Online-Marketing Newsletter: AUSGABE 15 / 2009 | 21.04.2009 - ADZINE - Magzin für Online-Marketing
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   AUSGABE 15 / 2009 | 21.04.2009

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EDITORIAL
von Arne Schulze-Geißler, Editor | ADZINE 21.04.2009

Der Luxus zu werben

Arne Schulze-Geißler

Das ganze Leben ist doch irgendwie ein Tauschgeschäft, du gibst mir was, ich gebe dir was und im Bestfall sind wir beide glücklich und zufrieden. Nach diesem Prinzip funktioniert auch in etwa die gesamte Wirtschaft und ebenfalls die Medien- und Kommunikationsindustrie, wenn sie funktioniert. Für Medienunternehmen werden nur gerade langsam die Tauschpartner knapp, zumindest die, die in harter Währung tauschen wollen. Im TV läuft daher zunehmend Partner- und Eigenwerbung, Sendungen werden gestreckt oder viermal am Tag wiederholt und neue Produktionen einfach auf Eis gelegt. Der Printmarkt wird ausgedünnt und online sind immer seltener lupenreine TKP-Buchungen zu finden.

Wo sind denn momentan all die Marken, die uns ein gutes Gefühl vermitteln sollen. Ist etwa die Steigerung der positiven Markenwahrnehmung in einer relevanten Zielgruppe ein zu vages Ziel in dieser Zeit? Die Bereitschaft, Geld für Konzepte und Medialeistung in die Hand zu nehmen, richtet sich im Diffusbereich ‚Marke und Image’ offenbar wenig nach den Bedürfnissen der Marken, sondern in erster Linie nach der allgemeinen Wirtschaftslage. Wo bleibt da der gesunde Menschenverstand, der doch im Marketing so ausgeprägt sein soll?

Ist Markenkommunikation generell eine unsichere Investition oder gar ein Luxus, den man sich in schwierigen Zeiten nicht leistet. Das wundert einen, wenn Produkte immer gleicher und austauschbarer werden und die eigentliche Differenzierung über Kommunikation stattfindet. Kein Wunder, dass sich Konsumenten primär am Preis orientieren.

Es stellt sich also generell die Frage nach dem Wert von Medialeistung, wenn man doch auch ohne auskommen kann. Oder kann man den Wert von Medialeistung in Zukunft komplett daran festmachen, wie viel nachweislich darüber zusätzlich verkauft wird. Im Online-Performance-Marketing wird Medialeistung schon rein nach der erfolgten Aktion abgerechnet. Ist das aber fair gegenüber den Medien, die viele Sichtkontakte liefern, ohne dafür Geld zu sehen.

Andererseits kann man natürlich auch argumentieren, dass man Inventar und Kampagnen nur möglichst passend matchen muss, damit für Seitenbtreiber dennoch ein attraktiver effektiver TKP herauskommt. Je mehr Aktion für den Werbetreibenden, desto mehr Geld für den Publisher.
Und wen wundert’s, Performance-Kampagnen für bekannte Marken funktionieren für alle Beteiligten besonders gut. Der Nutzer ist und bleibt eben eine Einheit, wenn auch eine komplexe.

Viel Spaß mit Adzine!

Arne Schulze-Geißler
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MARKETING + VERTRIEB
von Karsten Zunke, Redaktion | ADZINE 21.04.2009

Eine Frage der Dosis

Karsten Zunke

Die einen wollen ihre Marke in das Gedächtnis der Nutzer brennen, die anderen die verkauften Produkte zählen. Die einen lieben Kreativität und einprägsame Slogans, die anderen wollen überzeugen. Die einen wollen plakativ werben, die anderen profan verkaufen. Marketing und Vertrieb passen eigentlich nicht zusammen. Doch miteinander auskommen müssen sie. Und das könnten sie am besten, wenn sie miteinander kommunizieren und ihre Kampagnen abstimmen würden. Wenn. Vom Marketing initiierte Branding-Kampagnen erleichtern das vertriebsgetriebene Performance-Marketing, das gilt mittlerweile als sicher. Den optimalen ROI zu erhalten, ist daher nur eine Frage der Branding-Dosis. Bisher hat sich das in den werbenden Unternehmen aber kaum herumgesprochen – wie auch.

Julian Simons, mediascale

„Der Sichtkontakt einer Displaykampagne fördert den Abverkauf in Search“, sagt Julian Simons, Geschäftsführender Gesellschafter von mediascale. Eine starke Marke oder eine parallel laufende Branding-Kampagne beeinflussen seinen Erfahrungen nach Performance-Kampagnen positiv. „Wir sehen da sehr signifikante  Ausschläge. Abverkauf über Search performt dann einfach besser“, so Simons. Auch beim Performance-Specialisten Ligatus beobachtet man, dass Performance-Kampagnen von bekannten Marken oder von Marken, zu denen parallel eine Branding-Kampagne läuft, besser funktionieren als jene unbekannter Marken. „Etablierte Marken generieren mit ihren Performance-Kampagnen sowohl bei den Klicks als auch bei den Leads höhere Werte als No-Name-Marken“, sagt Tim Kröner, Geschäftsführer von Ligatus. Einen wesentlichen Grund dafür sieht er darin, dass die Nutzer bei bekannten Marken mehr Vertrauen beziehungsweise eine klarere Vorstellung über die mit der Marke verbundenen Dienstleistungen oder Produkte haben. In der Folge seien sie dann auch eher bereit, eine solche Performance-Werbung anzuklicken.
Eine große Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch die Korrelation mit klassischen Offline-Maßnahmen, die als Verstärker dienen. Idealerweise wird mit einer TV-Kampagne für einen schnellen Reichweitenaufbau gesorgt und diese dann ins Web verlängert, um über die Performance-Kanäle SEM, Display und Affiliate neue Kunden zu gewinnen.

Schwierige Zusammenarbeit

Doch in der Realität sieht das oft anders aus. Eine nicht repräsentative Online-Umfrage von eprofessional hat im Februar ergeben, dass lediglich 25 Prozent der Unternehmen ihre klassischen Kampagnen mit Performance-Marketingmaßnahmen wie Suchmaschinen-Marketing begleiten.


Das Übel hat seinen Ursprung in den Unternehmen selbst. Wenn das Marketing nicht weiß, was der Vertrieb vorhat und umgekehrt, kann es nicht klappen. Laut der Umfrage stimmen nur knapp 47 Prozent der Befragten ihre Performance-Marketing-Maßnahmen immer mit den Markenverantwortlichen in den Unternehmen ab, 46 Prozent stimmen sich nur in einigen Fällen ab, sieben Prozent nie. Die Zusammenarbeit zwischen Marketing und Vertrieb gestaltet sich nicht immer einfach. „Das Problem ist, dass diese beiden Abteilungen nicht nur eigenverantwortlich und eigenständig arbeiten, sondern oft auch noch unterschiedliche Agenturen beauftragen. Dann wird es wirklich schwierig“, erläutert Simons. Die Agenturen erhalten automatisch separate Ansprechpartner. Zudem haben sie untereinander noch weniger miteinander zu tun als die beauftragenden Abteilungen. „In diesen Fällen kennt die eine Agentur nicht die Zielsetzungen der anderen. Im schlimmsten Fall kommt es für den Kunden zu Kannibalisierungen der verschiedenen Kampagnen“, so Simons.

Abteilungsdenken bremst Performance

Im Idealfall sitzen die Experten aus Vertrieb und Marketing zusammen, um gemeinsam Ziele zu definieren und ganzheitliche Strategien zu entwickeln. „Aus unserer Sicht ist das leider noch viel zu selten der Fall, weil oftmals Abteilungsdenken vorherrscht und an sich kongruente Ziele mit unterschiedlichen Schwerpunkten verfolgt werden“, bestätigt Ronald Paul, CEO bei QUISMA aus München. Auch seiner Meinung nach sollten Branding- und PerformanceMarketing niemals isoliert, sondern immer gemeinsam betrachtet und ausgesteuert werden. „Kenngrößen wie CpO oder CpL als alleinige Kriterien anzusehen, ist ebenso kurz gedacht wie reines Streben nach einem positiven Image“, so Paul.

Laut Ligatus-Chef Kröner gibt es aber eine zunehmende Anzahl an Unternehmen, welche die werblichen Aktivitäten ihrer Marketing- und Vertriebsabteilungen miteinander abstimmen, „weil sie erkannt haben, dass sich durch das Zusammenspiel von Branding- und Performance-Kampagnen der ganzheitliche Werbeerfolg für das Unternehmen steigern lässt.“ Allerdings werde derzeit bei der überwiegenden Mehrheit der Unternehmen das Budget für Branding-Kampagnen und Performance Marketing noch ohne vorherige interne Koordination eingesetzt. „Wir weisen in solchen Fällen unsere Ansprechpartner im Vertrieb immer darauf hin, dass Brandingwerbung den Erfolg einer Performance-Kampagne nachhaltig begünstigt und daher bei leistungsorientierten Kampagnen nicht außer Acht gelassen werden sollte – und dieser Hinweis wird auch immer häufiger aufgegriffen“, so Kröner.

Optimaler ROI gesucht

Doch selbst wenn dies in einigen Unternehmen schon der Fall ist, bleibt eine Frage offen: Wie viel Branding benötigt ein Produkt oder eine Marke, damit das Performance-Marketing optimale Werte erzielt? Denn: Markenaufbau kostet Geld, Abverkaufskampagnen spielen es ein. Eine Faustformel, um ein optimales Verhältnis zu ermitteln, gibt es nicht.
„Der pragmatische Weg ist die Ableitung des Brand-Budgets aus dem Werbedruck konkurrierender Werbetreibenden als Basis“, erläutert Paul. „Wenn man im Share of Advertising untergeht, wird der Performance-Marketing-Bereich nicht die vorgestellten Volumen erzielen können, da man nicht in den Köpfen der Verbraucher ist, was zu einer geringeren Nachfrage für Marke und den damit verbundenen Produkten führt beziehungsweise ein Abverkauf nur über eine aggressive Preiskommunikation erfolgen kann.“ Ohne ausreichende Sichtbarkeit im Verhältnis zum Wettbewerb habe man in vielen anderen Branchen auch keine Regalfläche oder unmotivierte Verkäufer in den Filialen.
 
Ein aufwendigerer Weg führt laut Paul über Sales-Modelling. „Über einen längeren Zeitraum wird die Korrelation zwischen Marketing-Maßnahmen und Sales analysiert.“ Daraus lasse sich eine Prognosefunktion erstellen, die eine Budgetallokation nach Brand- und Performance-Marketing-Aktivitäten rechnet und Sales prognostiziert. Doch das dauert: In der Regel erstreckt sich eine solche Analyse über einen Zeitraum von einem Jahr für Branchen mit wenig Saisonalität und länger für Branchen mit hoher Saisonalität.

Stefan Längin, Planetactive/Neo@Ogilvy

Eine Frage der Dosis

„Wie viel Brandingbudget nötig ist, um die Transaktionen zu optimieren – diese Frage stellen sich die meisten Unternehmen nicht“, sagt Stefan Längin, Managing Director Germany and EMEA Hub, Planetactive/Neo@Ogilvy. „Sie haben in der Regel nicht die Möglichkeiten, es herauszufinden. Es fehlen die Mess-Kriterien und Tools.“ Aber dass es prinzipiell möglich ist, hat Neo@Ogilvy kürzlich in einer case study gezeigt. Deren Analytics-Spezialisten hatten über ein Jahr lang das Marketing von TD Ameritrade umfassend analysiert, einem großen Online-Broker aus den USA. In die quantitative Analyse flossen alle verfügbaren Daten ein: von Markt- und Wettbewerbsanalysen über Ergebnisse von strategischen Workshops bis hin zu Brand und Creative Trackings. Wie die Agentur in ihrem Kundenmagazin berichtete, wurden unterschiedlichen Zielgruppen detailliert betrachtet und typische Besucherwege identifiziert. Über ein Jahr lang liefen demnach die Tracking-Systeme und lieferten Daten.

In regelmäßigen Abständen wurde eine qualitative Marktforschung durchgeführt, um Veränderungen der Markenwahrnehmung zu verfolgen. Schließlich wurden quantitative und qualitative Daten zusammengeführt, ausgewertet und zu einer Empfehlung extrahiert. Das Ergebnis: Am Ende konnte Neo@Ogilvy eine der zentralen Frage eines jeden Marketing-Entscheiders beantworten: „Wie viel Prozent des Budgets muss in die Markenwerbung investiert werden und wie viel in direkte Sales-Maßnahmen, um eine maximale Conversion und damit den besten ROI zu erreichen?“ Mehr noch, man konnte sogar den besten Budget-Split für die unterschiedlichen Kanäle wie Print, TV und Online ermitteln. Das ist natürlich keine allgemein gültige Formel und gilt nur für diesen untersuchten Fall von TD Ameritrade. Es ist aufwendig, aber prinzipiell machbar.

Mit kleinen Schritten erfolgreich

Auch im kleinen Rahmen lassen sich Erfolge erzielen, wenn Branding- und Performance-Marketing richtig zusammenspielen. Dabei kommt es in der Displayvermarktung beispielsweise nicht so sehr auf die eingesetzten Werbemittel oder Werbemotive an. Eine Kampagne mit dem gleichen Motiv kann prinzipiell sowohl für Branding als auch für Transaktionen funktionieren. „Nur die Optimierung ist unterschiedlich“, erläutert Längin. Während man für eine transaktionsorientierte Wirkung mit kurzen Cappings arbeitet, macht es für Brandingzwecke Sinn, Motive und Platzierungen zu optimieren.
 
Doch Optimierer haben es mitunter schwer. Denn in vielen Firmen wird – bedingt durch das Abteilungsdenken – strikt zwischen Marketing- und Vertriebsbudget getrennt. Diese werden am Anfang des Jahres festgelegt. Fertig. Wenn eine Kampagne aber in die eine oder andere Richtung optimiert werden muss, sollte das möglichst nicht an der Budgetverteilung vom Jahresanfang scheitern. „Branding- und Transaktionsbudget müssen aus einer Hand kommen“, fordert deshalb Längin. Nur so könne man schnell umschichten, wenn bei einem Umsatzeinbruch reagiert und beispielsweise eine Online-Kampagne transaktionsorientiert optimiert werden muss. „Wenn diese Entscheidungen bei zwei verschiedenen Agenturen und auch beim Werbekunden in zwei verschiedenen Abteilungen angesiedelt sind, ist eine Optimierung äußerst schwierig.“ Längin hält daher eine neue Budgetverteilung für sinnvoll: nicht nach Sparten, sondern nach Produkten. „Dann könnte jeder Produktmanager entscheiden, welche Werbemaßnahmen die besten für seine Produkte sind.“ Folge: Die Verantwortung für Marketing- und Vertriebsbudgets wäre in allen Kanälen zentralisiert. Das würde es erheblich erleichtern, Branding-Kampagnen und Performance-Marketing so zu dosieren, dass ein optimaler Gesamt-ROI erzielt wird.

Karsten Zunke
redaktion@adzine.de
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PERFORMANCE OPTIMIERUNG
von Jens von Rauchhaupt, Redaktion | ADZINE 21.04.2009

Permanent das Optimum herausholen

Jens von Rauchhaupt

Ob im SEM (Search Engine Marketing), bei Display Ads oder für das Affiliate-Marketing – Performance-Kampagnen unterliegen der laufenden Optimierung des Marketers. Das liegt in der Natur dieser erfolgsabhängigen Disziplin des Online-Marketings. Im Performance-Marketing zählt nur das messbare Ergebnis, beispielsweise ein Abverkauf, eine Newsletter-Anmeldung oder eine Adressengenerierung. Doch wie optimieren die Profis ihre CP(X)-basierten Kampagnen, wo setzen sie tatsächlich an, um das Optimum an Effizienz für ihre Kunden herauszuholen?

Simon Boé, Goldmedia

Unterschiedliche Ansätze zwischen Branding und Performance

Die Unterschiede zur Optimierung von Online-Kampagnen auf TKP und Performance-Basis könnten kaum größer sein. „TKP-Kampagnen erzielen eher selten effiziente Responsewerte wie Orders oder Leads und sind damit viel mehr auf Branding oder wenigstens Brand-Response ausgerichtet“, erläutert der Media-Berater Oliver Migge, der unter anderem den Versandhändler OTTO und Google Deutschland beraten hat. Migge weiter: „Erfolgsgrößen in Branding-Kampagnen liegen in Anlehnung an den klassischen Medien in den GRPs (Gross Rating Point), im Aufbau von Nettoreichweiten und den OTS (Opportunity to see)."

Wenn der Zielwert die Werbeerinnerung ist, kann der Werbungtreibende beispielsweise nach einer Onsite-Befragung die Kontaktklasse mittels Frequency Capping erhöhen. Bei Performance-Kampagnen liegt der Fokus hingegen auf der laufenden Optimierung als auf der genauen Planung und Kreation. Simon Boé, Geschäftsführer der Goldmedia Sales & Services GmbH und Experte für SEO/SEM/SMM der Goldmedia Gruppe, bringt die wesentlichen Unterschiede zwischen Performance- und Branding/TKP-Kampagnen zu Krisenzeiten wie folgt auf den Punkt: „In der momentanen Situation des Werbemarktes liegen die Unterschiede vor allem in der Budgetoptimierung. TKP und auch LOW-TKP-Buchungen schaffen deutlich mehr Reichweiten, während die Optimierung bei Performance-Kampagnen in der Conversion liegt. Für eine optimierte Online-Mediaplanung sind natürlich beide Werte relevant.“

Jens Jokschat, pilot 1/0

Stellschrauben für den Erfolg

Die Media-Agenturen können anhand der üblichen Stellschrauben Werbemittel, Umfelder, Targeting und Landing-Pages optimieren. Jens Jokschat, Geschäftsführer der Media-Agentur pilot 1/0, vertraut bei der Kampagenoptimierung in erster Linie auf die Human Resources und dann auf die Technik: „Im Kern setzen wir auf erfahrene Mitarbeiter! Genauso entscheidend ist heute jedoch der Zugang zu den Technologien. Im SEM-Bereich nutzen wir eine führende Bid-Management-Technologie, die Kampagnen ganzheitlich (portfoliobasiert) optimiert, nicht nur die CPCs einzelner Keywords. Unerlässlich ist zudem der Blick über den Tellerrand, also der Abgleich von Learnings über alle Online-Marketing-Kanäle.“
 
Die Vermarkter müssen bereits im Vorfeld einer Performance-Kampagne bestehende Learnings integrieren können und bestimmte Nutzungsprofile anbieten. „Ein Anbieter von Computer-Hardware muss so nicht bei Null anfangen, wenn bereits viele Wettbewerber zuvor eine ähnliche Kampagne gefahren haben. Die Erfahrungswerte sämtlicher Kampagnen müssen in einem Pool zusammenlaufen, um die folgenden Kampagnen gleich zu Beginn optimal, effizient und effektiv starten zu können“, erklärt Media-Berater Migge, der im Display-Segment die volle Ausschöpfung der technischen Möglichkeiten für wichtig erachtet. „Kunden müssen nicht mehr im ersten Schritt ganz breit streuen und step-by-step optimieren.“

Jokschat macht anhand der eigenen Technologie deutlich, dass vor allem im Bereich der Display Ads typische Optimierungstechniken im Performance-Marketing Einzug gehalten haben: „Im Display Advertising haben wir mit unserem ‚pilot Display Optimiser‘ ein System entwickelt, mit dem wir vermarkterübergreifend Performance Kampagnen optimieren. Sei es auf CPC-, CPO- oder ROI-Basis. Dazu nutzen wir nicht nur vermarkterübergreifende Frequency Cappings, sondern können zudem auf Basis eines Behavioural Targetings profilbasiert die Zielgruppen ansprechen und bei unseren Kunden erwiesenermaßen am besten wandeln.“ Gleichzeitig kauft pilot 1/0 laut Jokschat über einen eigenen Vermarkterpool „extrem günstig“ Traffic ein und setzt jede AdImpression für den Kunden ein, der den größten Ertrag daraus zieht. „Hier greifen also mehrere Stellschrauben ineinander, die im Ergebnis bessere Resultate liefern als die Auslieferung und Optimierung über einzelne Anbieter“, sagt Jokschat. Damit gehen Agenturen wie pilot 1/0 noch einen Schritt weiter und schlüpfen selbst in eine Vermarkterrolle. „Sofern ein großer Kundenbestand Interesse an Response-Kampagnen hat, kann die Agentur selbst ungenutztes Inventar von Vermarktern einkaufen, idealerweise mit Nutzungsprofilen, um so die komplette Optimierung selbst übernehmen zu können“, erklärt dazu Migge.

Eine ganz andere Stellschraube nutzt Goldmedia: „Die Goldmedia Gruppe hat mit der Goldmedia Custom Research GmbH einen starken Partner im Bereich der Werbewirkungsforschung. Mit hauseigenen und medienüblichen Tools beraten wir so optimal unsere Kunden. Bei der Kampagnen-Performance für abverkaufsorientierte Kampagnen wird natürlich viel über den Preis gesteuert, aber eben nicht alles“, sagt Simon Boé.

Oliver Migge

Feedback des Werbungtreibenden

Beratung und Kommunikation mit dem Werbekunden sind für die Optimierung von entscheidender Bedeutung. Vermeintliche Erfolge erweisen sich bei genauerer Betrachtung oftmals als Trugschlüsse, wie folgende Beispiele von Media-Berater Migge zeigen: „Ein überdurchschnittlicher Warenkorbwert kann auf den ersten Blick erfolgreich anmuten. Auf den zweiten Blick kann sich zeigen, dass überdurchschnittliche Warenkörbe signifikant oft finanziert sind und diese Finanzierungen abgelehnt wurden. Damit sind der vermeintliche Erfolg und die entsprechende Optimierung hinfällig. Ähnliches gilt für den Fall, dass die absolute Zahl der Orders überdurchschnittlich hoch ist, wie bspw. bei einem Anbieter von Schuhen. Die Agentur verbucht das als Erfolg und optimiert auf dieses Umfeld weiter. Der Kunde kann aber die Information liefern, dass der Käufer zwei von drei Paar Schuhen wieder zurückgeschickt hat, nur ein Paar passte dem Käufer. Damit würde die erste Optimierung auf falschen Tatsachen fußen. Je genauer das Zusammenspiel zwischen Kunde und Agentur ist, desto feiner kann die Kampagne optimiert werden“, erklärt Migge.

Bei den Landing-Pages die Hebel ansetzen

Oliver Migge weiß aus Erfahrung: „Eine Response-Kampagne kann live und permanent anhand zuvor definierter Erfolgfaktoren optimiert werden. Diese Faktoren müssen im Vorfeld der Kampagne genau definiert sein. Ein Klick allein ist kein Erfolgsfaktor. Entscheidend ist, was nach dem Klick passiert!“ Aus diesem Grund ist die Optimierung von Landing-Pages während der laufenden Kampagne besonders wichtig. „Landing-Pages sind meines Erachtens die am häufigsten unterschätzte Optimierungsmöglichkeit. Dabei bieten sie oftmals die größte Hebelwirkung“, erklärt Jokschat und gibt ein simples Beispiel: „Gelingt es, die Conversion Rate von 1,0 auf nur 1,5 Prozent zu steigern, sinkt ein CPO automatisch um 33 Prozent! Wir sind der festen Überzeugung, dass die bestwandelnde Landing-Page nur von Usern und deren Klickverhalten ermittelt werden kann und nicht vom Bauchgefühl eines Webdesigners. Wir bieten Kunden daher Testkonzepte für die multivariate Landing-Page-Optimierung an. So können bei geringem Aufwand durchaus 40, 50 oder mehr Varianten von Landing-Pages getestet werden.

Dabei geht es nicht nur um das Feintuning von Texten oder Grafiken, sondern auch um generelle Fragen, wie z.B. ‚Wo sollte das TÜV Siegel eingeblendet werden?‘ oder ‚Welche Informationen muss die Produktseite enthalten?“, erklärt Jokschat den Analyse- und Optimierungsansatz bei pilot 1/0. „Den Stein der Weisen zu treffen, gelingt sicher nur temporär“, sagt dazu Migge, „da sich schnell etwas am Planungsumfeld (Konkurrenzumfeld, Preisgestaltungen, Saisoneffekte etc.) ändern kann. Durch die Tests können aber unterschiedliche Profile abgebildet werden, anhand derer die optimale Landing-Page ausgewählt wird.“ Die Testszenarien erstrecken sich laut Jokschat während der Kampagne über mehrere Wochen. Nur so kann ausreichend Traffic generiert werden, um valide Ergebnisse zu produzieren. Diese sind dann meist jahrelang nutzbar und zahlen sich vielfach aus.

Ungewissheiten bei Vermarkteroptimierung

Portfolio Vermarkter können innerhalb ihres eigenen Inventars auf CPX optimieren und tun dies auch. „Selbst wenn eine erste Optimierung und Vergütung nach dem Klick erfolgt, muss die anhand der definierten Erfolgsparameter optimiert werden“, sagt Migge. Das Problem ist jedoch, dass die Optimierung für den Kunden oft eine Black Box bleibt wie Jokschat meint: „Was, wie, warum und auf welchen Seiten optimiert wurde, bleibt oft im Dunkeln. Selbst bei Erfolg gibt es keine Garantien, dass ein Folgeflight ähnlich erfolgreich verläuft.“ Auch Search Engines bieten inzwischen für einfache Zielstellungen Optimierung an. „Bei komplexeren Zielen, wie die Einbeziehung weiterer Anbieter oder Messpunkte, oder zur Steuerung nach Tageszeiten setzen wir jedoch auf externe Lösungen, die bei der Optimierung deutlich weitergehen“, erklärt Jokschat. Die Anbieter seien laut Migge zudem gefordert, sämtliche Bedenken, bspw. Klickbetrug, auszuräumen. Die Optimierung für die eigenen Erlöse wäre zu kurzfristig gedacht und würde von einer guten Agentur in der Regel aufgedeckt.

Jens von Rauchhaupt
jvr@adzine.de
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11.05.2009  -  13.05.2009

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19.05.2009

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28.05.2009  -  03.06.2009

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08.06.2009  -  09.06.2009

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10.06.2009  -  12.06.2009

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15.06.2009  -  17.06.2009

Infopark Internet Congress – iico.de



18.06.2009

Affiliate TactixX 2009



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23.09.2009  -  24.09.2009

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