mio. Euro schwer sein.

Die Höhe des Budgets erscheint mir nicht ganz plausibel. Das wären ja etwa die Aboeinnahmen eines ganzen Jahres, wenn es denn mal drei Mio. Kunden würden. Aber gut, fürs Tiefstapeln war ja auch schon das Management zu Premiere-Zeiten nicht bekannt. Selbst 50 Mio. Euro wären ja noch ganz hübsch. Agenturen und Medien können sich natürlich über solche Kunden gerade jetzt freuen.

Bis auf ein Wallpaper bei Focus.de und einen Radiospot habe ich selbst allerdings noch gar nichts von der Kampagne gesehen oder gehört. Schaut man bei Google Insights nach, zeigt die Kampagne erste Ausschläge beim Suchvolumen in Richtung „Sky“. Über die tatsächliche Anzahl der Suchanfragen verrät es leider nichts, aber Trends sind auch schon aufschlussreich. Die Kampagne ist durch die Buchung von Keywords in die Suchmaschinen Bing, Google und Yahoo verlängert. Einige Begriffe wie „Sportfernsehen“, „Digital TV“ oder „Entertainment“ sucht man allerdings vergeblich, wo Wettbewerber durchaus zu finden sind.

Was findet der Fußballfan nun auf sky.de und was kostet es? Ich wollte gerade die Klicks zählen, die ich gebraucht habe, um zur Beschreibung des wöchentlichen Bundesliga-Angebotes, auch Sendekonzept genannt, zu kommen. Ich kann es nur gerade nicht wieder- finden, einfach zu viele irritierende Bilder, die von den wichtigen Themen ablenken. Wiedergefunden, man kann tatsächlich in drei Klicks fast überall hinkommen, zumindest bei den Informationen zu den Inhalten.

Was mich stört, ist, dass man mir auf fast jeder Seite ein Willkommensangebot für 16,- Euro zeigt, aber keine regulären Preise und Leistungen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich systematisch von der eigentlich relevanten Information ferngehalten werde. Vielleicht ist das der Schlüssel zum Erfolg? Mich interessieren primär die Leistungspakete und die regulären Preise, also klicke ich nun auf direktem Weg den „Abonnieren“-Link. Auf der folgenden Seite wird mir zunächst mal das Willkommensangebot gezeigt, das mich schon auf der Startseite begrüßte und mich nicht interessiert, weil ich ja wissen möchte, was mich der Spaß dauerhaft kostet. Dann klicke ich in der linken Navigation auf „Paketinfos“, welches an anderer Stelle auch „Pakete und Preise“ genannt wird. Ich bekomme aber wieder keine Leistungen und keine Preise, ich erhalte wieder nur das Zwei-Monate-für-die-Hälfte-Willkommensangebot.


Aber weiter unten der Lichtblick: Die Seite reduziert sich für mich neben dem Willkommens-angebot nun auf nur noch zwei Alternativen: Den roten Bestell-Button oder aber den Link mit der Aufschrift „Paket- und Receiverpreise auf einen Blick“. Ich entscheide mich natürlich für das Letztere und erhalte in einem Pop-up genau die Info, die ich schon von Anfang an gesucht hatte: Leistungspakete und die Preise. (Kann man die nicht auf die Startseite packen?) Wenn ich jetzt kleinlich wäre, könnte ich auch noch beanstanden, dass man nun keine direkte Verlinkung zu den Inhalten der einzelnen Pakete erhält.

Das Pop-up mit den Infos habe ich nun wieder geschlossen und auf die andere Alternative „Bestellen“ geklickt. Es erscheint eine Seite ohne neue Infos, wieder einmal der Hinweis auf das Willkommensangebot und eben der identische Bestellbutton wie auf der Seite vorher. Die einzige Zusatzinfo, die ich erhalte ist, dass der folgende Bestellvorgang aus vier Schritten bestehen wird. Der Bestellvorgang lässt sich dann einigermaßen schnell durchlaufen, wenn man weiß, welche Pakte und Receivervarianten man haben möchte, ob HD- oder TV-digital-Option. Ich wusste es nicht und bin dann irgendwann ausgestiegen aus dem ganzen Vorgang. Ein echter Fußball-Fan wird sich da durchbeißen, da bin ich mir sicher.

Viel Spaß mit Adzine!

Arne Schulze-Geißler
asg@adzine.de
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DISPLAY WERBUNG
von Michael Röhrs-Sperber, Redaktion | ADZINE 10.07.2009

Netbooks: Alles auf dem Schirm?

Michael Röhrs-Sperber

Kennen Sie Netbooks? Netbooks sehen aus wie kleine Sub-Notebooks und kosten zwischen 300 und 400 Euro. Sie sind leicht, günstig aber keine vollwertigen Notebooks. Und sie haben einen gravierenden Nachteil für Werber: Ihre Auflösung beträgt 1024 x 600 Pixel.

Netbooks sind die momentanen Shootingstars bei den Computerverkäufen. Im dritten Quartal 2008 sollen laut dem Marktforschungsinstitut IDC in Europa etwa 2 Mio. Netbooks verkauft worden sein. Für das vierte Quartal rechnete IDC mit 4 Mio. Laut Gartner werden etwa 10 Prozent der Computerverkäufe 2009 auf Netbooks entfallen. Das würden bei 275 Mio. weltweit verkauften PCs/Notebooks etwa 27 Mio. Netbooks sein. Für Deutschland sehen die Verkaufszahlen sogar noch besser aus. So hat Gartner ermittelt, dass im ersten Quartal 2009 in Deutschland etwa drei Mio. PCs/Notebooks verkauft wurden, wovon 374.000 Netbooks waren – also etwa 12,5 Prozent. Der BITKOM geht für 2009 von 11,6 Mio. verkauften Computern in Deutschland aus. Selbst wenn die Finanzkrise diese Zahlen auf 10 Millionen bröckeln ließe, wären das noch immer 1,25 Mio. Netbooks. Und der Run auf diese Geräte hat erst begonnen. Schon kursieren Zahlen von 20 Prozent Netbookanteil an den Verkäufen.

Netbooks haben den Massenmarkt erreicht

Schwach auf der Brust

Netbooks sind keine vollwertigen Notebooks. Getrieben werden Sie fast ausschließlich von einem leistungsschwachen, aber sparsamen Intel-Atom-Prozessor, unterstützt von einem oder zwei Gigabyte-Speicher und einer meist 160 GB großen Festplatte. Der Bildschirm ist zumeist 10 Zoll groß und stellt nur 1024 x 600 Pixel dar, das ist weniger, als 17-Zoll-Monitore vor 10 Jahren leisteten. Eine leistungsfähige Grafikkarte existiert nicht und die eingebaute Grafikausgabe liegt auf unterstem Niveau. Ihr großer Vorteil ist das geringe Gewicht von zumeist 1,5 Kilogramm und ihre Ausdauer von teilweise acht bis neun Stunden Akkulaufzeit. Aufgrund der geringen Leistungsfähigkeit der Hardware sind diese Geräte nur für den Einsatz von Bürosoftware und dem Browser gedacht. Surfen soll man mit ihnen. Und wenn man leistungshungrige Software ausführen will, hat die auf einem Server zu laufen und ihre Bildschirmausgabe im Browser des Netbooks zu machen.

Für Online-Werbung geeignet?

Aus diesem Grund stellte sich die ADZINE-Redaktion die Frage, wie es denn mit der Werbeeignung der schicken Zwerge aussieht. Ein flugs gekauftes Netbook (ASUS Eee PC 1000HE) sollte uns diese Frage beantworten. Und die Ergebnisse waren teilweise sehr ernüchternd, manchmal so enttäuschend. Denn auf einigen Seiten war von der Werbung nichts zu sehen – es sei denn, man fing an nach rechts zu scrollen. So konnte man bei YouTube von den Ads auf der rechten Seite gerade noch einen farbigen Balken sehen. Für die Werbung ist aufgrund der geringen horizontalen Auflösung von 1024 Pixeln nicht genug Platz auf dem Bildschirm vorhanden. Viele Internetauftritte sind schon auf 1280 Pixel optimiert, sodass dem Netbook auf der rechten Seite 256 Pixel fehlen. Ein 300 Pixel Skyscraper wird also nur mit 44 Pixeln gezeigt. Da dies gerne ein einfarbiger Hintergrund ist, sieht der Scraper wie ein gelungener Seitenabschluss aus. Und durch die geringe vertikale Auflösung von 600 Pixeln, hält der Scraper diese Illusion für die ganze Seite auch aufrecht. Es scheint also keine Optimierung für Netbooks zu existieren. Und das vor dem Hintergrund explodierender Hardwareverkäufe.

Klaus Nadler, IP Deutschland

Unterschiedliche Ads für Netbooks?

Aus diesem Grund fragten wir bei Publishern nach, ob Netbooks bei Werbern überhaupt eine Rolle spielen und ob es für sie Optimierungen geben wird. Klaus Nadler, Director Operations bei IP Deutschland: „Netbooks spielen insofern eine Rolle, da sie speziell für die Internetnutzung ausgerichtet sind und somit auf das ganze Thema Online einzahlen   insbesondere mit Blick auf Bewegtbild und natürlich auch auf die mobile Internetnutzung.“ Wenn die Netbooks also eine Rolle spielen, haben Sie dann auch unterschiedliche Ads für Netbooks? Werden Ads für Netbooks optimiert? Nadler: „Der Unterschied liegt im Endgerät und in der Größe des Displays, weniger im Werbemittel. Das kleinere Display des Netbooks macht es nicht notwendig, hierfür besondere Werbeformen zu entwickeln. Zum Teil sind die Geräte so ausgestattet, dass sie sich automatisch auf die optimale Größe einstellen - wenn nicht, gibt es einfach eine kleinere Darstellung. Hier eine Art ‚Parallelwelt für Werbemöglichkeiten‘ aufzubauen macht keinerlei Sinn, denn letztendlich unterscheidet sich der Netbook-User im Gegensatz zum Mobile-User in seinem Nutzungsverhalten nicht unbedingt vom ‚klassischen‘ Internet-Nutzer. Er ist mit seinem Endgerät einfach nur mobiler.“

Dirk Freytag, Adtech

Extra-Ads für Netbook-Nutzer scheint es also (noch) nicht zu geben. Das bestätigen auch die eigenen Erfahrungen der Redaktion. Ist es für einen Adserver aber derzeit überhaupt möglich, ein Netbook zu identifizieren? Hierzu fragten wir Dirk Freytag, CEO der ADTECH AG. „Der Browser des Users startet eine Werbeanfrage (Ad Request) an den ADTECH-Adserver. In dieser Anfrage übermittelt er verschiedene Informationen, z.B. welcher Browser benutzt wird, welche Browsersprache eingestellt ist, wie hoch die Internetgeschwindigkeit ist, welches Betriebssystem auf dem Rechner des Users läuft. Sie enthalten aber keine Angaben über das Endgerät (klassischer PC, Laptop, Netbook), solange der User über einen Standard-Browser wie IE 7.x oder Firefox 3.x ins Web geht. Eine Laptop- oder Netbook-Kennung gibt es leider nicht. Netbook-Nutzer mit ihrer kleineren Bildschirmauflösung müssen beim Besuch von Webseiten mit statischem Aufbau dann scrollen. Ist die Webseite dynamisch gebaut, passt sie sich der Bildschirmgröße an.

Wenn der User mit einem Smartphone wie einem Blackberry online geht, dann nutzt er einen ‚mobile browser‘. Dieser wird von unserem Adserver erkannt. Er klassifiziert den Gerätetyp und die Screengröße und schickt dann in Antwort auf die Ad Request des Smartphones ein passendes Banner. Die MMA hat dafür fünf Ad sizes festgelegt (http://mmaglobal.com/mobileadvertising.pdf). Sollten Netbook-Nutzer irgendwann einen speziellen Browser einsetzen, dann ist es technisch möglich, sie zu identifizieren und im Gegenzug zu targeten.“

Bei dynamischen Sites entschärft sich also das Problem der fehlenden Ad-Darstellung. Viele Webseiten sind allerdings statisch aufgebaut, um das Layout zu erhalten, wie das Beispiel YouTube zeigt, weshalb wir dort die Ads nur mit Scrollen zu Gesicht bekamen. Die Sichtbarkeit von Werbung auf Netbooks liegt also in der Verantwortlichkeit der Websitebetreiber. Freytag sagte hierzu: „Vor der Werbemittelauslieferung steht der Content. Website-Betreiber bauen ihre Webseiten immer häufiger dynamisch auf, so wird der Inhalt - und damit auch die Werbung - immer optimal präsentiert. Wir arbeiten in der Werbemittel-Auslieferung darauf hin, dass die Plattform, über die der Nutzer auf das Internet zugreift, keine Rolle mehr spielt. Die Bandbreite an Endgeräten ist jetzt schon groß: klassischer Computer, Handy, Spielekonsole oder Fernseher. Einzelne Laptop-Größen werden da langfristig keine Rolle spielen.“

Die Zukunft der Netbooks

Zum Schluss fragten wir noch, wie die Rolle des Netbooks für Werbetreibende in der Zukunft sein wird. Auch wollten wir wissen, ob durch die Netbooks der Markt unübersichtlicher wird, da noch eine weitere zu beachtende Bildschirmdarstellung auf dem Markt ist. Nadler antwortete uns hierzu: „Wir sehen nicht, dass dadurch der Markt unübersichtlicher wird. Ganz im Gegenteil: Je mehr Endgeräte, die den Bedürfnissen der User entsprechen, umso höher die Wahrscheinlichkeit der Zugriffe. Schließlich möchten wir mit unseren Inhalten so viele Menschen wie möglich erreichen   warum also nicht auch über das Netbook!?“

Michael Röhrs-Sperber
Redaktion@adzine.de
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GOOGLE NEWS
von Jens von Rauchhaupt, Redaktion | ADZINE 09.07.2009

Google News richtig nutzen

Jens von Rauchhaupt

Das Internet bietet schier unendliche Möglichkeiten, um sich über das aktuelle Tagesgeschehen zu informieren. Printableger, die nicht frühzeitig online eine starke Position aufbauen konnten, sind mehr denn je vom Gefundenwerden und damit vom Google-Suchergebnis abhängig. Dabei stehen die Suchergebnisse der Online-Zeitungen in direkter Konkurrenz zu Blogs und Newsaggregatoren à la newser.com. Die Verzweiflung ist auf Publisherseite groß.

Jan Kutschera, The Reach Group

Martin Nisenholtz, Vizechef der New York Times Digital, kritisierte unlängst den Suchgiganten: Google müsse endlich seinen Algorithmus ändern, damit etablierte Zeitungen mit ihren professionellen Meldungen ein besseres Ranking bekämen. Wie Verlage für ihre Onlineableger ganz ohne zusätzliche Hilfe aus Mountain View ein gutes Ranking mit ihren Meldungen erzielen können, soll das nun folgende Interview mit Jan Kutschera (Jg. 1974), Geschäftsführender Gesellschafter der Spezialagentur TRG – The Reach Group, klären.

Herr Kutschera, kurz zum Unternehmen TRG – trotz oder wegen der Wirtschaftskrise: TRG hat nach dem Stammhaus in Berlin ein zweites Büro in Hamburg aufgemacht und neue Mitarbeiter eingestellt: Wo liegen neben der Google-News-Optimierung genau die Schwerpunkte von TRG, was bietet TRG seinen Kunden alles an?

Kutschera: TRG - The Reach Group versteht sich als Unternehmensberatung im Bereich strategisches Online-Marketing. Dies schließt den Bereich der Suchmaschinenoptimierung ein, umfasst aber letztendlich alles, was dazu beiträgt, die Reichweite zu steigern. Dabei legen wir Wert darauf, unsere Mandanten langfristig zu betreuen. Unsere Mitarbeiter haben nicht nur Erfahrung in Suchmaschinenoptimierung, sondern verstehen Unternehmensstrukturen und Prozesse und sind in der Lage, diese zu analysieren und hinsichtlich Online-Marketing zu optimieren. Gerade in Unternehmen, die aus den klassischen Bereichen kommen, sind online die Handbremsen noch angezogen, da oft das Wissen über Prozessstrukturen im Online-Marketing nicht vorhanden oder nicht richtig umgesetzt sind. Durch die Reporting- und Überwachungstools, die wir einsetzen, geben wir unseren Kunden eine ständige Kontrolle über die mit ihnen festgelegten KPIs und können so gezielt Projekte steuern und deren Erfolg messen.

Für wen macht eine Siteoptimierung für die Suche bei Google News Sinn? Wer zählt zu Ihren Kunden?

Kutschera: Da Christoph Burseg und ich als Gründer von TRG von den Nachrichtenportalen Welt Online und BILD.de kommen, denkt man schnell, dass wir uns auf News-Anbieter spezialisiert haben. Aktuell sind jedoch ca. 20 Prozent unserer Kunden in dem Bereich unterwegs. Ganz im Gegenteil ist unsere Beratung gerade für die klassischen Offline-Unternehmen interessant, die bisher hauptsächlich über Adwords Traffic eingekauft haben, statt sich darum zu kümmern, diesen organisch und somit eigentlich kostenlos zu generieren. Um auf Ihre Frage zurückzukommen, für wen die Optimierung für Google News überhaupt Sinn macht, kann ich mich relativ kurz fassen. Google News ist nur interessant für Seiten, die einen regelmäßigen und häufigen Nachrichten-Output haben. Wenn man nicht mindestens ein paar neue Artikel am Tag online stellt, ist man einfach keine Nachrichtenquelle.

Was ist für Google entscheidend, damit eine Website und ihre Inhalte überhaupt von Google News berücksichtigt werden?

Kutschera: Der erste Schritt ist die Anmeldung zu Google News. Entgegengesetzt zu allen anderen Suchmaschinen ist Google News eine der wenigen, bei der man die eigene Seite tatsächlich anmelden muss, da es eine manuelle Überprüfung gibt, ob es sich bei der Seite wirklich um eine Nachrichtenquelle handelt. Erst dann kann man auch eine News Sitemap bei Google einreichen.

Wie nutzt der User Google News?

Kutschera:In erster Linie nutzt der User Google News über die sogenannte Universal-Search-Einbindung. Dabei blendet Google bei der Suche nach einem Begriff, zu dem es eine Nachrichtenlage gibt, in den normalen Suchergebnissen Ergebnisse aus Google News ein. Es ist also nicht damit getan, dass eine Seite in der Google-News-Suche gefunden wird, der wichtigste Aspekt ist, in die Universal-Einblendungen hineinzukommen.
Eine Topplatzierung auf der Google-News-Startseite kann allerdings auch schon viel Traffic bringen. Letztendlich darf man aber nicht vergessen, dass Google News eben auch nur eine Suchmaschine für Nachrichten ist. Am idealsten ist es natürlich, wenn man hier zu möglichst vielen aktuellen Themen gefunden wird.

Welche Unterschiede bestehen zwischen der Universal Search und den vertikalen Suchen hinsichtlich der Bedeutung zur Trafficgenerierung?

Kutschera:Universal Search umfasst fast alle Suchen von Google und bedeutet, dass Ergebnisse der Produkt-, News-, Bilder-, Video-, Blog- und Google-Maps-Suche mit in den Suchergebnissen eingeblendet werden. Da jede der Google-Suchen auch wieder anders funktioniert, gibt es natürlich auch für jede wieder spezielle Eigenarten, die man bei der Optimierung beachten muss. Von der Bedeutung her ist Universal Search eigentlich schon fast wieder veraltet. 2009 ist eher das Jahr, in dem auch die großen Seiten vermehrt auf die Universal Search setzen. Das bedeutet dann aber auch, dass es nicht mehr so einfach sein wird, Traffic über diese Einbindungen zu generieren, da die Konkurrenz immer größer wird. Daher wird 2009 eigentlich eher das Jahr der Spezialisierung in der Universal Search.

Wie oft fragt Google News (Robot) eigentlich am Tag eine Website ab?

Kutschera: Wie oft der Google News Robot auf einer Seite vorbeikommt, ist unterschiedlich, da der Robot auch lernt. Veröffentlicht eine Seite nur montags um 10 Uhr neue Artikel, wird der Newsrobot irgendwann auch nur noch montags um 10 Uhr vorbeikommen. Publiziert man hingegen am Tag 300 oder mehr Nachrichten, dauert es teilweise nur bis zu einer Minute bis der Newsrobot den neuen Artikel angesehen hat.

Belohnt Google News Meldungen zu neuen Themen?

Kutschera: Google News ist eine Suchmaschine, um also zu entscheiden, ob es sich um eine Nachricht handelt, die auch ein aktuelles Thema behandelt, müssen mehrere Quellen darüber berichten. Denn erst dann können die Computer hinter Google News feststellen, dass dieses Thema wohl gerade eine hohe Aktualität hat. Und das ist es, was Google News möchte. Die aktuellsten Nachrichten zu den aktuellsten Themen darstellen.

Wo liegen jetzt genau die Unterschiede zwischen der Optimierung einer Website für Google News und der Google-Standardsuche?

Kutschera: Bei der Optimierung für die Standardsuche sind nach wie vor die Verlinkungen auf der eigenen Seite sowie die Backlinks von anderen Seiten wichtig. Eine Nachricht, die für Google News interessant ist, ist aber vielleicht gerade ein paar Minuten alt und hat damit eben auch gar keine Möglichkeit, Trust über Links aufzubauen. Hier spielen eher der Aufbau der Seite, insbesondere das HTML und die Semantik eine Rolle sowie die Anzahl der publizierten Artikel und deren Aktualität. Während man für die Standardsuche nur einen Artikel für ein Keyword optimiert, findet es Google News sogar gut, wenn man zu einem Thema mehrere Artikel hat, gerade wenn ein Thema sich im Laufe des Tages entwickelt und es immer wieder neue Erkenntnisse und Fakten gibt. Für Google News ist es wichtig, dass der Artikel in dem Moment, wenn man danach sucht, auch der aktuellste zu dem Thema ist.

Welche Rolle spielen für Google News die Bilder, Headlines, Text und die Sitemap für ein besseres Ranking?

Kutschera: Bilder spielen für Google News eine große Rolle. Wie auch auf allen anderen Seiten klicken die User bei Google News eher auf ein Bild. Dieses ist meistens gar nicht von der Seite, die die Topnachricht darstellt, sondern von einer weiteren, die zwar nicht so aktuell in ihrem Artikel war, dafür aber das beste Bild anbietet. Die Überschrift ist für Google News ein sehr wichtiges Element, da in den Suchergebnissen nicht wie sonst der Seitentitel, sondern die Überschrift angezeigt wird. Vom Text her ist es wichtig, dass dieser eine bestimmte Mindestlänge haben sollte. Dies ist allerdings von Seite zu Seite unterschiedlich. Genauso wie die Maximallänge des Textes. Google bietet mit den Google Webmastertools eine ideale Hilfe an, um Probleme mit Google News aufzuspüren. Denn nicht nur Artikellänge und Überschrift, auch Einbindungen von Bildergalerien oder Werbebanner im Artikel können Probleme bei der Indexierung darstellen.
Die Sitemap kann ich für Google News nur empfehlen, da sie viele Vorteile bietet. Nicht nur, dass dort das Publikationsdatum übergeben wird, man kann auf einige Optimierungen sogar verzichten, wenn man die Newssitemap richtig einsetzt.


Welche Rolle spielt die Aktualität eines Online-Beitrages für Google News und wie kann man es schaffen, mit einem Nachrichtenbeitrag nachhaltig Traffic über Google News zu generieren?

Kutschera: Niemand möchte die Nachrichten von gestern lesen. Daher ist Google News auch gar nicht dafür gedacht, nachhaltigen Traffic zu erzeugen. Die Absicht von Google News ist es, den aktuellsten Artikel zu den aktuellsten Themen anzuzeigen. Daher werden Artikel, die älter als 30 Tage sind, auch wieder aus dem Index entfernt. Zwar hat Google gerade erst in Deutschland das Newsarchiv gestartet, jedoch ist dieses erst mal nicht als große Trafficquelle anzusehen. Für eine Diplomarbeit geht man dann doch noch in die Bibliothek und durchsucht das Spiegel-Archiv. In einem Nachrichtenarchiv werden die Artikel zu den großen Ereignissen langfristig den größten Erfolg haben. Ein Anzeichen also dafür, dass Journalismus auch im Internet immer noch einen Wert hat.

Unique Content: Was müssen auch die Redakteure für Google News beachten. Gerade Pressemeldungen werden ja gerne 1 zu 1 übernommen?

Kutschera: Die Redakteure sollten beachten, dass sie immer den aktuellsten Artikel zu einem Thema haben. Möglichst aktueller als die Konkurrenz. Das kann durchaus auch mal die eine oder andere Pressemeldung sein, wenn es nichts Aktuelleres gibt. Allerdings ist man keine wirkliche Nachrichtenquelle, wenn man eben nur Pressemeldungen übernimmt und keine eigenen Inhalte anbietet.

Einige Verlage belegen auch Themen über Adwords (bspw.FAZ.Net; ZEIT ONLINE) um „Themenführer“ zu werden, ist eine Kombination Google News/Adwords zur Reichweitenoptimierung sinnvoll?

Kutschera: Hier scheiden sich die Geister. Natürlich hilft das Buchen von Adwords auch im aktuellen Nachrichtensegment. Gerade aktuelle Themen haben ja meist nur wenig Konkurrenz und sind damit recht günstig. Jedoch sollte so eine Entscheidung immer reiflich überlegt sein und auch strategischen Sinn machen. Traffic einzukaufen, um kurzfristig die Zahlen zu schönen, ist kein Weg. Die Frage wäre dann nämlich, wie man im nächsten Monat diese Zahlen dann wieder übertreffen kann, ohne noch mehr Traffic einzukaufen. Hier muss also immer auch ein Grund und ein Konzept dahinterstehen, gepaart mit Messmethoden, die den Erfolg aufzeigen. Einfach nur mehr Traffic ist im Online-Bereich kein KPI mehr.

Vielen Dank für das Gespräch!

Jens von Rauchhaupt
jvr@adzine.de
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