Online-Marketing Newsletter: AUSGABE 22 / 2009 | 04.06.2009 - ADZINE - Magzin für Online-Marketing
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   AUSGABE 22 / 2009 | 04.06.2009

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EDITORIAL
von Arne Schulze-Geißler, Editor | ADZINE 04.06.2009

Jeder bekommt doch gerne Post!

Arne Schulze-Geißler

In Sekundenschnelle an nahezu jedem Ort der Welt Menschen mit Nachrichten zu erreichen, macht die E-Mail nach wie vor zu der gefragtesten digitalen Kommunikationsmethode. Auf diesen Universaldienst und damit auf die Erreichbarkeit, ganz ohne Zugehörigkeit zu einer Community oder Ähnlichem möchte auch kaum jemand verzichten. Mit ganz wenigen Ausnahmen ist somit tatsächlich jeder Online-Nutzer über mindestens eine E-Mail-Adresse zu erreichen. Eigentlich beste Voraussetzungen für die werbliche Nutzung, denn die Verschickung von E-Mails kostet ja so gut wie nichts, aber aufgepasst, wie wir alle wissen, gibt es einiges zu bedenken, insbesondere wenn man neue Kunden akquirieren will.

Als Werbetreibender muss man sich die Frage stellen, in welcher Phase einer Kundenbeziehung der Einsatz von E-Mails sinnvoll ist. Mittlerweile haben ja sehr viele Unternehmen erkannt, dass die regelmäßige Versorgung ihrer Kunden mit Information mittels eines Produkt- oder Unternehmens-Newsletters eine sehr gute Möglichkeit ist, regelmäßig bei Kunden oder Interessenten präsent zu sein.

Wie steht es aber bei der großen Menge potenzieller Empfänger mit der Ansprache neuer Kunden? Genau dieser Frage wollen wir uns heute widmen und einige Verfahren begutachten, die es ermöglichen sollen, Neukunden per E-Mail Marketing anzusprechen. Das Verschicken der E-Mails ist dabei zunächst mal von nachrangiger Bedeutung. Uns interessiert in erster Linie, an wen man seine Werbe-E-Mails verschicken sollte und verschicken darf. Die zentrale Frage lautet daher: Wie kommt man an relevante Adressen und die Zustimmung der potenziellen Empfänger, auch Werbe-E-Mails erhalten zu wollen.

Bei der Klärung dieser Fragen helfen uns Karsten Zunke, der mögliche Verfahren zur Adressgewinnung aufzeigt, und Dr. Martin Schirmbacher, der schildert, wie man sich dabei dann auch noch im Rahmen der Gesetze bewegt.

Ich persönlich habe den Eindruck, dass die bestehenden Gesetze in Deutschland recht gut funktionieren und auch von den meisten Werbetreibenden respektiert werden. Ich erhalte zwar jede Menge unerwünschte E-Post, aber die kommt aus dem Ausland und beinhaltet zu 99 % der Fälle höchst unseriöse Angebote, also echter Spam. Sollte ich dann doch irgendwo mal ein Häkchen zu viel gemacht haben und ich erhalte zusätzliche Kundeninformation, dann ist der Newsletter schnell wieder abbestellt oder die E-Mail gelöscht. Ungebetene Telefonanrufe von Lottogesellschaften oder diese ständigen Tarifwechselangebote von Telefonanbietern finde ich da wesentlich störender und aufdringlicher.

Viel Spaß mit Adzine!

Arne Schulze-Geißler
asg@adzine.de
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E-MAIL MARKETING
von Karsten Zunke, Redaktion | ADZINE 04.06.2009

Adressen sind der Anfang

Karsten Zunke

Als Kundenbindungsinstrument hat sich die E-Mail längst bewährt, aber sie taugt natürlich auch zur Neukundenakquise – vorausgesetzt, man kennt die E-Mail-Adressen der potenziellen Interessenten und darf sie werblich anschreiben. Ohne Einverständnis keine E-Mail-Adresse – ohne E-Mail-Adresse kein Versand und damit auch keine Aufmerksamkeit. Obwohl sich die Katze hier scheinbar in den Schwanz beißt, gibt es eine Reihe wirksamer Ansätze, um legal E-Mail-Adressen zu generieren, deren Besitzer umworben werden möchten.

Viele Kunden des Textil-Einzelhändlers Adler gehören zur Zielgruppe der „Best Ager“ und sind oft noch nicht online-affin. Eine große Anzahl dieser Kunden hat das Unternehmen kürzlich vom Offline- in den Online-Kommunikationskanal geführt und neue Abonnenten für seinen Newsletter generiert. Die Agentur mission<one> hatte für diesen Zweck für Adler ein 4-stufiges Lotteriespiel entwickelt. Via Print-Mailing wurden die bereits in der Datenbank des Unternehmens registrierten Kunden angeschrieben und auf eine spezielle Seite im Web verwiesen.

Wer sich dort registrierte, konnte an den vier Gewinnspielrunden teilnehmen und wurde per E-Mail zur nächsten Runde eingeladen. Das Spiel wurde genutzt, um auf den Newsletter aufmerksam zu machen und neue Abonnenten zu generieren. Ergebnis: Von allen Gewinnspiel-Teilnehmern, die noch keinen Adler-Newsletter bezogen, wurden 40 Prozent zu Abonnenten. Die Öffnungs- und Klickraten in den Gewinnspiel-Newslettern waren entsprechend hoch und auch der Umsatz in den Adler-Modemärkten stieg den Anbietern zufolge im Aktionszeitraum deutlich an.

Stefan von Lieven, artegic

Reichweite vs. Relevanz

Auch wenn im obigen Beispiel keine Neukunden im eigentlichen Sinne gewonnen, sondern lediglich in einen anderen Kanal geshiftet wurden, verdeutlicht es doch die Kraft der E-Mail. Das Abonnement eines Newsletters ist der erste und zugleich einer der wichtigsten Schritte, um neue Kunden mithilfe von E-Mail zu akquirieren. Je größer der Empfängerkreis der Newsletter, desto höher ist die Chance, neue Kunden zu gewinnen und neue Umsätze zu generieren. Natürlich spielt nicht nur die Masse, sondern auch die Qualität des Angebots und der Ansprache eine wichtige Rolle.

Die Fokussierung auf reine Reichweite sieht auch Stefan von Lieven, CEO der artegic AG eher kritisch: "Unternehmen sollten sich überlegen, wo sie Kontakt zu potenziellen Kunden haben und genau an diesen Touchpoints, konsequent und rechtssicher die Einwilligung für die Zusendung von E-Mail Informationen einholen. Wir empfehlen stets den nachhaltigen Aufbau eines eigenen Adressdatenstamms mit ernsthaften Kontakten. Nicht die vermeintliche Reichweite gemessen am Adress-Volumen ist entscheidend, sondern – je nach Geschäftsmodell – der tatsächliche Erfolg in Klicks, Leads und Umsatz."

Melanie Riedel, MR Consulting

Viele Wege, ein Ziel

Um entsprechende Adressen zu generieren, gibt es mehrere Möglichkeiten: Ein eleganter, aber gleichsam mühevoller Weg ist die Generierung von Adressen in eigenen Publikationen: von der Produktbroschüre über Info-Flyer bis hin zur eigenen Website. Einer hohen Relevanz steht hier in der Regel eine sehr begrenze Reichweite gegenüber. Eine zweite Option sind die angesprochenen Gewinnspiele und das Sponsoring. Wenn Gewinnspiele wie im Beispiel Adler exklusiv für einen Kunden aufgesetzt werden, profitiert dieser ebenfalls von einer hohen Zielgruppengenauigkeit. Zudem erhält er die generierte E-Mail-Adresse exklusiv.

Kostengünstiger erscheint es jedoch, sich als Co-Sponsor an Gewinnspielen zu beteiligen. Die für ein solches Gewinnspiel registrierten Teilnehmer dürfen dann von allen Sponsoren umworben werden, denn jeder Sponsor erhält alle Adressen. „Eine Gewinnspielbeteiligung ist sehr weit gestreut. Marketer müssen in diesem Fall damit rechnen, dass sie die Hälfte der registrierten Nutzer in kurzer Zeit wieder verlieren können“, erläutert Melanie Riedel, Inhaberin von MR Consulting aus München. Vor allem für Massenanbieter – zum Beispiel Reiseunternehmen – ist es jedoch ein probates Mittel, um Neukunden zu akquirieren.

Häkchen setzen

Eine Co-Registrierung ist ein dritter Weg, um E-Mail-Adressen zu generieren. Sie ist etwas teuerer, aber spezifischer. „Je nachdem, wie spezifisch die gewünschte Zielgruppe ist, machen nur bestimmte Methoden Sinn“, erläutert Riedel. Ein Finanzdienstleister benötige beispielsweise finanzaffine Newsletter-Abonnenten. „Entweder man weist auf die Newsletter-Registrierung im Rahmen einer thematischen Befragung hin oder setzt auf Co-Registrierungen. Auf diese Weise erhält man die gewünschte Zielgruppenorientierung“, so Riedel. Bei einer Co-Registrierung können sich Nutzer auf einer Website für thematisch verschiedene Newsletter registrieren. Der Vorteil: Wer dann ein Häkchen bei einem Finanz-Newsletter setzt, interessiert sich höchstwahrscheinlich auch für die darin beworbenen Produkte.

„Co-Registrierungen liefern relativ wenige, dafür aber hoch qualifizierte Leads durch die aktive Anforderung eines bestimmten Produktes. Allerdings ist der Adresspreis entsprechend hoch. Auch eine bestimmte Lead-Anzahl ist nur schwer zu garantieren, da die Begeisterung der User für Co-Reg-Kampagnen stark schwankt“, erläutert Ingo Scheuer, Head of Online Sales der PLANET49 GmbH. Der Dienstleister hat sich neben der Vermarktung von E-Mail-Adressen auf die Adress-Generierung spezialisiert. „Möchte ein Kunde hingegen seinen Newsletter-Bestand schnell ausbauen, ist eher das Co-Sponsoring sinnvoll“, so Scheuer. Vor allem für Firmen mit einer breiten und online-affinen Zielgruppe biete sich ein Co-Sponsoring an. Um aus den verschiedenen Möglichkeiten der Adressgenerierung die passende auszuwählen, sollten sich Marketer daher mit ihrem Dienstleister intensiv abstimmen.

Nachdem Planet49 aus der Zielgruppe und den Bedürfnissen des Kunden den besten Weg für eine Lead-Generierung abgeleitet hat, werden zum Beispiel der passende Satzaufbau für die Kundenansprache definiert, Mengen und Preise bestimmt und ein sicherer Weg der zukünftigen Datenübertragung (z.B. SSL-verschlüsselt) beschlossen. „Für den Kunden ist auch die Generierungsquelle wichtig“, sagt Scheuer. So mache es mehr Sinn, Daten einer Leadkampagne abzunehmen, die in direktem Bezug zum Kundenprodukt steht – beispielsweise für einen Reiseveranstalter ein Reisegewinnspiel.

Kooperatives Vorgehen

In vielen Fällen haben Werbetreibende auch die Möglichkeit durch kooperatives Vorgehen neue Interessenten zu gewinnen. Es versteht sich natürlich, dass alle Beteiligten gleichermaßen profitieren müssen. "Man sucht sich einen oder mehrere Partner, die einen ähnlichen Kundenkreis haben wie man selbst, ohne natürlich Wettbwerber zu sein. Bei dieser Konstellation haben alle Beteiligten Interesse an der Erschließung des Kundenpotenzials des anderen. So kann man z.B. im eigenen Newsletter Angebote des jeweils anderen vorstellen, für Cross-Sellings oder auch um gegenseitig Abonnenten für die Newsletter zu generieren." skizziert von Lieven den kooperativen Ansatz zu Erschließung neuer Adressen und Kunden.

Mieten auf TKP-Basis

Eine weitere Variante ist das Mieten von Adressen. In der Regel vermitteln Listbroker oder Media-Agenturen zwischen Kunde und Adressbesitzer, dem sogenannten Listeigner. Ein Kunde bucht eine Anzahl X Adressen beim Listbroker und schickt ein E-Mail-Template an den Listeigner. Der Listeigner versendet die E-Mails dann zum gewünschten Zeitpunkt an die gebuchten Empfänger aus und liefert im Anschluss ein Reporting. Der Listeigner gibt dabei die Adressen nie aus seiner Hand.

In einer solchen Kampagne können Marketer selbstverständlich nicht nur ihre Produkte, sondern auch den eigenen Newsletter bewerben. Ziel ist es, das die Angeschriebenen konvertieren. „Ich rate, auf eine Kombination zu setzen. Marketer sollten bei solchen Kampagnen ein konkretes Produkt bewerben und den E-Mail-Empfängern zusätzlich die Möglichkeit geben, sich für einen Newsletter anzumelden. Dann gehört die dort hinterlegte Adresse dem Kunden“, so Riedel.

Doch mit gemieteten E-Mail-Adressen die Empfänger zur Newsletter-Anmeldung aufzufordern, ist nicht nur umständlich, sondern auch vergleichsweise teuer. Die Anbieter von E-Mail-Marketing-Software haben hier schon frühzeitig einen Ausweg gesucht und gefunden. So bietet der Berliner E-Mail-Marketing-Dienstleister Optivo bereits seit 2001 coreg an – ein deutschlandweites Netzwerk zur E-Mail-Adressgenerierung. Es besteht aus mehr als 1.000 Websites. Bis zu 40.000 neue Newsletter-Abonnenten kann das Unternehmen nach eigenen Angaben zur Verfügung zu stellen. Der Kunde kann dabei frei wählen, mit welchem Text er seinen Newsletter auf den Seiten im Netzwerk bewirbt.

Volker Wiewer, eCircle

Leads on demand

Für diesen Text gilt dasselbe wie für eine Newsletter-Anmeldeseite auf einer Webseite des Kunden. „In aller Kürze sollte beschrieben werden, worüber der Newsletter informiert und welchen Vorteil der Nutzer durch das Abo erhält. Das Incentive muss hierbei nicht immer ein Gewinnspiel sein“, erläutert Optivo-Geschäftsführer Ulf Richter. Häufig reiche es auch aus, dem User mitzuteilen, dass er als Newsletterabonnent beispielsweise vorab über neue Angebote oder spezielle Preisaktionen informiert wird. „Interessanterweise zeigt unsere Erfahrung, dass auf lange Sicht in Sachen Umsatz kein großer Unterschied darin besteht, ob ein Newsletter-Abonnent durch ein Gewinnspiel oder ‚normal’ gewonnen wurde. Es liegt also in der Entscheidung des Werbekunden, ob er die Anzahl der möglichen Adressen pro Monat durch einen Verstärker erhöhen möchte oder nicht“, so Richter. Die Adressen können in diesem Netzwerk in einer unterschiedlichen Detail-Tiefe generiert werden. Möglich sind Anrede, Vor- und Nachname, Postadresse, Telefonnummer und Geburtsdatum. Die Kosten richten sich hierbei nach der Anzahl der gewünschten Datenfelder.

Auch andere Anbieter knüpfen solche Netzwerke. eCircle beispielsweise verfügt zum einen über ein eigenes Netzwerk von Themenportalen zur Generierung von hoch qualifizierten Leads, etwa im Finanz- oder Gesundheitsbereich. Der Technologieanbieter und digitale Werbevermarkter organisiert zum anderen für seine Software-Kunden auch individuelle Adressgenerierungs-programme. „Hier muss man genau analysieren, was für Adressen oder Neukundenkontakte benötigt der Kunde wirklich. Danach bemisst sich die optimale Balance aus Profiltiefe, Quantität und nicht zuletzt Preis der Adresse. Erst danach erfolgt die genaue Planung und Konzeption, welches Registrierungsverfahren verwendet wird, also confirmed oder double opt-in und welche Adressgenerierungswege optimal sind, etwa über Co-Sponsoring, Registrierung, Online-Gewinnspiele et cetera“, erläutert Volker Wiewer, Vorstandsvorsitzender der eCircle AG den Planungsablauf.

Karsten Zunke
redaktion@adzine.de
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E-MAIL MARKETING
von Dr. Martin Schirmbacher, HÄRTING Rechtsanwälte | ADZINE 04.06.2009

Neukundenakquise mit E-Mail-Marketing – Der rechte Weg zu Einwilligung

Dr. Martin Schirmbacher

Bekanntlich bedarf die Werbung per E-Mail, genauso wie die Direktansprache per Telefax oder SMS, in Deutschland grundsätzlich der Einwilligung des Empfängers. Die letzten Verschärfungen in Gesetzgebung und Rechtsprechung machen es nicht gerade einfacher, Neukunden mittels E-Mail-Werbung zu erreichen.

Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) sieht eine vorherige ausdrückliche Einwilligung vor. Dies bedeutet, dass sich ein Einverständnis nicht allein aus den äußeren Umständen ergeben kann. Es genügt also für die Übersendung von Werbung per E-Mail keineswegs, dass die E-Mail-Adresse dem Werbenden irgendwie bekannt geworden ist. Insbesondere genügt die Veröffentlichung der E-Mail-Adresse auf der Websites des Empfängers nicht (Bundesgerichtshof vom 17.7.2008, Aktenzeichen I ZR 197/05).

Es muss also eine ausdrückliche Einwilligung des Empfängers vorliegen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Unternehmer das Einverständnis durch den Empfänger gegebenenfalls auch beweisen können muss. Dies scheidet viele Möglichkeiten, eine Einwilligung potenzieller Kunden zu erhalten aus.

Single-Opt-in genügt nicht

Aus Gründen der Beweisbarkeit ist auch das früher praktizierte Single-Opt-in-Verfahren nicht empfehlenswert. Erhält der Besucher einer Website die Möglichkeit, in ein Kontaktformular seine E-Mail-Adresse einzutragen und zu bestätigen, dass er mit der Werbung durch das betreffende Unternehmen per E-Mail einverstanden ist, würde dies als Einwilligung zwar unter Umständen ausreichen. Es lässt sich nicht jedoch beweisen, dass tatsächlich der Inhaber der E-Mail-Adresse die Adresse eingegeben hat. Daher taugt reines Single-Opt-in nicht.

Double-Opt-in-Verfahren

Aus diesem Grund hat sich das Double-Opt-in-Verfahren durchgesetzt, bei dem eine zusätzliche Reaktion des Empfängers auf eine Bestätigungs-E-Mail erforderlich ist. Damit ist sichergestellt, dass tatsächlich der Inhaber der E-Mail-Adresse sein Einverständnis erklärt hat.

Dabei ist allerdings dafür Sorge zu tragen, dass die Bestätigungs-E-Mail als solche tatsächlich erkennbar ist und in dieser E-Mail keine Werbung für das Unternehmen enthalten ist. Anderenfalls könnte man schon diese E-Mail als werbende E-Mail ansehen mit der Folge, dass der Beweis geführt werden muss, dass bereits für die erste E-Mail eine Einwilligung vorlag.

Co-Registrierung

Will das Unternehmen die E-Mail-Adressen nicht selbst erheben, muss es sich Dienstleistern bedienen, die häufig Co-Registrierungsverfahren einsetzen, um E-Mail-Adressen zu generieren. Hierzu wird die Einwilligung in den Versand von Werbung per E-Mail häufig mit Gewinnspielen verbunden. Diese können offline (häufig auf Postkarten) oder online (oft über Werbebanner) beworben werden.

Ein solches Verfahren ist nach der neueren Rechtsprechung nur in sehr eingeschränktem Umfang rechtlich tatsächlich einwandfrei durchführbar.

Erstes Problem: Bestimmbarkeit

Zum einen ist zu berücksichtigen, dass für den Teilnehmer klar erkennbar sein muss, von wem er in Zukunft Werbung erhalten wird. Die europäischen Vorgaben sehen vor, dass sich der Verbraucher „ohne Zwang und in Kenntnis der Sachlage“ entscheiden können soll. Davon wird man nur ausgehen können, wenn der Teilnehmer eine Chance hat festzustellen, von welchen Unternehmen er in Zukunft Werbung zu erwarten hat. Dazu wird es nicht genügen, wenn pauschal auf „Partnerunternehmen“ verwiesen wird. Erforderlich dürfte sein, dass der Teilnehmer die Möglichkeit hat, eine Liste der Unternehmen, die seine E-Mail-Adresse in Zukunft zu Werbezwecken nutzen wollen, einzusehen.

Die Erteilung der Einwilligung in Kenntnis der Sachlage bedeutet auch, dass die Einwilligung nicht in den Teilnahmebedingungen versteckt werden darf und sich der Teilnehmer nur mit der Geltung der Bedingungen einverstanden erklärt. In diesen Fällen wird man sagen müssen, dass der Kunde die Einwilligung gerade ohne Kenntnis der Sachlage erteilt hat. Eine Einwilligung ist an diesen Maßstäben gemessen nicht wirksam erteilt, wenn das Einverständnis im Kleingedruckten versteckt wird.

Zweites Problem: Ausdrücklichkeit

Das Gesetz sieht seit Anfang des Jahres eine „ausdrückliche“ Einwilligung vor (§ 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG). Dies schiebt jeder Argumentation des Werbenden: „Wir konnten doch davon ausgehen, dass der Adressat mit der Versendung der Werbung einverstanden war“ einen Riegel vor.

Der Bundesgerichtshof ist im vergangenen Sommer noch einen Schritt weiter gegangen und hast festgehalten, dass „die Einwilligung mittels einer gesonderten Erklärung erteilt wird“ (BGH vom 16.7.2008, Az.: VIII ZR 348/06). Nach dieser Rechtsprechung ist es unzulässig, die Erklärung mit anderen Erklärungen des Kunden zu verbinden und lediglich eine Opt-Out-Möglichkeit vorzusehen. Der BGH hat dabei klar entschieden, dass es nicht ausreichend ist, dass der Verbraucher die Möglichkeit hat, die Werbung abzulehnen. Vielmehr setze § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG voraus, dass die Einwilligungsklausel so gestaltet ist, dass der Kunde selbst tätig werden muss, wenn er seine Einwilligung in die Zusendung von Werbung unter Verwendung von elektronischer Post erklären will.

Damit sind Opt-Out-Felder tabu. An diesen Maßstäben gemessen sind auch vorangekreuzte Häkchenfelder für Opt-In-Erklärungen rechtlich fragwürdig.

Drittes Problem: Kopplungsverbot

Für die zuverlässige Generierung von E-Mail-Daten unschön ist auch, dass die Gerichte die Einwilligung in die Speicherung und spätere Nutzung der Daten teilweise von der Teilnahme an einem Gewinnspiel getrennt sehen wollen (OLG Köln vom 12.9.2007, Az.: 6 U 63/07 – Revision beim BGH anhängig). § 12 Telemediengesetz (TMG) sieht jedenfalls für Angebote im Internet vor, dass die Bereitstellung von Telemedien nicht von der Einwilligung des Nutzers in eine Verwendung seiner Daten abhängig machen darf, wenn dem Nutzer ein anderer Zugang zu diesen Telemedien nicht oder in nicht zumutbarer Weise möglich ist.

Den letzten Teilsatz der Vorschrift hat das OLG Brandenburg dahingehend ausgelegt, dass es genügt, wenn es am Markt vergleichbare Angebote gibt. Dem strengen Kopplungsverbot unterworfen sollen danach nur Anbieter mit Monopolstellung sein (OLG Brandenburg vom 10.1.2006, Az.: 7 U 52/05).

Insofern sind hier beide Auslegungen möglich, wer rechtlich auf der sicheren Seite sein will, sollte eine Teilnahme an dem Gewinnspiel auch ohne Zustimmung in die Verwendung der eingegebenen Daten zu Werbezwecken ermöglichen.

Protokollierung der Einwilligung

Weil das Unternehmen im Zweifel beweisen können muss, dass sich der betreffende Empfänger tatsächlich mit dem Erhalt von Werbung per E-Mail einverstanden erklärt hat, ist dringend zu empfehlen, die Einwilligungen dauerhaft zu protokollieren. Hierfür kann es genügen, geeignete technische Systeme zu verwenden, die – Falle der Adressgenerierung online – auch die IP-Adresse speichern.

Wie auch immer der Dienstleister die Einwilligung des potenziellen Kunden gewinnt; Werbetreibende sind dringend beraten, sich genau über Verfahrensweise und Protokollierung des Einwilligungsprozesses informieren zu lassen. Aus Sicht des Werbetreibenden ist ratsam, beides vertraglich genau festzuhalten. Außerdem ist empfehlenswert, eine Freistellung von jedwedem Schaden zu vereinbaren, der dem Werbetreibenden durch die Verwendung der E-Mail-Adressen entsteht.

Fazit

Die Gesetzesänderungen und die strenge Rechtsprechung machen E-Mail-Marketing zur Neukundengewinnung zu einem schwierigen Unterfangen. Wer sich an die gesetzlichen Vorgaben genau halten will, muss eine ganze Reihe von Vorgaben beachten, die die Response-Quote deutlich schmälern dürften. Eine zulässige Co-Registrierung setzt eine Benennung der Unternehmen, die die Adressen nutzen wollen, und ein ausdrückliches Opt-In des Kunden voraus.

Wer Dienstleister mit der Generierung von E-Mail-Adressen beauftragt, sollte sich versichern lassen, dass diese eine rechtssichere Einwilligung beinhalten und von allen Schäden freistellen lassen, die dadurch entstehen mögen, dass sich die Einwilligung im Nachhinein als nichtig oder nicht erteilt herausstellt.

Dr. Martin Schirmbacher
schirmbacher@haerting.de
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