Online-Marketing Newsletter: AUSGABE 21 / 2009 | 28.05.2009 - ADZINE - Magzin für Online-Marketing
ADZINE :: Magazin für Online-Marketing ::
Die ADZINE Redaktion
   AUSGABE 21 / 2009 | 28.05.2009

Themen dieser Ausgabe

Redaktionskontakt:
e: redaktion@adzine.de

Werben auf ADZINE:
t: 0221 - 7 09 96 61
e: media@adzine.de

twitter
EDITORIAL
von Arne Schulze-Geißler, Editor | ADZINE 28.05.2009

Prinzip Gießkanne geht auch online

Arne Schulze-Geißler

Was meinen denn nun die Experten, wenn sie fordern, dass Online-Display-Werbung „effizienter planbar und messbarer“ werden muss, wenn sie langfristig gegen klassische Werbung bestehen soll. Denn das war das Ergebnis einer Talkrunde bei der derzeitigen Webinale, wie der Branchendienst Horizont gestern berichtete, der die Gesprächsrunde moderierte.

Wem drohen die Experten denn da und wer ist denn zuständig für Messbarkeit und effiziente Planung? Ketzerisch könnte man ja auch fragen, wie lange die Experten denn noch mit klassischer Werbung rechnen. Wenn es bei der Mediennutzung erst mal ein digitales Übergewicht gibt, wie es bei jüngeren Zielgruppen teilweise schon der Fall ist, dann bin ich gespannt, wie man an klassischer Werbung festhalten will.

Der entscheidende Vorteil von klassischer Werbung aus Agentursicht ist, dass man sehr schnell riesige Budgets verteilen kann. Die Mediaplanung-Online ist dagegen tatsächlich feinteiliger und darum mit sehr viel mehr Aufwand verbunden. Daher könnte man tatsächlich argumentieren, dass die Effizienz in der Online-Planung geringer ist, wenn man unsinnigerweise Planungsaufwand im Verhältnis zu Budgets betrachtet. Im Fokus der Betrachtung sollte natürlich das Verhältnis von eingesetztem Budget und dessen Wirkung stehen. Wenn dieses deutlich besser ausfällt als in der klassischen Werbung, dann darf man wohl auch einen höheren Steuerungsaufwand in Kauf nehmen. Letztlich ist es dann die Aufgabe der Agentur, ihre Kunden von der Notwendigkeit ihrer Arbeit zu überzeugen.

Man darf aber auch nicht vergessen, dass der Steuerungsaufwand gerade auch deshalb so groß ist, weil Werbetreibende von Online-Schaltungen all das erwarten, was sie in den klassischen Medien nicht erhalten und dann wird eben jede Kleinstkampagne bis auf den letzten Klick auf den Kopf gestellt und bewertet und am Ende alles wieder infrage gestellt. Entweder man nutzt die Möglichkeiten des Internets, spricht gezielt Menschen mithilfe der immer ausgefeilteren Targetingtechnologien an und optimiert mit dem gebotenen Aufwand die Kampagnen oder aber man reduziert die Steuerungsarbeit drastisch und setzt einfach nur auf die vorhandenen Reichweiten, wie man es aus den alten Medien gewohnt ist, aber dann sollte man auch nicht jeden Euro vor und zurück controllen. Ich behaupte mal, dass ich mit sehr überschaubarem Planungsaufwand im deutschen Web flächendeckend und aufmerksamkeitsstark meine Botschaften platzieren kann. Ganz umsonst wäre das aber nicht, eben ähnlich wie im TV.

Während die einen also über der Frage nach der ultimativen Effizienz bei maximaler Reichweite und minimalem Budget brüten, sind andere auch nicht untätig und setzen dabei auf die Dynamik der Massen im Web. Auch diese zu aktivieren bedeutet Aufwand und auch hier fragen Marketingverantwortliche, wie könnte es anders sein, nach messbaren Ergebnissen. Alexander Hachmann schildert in unserem ersten Artikel Ansätze zur Messung des Einsatzes von Widgets in Social-Media-Umfeldern.

Im zweiten Artikel setzt sich Lars Korbel ebenfalls mit Applikationen, dieses Mal aber im mobilen Umfeld auseinander und stellt die Frage nach der werblichen Nutzung.

Viel Spaß mit Adzine!

Arne Schulze-Geißler
asg@adzine.de
Artikel einem Freund senden
SOCIAL MEDIA
von Alexander Hachmann, Widjet GmbH | ADZINE 28.05.2009

Widget-Metrics

Alexander Hachmann

Social-Media-Marketing wird schon bald einen festen Platz im Kommunikationsmix bei Unternehmen einnehmen, ob groß oder klein. Ein Hemmschuh ist derzeit, dass gelernte Messverfahren und Erfolgsparameter aus den klassischen Medien nur sehr begrenzt auf Social-Media-Aktivitäten Anwendung finden können. Neue Kennzahlen für das Web 2.0 werden die Akzeptanz beschleunigen, denn das Marketing braucht Maßeinheiten, um Aufwand und Maßnahmen bewerten zu können.

Ein Grundgedanke des Social-Media-Marketings ist es, den Nutzern Instrumente an die Hand zu geben, die die Kommunikation fördern und gleichzeitig für schnelle digitale Verbreitung sorgen können. Diese beiden Voraussetzungen erfüllen Widgets. Daher können sie ideal als Anschauungs-objekt für die Schaffung neuer Kennzahlen und Messverfahren herangezogen werden. 

Je nach Art und Aufbau kann man den Einsatz von Widgets mit einer Mischung aus klassischen und neuen Kennzahlen analysieren. Die Analyse lässt sich in vier generelle Kategorien, abhängig von der Funktion des Widgets, unterteilen: Internal Metrics, External Metrics, Multichannel Metrics und Viral Metrics (Quelle: www.aaronsongroup.com).

Internal Metrics

Internal Metrics beziehen sich auf das Widget selbst und beinhalten Kennzahlen aus dem E-Commerce und der Content-delivery-World, wie z.B. Produktansichten, Kategorieansichten, Check-out und Verkäufe, Neuregistrierungen und Log-ins bestehender Kunden.

Hier spielen die klassischen Kennzahlen, wie Views, Unique Visitors und Clicks, eine Rolle. Views entsprechen PIs. Ein View wird gezählt, wenn das Widget im Browser geladen wird. Die Messgröße Views ist problematisch, weil beim erneuten Laden der Seite neue Views erzeugt werden können. Wenn z.B. das Widget auf einer zu scrollenden Seite am Schluss eingebettet ist, heißt es zwar, dass das Widget mit der Seite geladen wird und einen View erzeugt hat, aber nicht, dass der Betrachter das Widget tatsächlich wahrgenommen hat. Um mit dieser Problematik umzugehen, ist es natürlich möglich, technische Lösungen anzuwenden, die dazu führen, dass die Views erst dann gezählt werden, wenn das Widget im sichtbaren Bereich ist.

Die zweite Problematik bezüglich Views bzw. PIs ist, dass es eine steigende Anzahl von Webseiten auf AJAX-Basis gibt. Bei diesen Webseiten können Nutzer verschiedene Inhalte abrufen, ohne dass die Seite neu geladen werden muss. Dagegen haben andere Webseitenbetreiber ihre Angebote so konzipiert, dass bei jeder Interaktion viele Seitenaufrufe generiert werden. Ein gut verbreitetes Widget erhält oft enorm hohe Views. Die Sinnhaftigkeit der Views als Kennzahl hängt allerdings vom Widget ab. Viele Views anzustreben ist z.B. interessant, wenn die häufige Betrachtung des Widgets Ziel der Kampagne ist.

Ein Unique Visitor ist definiert als eindeutiger Besucher eines Widgets, ausgehend von dem bleibenden Cookie, dass auf den Browser des Besuchers übertragen wird, wenn er sich das Cookie ansieht   unabhängig davon wie viele Views er tätigt. Unique Visitors sind als Kenngröße für Widgets auch in Zukunft relevant.

Auch auf Clicks können wir nicht verzichten, um den Erfolg eines Widgets zu messen. Jedes Mal, wenn ein Unique Visitor auf ein Widget klickt, wird ein Click gezählt. Besonders spannend sind die Clicked Views, d.h. die Anzahl der Views, bei denen im Widget geklickt wurde, und die Clicked View Rate, d.h. das Verhältnis zwischen Views, bei denen geklickt wurde, und Views total.

Wenn der Anbieter einen Link in das Widget integriert hat und erfahren möchte, wie oft jemand aus dem Widget heraus geklickt hat, ist die Angabe der Kenngröße Clickthroughs interessant. Ein Clickthrough wird jedes Mal gezählt, wenn ein Unique Visitor auf einen Outbound-Link im Widget klickt und so auf einen Inhalt außerhalb des Widgets gelangt.

Die wirklich relevanten Daten, die über den Erfolg einer Kampagne entscheiden, sind die Daten über das „Involvement“ bzw. die „Identifikation“ der User. Diese kann der Anbieter anhand einer hohen Wiederbesuchshäufigkeit und der Aktivität der User messen. Damit können Geschäftsprozesse auf die Zielgruppenbedürfnisse abgestimmt werden, um langfristig Return on Investment zu erzielen. In Kenngrößen ausgedrückt, wird die sogenannte Stickiness des Widgets damit definiert, wie viele Views jedes einzelne installierte Widget zu verzeichnen hat, bis es entfernt wird. Die Stickiness steht für die durchschnittliche Lebensdauer des Widgets.

External Metrics

External Metrics beschreiben die Widget-Umgebung. Sie geben Aufschluss darüber, wo das Widget platziert ist (auf einer Webseite, innerhalb von Social Networks, auf Blogs etc. und ob es innerhalb der Seiten oben rechts, oben links oder unten platziert ist). External Metrics bringen die Internal Metrics in einen Zusammenhang und stellen die effektiven Unterschiede von Widgets auf persönlichen Profilseiten innerhalb von Social Networks im Gegensatz zu Widgets auf persönlichen Webseiten, Blogs oder Online-Shops heraus.

Die Parameter Installs sind mit am wesentlichsten, um den Erfolg in Zahlen greifbar zu machen. Ein Install ist definiert als die Kombination von einer gesendeten ID, die generiert wird, wenn das Widget gegrabbed wird, und dem Zielort, wo der Install angesehen wird. Installs, auch Placements genannt, beantworten die wichtigen Fragen: „Auf welchen Domains wird mein Widget angeschaut?“, „Welche Domains verteilen mein Widget?“ und „Auf welcher Plattform gibt es die meisten Zugänge?“. Installs sind die absolute Zahl von einzigartigen Placement-IDs. In der Analyse wird unterschieden zwischen New Installs, Sponsored Installs, Viral Installs und Aktive Installs. New Installs ist die absolute Zahl neuer Installs, Sponsored Installs sind die Installs, die über eine Kampagne zustande gekommen sind, Viral Installs sind über Empfehlungen zustande gekommene Installs.

Viral Metrics

Die Viral Metrics untersuchen die Verbreitung des Widgets und seine Mechanismen. Wie oft wurde aktiv weiterempfohlen? Woher hat der Nutzer das Widget (Grabbing)? Wie viele Male ist Content aus dem Widget zu anderen Usern gesendet worden? Für die Bewertung des viralen Effektes ist es interessant zu wissen, wie sich das Verhältnis zwischen Sponsored Installs und Viral Installs gestaltet. Aktive Installs bezeichnen die durchschnittlichen Views eines Installs am Tag. Je höher die Aktivität, desto wahrscheinlicher treten virale Effekte auf. Besonders aufschlussreich ist es, die „Viral grabs by Generations“ zu betrachten. Grabbt sich ein User ein bereits eingebettetes Widget, ist das neue Widget ein Widget nächster Generation. Ist die Placement-ID so aufgebaut, dass diese Vererbung erfasst werden kann, kann der virale Effekt sehr gut nachvollzogen werden. Im Idealfall steigt die Anzahl der Installs pro Generation exponentiell.

Multichannel Metrics

Multichannel Metrics stellen den Wert von Online-Widgets vs. Mobile-Widgets und Facebook-Apps vs. Free-Online-Widgets heraus. Sie informieren darüber, welche Widget-Variation (allein stehend oder in Plattform integriert) und welche Geräteplattform genutzt wird. Widgets übergreifend auf verschiedenen Plattformen zu verknüpfen bedarf besonderer Berücksichtigung. Dieses Bedürfnis erfüllt z.B. Clearspring Technologies, wenn jede Variation des Widgets auf der gleichen Reporting-Plattform aufbaut.

Fazit

Die Modularisierung des Webs verändert die Art und Weise, wie wir mit Inhalten sowie dem Internet überhaupt umgehen und wie wir Menschen interagieren. Dem Thema „Analytics of Widgets“ müssen wir uns daher immer wieder aufs Neue stellen. Widget Metrics sind ein sehr spannendes, aber auch neues Thema. Daher sind noch einige Fragen offen. Die Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Kennzahlen ist kritisch, weil die diversen Plattformen für oftmals sehr ähnliche Kennzahlen verschiedene Bezeichnungen anbieten. Zudem ist das Thema sehr komplex. Widgets sind beweglich, streuen sich quer übers Netz, in Webseiten, Social Networks und in Blogs. Dadurch ergeben sich viele verschiedene Arten von Betrachterkonfigurationen. Bei einem weitverbreiteten (Multichannel-) Widget hat man fast unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten. Im Laufe der Zeit werden sich bestimmte Standards entwickeln, auf deren Basis effizient gearbeitet und aufgebaut werden kann. Wählen wir unsere Kennzahlen mit Bedacht.

Alexander Hachmann
hachmann@widjet.de
Artikel einem Freund senden
MOBILE ADVERTISING
von Lars Korbel, Redaktion | ADZINE 28.05.2009

Mobile Applikationen für die Werbung nutzen

Lars Korbel

Mobile Applikationen sind kleine Programme, die dem Mobiltelefon-Anwender einen besonderen Nutzen oder Spaß liefern. Seit Kurzem erleben diese Applikationen aufgrund der Weiterentwicklung der Smartphones einen wahren Hype. Doch wie können Publisher und werbetreibende Unternehmen diesen recht neuen Kommunikationskanal für sich nutzen?

Laut dem Marktforschungsunternehmen Gartner setzten die Handyhersteller im ersten Quartal 2009 weltweit über 36 Millionen Smartphones ab. Das ergibt eine Steigerung von 13 % im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt beträgt der Gesamtanteil der Smartphones bei den mobilen Endgeräten etwa 14 Prozent, Tendenz stark steigend.

Der Markt

Auf dem globalen Smartphone Markt tummeln sich viele Anbieter. Marktführer bleibt Nokia, vor Research in Motion (RIM) und Apple. Für Nokia-Smartphone-Nutzer plant Sun aktuell den Launch des Java App Stores. RIM betreibt die BlackBerry App World. Für Smartphones, auf denen das Betriebssystem Android läuft, hat Google den Android Market ins Leben gerufen und Windows eröffnete für das Betriebssystem Windows Mobile den Marketplace for Mobile. Designerliebling Apple, dessen iPhone und iPod touch mit ihren intuitiven Benutzeroberflächen das Thema mobile Applikationen für die Nutzer erst attraktiv machten, hat den AppStore bereits als bekannte Marke etabliert. Mit den iPhones wurde das mobile Internet inkl. der mobilen Applikationen beim führenden Mobilfunknetzbetreiber T-Mobile 60 mal so intensiv genutzt wie mit anderen Smartphones. Zudem werden mobile Applikationen für die verschiedenen Smartphone-Betriebssysteme von unabhängigen Unternehmen online angeboten.

Zahlen: Apple hüllt sich in Schweigen – doch T-Mobile weiß mehr

In dem AppStore von Apple können die Nutzer bereits aus über 35.000 mobilen Applikationen wählen. Weltweit haben die Anwender bereits über 1 Milliarde Applikationen heruntergeladen. Über die regionalen Verkaufszahlen hüllt sich Apple in Schweigen. Das iPhone wird in Deutschland in der Regel von T-Mobile exklusiv mit einer Datenpauschale angeboten, sodass für die Nutzung von mobilen Applikationen bis auf mögliche Stückpreise keine weiteren Kosten für die Nutzer anfallen. In Deutschland konnte T-Mobile bis Ende 2008 330.000 iPhones verkaufen. Bis Mitte 2009 gehen die Experten von einer Verdopplung der Verkaufszahlen aus.

Christian Hasselbring, Stern.de

Stern.de-Applikation ist nun Ad-enabled

Aufgrund der steigenden Nutzungszahlen fragt sich der Marketer, wie sich die Smartphone-Nutzer über diese Applikationen ansprechen lassen. Ein gutes Beispiel ist die Mobil Applikation von stern.de. Der kostenlose Dienst für iPhone und iPod touch bietet den Nutzern aktuelle Nachrichten, Unterhaltung und Services auf Wunsch auch personalisiert. Laut Christian Hasselbring, Chief Operating Officer bei Stern.de, erzielt die Stern.de-Applikation täglich „ca. 500.000 PIs und 50.000 Visits. Über die Mobile-Unit der G+J EMS können die Werbekunden Ad-Server-basiert die derzeit üblichen mobilen Werbeformen schalten“.

Stern.de App, 240.000 Downloads


Dabei seien „Standardbanner an verschiedenen Platzierungen im Content oder fix über der Navigation möglich. Weitere Formen wie Interstitials, Sponsorings und Video-Ads sind in Vorbereitung oder können auf Anfrage ermöglicht werden“, so Hasselbring. Über 240.000 Downloads dieser Applikation sind ein guter Beleg dafür, dass der Werbekunde mit mobilen Applikationen bereits große Reichweiten in Deutschland aufbauen kann. Nach dem letzten Release ist die Stern.de-Applikation nun „Ad-Enabled“ und große nationale und internationale Marken hätten sich laut stern.de bereits eingebucht.

René Bellack, BVDW

Bei der Stern.de-Applikation haben die Macher auch an den zeitweiligen Offline-Betrieb ihrer Applikationen gedacht und das sogenannte „Download-To-Go“-Feature integriert. Damit können die Nutzer beispielsweise vor einer U-Bahn-Fahrt aktuelle Inhalte inkl. der Werbeformate in ihre Stern.de-Applikation laden und unter der Erde in der U-Bahn rezipieren, wenn keine mobile Internetverbindung besteht.

Durch die Offline-Nutzung von mobilen Applikationen ergibt sich laut René Bellack, Leiter Arbeitskreis Mobile Marketing und Vorsitzender des Mobile Advertising Circle (MAC) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V., jedoch bei integrierter Werbung ein Problem bzgl. der Messbarkeit. „Im Idealfall laufen im Hintergrund der Applikation mehrere Banner, für den Fall, dass die Applikation ohne Verbindung zu einem Adserver genutzt wird. Dies ermöglicht unterschiedliche Werbemittel anzuzeigen. Eine Herausforderung hierbei ist die Messung und das Reporting der Sichtkontakte des Werbemittels.“

Vodafone App Store

Welcher App-Typ bist Du?

Welcher App-Typ bist Du?, fragt Vodafone in seinem neuen App Store für das HTC Magic Android Smartphone und unterscheidet in den Anwendergruppen zwischen Fun, Work, Trend und Entdecker. Die mobile marketing association (MMA) nimmt eine ähnliche Klassifizierung vor. In ihrem Mobile Advertising Overview vom Januar 2009 unterscheidet sie mobile Applikationen nach: Kommunikation, Spiele, Information, Multimedia, Reisen und nützliche Hilfsprogramme. Zudem trennt die MMA mobile Applikationen nach der Connectivity. Daher spricht die MMA von “connected mobile applications, intermittently connected mobile applications, non-connected mobile applications.” Es macht den Anschein, dass zurzeit vor allem technikaffine Zielgruppen mobile Applikationen nutzen. Die jüngere Zielgruppe interessiert sich für Games und Social-Network-Angebote, während ältere Nutzer aktuelle Informationen zu Wirtschaft, Sport und Wetter mit Applikationen beziehen.

Harald Neidhardt, Smaato

Werbeformate

„Werbeformate in Applikationen richten sich in der Größe nach den internationalen Richtlinien der MMA, die auch vom deutschen BVDW unterstützt werden“, sagt Harald Neidhardt, Chief Marketing Officer von Smaato, dem Betreiber der Mobile-Advertising-Plattform SOMA. Die MMA selbst unterscheidet folgende Banner-Formate und möchte damit zur Diskussion in der Branche anregen: Banner Ad, Full-page Ad und Integrated Ad. René Bellack geht ein wenig weiter: „Grundsätzlich wird zwischen statischer, dynamischer und interaktiver Werbung unterschieden. Statische Werbung wird Initial bei der Programmierung der Applikation eingefügt und nicht mehr verändert. Dynamische Werbung wird grundsätzlich in Form eines austauschbaren Banners oder Ähnlichem integriert. Interaktive Werbemittel können sowohl statisch als auch dynamisch sein, allerdings sind diese ‚klickbar‘ und lösen eine Interaktion aus.“ Ferner würden laut Bellack verstärkt auch komplette Applikationen als Werbeträger genutzt werden.

Antonia Neubauer, YOC

Auch die YOC AG, Full-Service-Anbieter für die Nutzung von Handys als Werbe-, Informations- und Transaktionsmedium, beschäftigt sich längst mit mobilen Applikationen. Namhafte Kunden wie Volvo, Ford, Opel und Simyo hätten bei YOC bereits Werbung in mobilen Applikationen geschaltet. Laut Antonia Neubauer, Senior Manager Business Development bei YOC, richten sich die Werbebanner in Applikationen nach den Formaten des mobilen Internets. „Das Seitenverhältnis 6:1 ist das empfohlene Format im Mobile Advertising. Ein festes Seitenverhältnis vereinfacht die Größenanpassung der Banner und reduziert den Aufwand. Werbungtreibende liefern jeweils vier Banner in den Breiten 120, 168, 216 und 300 Pixel an. Das jeweils zu verwendende Banner wird durch den Mobile AdServer je nach Handymodell und bestmöglichster Darstellung aus den vordefinierten vier Größen ausgesucht“, sagt Neubauer.

Realisierung Werbeschaltung und Abrechnungsmodelle

Neubauer weiß zu berichten, dass auch bei der Realisierung von Werbeschaltungen in den Applikationen vieles dem Mobile Advertising gleicht: „Die Werbung in mobilen Applikationen wird ähnlich der Werbung in mobilen Internetportalen über ein spezialisiertes Mobile-AdServing-System eingeblendet. Dieses muss sowohl die Besonderheiten mobiler Endgeräte im Allgemeinen (unterschiedliche Benutzerführung, verschiedene Displaygrößen) als auch mobiler Applikationen im Besonderen (Online-/Offline-Modi, verschiedene technische Voraussetzungen bei den Betriebssystemen) berücksichtigen.“

Bei den Abrechnungsmodellen gibt es infolgedessen ebenfalls keine Unterschiede, wie Neidhardt von Smaato bestätigt: „Für in-app advertising gelten die gängigen Abrechnungsmodelle wie TKP (CPM) oder CPC. CPA (oder Cost per Lead/Action) setzt sich nur langsam durch, da mobile Cookies technisch noch nicht standardisiert sind.“ Durch die Übermittlung von Informationen von den Nutzern an die Ad Server kann zudem ein Targeting vorgenommen werden. Folgende Parameter sind dabei möglich: Endgerät, Netzbetreiber, Land, Stand, Nutzer und das demografische Profil. Somit kann Werbung in mobilen Applikationen sehr zielgenau geschaltet werden.

BMW Mini Applikation

Fazit

Über mobile Applikationen, die sich an die Bedürfnisse der Nutzer richten und die Vorteile der Smartphones nutzen, können große Reichweiten erzielt werden. Mobile Applikationen können eine beeindruckende User Experience bieten, wenn besondere Features der Smartphones genutzt werden. Zudem spielt das Productinvolvement eine große Rolle, da Werbung auf dem persönlichsten Medium „Handy“ oft unerwünscht ist. Hierzu ist prinzipiell ein zielgenaues Targeting möglich. Die Vermarktung von mobilen Applikationen ähnelt der Vermarktung von mobilen Websites. Spezialisierte Mobile-Ad-Server-Betreiber stellen Systeme zur optimalen Integration der Werbung in die mobilen Applikationen auf den verschiedenen Betriebssystemen für Publisher, Mediaagenturen und Ad Networks zur Verfügung. Die Abrechnung erfolgt in erster Linie auf TKP- oder CPC-Basis.

Lars Korbel
redaktion@adzine.de
Artikel einem Freund senden

 

Anzeigen-Markt

Lösungen für SEO und SEM

Bloofusion

Bloofusion ist eine Online-Marketing-Agentur für professionelle Suchmaschinen-Optimierung (SEO) und zielgerichtetes Suchmaschinen-Marketing (SEM). Wir helfen Unternehmen, das Internet und vor allem Suchmaschinen als effektiven Verkaufs- und Marketing-Kanal zu nutzen.



Maximale Reichweite bei digitalen Marketing- & Media-Entscheidern

Adzine, Hamburg

Senden Sie Ihre Werbebotschaft (Text/Logo) an mehr als 6000 Online-Marketing Professionals mit Link zum Adzine AdMarket. Für mehr Info die Überschrift klicken!



Adzine, Hamburg

ADZINE PRINT TESTABO

Adzine Abo Service

Starten Sie Ihr Adzine Testabo mit der 2. Ausgabe in 2009. Der Erscheinungstermin ist der 30.04.2009. Themenschwerpunkte: Cross Media Planung, Targeting, Social Media, Search Marketing: Google News Optimierung, SEO für Videoinhalte etc.



Neues Buch: Web Testing

Frank Reese (Hrsg.) Ideal Observer

Mit seinem neuen Buch „Website-Testing, Conversion Optimierung für Landing Pages und Online-Angebote“ bietet Frank Reese, Inhaber des anbieter-unabhängigen Beratungsunternehmen Ideal Observer, einen Einblick in die professionelle Website-Optimierung.



Frank Reese (Hrsg.) Ideal Observer

 

Termine im Online-Marketing

08.06.2009  -  09.06.2009

Deutscher Multimedia Kongress (DMMK) 2009 - MOVE!



10.06.2009  -  12.06.2009

Interact 2009 – Digital Advertising gets Innovative!



15.06.2009  -  17.06.2009

Infopark Internet Congress – iico.de



18.06.2009

Affiliate TactixX 2009




 

Möchten Sie keine weiteren ADZINE Ausgaben mehr erhalten, können Sie sich hier abmelden.

IMPRESSUM
Electronic Publishing Corporation Ltd. | 483 Green Lanes | GB - London N13 4BS | Company No. 5506015 | Companies House
Niederlassung Deutschland | Electronic Publishing Corporation Ltd. | NL Deutschland | Feldstraße 36 | 20357 Hamburg | e-mail: info@e-publishing-corp.com