Online-Marketing Newsletter: AUSGABE 27 / 2008 | 08.08.2008 - ADZINE - Magzin für Online-Marketing
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   AUSGABE 27 / 2008 | 08.08.2008

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EDITORIAL
von Arne Schulze-Geißler, Editor | ADZINE 08.08.2008

Mit Google weltweite Trends analysieren

Arne Schulze-Geißler

Zu Beginn möchte ich Ihnen kurz das neue Google-Spielzeug 'Insight for Search' vorstellen, das Tool soll potenziellen Keyword Advertisern Anhaltspunkte geben, nach welchen Begriffen die Google-Nutzer in einem Themenumfeld suchen. Die Funktionen sind recht überschaubar, man kann neben Suchbegriffen und Suchwortkombinationen das Suchverhalten zusätzlich geografisch, zeitlich und nach Kategorien filtern. Die Veränderungen des Suchverhaltens in einem definierten zurückliegenden Zeitraum wird anhand einer Kurve visuell dargestellt. Aufgrund der Verfügbarkeit weltweiter Daten zum Suchverhalten, ist es eine beeindruckende Informationsquelle.

Nachteil ist, dass keine absoluten Zahlen angegeben werden, sondern alles immer nur im Verhältnis zueinander dargestellt wird. Das Suchvolumen einzelner Begriffe wird dabei immer ins Verhältnis zu dem Top-Suchbegriff gesetzt, der mit der Maßzahl 100 bewertet wird. Ich wollte wissen, welche Suchbegriffe im Zusammenhang mit dem Begriff "fernseher" für die Google-Nutzer besonders relevant sind.

Dabei kam heraus, dass die Wortkombination "lcd fernseher" in den letzten 30 Tagen für Gesamtdeutschland am relevantesten für die Nutzer war, darum wird der Begriff mit 100 bewertet. Der Suchbegriff "fernseher" allein kommt im Verhältnis nur auf eine Beliebtheit von 84 Punkten. Obwohl keine absoluten Zahlen genannt werden, können somit doch sehr deutliche Trends abgelesen werden. Beispielsweise sticht besonders ins Auge, dass die Suchwortkombination "plasma fernseher" nur mit 15 Punkten bewertet wird und demnach auch nur 15 % der Suchanfragen vom meistgesuchten "lcd fernseher" aufweisen kann. Das Interesse an Plasma-Fernsehern scheint abzuebben und die Plasma-Technologie dürfte damit auch bald vergessen sein.

Ob man solche und ähnliche Schlussfolgerungen aus dem Tool ziehen sollte, bleibt zu überprüfen, aber eine Tendenz ist jedenfalls erkennbar. Spannend sind auch noch die 'Rising Searches', das sind die Suchbegriffe in einem Themenumfeld und einer Region, die in letzter Zeit einen ganz besonderen Anstieg verzeichnen.

Welche Schlüsse jeder einzelne daraus zieht für sein Keyword-Advertising hängt vermutlich von der individuellen Erfahrung ab. Denn erfahrenen Pay-Per-Click-Experten ist es eigentlich egal, wonach mehr oder weniger gesucht wird, es wird sowieso die gesamte Bandbreite der Keywords in einem Themenumfeld nach Conversion und Marge, also ROI optimiert. Wenn die beliebteste Suchwortkombination dabei durch das Raster fällt, wird auch 'Insight for Search' nichts daran ändern.

Viel interessanter ist das neue Google-Tool für Marketingverantwortliche, die wissen wollen, wo sie mit ihrem Produkt im Vergleich zum Wettbewerb bei den Suchenden stehen. Und welche Wirkung die letzte Werbekampagne für Produkt xy auf das Suchverhalten der Nutzer hatte, denn auch hier lassen sich die Ausschläge deutlich erkennen. Daher auf jeden Fall mal anschauen: http://www.google.com/insights/search/ Ich bin mir sicher, dass viele von Ihnen das Tool demnächst häufiger benutzen werden, um mehr über potenzielle Kunden zu erfahren.

Heute geht es bei uns im ersten Beitrag um die angestrebte Standardisierung der Einkaufsvorgänge von grafischer Medialeistung seitens einiger Agenturen. Wir betrachten das am aktuellen Beispiel der GroupM und dem Media-Marktplatz Adscale.

Über E-Commerce und Dienstleistungen in Sachen Vertrieb und Marketing für Web-Shops sprachen wir mit John Strosahl, Vice President Europe bei Digital River.

Arne Schulze-Geißler
asg@adzine.de
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MEDIAEINKAUF
von Rupert Turner, Redaktion | ADZINE 08.08.2008

Kommen die Mediamaten?

Rupert Turner

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, in der man einen Auszahlungsschein in der Schalterhalle einer Bank ausfüllte, um damit an den Kassenschalter zu gehen und sich den eingetragenen Betrag auszahlen ließ. Das ist schon etwas länger her und viele Mittzwanziger dürften diese Erfahrung in ihrem Leben gar nicht mehr gemacht haben. Bankautomaten haben zwar schrecklich wenig mit Online-Mediaeinkauf zu tun, aber sie sind immerhin ein Beleg dafür, dass Automaten das gesamte Erscheinungsbild einer Branche verändern können.

Ganz unerfahren sind die Mediaagenturen in Sachen Automatenbetrieb nicht, denn beim Keywordadvertising ist es schon seit Jahren gängige Praxis. Allerdings gibt es in dieser Disziplin auch nur eine Handvoll Anbieter und die lassen sich heute über clevere Buchungstools allesamt über einen Bildschirm bedienen. Anders liegt der Sachverhalt bei der grafischen Online-Werbung. Tausende buchbare Seiten, zig Vermarkter, die den Werbeplatz vermitteln und jede Menge Werbeformen. Dann gibt es auch noch so etwas wie unterschiedliche Kampagnenziele für die sich wiederum unterschiedliches Online-Inventar unterschiedlich gut eignet.

Eine Vorreiterrolle im standardisierten und schlanken Mediaeinkauf nimmt derzeit die GroupM (WPP) ein, auf jeden Fall sieht es von außen so aus. Die Gruppe und die angeschlossenen Agenturen (Beyond Interaction, Mindshare, MEC) integrieren Media-Networks und Mediaexchanges in ihre Organisation und Prozesse, um den einzelnen Planern und Einkäufern die Umsetzung der Mediapläne zu erleichtern. Geht es beispielsweise um den Einkauf für Responsekampagen liefert das hauseigene Quismax Performance Network die entsprechenden Leads, Sales oder auch Klicks. Quismax selbst kauft bei großen Publishern direkt ein oder versorgt sich über die bekannten Ad-Networks.

Der nächste Schritt ist es, kleinere und mittlere Webseiten als Trafficlieferanten zu bündeln und den Planern bzw. Einkaufsspezialisten in den GroupM-Agenturen über ein Standardtool nach Seiten und Themenumfeldern zugänglich zu machen. Für diese Aufgabe hat die Gruppe in Deutschland den Online-Marktplatz Adscale auserkoren. Nach dem amerikanischen Vorbild "AdBrite" versucht Adscale eine möglichst große Reichweite durch die Aggregation kleiner und mittlerer Websites für den deutschen Markt zu erlangen. Die Agenturen der GroupM sprechen von der bevorzugten Abwicklung von Standardbuchungen über Adscale im Long- und Mid-Tail-Segment.

In diese wenig genau definierte Kategorie könnten sehr viele der buchbaren Websites in Deutschland fallen. Das Website-Segment, das die GroupM über Adscale anpeilt, wird heute allerdings oft exklusiv von unabhängigen Vermarktern betreut.

Damit die Einkäufer ab Juli dann auch über AdScale was zu buchen haben sollten (das Angebot war und ist noch etwas dürftig im Echtzeit-Marktplatz), erhielten Vermarkter und Webseitenbetreiber, die mit der GroupM zusammenarbeiten, Post von Arno Schäfer, Geschäftsführer von Beyond Interaction. Schäfer teilte in dem Brief seinen Geschäftsfreunden mit, dass Beyond Interaction ab dem 01.07.2008 die Werbeschaltung auf kleinen oder mittelgroßen Webseiten bevorzugt über Adscale abwickeln werde. Vermarkter und Publisher sollten doch bitte ihr Online-Inventar dort zugänglich machen. So sei sichergestellt, dass Beyond Interaction diese Plätze weiterhin wie gewohnt im Rahmen ihrer Kampagnen belegen könne.

Liegen die Vorteile für Vermarkter doch auf der Hand, nämlich: "In der Vereinfachung der Buchungsabläufe und der Effizienz der Werbeschaltungen durch einfaches Procedere und das Wegfallen aufwendiger manueller Abstimmungsprozesse", so Matthias Pantke, Geschäftsführer Adscale.

Adscale berechnet für das Wegfallen des Abstimmungsprozesses 30% des Mediaumsatzes und für einen Vermarkter bedeutet das zunächst: Um den Bestandskunden GroupM zu halten, zahlt er vor seinem eigenen Honorar 30 % des Media-Umsatzes an Adscale und das bei ungewissen Preisen. Oder um noch eine etwas andere Perspektive zu wählen: Die Agentur lagert eine Dienstleistung aus, verschlankt die Prozesse im eigenen Haus und lässt die ausgelagerte Dienstleistung vom Lieferanten bezahlen.
Die Konditionen, zu denen der Mediaeinkauf über Adscale abgewickelt wird, sind für viele Vermarkter zumindest fragwürdig und sollten auch Werbekunden aufhorchen lassen. Denn um was für eine Branche handelt es sich, in der man einfach einen Mittler zwischenschalten kann, der sich ein Drittel des Kundenbudgets einverleibt. Für einen Außenstehenden könnte der Eindruck entstehen, dass die angebotene Leistung keinen kalkulierten Preis hat.

Relativieren würden sich die Konditionen für den Vermarkter und Publisher erst, wenn eine Plattform wie Adscale für eine extrem hohe Auslastung der Sites zu vernünftigen Preisen sorgen würde. Diesen Fall werden die meisten Vermarkter und Publisher aber wohl mittelfristig nicht in ihre Überlegungen einbeziehen. Ohnehin fühlen sich viele Vermarkter durch die Aufforderung von Beyond Interaction oder MEC nicht angesprochen.

"Da orangemedia nicht auf Restplatzverkauf spezialisiert ist, hat diese Thematik für uns ohnehin keine besonderen Auswirkungen. In einer Zusammenarbeit mit Adscale sehe ich weder für unsere Publisher noch für orangemedia einen Nutzen", erläutert Giese und erklärt seine kritische Haltung gegenüber einem Mediamarktplatz: "Bei der Erstellung eines optimalen Mediaplanes für den Kunden kann es sich eine Agentur meines Erachtens nicht erlauben, sich auf einen Vermarkter als Plattform festzulegen. Bei rund 10 Millionen Websites in Deutschland liegt es in der Natur der Sache, dass es mehrere Vermarkter bzw. Plattformen gibt und sich kein Quasi-Monopol wie im Search herausbildet. Wenn ich es mir als Agentur so leicht machen möchte, mich auf einen Anbieter zu beschränken, zahlt der Kunde die Zeche. Er bekommt nicht den optimalen Mediaplan, weil die Agentur nur einen Bruchteil der möglichen Websites in die Planung einbezieht.

In diesem Zusammenhang verstehe ich auch den Ursprung dieser Diskussion nicht. Ist es nicht gerade die Kompetenz einer Agentur, das Know-how zu besitzen, wo performantes Werbeinventar liegt? Diesem Anspruch wird eine Agentur wohl kaum gerecht, indem sie sich künstlich auf einen Anbieter beschränkt."

Auch Andreas Küenle, Geschäftsführer vom Online-Vermarkter netpoint Media sieht die Anwendungsmöglichkeiten von Adscale ähnlich wie sein Kollege aus Hamburg. "Ich sehe Adscale als Instrument für die Vermarktung von Restplätzen. Die Vermarktung von Webspace ist ein individuelles Geschäft, das nicht über standardisierte Marktplätze abgebildet werden kann. Automatisierte Marktplätze werden unsers Erachtens niemals eine Relevanz für qualitative und differenzierte Mediaplanung besitzen."

Ralf Hammerath, Geschäftsführer von ADselect, erkennt bei Adscale aktuell noch Schwächen, ist aber bereit, die Zusammenarbeit zu testen. "Die Kundenanfragen von Adscale sind immer ohne Volumenangaben. Damit kann man schlecht arbeiten. Der Dienst ist nicht für Vermarkter konstruiert, sondern eher für Long Tail", erläutert Hammerath und ergänzt: "Für ADselect ist AdScale jedoch eine Erweiterung des Geschäftsfeldes. Denn bisher waren wir nur im Premiumsegment tätig. Deshalb stellen wir unsere Seiten ein. Für diese haben sich sofort Kunden gemeldet. Allerdings ist das Frontend noch nicht optimal. Es ist nicht zu erkennen, für welche Werbeplätze die Kampagne bestimmt sein soll. Der Werbetreibende kann noch nicht kommunizieren, wo er platziert werden möchte. Der Start ist holperig. Wir geben Adscale jedoch eine Chance."

Viele werden Adscale vermutlich erst eine Chance geben, wenn die Buchungen der GroupM auf dem althergebrachten Wege ausbleiben. Von der Tendenz muss man allerdings feststellen, dass auch andere Agenturen wie z.B. die der Publicis-Gruppe ihre digitalen Bedürfnisse bündeln und eine Technologie einführen, die ihnen Zugang zu möglichst vielen Medien bietet. Das geschieht in Zusammenarbeit mit Google/DoubleClick. Zu den angeschlossenen Mediaagenturen werden Starcom Mediavest, Denuo und Zenith Optimedia gehören. Die Zeichen stehen auf Automatisierung und Bündelung.

Publisher und Vermarkter werden sich mit den Wünschen der Agenturen in den nächsten Jahren wohl arrangieren müssen und ihr Inventar mit großer Wahrscheinlichkeit auf verschiedenen Marktplätzen und Buchungsmaschinen verfügbar machen müssen. Und ob es sich dabei nur um das schon so oft erwähnte Long-Tail-Inventar handeln wird, darf bezweifelt werden.

Rupert Turner
redaktion@adzine.de
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ECOMMERCE MARKETING
von Sandra Goetz , Redaktion | ADZINE 08.08.2008

Globales E-Commerce mit eingebautem Marketing

Sandra Goetz

Digital River Inc. ist einer der größten Anbieter von globalen E-Commerce-Lösungen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Minneapolis (USA) wurde 1994 gegründet. Seitdem spezialisierte es sich auf Lösungen für die Bedürfnisse von Kunden, die das Internet als Vertriebskanal entdeckt haben. Digital River arbeitet derzeit nach eigenen Angaben mit über 40.000 Herstellern von Software und Verbraucherelektronik, Vertriebsunternehmen, Online-Shops und Affiliates auf der ganzen Welt zusammen - von Kleinunternehmen bis zu globalen Großunternehmen.

Auch in Deutschland ist das Unternehmen seit 2004 aktiv und stellt deutschen wie auch internationalen Kunden auch hier eine komplette E-Commerce-Infrastruktur zur Verfügung. Wir wollten etwas genauer wissen, um welche Dienstleistungen es sich heute im E-Commerce-Geschäft handelt. Wir erkundigten uns bei John Strosahl, Vice President Europe bei Digital River.

ADZINE: Welche Leistungen haben Digital River zunächst mal in den USA groß gemacht?

Strosahl: Wir sind der führende Anbieter weltweiter E-Commerce-Lösungen und ein Pionier in diesem Bereich. Wir haben den Vertrieb von Software per digitalen Download im Wesentlichen erfunden und unsere E-Commerce-Expertise jetzt um komplementäre Bereiche wie etwa Elektronikprodukte für Endverbraucher erweitert. Dabei bieten wir alle relevanten Leistungen an vom Aufbau des Onlineshops über die Abwicklung der Verkäufe und Auslieferung der digitalen oder physikalisch vorhandenen Waren bis hin zu einer breiten Palette an E-Marketing-Services. Diese umfassen unter anderem das Suchmaschinen-Marketing sowie das E-Mail- und Affiliate-Marketing. Wichtig dabei: Alle unsere Lösungen und Dienstleistungen sind weltweit verfügbar, so dass unsere Kunden den globalen Markt optimal nutzen können.

Natürlich ist das keine leichte Aufgabe. Unterschiedliche Märkte haben unterschiedliche Sprachen, Währungen, Steuergesetze, Zahlungsmethoden, Exportvorschriften und vieles mehr. Es gibt also unzählige Bedingungen, die es zu beachten gilt. Aber wir haben die passende Infrastruktur in unserem Back-Office, um diese vielfältigen Aufgaben zu meistern.

Mit diesen Outsourcing-Services unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Kosten und Risiken im E-Commerce zu reduzieren. Und dabei übernehmen wir natürlich mehr Aufgaben als die Programmierung und das Hosting des Warenkorbs. Wir bieten unseren Kunden aktive Unterstützung, damit diese ihre Online-Umsätze maximieren können. So offerieren wir zum Beispiel ein strategisches digitales Marketing, um potenzielle Käufer auf die Webseiten unserer Kunden zu führen, wir bieten mehrsprachige Kundenservices an, deren Verfügbarkeit sich nach der Zeitzone des Zielmarktes richtet. Und wir stellen unsere weltweit verfügbaren Komplettlösungen von zahlreichen, über den Globus verteilten Niederlassungen aus bereit zum Beispiel hier in Deutschland von Köln aus.

ADZINE: In Deutschland ist Digital River nur unter Insidern ein Begriff. Ich habe das Gefühl, dass Unternehmen wie Pangora oder Intershop, ePages doch noch etwas präsenter sind? Täuscht der Eindruck?

Strosahl: Tatsächlich ist die Marke Digital River in Deutschland, wie auch im übrigen Europa, im Vergleich zu den Anbietern ähnlicher Services sehr präsent.

Als Teil unseres Engagements in Europa haben wir 2004 das in Köln ansässige Unternehmen element 5 akquiriert, den größten europäischen Outsourcing-Anbieter für Software-Anbieter, die E-Commerce nutzen wollen. Die Kundenbasis von element 5, immerhin mehrere Tausend Unternehmen, haben wir übernommen. Im Jahr 2006 haben wir dann den Firmennamen in Digital River GmbH geändert, um weltweit unter demselben Markennamen aufzutreten. Es braucht Zeit, bis sich ein neuer Markenname etabliert hat, aber unser Wachstum in den internationalen Märkten in den letzten Jahren ist ein Indikator dafür, dass wir im Markt sehr präsent sind und einen guten Ruf genießen.

ADZINE: Könnte man sagen, dass E-Commerce der solide messbare Teil der Internetwirtschaft ist?

Strosahl: E-Commerce ist definitiv der etablierteste Part unter den diversen Geschäftsmodellen im Internet. Es geht darum, Produkte zu verkaufen und das ist traditionell der beste Weg, um Umsätze zu erzielen. Der einzige Unterschied zum traditionellen Handel ist, dass quasi über eine virtuelle Ladentheke verkauft wird und nicht über eine reale. Aber das hält Interessenten nicht vom Kauf ab. Deshalb wächst das Volumen der Onlineverkäufe stark und kontinuierlich.

Laut der im Januar 2008 vom Marktforscher Nielsen veröffentlichten Studie zum weltweiten Internet-Shopping ist die Zahl der Menschen, die online einkaufen, in den letzten zwei Jahren um 40 Prozent gestiegen und zwar von 627 Millionen auf 875 Millionen. Europa weist dabei den höchsten Prozentsatz an Online-Käufern auf, mehr als 90 Prozent der Europäer, die das Internet nutzen, kaufen dort auch ein. Diesen Trend können wir aus unserer Erfahrung nur bestätigen. Wir haben Kunden, die ihre Verkäufe Jahr für Jahr verdoppeln.

ADZINE: Nun hilft die beste Infrastruktur und Usability eines Online-Shops nicht, wenn keiner vorbeischaut. In der Offline-Welt, platziert man seinen neuen Laden möglichst dort, wo viele Personen seiner Zielgruppe vorbeikommen. Wie funktioniert das für Ihre Shopkunden im Internet?

Strosahl: Die erste Aufgabe für einen Online-Shop ist, dafür zu sorgen, dass er von den Kunden gefunden wird. Das setzt zunächst einmal eine einprägsame Webadresse voraus etwa der Name des Inhabers, verbunden mit dem Geschäftszweig. Dann folgt der Einsatz der Internet-Marketingtools. Standards sind hierbei die Optimierung der Site für Suchmaschinen, bezahlte Sucheinträge, Affiliate-Marketing und multivariate Tests. Alle diese Elemente müssen nicht nur jedes für sich, sondern auch in Kombination mit den anderen Maßnahmen optimiert eingesetzt werden. Weiterhin gilt es, auch offline aktiv zu werden, etwa durch PR-Maßnahmen oder Partnerschaften.

Sobald dies erledigt ist, übernehmen Maßnahmen wie das E-Mail-Marketing die Aufgabe, für eine möglichst hohe Kundenbindung zu sorgen. Online-Benutzer, die bereits in einem Shop gekauft haben, lassen sich häufig recht einfach durch eine kurze Erinnerung per Mail oder durch spezielle Angebote, die auf ihr Einkaufsverhalten zugeschnitten sind, zu weiteren Käufen bewegen. Unerlässlich hierfür ist es, sind Kundendatenbanken mit der Option, E-Mail-Adressen zu selektieren und zu Listen zusammenzufassen. Onlinekäufer müssen nicht wie in der realen Welt in der Nähe eines Geschäfts sein, um im nächsten Moment ihren Fuß über die Schwelle zu setzen und vielleicht etwas einzukaufen man kann sie schnell und einfach via Mausklick in den eigenen Onlineshop führen.

ADZINE: Sie verfügen über integrierte Lösungen für das Vertriebs-Marketing, welche Instrumente können Sie Ihren Kunden anbieten?

Strosahl: Wir bieten Tools für den Einsatz der kompletten Palette an Online-Marketing-Maßnahmen von der Entwicklung der Kampagnen über deren Optimierung bis hin zum Management. Unsere Kunden können wahlweise gegen Gebühr unsere Selfservice-Tools nutzen oder die kompletten Arbeiten zu unseren Marketing-Experten auslagern. Viele dieser Programme sind in unsere E-Commerce-Lösung integriert, sind aufeinander abgestimmt und arbeiten für eine schnellere, einfachere und effizientere Nutzung untereinander zusammen.

Für Webseiten oder -shops reichen unsere Services von der strategischen Analyse inklusive Design bis hin zu multivariaten und A/B-Tests, um feststellen zu können, welcher Shop-Aufbau und welche Warenkorbgestaltung die besten Ergebnisse erzielen. Wir bieten zudem die dynamische Personalisierung von Webseiten an, so dass die persönlichen Online-Präferenzen eines Besuchers bei der Darstellung berücksichtigt werden.

Auf der reinen Marketingseite bieten wir Services wie die Angebotsverwaltung (über unser Programm KeywordMax), E-Mail-Marketing (über unsere Tochtergesellschaft BlueHornet), Affiliate-Marketing (über unsere Plattform oneNetworkDirect), Webanalyse (über unsere Fireclick-Tools) sowie Suchmaschinenoptimierung, bezahlte Suchanzeigen und E-Mail-Optimierung (jeweils durch unser E-Marketing-Team marketForce).

ADZINE: Wer koordiniert die Online-Marketing-Aktivitäten, denn vermutlich arbeiten ja auch einige Ihrer Shopkunden mit Kreativ- und Mediaagenturen, gibt es da keine Kollision?

Strosahl: Wir arbeiten immer so, wie es unser Kunde wünscht. Wir können alle mit dem Online-Marketing verbundenen Aufgaben wie die Gestaltung von Webseiten, Bannern oder andere Kreativarbeiten erfüllen. Dabei übernehmen wir natürlich auf Wunsch bereits bestehende Komponenten oder Gestaltungen des Kunden. Grundsätzlich liegt die Verantwortlichkeit in der Zusammenarbeit zwischen uns und anderen Dienstleistern natürlich beim Kunden, aber dabei entsteht kein Interessenkonflikt. Wir machen unseren Job und die andere Agentur ihren.

ADZINE: Wie lassen Sie sich für ihre Dienstleistungen in Sachen Online-Marketing bezahlen?

Strosahl: Wir rechnen bei unseren Marketing-Services im Wesentlichen nach dem Prinzip der gemeinsamen Einnahmen und der Bezahlung für Leistung ab. Das heißt, dass Digital River einen gewissen Prozentsatz von jedem Online-Umsatz erhält, der über einen unserer Services, wie bezahlte Suchanzeigen, E-Mail-Marketing oder Affiliate-Programme, generiert wird. Entsprechend sind wir hochmotiviert, unsere Kunden zu unterstützen. Denn je besser sich ihr Geschäft entwickelt, desto erfolgreicher sind auch wir. Die Interessen unserer Kunden und unsere eigenen decken sich also zu 100 Prozent.

ADZINE: Betreibt Digital River ein eigenes Affiliate-Netzwerk oder werden nur die Partnerprogramme der Kunden betreut?

Strosahl: Wir machen beides. Unsere Affiliate-Marketing-Plattform oneNetworkDirect verzeichnet und verwaltet Verkäufe für unsere Kunden sehr effizient, wahlweise auf selbstverwalteter Basis oder als Dienstleistung von Digital River. Zudem fungiert unser Affiliate-Marketing-Team in diesem wie auch in anderen Bereichen quasi als verlängerter Arm der Marketing-Abteilung unserer Kunden. Wenn es gewünscht ist, hat unser Team wöchentliche Kontakte mit dem Kunden, etwa um die bestmögliche Vorgehensweise bei Cross-Promotion-Aktionen und der Optimierung der Präsentation der Inhalte auf Affiliate-Webseiten abzusprechen. Dies basiert auf unserem Erfolgsmodell der geteilten Einnahmen: Wir tun alles, damit unsere Kunden erfolgreich sind, weil wir an diesem Erfolg direkt partizipieren.

Außerdem haben wir mehr als 70.000 Anbieter in unserem Affiliate-Netzwerk oneNetworkDirect verzeichnet. Darauf basierend erleichtert unser einzigartiger Intersite-Service unseren Kunden, die sich ergänzende Produkte anbieten, die Kooperation bei Verkaufskampagnen durch gegenseitige Bewerbung auf den jeweiligen anderen Seiten. Jeder Kunde erhält einen gewissen Prozentsatz des Umsatzes, wenn ein Produkt über den Online-Shop eines Partners verkauft wird. Zudem ist es möglich, Waren anderer Anbieter im eigenen Webshop auf Kommission zu verkaufen. Dies ist ein weiterer Grund für Unternehmen weltweit, die E-Commerce-Dienstleistungen von Digital River zu nutzen.

Sandra Goetz
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