Online-Marketing Newsletter: AUSGABE 22 / 2007 | 02.11.2007 - ADZINE - Magzin für Online-Marketing
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   AUSGABE 22 / 2007 | 02.11.2007

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EDITORIAL
von Arne Schulze-Geißler, Editor | ADZINE 02.11.2007

Der hybride Konsument

Arne Schulze-Geißler

Als "multioptionalen Verbraucher" bezeichnet Wolfgang Twardawa, Marketingchef der GfK, den modernen Konsumenten. Der "Otto Normalverbraucher" hat sich aus der Konsumwelt verabschiedet. Sprunghaftigkeit und Inkonsistenz machen den Konsumenten von heute aus und diese Eigenschaften sind einkommens- und klassenübergreifend. Menschen fahren teure Limousinen, kaufen beim Discounter, essen morgens Bio-Müsli und mittags bei Burger King. Auf was kann man sich denn heute noch verlassen, wenn man nach dem Profil seiner potenziellen Kunden fahndet?

Auf gar nichts, zumindest hat die traditionelle Werbeplanung in den althergebrachten Denkmustern ausgedient, obwohl viele Unternehmen immer noch die gleichen Zielgruppen nutzen wie vor 30 Jahren. So äußerte Twardawa im Interview mit Harvard Business Manager, dass nach seiner Einschätzung bei der Markenwerbung immer noch zu 90 % über Inhalte, aber nur zu 10 % über die Kommunikationskanäle diskutiert würde. Nach seinem Dafürhalten sollte das Verhältnis eher 50:50 betragen. Das hieße nichts anderes, als dass die Position der Mediaplanung gegenüber Konzeption und Kreation deutlich zu stärken wäre. Es würde aber auch gleichzeitig bedeuten, dass Kunden für die Auswahl der Kanäle einen deutlich höheren Preis in Kauf nehmen müssten.

Aufgrund des diffusen Verbraucherverhaltens und Kundenprofils ist es daher umso wichtiger, den Kunden, der sich durch einen Kauf oder aber durch artikuliertes Interesse zu erkennen gibt, in irgendeiner Weise dauerhaft zu involvieren. Hierfür gibt es sehr intelligente Methoden. Nike beispielsweise investiert immer mehr in die Nähe zum Kunden. Im Verhältnis dazu sinken die Ausgaben für Kommunikation in den traditionellen Medien. "We’re not in the business of keeping the media companies alive", sagt der weltweit Markenverantwortliche von Nike Trevor Edwards und ergänzt: "We’re in the business of connecting with consumers". Das geschieht im Fall von Nike natürlich nicht nur über das Internet, sondern auch sehr stark im Rahmen von kleinen bis sehr großen Laufevents. Aber mit der "Nike+"-Community hat Nike eine sehr intelligente Plattform und Verbindung zu Kunden auf die Beine gestellt. Meine eigene Joggingstrecke konnte ich dort sofort wiederfinden, es wird mich wahrscheinlich nur zwei Minuten kosten, jetzt auch noch potenzielle Joggingpartner zu kontaktieren und schon gehöre ich zur großen Nike-Laufgemeinde. Mit dem eigenen "Facebook" für Läufer ist der Markenartikler Nike sozusagen selbst zum Medienunternehmen geworden und ich finde, dass der zitierte Ausspruch von Trevor Edwards damit noch mal eine ganz neue Qualität erhält.

Kommen wir aber doch noch kurz auf Facebook zu sprechen, an dem sich Microsoft gerade mit einer 1,6 %-Minibeteiligung zum absurden Preis von 240 Millionen Dollar die internationale Bannervermarktung bis 2011 gesichert hat. Es ist fraglich, ob der eigentliche wirtschaftliche Wert von Facebook und Co. im Potenzial der Bannervermarktung begründet liegt oder ob nicht viel intelligentere Konzepte gefragt sind. Beispielsweise exklusive Sponsorings von Facebook-Gruppen ohne zusätzliche Werbeeinblendungen. Damit könnte man sicher dann auch wiederum Advertiser wie Nike gewinnen, die ihre erste Werbung in Form von Plakaten für regionale Volksläufe an der Westküste der USA in Sportgeschäften platzierten. Dort, wo sich Leute zum Laufen verabreden und Trainingsrezepte für den nächsten Halbmarathon austauschen, dort kann man als Joggingschuhhersteller nicht falsch sein, offline wie online.

Wir haben heute zwei Interviews für Sie: Das erste führte Sandra Goetz mit Wolfgang Thomas über das Thema Ingame Advertising und das kürzlich von ihm veröffentlichte Buch zu eben dem Thema.

Über Behavioral Targeting in Verbindung mit einem Media Exchange-Modell spricht Karsten Zunke mit Ulrich Hegge von Wunderloop. Das Unternehmen betreibt die Plattform "Connect".

Viel Spaß mit ADZINE!

Arne Schulze-Geißler
asg@adzine.de
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GAMES
von Sandra Goetz, Redaktion | ADZINE 02.11.2007

Im Gespräch mit Wolfgang Thomas über den "homo ludens"

Sandra Goetz

Die Spatzen pfeifen es bereits seit geraumer Zeit von den Dächern: In-Game-Advertising, also Werbung in Computerspielen, ist das neue güldene Kalb der ach-so-dynamischen digitalen Wirtschaft. Dass es Werbung in Computerspielen bereits schon seit frühesten Atari-Tagen gibt, ist zwar obsolet. Dass dies nicht verwundern darf, jedoch ebenso. Schließlich wird der Mensch auch als homo ludens, als spielender Mensch bezeichnet, entwickeln und entdecken wir unsere Fähigkeiten doch über das Spiel. Ist das Spiel eine grundlegende menschliche Aktivität, die Kreativität und im Wettkampf (= Job) Energie und Kraft freisetzt. Dabei das Potenzial in sich hat, verfestigte Strukturen zu durchbrechen und Innovation hervorzubringen.

Kann es uns also verwundern, dass in Zeiten von Web 2.0-3.0 der weltweite Umsatz der Spielebranche jenen der Kinoeinnahmen Hollywoods überholt hat? Nein! Kann es verwundern, dass die Werbeindustrie allein dadurch gezwungen ist, im Zuge der Verschmelzung von Film und Videospiel als Werbeträger neue Wege zu gehen? Selbstverständlich nicht. Spiele für PC, PDA, Handy und Videospiele werden dadurch für Werbetreibende erst richtig interessant. Schließlich muss man seine Konsumenten dort abholen, wo sie sich befinden. Und das ist harte Arbeit. Eine Arbeit, für die man immer noch einer Fähigkeit bedarf, die, wenn man sich all die Prognosen und vielfachen Studien rund um (Miss-) Bildung und Mediennutzung reinzieht, ein wenig ins Hintertreffen kommt: Man muss nämlich Lesen und Schreiben können, und das auch noch kontextbezogen und sinnerfassend. Da kommt auch die junge, schnell wachsende Werbeform In-Game-Advertising nicht drumherum.

Denn schon wieder tut sich eine neue Wunderwelt für Marketingentscheiderinnen und Mediaplaner auf. Hat man endlich begriffen, was Performance Marketing ist und wie Affiliate funktioniert, gibt es schon wieder ein neues virtuelles Feld, dass es lukrativ zu beackern gilt. Dafür wiederum muss man neben einer gehörigen Portion Kreativität auch Schreiben, Lesen, Denken und Rechnen können. Wolfgang Thomas (39), Gründer der Hamburger Online-Agentur NetzwerkReklame, kann das alles. Und hat zusammen mit Ludger Stammermann von Stammermann Media Consulting eine Informationslücke entdeckt und das erste Buch über Ingame-Werbung geschrieben: "In-Game-Advertising - Werbung in Computerspielen." Das ist auch an ADZINE nicht vorbeigegangen, und wir baten um ein Interview.

ADZINE: Herr Thomas, Sie beschäftigen sich seit mehr als zehn Jahren mit interaktiven Medien, haben Kampagnen und Kommunikationskonzepte für u. a. Panasonic und die Gerry Weber AG entwickelt. Waren interaktiv für den Jahreszeitenverlag unterwegs und Sales Direktor Nord bei Lycos - um nur einige Stationen aufzuzählen. Seit Januar dieses Jahres sind sie selbstständig, wie gefällt Ihnen das?

Thomas: Es gefällt mir sehr gut. Ich war an den Punkt gelangt, für mich etwas Neues zu machen, dabei mein langjähriges Know-how, welches ich all die Jahre als Onliner gesammelt habe, neu zu bündeln. Zumal ich als Selbstständiger und zugleich langjähriges Mitglied beim BVDW mehr Möglichkeiten habe, noch aktiver in die Vermittlung der doch immer noch jungen Branche zu wirken.

ADZINE: Da kommen wir doch gleich zur wichtigsten Frage: Was war die Motivation, dieses Buch zu schreiben? Als Autor sind Sie ja bereits mit einem Buch über Performance Marketing, das in der zweiten Auflage erschienen ist, hervorgetreten.

Thomas: Ich hatte diverse Anfragen von Kunden, die wissen wollten, was In-Game-Advertising ist, was man da machen kann, welche Möglichkeiten es gibt. Und dabei festgestellt, dass es über diese junge Werbeform noch keinen ernst zu nehmenden Leitfaden gab, indem beispielsweise erfolgreiche In-Game-Kampagnen internationaler Markenartikler wie diejenigen von H&M, Burger King oder Volkswagen anschaulich dargestellt werden. Über meine Recherche habe ich Ludger Stammermann kennengelernt, der sich auf In-Game-Advertising spezialisiert hat. Und so kamen wir auf die Idee, gemeinsam ein Buch zu verfassen.

ADZINE: Einen Verlag haben Sie dann ja auch schnell gefunden, aber hat sich der Aufwand gelohnt sich noch einmal wochenlang hinzusetzen und ein gut lesbares Fachbuch zu schreiben?

Thomas: Auf alle Fälle! Es geht ja auch darum, Kompetenzfelder zu besetzen. Die Szene rund um In-Game-Advertising ist sehr überschaubar. Somit sind auch die Spezialisten leicht zu identifizieren. Darüber hinaus ist es für eine junge Agentur, wie wir es sind, ein gutes Vehikel, uns ins Gespräch zu bringen. Und jedem Kunden, der heute anfragt, können wir unser Buch in die Hand drücken. Die Zeiten, als Kunden nichts wissen, sondern einfach nur machen wollten und dafür Geld ausgegeben haben, sind einfach vorbei. Das Trauma des Dotcom-Crash sitzt zu tief. Nicht nur bei denjenigen, die immer noch dabei sind, sondern auch bei denen, die nachgerückt sind. Die wollen so viele harte Fakten wie möglich.

ADZINE: Sie sind zweifacher Familienvater und Ihre Kinder wachsen selbstverständlich mit den Neuen Medien auf. Was ist das aus Ihrer Sicht Spannende an Games im Allgemeinen?

Thomas: Nun, was früher die Carrera-Bahn war, ist heute die Playstation oder XBox. Da muss man sich auch nichts vormachen: Väter, die damals eine Carrera-Bahn für ihre Söhne gekauft haben, taten dies auch, weil sie selber gerne damit spielen wollten. Mit Playstation & Co ist das heute nicht anders. Ähnlich sehe ich das im Bereich der Gesellschaftsspiele: Damals hieß es "Trivial Pursuit", heute sind es "ThinkStar", "Die Sims" oder "Civilisation". Die Wii-Spiele haben schon lange die eigenen Vier-Wände verlassen und werden bei kommerziellen Feiern als Partyspiel eingesetzt.

ADZINE: Was ist die Stärke von In-Game-Advertising?

Thomas: Im Gegensatz zum "klassischen" Online ist es ein reines Brandinginstrument. Hier geht es vor allem darum, Marken für bestimmte Zielgruppen zugänglich zu machen, die Marke emotional aufzuladen. Das berühmteste Spiel ist natürlich "Moorhuhn". Heute werden die wenigsten wissen, dass der Whisky Johnny Walker dahinterstand. Sieben vergangene Jahre sind in der Online-Welt halt Äonen ... Dennoch wurde Johnny Walker Anfang 2000, als Moorhuhn zum Kult wurde, jünger und positiver von der relevanten Zielgruppe wahrgenommen als zuvor.

ADZINE: Was hat sich noch verändert, wo liegen weitere Stärken - oder auch Schwächen?

Thomas: Wir haben nicht mehr diese jahrelangen Vorläufe, wie anno dazumal; das hat sich durch das dynamische Ad-Game verändert. Heute werden Spiele von Anfang an so konzipiert, dass, beispielsweise unterschiedliche Formen des einfachen Produktplacements integriert werden können. Die Ad-Server-Technologie macht das möglich. Bei Rennspielen ist es das Einfachste, die Banner mit Unternehmen oder Produkt XY zu bestücken. Das wird von der Zielgruppe auch nicht als störend wahrgenommen, sondern erhöht die Glaubwürdigkeit. Man will es halt haben wie im richtigen Leben ... Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist, dass man heute Spiele (Advergames) für 20.000 bis 30.000 Euro entwickeln lassen kann - und diese sind kampagnenfähig. Auch das wäre noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen. Man hätte Millionen investieren und Jahre warten müssen.

ADZINE: Mal abgesehen von der Gewaltdiskussion und der Frage der nicht vorhandenen Trennung von redaktionellen Inhalten und Werbung, kann doch nicht alles so bunt und gülden glitzern?

Thomas: Das tut es auch nicht. Meines Erachtens wurde Second Life überbewertet. Viele Unternehmen haben sich hier eingeklinkt, Präsenzen eröffnet, wo es keinen Sinn macht. Das will nicht heißen, dass es dennoch für einige Unternehmen interessant sein kann, bei Second Life mitzumischen, aber man muss sich die Frage stellen, was es letzten Endes bringt. Nur einfach auf einen Zug aufzuspringen, bei dem man das Ziel nicht kennt und nicht weiß, wer sonst noch im Abteil sitzt, macht wenig Sinn.

ADZINE: Stichwort Zielgruppe, was tut sich hier?

Thomas: Eines schon mal vorweg: Die Zeiten, wo man Gamer als allein männlich und im Teenageralter verortet hat, sind passé. Auch Frauen spielen, und das immer mehr. Auch wenn sie oftmals andere Spiele spielen als Männer, mehr zu den sogenannten Casual-Games tendieren. Dazu gehören insbesondere Brett-, Denk- und Kartenspiele. Jedenfalls gibt es für jeden Menschen das richtige Computerspiel, man muss nur an das richtige kommen. Leider haben Werbeentscheider oftmals noch eine Klischeevorstellung vom Gamer, die nicht mit der Realität übereinstimmt. Denken wir doch mal an all die Bahnfahrer, die Pendler. Vor allem abends haben diese ihr Notebook an, und es sind Filme, die sie sehen, oder vermehrt Spiele, die sie spielen. Wieder andere nutzen ihr Handy oder den PDA für ihre spielerische Entspannungsrunde.

ADZINE: Herr Thomas, die berühmte vorletzte Frage: Warum würden Sie Ihren Kunden In-Game-Advertising empfehlen?

Thomas: Ich würde dieses Tool nicht jedem empfehlen, denn wie ich bereits sagte, muss es in der Gesamtkommunikation Sinn machen. Und daran kann und sollte man gemeinsam arbeiten. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass alle, die In-Game-Advertising als Werbemittel bewusst einsetzen, belohnt werden. Man muss Erfahrungen mit dem Medium machen, wir haben noch keine Planungstools wie in anderen Bereichen. Das gehört mit zum Spiel, zur Innovationsbereitschaft, ohne die im Online-Marketing eigentlich nichts geht. Dafür ändern sich die Parameter zu schnell und das auch noch ständig.

ADZINE: Die letzte Frage: Was spielen Sie am liebsten?

Thomas: Ich favorisiere Autorennspiele, Weltraumspiele und Golf am PC.

ADZINE: Herr Thomas, wir danken Ihnen für das Gespräch und freuen uns auf das nächste Buch.


Zum Thema Ingame-Advertising bereits in ADZINE erschienen:

<a href="http://www.adzine.de/de/site/contentfcmsv44612a5d68c61f/artikel.xml" target="_blank" >Spielplatz Berlin</a>

<a href="http://www.adzine.de/de/site/contentfcmsv44478062354112/artikel.xml" target="_blank" >Wir passen verdammt gut zusammen</a>

<a href="http://www.adzine.de/de/site/contentfcmsv443c69ff1343ee/artikel.xml" target="_blank" >Fair Play mit IGA</a>

<a href="http://www.adzine.de/de/site/contentfcmsv44333d3af75be4/artikel.xml" target="_blank" >Die Werbung der Zukunft ist embedded</a>

Sandra Goetz
sg@adzine.de
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MEDIA EXCHANGE
von Karsten Zunke , Redaktion | ADZINE 02.11.2007

Just connect!

Karsten Zunke

Mit Connect betreibt der Technologie-Dienstleister Wunderloop eine offene Börse für Online-Werbung, mit der plattformübergreifendes Targeting möglich ist. Noch befinden sich die Macher in der Lernphase und verpassen der Lösung den letzten Feinschliff. Von anderen Börsen will man sich über die buchbare Zielgruppenqualität differenzieren.

Bereits im Frühjahr ging der Technologie-Anbieter mit seiner Börse an die Öffentlichkeit. Jetzt, ein gutes halbes Jahr später, neigt sich die Beta-Entwicklungsphase langsam dem Ende zu. Der Fokus von Wunderloops neuem Marktplatz ist es nach eigener Aussage nicht, Restplätze zu vermarkten, sondern Online-Werbung effizienter zu machen. Ein plattformübergreifendes Behavioral-Targeting soll das ermöglichen.

Publisher können ihre Flächen in der Börse für einen Fixpreis und/oder einen Mindestpreis anbieten, den sie bei einer dynamischen Buchung akzeptieren würden. Der Advertiser wählt seine Zielgruppe und die Sites, auf denen seine Kampagne laufen soll. Im Gegensatz zu manch anderen Börsen wird hier ausschließlich auf CPM-Basis gehandelt - entweder nach einem Ratecard-Modell oder im Bietverfahren. Der Hamburger Dienstleister streicht dafür eine Transaktionsgebühr ein.

Die Deals werden dabei direkt zwischen Publisher und Advertiser beziehungsweise Vermarkter und Agentur abgewickelt und sind für andere Börsenteilnehmer nicht einsehbar. Wunderloop wiederum ist kein Vertragspartner, sondern tritt lediglich als Dienstleister auf, der die technische Abwicklung dieser Deals ermöglicht. Ebay lässt grüßen. Ob der B2B-Marktplatz ähnlich erfolgreich werden kann wie das etablierte Konsumenten-Auktionshaus und warum ein Targeting-Dienstleister zum Exchange-Betreiber wird, wollte Adzine von Ulrich Hegge, Mitgründer und Geschäftsführer von Wunderloop wissen.

ADZINE: Herr Hegge, Wunderloop ist Targeting-Technikdienstleister. Nun betreiben Sie mit "Connect" einen Media-Exchange. Ist das der Anfang einer Neuausrichtung?

Hegge: Nein, an unserer Positionierung ändert sich nichts. Wir bieten technische Services für das Targeting. Der Marktplatz ist eine zentrale Ergänzung unseres Geschäfts.

ADZINE: Was war der Grund für diesen Schritt?

Hegge: Einerseits gibt es große Markt-Player, die sehr individuelle, ausgeklügelte Targeting-Modelle wählen. Andererseits wurde sowohl von Agentur- wie auch Publisherseite mehrfach im Markt der Wunsch geäußert, Kampagnen mit Behavioral Targeting auch plattformübergreifend auszusteuern. Da dies wegen der individuell angepassten Lösungen nahezu unmöglich ist, entstand die Idee eines offenen Modells mit einfachen Basisfunktionen, bei dem jeder Publisher selbst entscheiden kann, wer mit wem wie partnert. Auf diese Weise können virtuelle Netzwerke entstehen, in denen plattformübergreifende Behavioral Targeting-Buchungen möglich sind - qualitativ hochwertig und mit einer entsprechend großen Reichweite.

ADZINE: Was meinen Sie mit "qualitativ hochwertig"?

Hegge: Der Publisher entscheidet beispielsweise, ob er in der Börse sichtbar ist oder nicht. Und er sieht, wer die anfragende Agentur ist. Das Börsengeschäft basiert zudem auf einer einheitlichen Grundlage. Es gibt auf der Plattform verständliche Standards für die Zielgruppen und einen einheitlichen Vergleich der entsprechenden Leistung auf CPM-Basis. Der Publisher kann sogar selbst zum Advertiser werden. Wir nennen das Publisher-Advertiser.

ADZINE: ... Publisher-Advertiser?

Hegge: Ja, der Publisher hat die Möglichkeit, Nutzer einer Zielgruppe seiner Seite auch auf anderen Sites zu re-identifizieren. Er sieht dabei ausschließlich seine Nutzer, nicht alle anderen auf der fremden Website. Daraufhin kann er dem anderen Publisher einen Preis für entsprechende Werbeeinblendungen nur für seine Nutzer bieten. Ist auch der Werbekunde des Publisher-Advertiser einverstanden, diese Nutzer auf anderen Seiten zu re-identifizieren, wird die Reichweite einer Kampagne nochmals erhöht. Das kann sich für alle Beteiligten rechnen, wenn zum Beispiel finanzinteressierte Nutzer auch auf bisher schlecht vermarktbaren Seiten als hochwertige Finanz-Nutzer erkannt und vermarktet werden können.

ADZINE: Aber was haben Sie davon - außer der Transaktionsgebühr? Soll der Marktplatz auch neue Kunden für die Wunderloop-Technologie bringen?

Hegge: Auszuschließen ist das natürlich nicht. Erste positive Beispiele gab es bereits. Die Regel wird es aber nicht werden, denn unsere Targeting-Technologie "wunderloop custom" ist vor allem für die großen Seiten und Vermarkter mit großer Reichweite interessant. Dieser Markt ist jedoch aufgeteilt und der überwiegende Teil der Top-Vermarkter hierzulande ist bereits bei uns Kunde. Connect wiederum ist für alle geeignet - auch für Vermarkter jenseits der Top-20-Reichweite. Eine Gruppe, die wir bisher nicht erreichen konnten. Abgesehen davon wird mit diesem neuen Modell zusätzliches Geschäft für alle Beteiligten ermöglicht, und daran partizipieren wir dann natürlich.

ADZINE: Wie viele Sites sind bereits buchbar, wie viele User erreichen sie pro Monat und wie viele Kampagnen sind bisher gelaufen?

Hegge: Da wir uns noch im Beta befinden, möchten wir dazu keine detaillierten Auskünfte geben. Wir haben aber schon über 1.000 Websites in der Börse und befinden uns mit zahlreichen Werbekunden in Testkampagnen.

ADZINE: Welche Rolle werden Marktplätze, auf denen Medialeistung gehandelt wird, aus Ihrer Sicht in Zukunft spielen?

Hegge: Marktplätze, und insbesondere intelligente Marktplätze, also diejenigen, bei denen Vermarktungseffizienz mit der Intelligenz des Targeting verküpft wird und die damit Mehrwert für die Werbetreibenden generieren, werden eine ganz zentrale Rolle spielen. Das klassische Geschäft wird bei den starken Marken schon weiterlaufen, aber der Anteil der Medialeistung, die über Marktplätze gehandelt werden wird, wird dramatisch zunehmen. Behavioral Targeting bekommt dadurch eine Massenreichweite, die sich viele Marketer wünschen. Der zentrale Unterschied zu anderen Börsen ist damit die Zielgruppen-Qualität, die so erreicht und einfach und schnell buchbar gemacht wird.

ADZINE: Die Börse ist aber nicht selbsterklärend. Wie sieht es mit der Beratung potenzieller Nutzer aus?

Hegge: Momentan sprechen wir viel mit den beteiligten Akteuren. Mit dem endgültigen Release werden wir auch Online-Seminare zum Interface anbieten, Screencasts produzieren und ausdruckbare Handbücher herausgeben. Die Börse selbst wird in der Handhabung selbsterklärend sein. Das Thema Behavioral Targeting und wie dies am besten genutzt wird, muss aber weiter erklärt werden.

ADZINE: Wann wird es soweit sein?

Hegge: Um Volumen zu erzeugen, sind wir mit der Plattform bereits im Frühjahr dieses Jahres, in einer relativ frühen Entwicklungsphase, an die Öffentlichkeit gegangen. So hatten wir Zeit, eine kritische Masse aufzubauen, zu lernen und zu optimieren. Jetzt sind wir im Late-Beta-Stadium. Ein genauer Termin für die endgültige Version unserer Börse steht noch nicht fest.

Karsten Zunke
redaktion@adzine.de
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Termine im Online-Marketing

04.04.2008

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22.04.2009  -  23.04.2009

eMetrics Marketing Optimization Summit München 2009



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19.05.2009

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Interact 2009 – Digital Advertising gets Innovative!



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Infopark Internet Congress – iico.de



18.06.2009

Affiliate TactixX 2009



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Digitaler Sommer an der Universität der Künste Berlin



15.09.2009

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16.09.2009  -  17.09.2009

Community & Marketing 2.0 SUMMIT im East Hotel Hamburg



17.09.2009  -  18.09.2009

scoopcamp 2009 zum Thema „new storytelling“ von Hamburg@work und der dpa



18.09.2009

Online Marketing Convention



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08.10.2009

Zweites Gipfeltreffen zwischen Werbe- und Games-Branche in Hamburg



20.10.2009  -  10.11.2009

MARKETING ON TOUR Konferenz 2009 – Was sind die Top Trends im Online Marketing?



03.11.2009  -  17.11.2009

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04.11.2009  -  19.11.2009

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26.11.2009

ConventionCamp Hannover 2009



23.02.2010

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04.03.2010  -  17.03.2010

ecommerce conference



18.03.2010  -  19.03.2010

TV Komm. 2010



23.03.2010  -  24.03.2010

eMetrics Marketing Optimization Summit



23.03.2010  -  24.03.2010

Search Marketing Expo (SMX)



13.04.2010  -  14.04.2010

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