Online-Marketing Newsletter: AUSGABE 23 / 2007 | 16.11.2007 - ADZINE - Magzin für Online-Marketing
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   AUSGABE 23 / 2007 | 16.11.2007

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EDITORIAL
von Arne Schulze-Geißler, Editor | ADZINE 16.11.2007

"Brands no longer ownable"

Arne Schulze-Geißler

Wer letzte Woche die Strapazen einer New York-Reise nicht gescheut hat, konnte auf der ad:tech NY möglicherweise ein paar neue Erkenntnisse über das "new marketing" gewinnen. Universal McCann-Chef Nick Brien sprach in seiner Key-Note darüber, dass Branding zunehmend komplizierter würde in einer Welt, in der jeder dritte Online-Kauf durch Social-Media beeinflusst werde.

Brien machte deutlich, dass Marken nicht mehr einem Unternehmen gehören können, sondern den Konsumenten, der Öffentlichkeit. Das dürfte sich für einige Markenverantwortliche immer noch nach einem großen Irrtum anhören. Je mehr aber die tatsächlichen Verbraucher die öffentliche Wahrnehmung einer Marke selbst gestalten, desto mehr "gehört" ihnen die Marke, klar im übertragenen Sinne. Ich folgere aus dem, was Brien sagte, dass Unternehmen anscheinend zwei Möglichkeiten haben: 1. Sie warten, bis sich die Verbraucher ihrer Marke bemächtigen, oder 2. sie helfen ihnen dabei.

Das Thema Branding lässt sich offensichtlich nur noch zu einem gewissen Grad in Mediaplänen und zeitlich begrenzten Kampagnen fassen. Und ob man als Unternehmen das Social Media-Thema mit einer Firmenpräsenz bei Facebook oder StudiVZ, Bebo oder wie sie alle heißen, abhaken kann, ist zu bezweifeln. Die Überschreibung der Markenrechte auf den Konsumenten dürfte eine kleinteilige Angelegenheit werden. Die wenigsten Marketingabteilungen sind heute dieser Aufgabe gewachsen, denn es ist Kontinuität und permanente Nähe zu Verbrauchern gefragt und weniger die gelernte Kampagnendenke.

Für ADZINE haben wir zwar jetzt noch keine Unternehmensseite bei Facebook oder mySpace erstellt, jedoch habe ich gestern das neue Kampagnentool von Facebook getestet. Man hat ein sehr einfaches Frontend, sehr viel schlichter als bei Google. Zuerst gibt man die Ziel-URL der werbetreibenden (also der eignenen) Seite ein, dann erstellt man ein Werbemittel inkl. grafischer Elemente und danach stellt man Region und Personencharakteristika als Targetingkriterien ein. Bei mir waren letztendlich nur 1.000 Profile übrig, denen ich meine Werbung zumuten wollte. Mit den Targetingkombinationen bin ich noch nicht ganz zufrieden. Ich wollte meiner Zielgruppe noch Mitarbeiter verschiedener Firmen wie Google, AOL oder Microsoft hinzufügen, allerdings muss man hiefür jeweils eine neue Kampagnen anlegen. Im letzten Schritt legt man den maximalen Clickpreis oder auch TKP fest. Fertig ist die Kampagne. Die Response hält sich bisher sehr in Grenzen, eigentlich wollte ich ja auch nur wissen, wie es funktioniert.

Wir werden es auch bald schon in Deutschland mit dem entsprechenden Traffic testen können, da es mit Sicherheit 1:1 von StudiVZ kopiert wird. Um Targeting geht es auch mal wieder in einem unserer Beiträge. Karsten Zunke macht uns schlau und schildert, was sich hinter Search-Retargeting verbirgt und ob die Idee tatsächlich neu ist.

Wir hatten in der letzten Ausgabe schon in Form eines Interviews über Ingame-Advertising geschrieben, heute wird Henning Poppe für uns das Thema weiter vertiefen, mit hoffentlich neuen Erkenntnissen für die meisten.

Am nächsten Freitag erscheint ein ADZINE-Special zum Thema Online-Video Advertising, wir schicken es Ihnen wie gewohnt zu, es lohnt sich!

Jetzt aber viel Spaß bei der Lektüre!

Arne Schulze-Geißler
asg@adzine.de
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TARGETING
von Karsten Zunke, Redaktion | ADZINE 16.11.2007

See you later!

Karsten Zunke

Es ist ein Traum für jeden Marketer, wenn Interessenten aktiv nach Produkten und Dienstleistungen suchen und zugehörige Keyword-Werbung anklicken. Ein Alptraum ist jedoch, wenn die Klicks - und somit die Werbegelder - verpuffen und Besucher die Seite unverrichteter Dinge wieder verlassen. Durch die Verknüpfung von Search-Marketing und Re-Targeting können die scheinbar verlorenen Interessenten wieder aufgespürt werden. In den USA gibt es bereits diverse Angebote. Auch 24/7 Real Media hat jetzt für das eigene Media-Netzwerk eine Lösung gefunden, um Werbung auf das Suchverhalten der Nutzer abzustimmen.

Die 24/7 Real Media-Lösung funktioniert mit jeder Suchmaschine, in der Keywords vermarktet werden. Das Prinzip: Beim Aufsetzen der Suchwort-Kampagne verlinkt das Unternehmen die Textanzeigen seiner Kunden mit einer speziell kodierten URL anstelle der üblichen Webadresse. Wer solche Suchwortwerbung anklickt, kann dann auf sämtlichen Websites der sogenannten 24/7 Real Media Global Web Alliance sowie einiger Partner wiedererkannt und mit passender Bannerwerbung beliefert werden. Das Netzwerk umfasst über 950 Internet-Seiten und erreicht nach Unternehmensangaben monatlich rund 117 Millionen Benutzer. Allerdings gehören Kontinentaleuropa und somit Deutschland bisher nicht dazu.

Zweite Chance für Werber

AlmondNet hat das gleiche Ziel, aber einen anderen Ansatz. Für ihre "Post-Search Ads" arbeitet die Werbetechnologie-Firma aus New York mit Partnersuchmaschinen zusammen. Die Anzeigen werden ebenfalls in einem angeschlossenen Publisher-Netzwerk ausgeliefert. Wer auf den Partnerseiten zum Beispiel nach Lebensversicherungen gesucht hat, sieht Werbung von Lebensversicherungsanbietern im Netzwerk später auch auf der Wetter- oder Sportseite.

Revenue Science, ebenfalls in New York beheimatet, hat seine Search Re-Targeting-Technik bereits Anfang 2006 gelauncht. Mit ihrer Hilfe werden Besucher, die über Keywordanzeigen kommen, beim Eintreffen auf der Landing-Page markiert. Bewegen sie sich im angeschlossenen Netzwerk, werden sie mit Anzeigen an ihr früheres Interesse in der Suchmaschine erinnert. So erhalten Search-Marketer eine zweite Chance, Klicks zu konvertieren und den Erfolg ihrer Suchwort-Kampagne zu verbessern. Andere US-Firmen haben ähnliche Angebote.
Advertising.com bezeichnet seine Lösung als ein "Post-Search Behavioral Targeting". Dazu wird die Search-Lösung "Out Search" zusammen mit der Behavioral Targeting-Technologie Leadback eingesetzt. Nutzer, die Suchwortwerbung geklickt, aber nicht gekauft haben, können im Advertising.com-Netzwerk mit entsprechenden Werbe-Anzeigen zur Rückkehr auf die Website des Anbieters bewegt werden. In Europa wurde der Produktname "Out Search" für die Search Marketing-Lösung bisher nicht übernommen. Prinzipiell bietet Advertising.com aber in Europa bereits seit Anfang 2006 diese Form von Behavioral Search Re-Targeting an.

Lost and Found

"Wir verwenden unsere eigenen Cookies, die wir über unser eigenes Netzwerk und die Websites unserer Partner retargeten. Die Suchmaschinen spielen in dem Prozess keine Rolle. Über sie sammeln wir nur die Daten der Klicks", erläutert Thorsten Faltings, Managing Director 24/7 Real Media Deutschland, das Angebot seiner Firma. Die Suchmaschinenbetreiber müssen nicht bemüht werden, auch Suchprofile werden nicht abgefragt. Wer also auf Google oder Yahoo nach Produkten sucht und bestimmte Key-Word-Anzeigen klickt, erhält passende Werbung, sobald er sich auf einer Seite des angeschlossenen Netzwerkes bewegt. Möglich wird dies durch zwei Technologien von 24/7 Real Media. Denn neben dem globalen Werbenetzwerk hat das Unternehmen auch Ad Serving und Suchwortvermarktung im Portfolio. Für Letzteres bietet man mit Decide DNA eine Lösung an, die Tracking, Reporting und Optimierung der Suchwort-Kampagnen übernimmt. In Kombination mit dem Ad Server Open Adstream wird Search Re-Targeting ermöglicht.

Doping für die Klickrate

"Es ist eine einzigartige Methode, die wertvollen Daten der Suchmaschinenvermarktung auch für andere Medien zu verwenden", schwärmt Faltings. Die Lösung habe bei einem Kunden in Großbritannien die Klickrate um bis zu 800 Prozent gesteigert. "Die Effizienz von Online-Kampagnen kann mit Re-Targeting sehr stark gesteigert werden", meint auch Marco Klimkeit, Geschäftsführer von Newtention in Hamburg. Mit dem "Follow-Up" von Newtention Media Sales werden Nutzer beispielsweise während der Suche auf einer Website beim Klick auf einen Link markiert und können später wieder angesprochen werden. "Damit werden beim Re-Targeting im Bereich Search keine hypothetischen Schlussfolgerungen aus dem Surfverhalten eines Nutzers gezogen, wie beispielsweise beim Behavioral Targeting. Stattdessen wird der User an ein vorher gezeigtes Interesse erinnert und erhält somit Online-Werbung, die für ihn wirklich relevant ist", sagt Klimkeit.

Auch bei Value Click steht der einzelne Internetnutzer im Fokus des Behavioral Targeting. Hier wird ebenfalls geschaut, welche Informationen User abrufen, welche Werbung sie klicken - und vor allem, welche Produkte sie anschauen oder in den Warenkorb legen. So lassen sich Interessenprofile anlegen, mit deren Hilfe Nutzer relevanter umworben werden können.

Passende Banner für deutsche Sucher

Das suchmaschinenübergreifende Search Re-Targeting von 24/7 Real Media steht in Deutschland noch in den Startlöchern. Hier muss das Werbenetzwerk erst aufgebaut werden. Die Herausforderung für das Digialmarketing-Unternehmen ist, dass es für die neue Lösung auf zwei Seiten eine kritische Masse aufbauen muss - bei den Advertisern und auf der Seite der Publisher. "Wir sind bereits mit den ersten Interessenten seitens der Publisher im Gespräch, um möglichst schnell diesen Dienst auch in Deutschland anbieten zu können", sagt Faltings. Ein genauer Termin steht dafür noch nicht fest.
Yahoo greift bereits seit Anfang dieses Jahres für sein "Behavioral Targeting Shoppers" auch hierzulande auf das Suchverhalten der Nutzer zurück, um ihnen passende grafische Werbung einzublenden. Da Yahoo Suchmaschinenanbieter, Websitebetreiber und Online-Vermarkter in einem ist, können für das Targeting auf den Yahoo-Sites jedoch auch die dort eingetippten Suchwörter herangezogen werden. Sie werden in Echtzeit ausgewertet. Die Lösung berücksichtigt daneben auch geklickte Kampagnen und das Surfverhalten der Nutzer. Die Klickraten und die Konversionswahrscheinlichkeit hatten sich Yahoo zufolge bei ersten Tests gegenüber Vergleichskampagnen im zweistelligen Bereich erhöht.

Verbraucher zunehmend verunsichert

Ob Behavioral- oder Re-Targeting - alle Spielarten des Targeting dürften sich in naher Zukunft weiterentwickeln. "Re-Targeting wird über neue Technologien zum wirklichen One-To-One-Marketing-Tool. Jeder User erhält automatisiert das für ihn passende Werbebanner. Das ist ein großer Unterschied zum Behavioral Targeting, wo grundsätzlich über Zielgruppencluster gearbeitet wird", erläutert Klimkeit die weiteren Entwicklungschancen. So ermögliche besonders Re-Targeting neue Geschäftsmodelle für Vermarktungshäuser und trage dazu bei, neue Budgets für die Online-Industrie zu erschließen. Aber für viele Marktteilnehmer dürfte es auch immer schwieriger werden zu verstehen, was die Kombination aus unterschiedlichen Targeting-Möglichkeiten bewirkt. "Gerade hier sind gute Technologien erforderlich, die die Flut an Möglichkeiten automatisiert", sagt Klimkeit.
In Richtung Endkunde ist zunehmend auch die Öffentlichkeitsarbeit der Anbieter gefordert. So beklagen beispielsweise US-amerikanische Verbraucherschützer immer lauter, dass Informationen für das Behavioral Advertising ohne Einverständnis und meist ohne das Wissen der Nutzer gesammelt werden. Erst kürzlich scheiterten sie mit ihrem Vorschlag, eine sogenannte "Do Not Track"-Liste zu etablieren, in der sich Verbraucher hätten eintragen sollen, die unbeobachtet surfen wollen. Als Vorbild für den Vorstoß galt die "Do Not Call"-Liste. Auf ihr haben sich schon viele Millionen Amerikaner eingetragen, um sich vor Werbeanrufen der Call-Center zu schützen. Auch wenn die Internet-Variante vorerst gescheitert ist: Die Bestrebungen eine solche Liste zu etablieren, verdeutlicht die aufkommende Verunsicherung bei den Konsumenten.

Karsten Zunke
redaktion@adzine.de
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INGAME ADVERTISING
von Henning Poppe, Redaktion | ADZINE 16.11.2007

Sponsoring im Cyberspace

Henning Poppe

Gaming boomt. Ingame Advertising wird es auch, weil sich das Freizeitverhalten der heutigen, nicht nur männlichen Zielgruppen immer stärker in Richtung Konsole bewegt. Die Menschen sitzen heute einfach mehr vor Bildschirmen, die keine Fernseher sind, und wenn es TV-Bildschirme sind, zeigen diese immer weniger Bilder aus der Ferne, sondern das, was der VGA-Ausgang der Konsole in den Wohnzimmern der Spieler ausgibt. Spiele bekommen zunehmend mehr Aufmerksamkeit in der Mediaselektion - die Umfelder bieten attraktive Möglichkeiten, Werbung zu platzieren. Kaum verwunderlich also, dass dieser noch nicht aufgeteilte Kuchen Interesse weckt.

Die Werbetöpfe der Markenartikler sind zum Abschuss freigegeben, und die wiederum suchen bereitwillig den Kontakt zur Spieleindustrie und deren Vermarktern, wie eine aktuelle Studie von Park Associates bestätigt: Gaben Unternehmen im Jahr 2006 noch 370 Millionen US-Dollar für Ingame Advertising aus, sind es erwartungsgemäß für 2012 so um die zwei Milliarden, was eine jährliche Steigerung um 33% darstellt. Interessant bei dieser Umsatzerwartung ist das mutmaßliche Wachstum der dynamischen Anzeigen in den Spielen, das bis 2012 mit 84% zu Buche schlagen soll und damit den Löwenteil der Steigerung ausmacht. Dynamische Anzeigen sind also der virtuelle Stoff, aus dem die Goldgräbergeschichten der Online- und Gamercommunities heute gemacht werden. Der Institutsleiter von Park Associates, Yuanzhe Cai, bemerkt zu seiner eigenen Voraussage, dass mit der richtigen Herangehensweise an den Boom-Markt Werbende, Entwickler, Publisher und Spieler gleichermaßen profitieren könnten.

"Umsatz ahoi!" denken sich die Entwickler, Spiele-Publisher, Vermarkter und natürlich die Markenartikler, die das Inserieren in Spielen mehr und mehr für sich entdecken. In den beteiligten Branchen wurde viel angebändelt in jüngster Vergangenheit, um beim Tauziehen um die neu zu erschließende Gunst der Gamer ein sicheres Standbein am Boden zu haben: Google kaufte die Ingame Werbefirma Adscape Media, nachdem Electronic Arts sich hier massiv einbrachte, als Reaktion auf die Offensive von Microsoft, die im Mai 2006 den Vermarkter Massive Inc. übernahmen und nun wiederum den Deal mit EA-Sports unter Dach und Fach bringen konnten. IGA Worldwide als Anbieter von Werbeflächen in Computer- und Spielnetzwerken und größtes unabhängiges Ingame Advertising-Unternehmen paktiert mit dem erfolgreichen Vermarkter AdLINK Internet Media AG und arbeitet strategisch nun mit NBC Universal Digital Media für maßgeschneiderte Lösungen für Marketing-Kunden zusammen - um nur die wichtigsten Paarungen kurz zu skizzieren. Spielend zum Erfolg sozusagen, denn inzwischen kann man mit Unterhaltungsprodukten auch beim Branchenprimus mehr verdienen als mit Softwareprodukten für den Arbeitsalltag. Ein Blick auf die Quartalsbilanz von Microsoft bestätigt dies: Der Unternehmensgewinn stieg im letzten Quartal auf 4,29 Mrd. US-Dollar, was vor allem auf den Umsatzerfolg in der Unterhaltungssparte zurückzuführen ist. Diese wuchs wegen der enormen Verkaufszahlen des Videospiels "Halo 3" um 25% und ließ das bisherige Zugpferd, die Office-Software, mit einem Zuwachs von zwanzig Prozent geschmeidig hinter sich. Da liegt es auf der Hand, dass man die spielende Zielgruppe selbstredend mit Anzeigenwerbung dort erreichen möchte, wo sich die Aufmerksamkeit in der Freizeit konzentriert: in den Spielen.

Tom Hosking, Regional Sales Manager bei Massive, unterstreicht die rasant wachsende Bedeutung der Spiele als Vehikel von Werbebotschaften. Was ihn freuen dürfte, ist das per Nachfrage nach den dortigen Advertisements bekundete Interesse der Werbetreibenden, die aus dem Charme des alternativen Vertriebskanals Nutzen ziehen möchten: "Wir beobachten, dass wenn bestimmte demographische Gruppen sich von traditionellen Medien wie TV, Print und Radio weg bewegen und mehr Zeit mit anderen Unterhaltungsprodukten und -Geräten verbringen, die Markenunternehmen damit anfangen, diese Kanäle zu nutzen, sobald die Möglichkeit dazu zur Verfügung steht." Es geht darum, Kontakte zum potenziellen Konsumenten dort herzustellen, wo sich dieser selbst einbringt und vor allem wohl fühlt. Der Gamer befindet sich in einer frei gewählten Entspannungssituation und fokussiert sich wesentlich konzentrierter auf den Bildschirm als üblich. Zudem konstatiert Hosking eine faktische Abwendung der begehrlichen Zielgruppen von den klassischen Medien: "Unsere Kunden kommen zu uns, weil sie Zugang zur Zielgruppe der jungen Männer suchen, die sie über traditionelle Medien nicht so gut erreichen können. Sie erkennen sehr schnell, dass Medien, die so einnehmend wie Spiele sind, eine ausgezeichnete Möglichkeit bieten, um mit dieser Zielgruppe in Kontakt zu treten. Einige Kunden sind sich der Vorteile von dynamischen Inhalten nicht bewusst, die unsere Technologie ermöglicht. Diese Kunden überzeugen wir, sobald sie erkennen, dass wir in der Lage sind, zeitkritische Kampagnen zu realisieren, und zwar genau dann, wenn sie es möchten, und in den Ländern, die ihnen wichtig sind."

In den virtuellen Welten der Videospiele herrschen andere Gesetze als in der realen Welt vor der Haustür, was unausweichlich einen Einfluss auf die Wahrnehmung der Spielenden hat. Tatsächlich bemühen sich die Entwickler der Konsolenspiele aber vor allem darum, die virtuelle Welt so realistisch wie möglich wirken zu lassen. Bei einem virtuellen Autorennen in einen brandneuen Sportwagen einzusteigen, den es zeitgleich auch in der Wirklichkeit gibt, macht das Spielen zeitgemäß und schafft eine Illusion der Realität, die man sich als Gamer wünscht.

Die Marken von Werbetreibenden möglichst authentisch in Spielen und deren Umfeldern zu platzieren ist die Mission des Game-Vermarkters GAN Game Ad Net. Für McDonald's starten die Newcomer aus Hamburg ab dem 22.11. im Fußballmanager Goalunited eine dynamische In-Game-Advertising Kampagne. Hierbei wirbt McDonald's auf Spielertrikots und dem Stadion-Display. Ergänzt wird das Ingame Advertising durch klassische Display-Werbung auf der Startseite und im Forum von Goalunited, geplant wird die Kampagne von Heye-OMD München.

Unabhängig davon, dass sich Ingame Advertising positiv auf Marken auswirken soll, begrüßt man ebenso entwicklerseitig die zunehmende "Entvirtualisierung" der virtuellen Welten. Das allein sagt allerdings noch wenig aus über Awarenessteigerung, Brand-Effects und Abverkaufserfolge der Inserenten. Die entscheidenden Fragen lauten natürlich: Wirken diese Werbeflächen in der intendierten Weise? Oder sind sie bloß ein programmierter Baustein in der äußerst heterogenen Wirklichkeitsfindung der Realitätsabbildung im virtuellen Raum der Spiele?

André Sonder ist New Business Director bei IGA Worldwide und damit ausgemachter Experte in der Einschätzung solcher Fragen. IGA Worldwide hat in den letzten Wochen und Monaten seine Zusammenarbeit mit Spiele-Publishern und -Entwicklern deutlich ausgeweitet, so zum Beispiel mit Codemasters, Merscom oder Trackmania. Dadurch avisiert IGA Worldwide eine Reichweitensteigerung und mit den Casual Games auch ein neues Spielegenre, das für das Erschließen neuer Zielgruppe sorgen soll. Bisher waren die meisten Spiele, in denen Ingame Advertising geschaltet wurde, auf junge, männliche Gamer ausgerichtet. Casual Games werden dagegen überdurchschnittlich häufig von Frauen gespielt. Diese Entwicklung zeitigt wiederum ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten der Advertisements.

Ein Problem besteht darin, dass Ingame Advertising nun mal dort wirkt, wo man mit klassischer Werbewirkungsforschung noch nicht hinkommt, so dass es an messbaren Belegen bislang mangelt. Generell gibt es momentan noch wenige Studien zum Thema Werbewirkungsmessung im Werbeumfeld von Spielen. Sonder setzt hier auf die zielgenaue Beratung der Kunden, um die Werbung möglichst passend platzieren zu können: "Werbetreibende, die auf das Medium Computer- und Videospiele als Werbeplattform setzen, haben genaue Vorstellungen davon, was sie erwarten: Durch die Tatsache, dass sich immer mehr junge Menschen von den klassischen Medien abwenden, wenden sich Werbetreibende verstärkt dem Thema In-Game Advertising zu. Hinzu kommen die Ansprache einer eingrenzbaren Zielgruppe, eine hohe Reichweite und genaue Abrechnungsmodalitäten bei diesem Medium." Die Planbarkeit der Werbeaufwendungen mit dem relativ guten Erreichen der Zielgruppenpassung zahlt sich nach Sonders Einschätzung aus. Die aktuell subjektiv wahrgenommenen Erfolge der Ingame Advertising-Kampagnen sind nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass es sich bei der Zielgruppe um eine offenkundig recht sendungsbewusste handelt: "Hard-Core Gamer beeinflussen bis zu sieben Kaufentscheidungen in ihrem Umfeld, sind also hervorragend als Markenbotschafter geeignet. Intel hat zum Beispiel als eine der ersten Marken diese konsumfreudige Zielgruppe erkannt und investiert bereits stark in dieses Medium", erklärt Sonder. Konsumfreudige Zielgruppen haben allerdings auch die Eigenart, über eine ausgeprägte Meinungsstärke zu verfügen, was sich nicht zwingend immer positiv auf die Markenwahrnehmung auswirkt. Hier ist Vorsicht geboten, das weiß auch Sonder. Das Umfeld muss zur Werbung passen und umgekehrt, damit sich die Gamer nicht gestört fühlen.

Die wenigen Marktforschungsstudien, die bisher angestellt wurden, belegen unter Zuhilfenahme von Umfragewerten lediglich, dass sich knapp Zweidrittel der Gamer nicht gestört fühlen von Ingame Advertising und zu einem Drittel sogar bestätigen, dass das Productplacement die Spiele realistischer erscheinen lässt. Guckt man genauer hin, fällt auf, dass es genau 30 Prozent der Befragten schlichtweg egal ist, ob geworben wird oder nicht, 17,4 Prozent fühlen sich gestört und 19,8 Prozent der befragten Spieler fühlen sich stark gestört (Nielsen Interactive Entertainment "Annual Active Gamer Report 2006"). Anlass genug, um sich Gedanken um die Passung der Werbung zu den Spielen zu machen, eine Herausforderung, der sich Sonder gegenüber sieht: "Werbung lässt sich nicht in allen Computerspielen schalten. So macht es keinen Sinn, zum Beispiel Ingame Advertising in World of Warcraft oder Simulationsspielen wie die Siedler zu platzieren. Vielmehr sollte darauf geachtet werden, die Werbung so in das Spiel einzubetten, dass sie dem Spieler nicht unangenehm auffällt und er sich nicht von der Werbung gestört fühlt."

Dieser Aufgabe nimmt sich IGA Worldwide an, und es hat den Anschein, als ob man noch nicht soweit geht, die Spiele an die Werbung anzupassen. Für diese Absichten gibt es Advergaming, Spiele also, die direkt unter dem Label des Markenartiklers angeboten werden. Durch die bekannten Zielgruppen lässt sich aktuell sehr gut nachvollziehen, wo Werbung punkten kann, bestätigt Sonder: "Da die Computerspiele in der Regel eine bestimmte Zielgruppe ansprechen, selektiert sich dadurch bereits der Kreis der Werbemarken, die in das jeweilige Spiel passen. Eine Werbebotschaft an das Spiel anzupassen, um in dem Spiel präsent zu sein, wird sicherlich nicht oder nur in sehr geringem Maße stattfinden."

Es ist zu begrüßen, dass man sich zumindest darauf besinnt, den Bogen nicht zu überspannen und die wachsenden Möglichkeiten einvernehmlich zu nutzen. Stellt man das richtig an, bleibt der Rückzugsraum virtuelle Welt im Einklang mit den Interessen der Produzenten. Bei Youtube sind bereits gefakete Sequenzen aus Videospielen im Umlauf, die wohl eher die Meinung der knapp zwanzig Prozent der Gamer zum Ausdruck bringen, die sich von Ingame Advertising stark gestört fühlen: Man sieht hier eine für Egoshooter typische virtuelle kriegerische Auseinandersetzung in einer Gebirgslandschaft mit einem riesigen NBL-Logo auf dem Boden, Panzer mit Hewlett-Packard-Brands, die Kräne bombardieren, welche von Dell-Werbung geziert werden, und schließlich einen Soldaten, der sich auf ein Bündel Dynamit legt, das er selbst in die Luft sprengt, nachdem er die Botschaft absetzt: "I can't take it anymore!"

Henning Poppe
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Termine im Online-Marketing

04.04.2008

Social Web BREAKFAST Hamburg



08.04.2008  -  09.04.2008

eMetrics Marketing Otimization Summit München



08.04.2008

eMetrics Marketing Optimization Summit München 2008



08.04.2008  -  09.04.2008

SMX Search Marketing Expo München



15.04.2008  -  18.04.2008

eCommerceForum 2008



16.04.2008  -  17.04.2008

Web 2.0 Kongress in Wiesbaden



18.04.2008  -  06.06.2008

QUISMA veranstaltet den 3. deutschlandweiten AffiliateCup



24.04.2008

First Cologne Web Content Forum



25.04.2008

SEMSEO - Konferenz für Suchmaschinenmarketing und -optimierung



27.05.2008

media coffee in Köln



02.06.2008  -  04.06.2008

Internet-Kongress iico.de (infopark internet congress) Berlin



02.06.2008  -  03.06.2008

“Connecting European E-Marketing“ - Interact Congress



02.06.2008

Internationaler Mediendialog Hamburg



05.06.2008

Nedstat Expert Forum Berlin 2008



10.06.2008

Nedstat Expert Forum Düsseldorf 2008



11.06.2008

Social Commerce Forum - Frankfurt a.M.



12.06.2008

„netnography08“ in München



23.06.2008  -  24.06.2008

Search Engine Strategies Hamburg



24.06.2008

Nedstat Expert Forum München 2008



04.09.2008

"OMD warm up" mit Home-Party-Hamburg



17.09.2008  -  18.09.2008

Online-Marketing-Düsseldorf 2008



18.09.2008

New Agency Models Conference London



24.09.2008

Virtual Worlds Camp bei Frogster, Berlin



30.09.2008  -  01.10.2008

Community SUMMIT Hamburg



11.10.2008  -  12.10.2008

BarCamp Munich 2008



21.10.2008  -  23.10.2008

Web 2.0 Expo Europe 2008



29.10.2008  -  31.10.2008

Medientage München 2008



06.11.2008

5. Pangora E-Commerce Kongress



12.11.2008  -  13.11.2008

TV Komm. Karlsruhe 2008



27.11.2008  -  28.11.2008

10. E12-Gipfel "Internet of Services"



29.11.2008

DMMK Young Professionals Stuttgart



03.12.2008

Erstellen Sie Ihren Webanaylse-Aktionsplan für 2009 - Mit Eric Peterson



10.02.2009  -  11.02.2009

Web Intelligence Forum



17.02.2009  -  18.02.2009

Social Media FORUM (Hamburg)



03.03.2009  -  08.03.2009

CeBIT 2009 - MARKETING SOLUTIONS AREA



03.03.2009  -  11.03.2009

Online Marketing Seminar: Convert Your Browsers to Buyers



01.04.2009  -  02.04.2009

Swiss Online Marketing 2009



22.04.2009  -  23.04.2009

Search Marketing Expo (SMX) München 2009



22.04.2009  -  23.04.2009

eMetrics Marketing Optimization Summit München 2009



11.05.2009  -  13.05.2009

CMO Gipfel 2009 - 3. Gipfel für Strategie und Innovation im Marketing



19.05.2009

Praxis-Workshop proseed: Strategisches Vertriebsmarketing im Internet



28.05.2009  -  03.06.2009

Web Analytics Academy Seminare



08.06.2009  -  09.06.2009

Deutscher Multimedia Kongress (DMMK) 2009 - MOVE!



10.06.2009  -  12.06.2009

Interact 2009 – Digital Advertising gets Innovative!



15.06.2009  -  17.06.2009

Infopark Internet Congress – iico.de



18.06.2009

Affiliate TactixX 2009



26.08.2009  -  25.09.2009

Digitaler Sommer an der Universität der Künste Berlin



15.09.2009

Social Media Forum - im East Hotel Hamburg



16.09.2009  -  17.09.2009

Community & Marketing 2.0 SUMMIT im East Hotel Hamburg



17.09.2009  -  18.09.2009

scoopcamp 2009 zum Thema „new storytelling“ von Hamburg@work und der dpa



18.09.2009

Online Marketing Convention



23.09.2009  -  24.09.2009

dmexco - Digital Marketing Exposition & Conference



08.10.2009

Zweites Gipfeltreffen zwischen Werbe- und Games-Branche in Hamburg



20.10.2009  -  10.11.2009

MARKETING ON TOUR Konferenz 2009 – Was sind die Top Trends im Online Marketing?



03.11.2009  -  17.11.2009

ecommerce conference



04.11.2009  -  19.11.2009

Premiere der Roadshow The Search Conference



26.11.2009

ConventionCamp Hannover 2009



23.02.2010

newTV-Kongress



04.03.2010  -  17.03.2010

ecommerce conference



18.03.2010  -  19.03.2010

TV Komm. 2010



23.03.2010  -  24.03.2010

eMetrics Marketing Optimization Summit



23.03.2010  -  24.03.2010

Search Marketing Expo (SMX)



13.04.2010  -  14.04.2010

Internet World Fachmesse & Kongress



08.06.2010  -  22.06.2010

Online Marketing Forum



10.06.2010

E-Mail Marketing Seminar mit Nico Zorn




 

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