Online-Marketing Newsletter: AUSGABE 21 / 2007 | 19.10.2007 - ADZINE - Magzin für Online-Marketing
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   AUSGABE 21 / 2007 | 19.10.2007

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EDITORIAL
von Arne Schulze-Geißler, Editor | ADZINE 19.10.2007

Bruttoblase

Arne Schulze-Geißler

Für den Pressesprecher vom BVDW ist es ein Ärgernis, "dass neben den Umsatzzahlen des Online-Vermarkterkreises im BVDW derzeit noch andere, weitaus bescheidenere Marktzahlen kursieren. Offenbar ist es inzwischen in einigen Redaktionen üblich mit Zahlenmaterial zu hantieren, ohne deren Zustandekommen zu hinterfragen." Was wollte Christoph Salzig im letzten BVDW-Mitglieder-Newsletter damit eigentlich mitteilen? Das fragten sich auch zwei BVDW-Mitglieder, die mir den Newsletter freundlicherweise weitergeleitet hatten.

Da sich der BVDW-Vertreter so kryptisch artikuliert hatte, müssen wir einfach einmal davon ausgehen, dass er die Bitkom-Zahlen meinte, die verschiedene Redaktionen dreisterweise veröffentlicht hatten, ohne das Erhebungsverfahren auf Herz und Nieren zu prüfen. Die BITKOM rechnet nämlich mit einem erbärmlichen Jahres-Netto-Umsatz bei grafischer Online-Werbung von nur etwa 800 Millionen Euro. Zugegeben, gegenüber den vom BVDW stets erstgenannten 2,7 Milliarden Euro ein Riesenunterschied. Zieht man jedoch die Ausgaben für Search- und Affiliate-Marketing ab, dann bleiben selbst dem BVDW nur noch 1,31 Milliarden Euro für klassische Online-Werbung. Weiter wäre da noch der Brutto-Netto-Unterschied. Bringt man moderaterweise 35% in Abzug auf die Bruttozahlen des BVDW bzw. damit auf die Preislisten der Vermarkter, dann erhalten wir 851,50 Millionen Netto-Mediavolumen im Displaybereich.

Wir sehen damit: BITKOM und BVDW liegen gar nicht soweit auseinander. Ohne die Erhebungsverfahren jetzt im Einzelnen analysiert zu haben, kommen wir doch fast schon zu einem versöhnlichen Ergebnis. Beide Verfahren haben mit Sicherheit Schwachpunkte, daher mittelt man die Ergebnisse am Ende des Jahres vielleicht einfach.

Jetzt aber Schluss mit der Marktkosmetik, sie bringt nämlich niemanden wirklich weiter. Werbekunden mit relevanten Sichtkontakten auch Online zu versorgen, darum bemühen sich traditionelle Verlage genauso wie reine Online-Medien. Stefan Voss von der Vogel Business Medien liefert uns Denkansätze, die der Reichweitensteigerung von Verlagstiteln dienen sollen. Die Überlegungen haben aber auch allgemeingültigen Charakter, was das Marketing im Internet angeht.

Über neue Geschäftsfelder von Vermarktern sowie neue alte Werbeträger für Werbetreibende berichtet Helge Denker mit drei Beispielen von Out-of-Home-Medien.

Und zuletzt ein Beitrag zur Suchmaschinenoptimierung, Markus Hövener liefert uns den Stand der Dinge, was Linktausch und -kauf angeht.

Viel Spaß mit Adzine!

Arne Schulze-Geißler
asg@adzine.de
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PUBLISHING
von Stefan Voss, Director Audience Development, Vogel Business Medien | ADZINE 19.10.2007

Mehr Online-Reichweite für Verlage

Stefan Voss, Director Audience Development

Reichweiten-Optimierung von Verlags- und Medien-Websites erfordert eine vernetzte Marketingsicht. Die verschiedenen Funktionen des Website-Managements, die oft in unterschiedlichen, unabhängigen Abteilungen angesiedelt sind, müssen verknüpft werden. Der Kerngedanke ist dabei das übergreifende Channel-Management der verschiedenen Zugriffswege auf ein publizistisches Online-Angebot. Bei der Vogel Business Media GmbH spricht man dabei von "Audience Development".

Eine entscheidende Zieldimension des Marketings von Verlagstiteln ist auch im Internet die Reichweiten-Steigerung. Schließlich ist Reichweite doch nach wie vor der entscheidende Indikator für Relevanz, Vermarktbarkeit und damit Wettbewerbsdifferenzierung einer Website. Dies gilt vor allem für publizistische Medienmarken, die mit kontinuierlich neuen Inhalten um die Gunst des Users buhlen. Doch diese Aufgabe ist gerade in den letzten Jahren deutlich schwieriger geworden. Der direkte Aufruf der Homepage per URL-Direkteingabe oder Bookmark stellt heute die Ausnahme dar - modernes Website-Management ist mit sehr fragmentierten Traffic-Quellen konfrontiert.

Um die Reichweite einer publizistischen Website zu optimieren, reicht es heute nicht mehr aus, eine URL zu kommunizieren, selbst wenn es sich hierbei um eine etablierte Medienmarke z.B. aus Print oder TV handelt. Denn gerade unter dem Gedanken der kontextuellen Informationssuche hat die Bedeutung von Marken als Nachrichten-Produzenten gegenüber der bedürfnisaffinen Selektion und Zusammenstellung von Nachrichten nachgelassen. So sind heute Suchmaschinen oder Newsportale meist die wichtigsten Traffic-Quellen für publizistische Angebote. Content-Partnerschaften und Content-Syndizierung verwässern den Markenursprung zusätzlich. Zudem gewinnt der User als aktiver, selektiver Vermittler einen immer größeren Einfluss auf die Traffic-Ströme.

Entscheidend ist es, alle Kanäle, über die User auf die Website zugreifen, zu kennen, zu managen und strategisch zu entwickeln. Die wichtigsten Kanäle sind für die meisten Websites folgende:

- Suchmaschinen / Content-Aggregatoren (Newsportale (GoogleNews), Social Bookmark-Seiten (iGoogle, Mr. Wong), NewsAlerts (GoogleAlerts)
- Crossmediale Marken-Derivate (z.B. Print, Newsletter, Blogs etc.)
- Individualisierte User-Applikationen (Desktop-Widgets, Toolbars, RSS-Feeds etc.)
- Kooperationen / Content-Partnerschaften
- User-Multiplikatoren (Versende-Funktionen, Backlink-Generator, User-werben-User)
- Werbung (Online-Media, Affiliate, SEM, E-Mail-Marketing etc.)

Im Sinne bekannter Ansätze des Channel-Managements sollten diese Kanäle gezielt und umfassend angesprochen und strategisch entwickelt werden. Doch hierfür müssen sich die heutigen Organisationsstrukturen verändern. Denn das Management von Online-Marken, insbesondere den Online-Ablegern etablierter Medienmarken, gliedert sich häufig entsprechend der traditionellen Funktionsaufteilung der Muttermarken in Redaktion, Vertrieb, Marketing/Werbung und Produktion/IT. Soweit vorhanden ist das Online-Controlling meist mit entsprechendem Schwerpunkt im Finanzcontrolling angesiedelt. Auf diese Art sind die verschiedenen personellen Ressourcen und Kompetenzen zur Beeinflussung einzelner Channel über die verschiedensten Abteilungen des Unternehmens verteilt. Das macht es schwer, übergreifend und strategisch zu agieren.

Stattdessen ist ein holistischer Ansatz zielführender, der die Kontaktpunkte mit der Online-Marke in den Mittelpunkt stellt. Deren Identifikation und gezielte Steuerung sind von strategischer Bedeutung, um den Traffic und die Reichweite aktiv zu beeinflussen. Erst ein funktionsübergreifendes Channel-Management erlaubt eine effiziente inhaltliche und technische Steuerung der oft komplexen Optimierungsansätze, ebenso wie ein ergebnisorientiertes Controlling der eingesetzten Maßnahmen und Ergebnisse. Nur so ist dem fragmentierten Userzugriff und den völlig unterschiedlichen Optimierungsansätzen einzelner Channels gerecht zu werden.

Audience Development ist ein möglicher struktureller Ansatz, der insbesondere für Medienmarken eine organisatorische Lösung dieser Anforderungen verspricht. In einer zentralen Stabsabteilung sollten alle Kompetenzen, Budgets und Ziele zur Steuerung und Bedienung der Kontaktpunkte vereinigt werden. Der organisatorische Aufbau der Abteilung orientiert sich dabei an den wichtigsten Traffic-Sources und verbindet dabei in den sog. Channel-Managern die inhaltliche und technische Kompetenz ebenso wie das ergebnisorientierte Controlling. Die Channel-Manager verantworten funktionsübergreifend die Steuerung aller Maßnahmen, soweit sie Relevanz für die Optimierung des Website-Zugriffs über diesen Kontaktpunkt haben. Gleichzeitig sind sie zielverantwortlich für die so generierte Reichweite, aber auch für die Rentabilität des Channels auf Basis einer absoluten oder vergleichenden Effizienzkontrolle.

Dadurch können wirksame Maßnahmen identifiziert werden und beispielsweise über Scorecards unterschiedliche Channel, Maßnahmen, Partner und Zielgruppen auf vergleichbare Kernparameter wie Traffic, Registrierungen oder Aktivitäten/Conversions reduziert und bewertet werden.

Deutlich wird die neue Verantwortungsbreite am Beispiel eines "Channelmanagers Suchmaschinen", der die Kernbereiche SEO und SEM betreut. Zur Traffic-Steigerung über bspw. Google sind so unterschiedliche Maßnahmen wie die technische Website-Optimierung, die Definition und Pflege von seitenspezifischen Meta-Informationen oder die redaktionelle Keyword-Optimierung von Artikeln, Landingpages etc. notwendig. Voraussetzung ist hier u.a. die strategische Entwicklung von Ziel-Keywords für bestimmte Themenkanäle oder Artikel, aus denen sich organische Ranking-Positionen und Traffic-Ziele ableiten. Operativ müssen diese regelmäßig geprüft werden, um ggf. ad hoc über Paid Search-Investitionen unterstützen zu können, was wiederum Aktivitäten hinsichtlich Werbetexten, Platzierungsgeboten und Conversion-Monitoring auslöst. Oder aber aus Rentabilitätsgesichtspunkten den Wechsel auf einen anderen Channel wie Newsletter oder E-Mailing sinnvoller werden lässt.

Die Anforderungen in der Organisation liegen auf der Hand: Es ist nachvollziehbar, dass diese Verantwortungsbreite nicht nur hohe, heute unübliche Anforderungen an die jeweiligen Stelleninhaber stellt, was Know-how und Erfahrung angeht. Auch die restliche Organisation wird durch Audience Development direkt beeinflusst, da oftmals traditionelle „Claims“ aus anderen Abteilungen aufgegeben werden müssen. Die Orientierung an gemeinsamen Traffic-Zielen bedingt auch in Redaktion, Technik oder Marketing neue Prioritäten, Workflows und Qualitätsmaßstäbe.

Der Wert von Audience Development zeigt sich vor allem dann, wenn ein größeres Portfolio mehrerer Online-Marken gemanaget wird. Dann greifen die Vorteile einer Stabsabteilung neben der publizistischen Markenverantwortung, die sich in zentralen Lernkurven und einem übergreifenden Effizienz-Controllings niederschlagen.

Stefan Voss, Director Audience Development
Stefan_Voss@vogel-medien.de
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WERBETRÄGER
von Helge Denker, Redaktion | ADZINE 19.10.2007

Online Vermarkter auf Abwegen

Helge Denker

Neben klassischer Online-Werbung setzen einige Medienanbieter und Vermarkter verstärkt auf neue und alte Wege, um die Botschaften der Werbekunden an den Mann zu bringen. Wie zum Beispiel auf Inhouse-TV am Point of Sale oder Internet-Fernsehen bei McDonalds und Saturn.

Neben den sich rasch ausbreitenden Hotspots für WLAN-Surfer finden sich in Kneipen und Restaurants, zum Beispiel in Hamburg, zahlreiche Internet-Terminals, an denen man kostenlos seine E-Mails abrufen, chatten und News lesen kann. Diese stammen noch aus der Zeit, als ein Laptop im Café aufzuklappen etwas ganz Exotisches war und Internet nur zu Hause vor dem Rechner stattfand. Die öffentlichen Internetterminals im Retro-Look, einst als AOL "Internet Stations" in 200 Szenecafés und Bars in 30 deutschen Städten aufgestellt, gehören heute zu Stadtnet GmbH und dienen meist für das schnelle Surfen zwischen Kaffeetrinken und Mittagessen. Und sie werden wie eine öffentliche Werbefläche "mitten im urbanen Leben" vermarktet.

Die Zielgruppe ist relativ groß: Rund 2,25 Millionen Gäste besuchen monatlich eine Bar oder ein Café mit den öffentlichen Internetterminals, dazu kommen rund 90.000 Mitglieder der Elixia-Sportclubs. "200.000 Unique Sessions an den Internet-Stationen produzieren bei täglich zirka 5,5 Stunden durchschnittlicher Nutzung über 2,5 Mio. Page-Impressions," erklärt Netpoint Media Geschäftsführer Andreas Küenle, "pro Monat werden die verschiedenen Online-Angebote über 1,2 Mio. Minuten genutzt - Tendenz steigend." Die Werbekunden, darunter auch Streukunden wie T-Mobile und AOL, können auch einzelne Locations oder Sportclubs als separate Kanäle buchen und Werbung außerdem regional in bestimmten Städten schalten. Zwar bei weitem kein USP, eher Online-Werbung-Standard. Zusätzlich können die von AOL übernommenen Terminals zusätzlich aber auch mit der Marke des Kunden versehen werden. Ein Leuchtschild für Draußen weist auf das kostenlose Surf-Terminal hin.

Angepeilt wird mit der öffentlichen Online-Werbung eine urbane, aufgeschlossene, mobile Konsumentenzielgruppe zwischen 18 und 39 Jahren, mit mittlerem bis hohem Bildungsstand, hoher Nutzung elektronischer Medien und Hang zu Innovationen und Trend-Produkten. Zu den verwendeten Werbeformen zählen neben klassischen Online-Werbeformaten wie Banner und Skyscraper, die auf den Startscreen geladen werden, auch die Startseite der Terminals, die vom Werbekunden belegt werden können. "Der Nutzer sieht zum Einstieg einen Spot oder das beworbene Kundenportal und beginnt von der Kunden-Domain seine Reise ins Internet", erklärt Marcel Schramm, Prokurist und Verkaufsleiter der Netpoint Media GmbH. 200.000 Unique Users erreicht man so garantiert, verspricht Netpoint. "Durch vollformatige 'Screensaver-Spots' sollen Online-Videospots zum TV-Spot innerhalb der Location werden", sagt Küenle. TV-Spots landen so quasi als Screensaver auf öffentlichen Plätzen.

Einen etwas anderen Weg geht McDonalds TV, das als Instore-TV seit Ende September vom Hamburger "Traditionsvermarkter" TripleDoubleU vermarktet und von 3Sixty produziert wird. 1.276 McDonald's Filialen mit ca. 2,6 Mio. Gästen täglich sollen durch das neue Inhouse-TV-Programm erreicht werden, das per Internet (DSL) übertragen wird. Doch das Potenzial ist ausbaufähig: Zukünftig sollen "eine maximale Anzahl" an Fast-Food-Restaurants an den Channel angeschlossen werden.

Inhaltlich soll es beim Kunden-TV betont unterhaltsam, informativ und kurzweilig zugehen, so sind geplante Sendeinhalte, neben den McDonald's-eigenen Inhalten, Sport & Fun, Travel, Fashion, Musik, Games und Kino, abgespielt in 60-minütigen Schleifen. Bis zu zehn Minuten pro Stunde können mit Werbung externer Marken belegt werden. Laut TripleDoubleU sind weitere große Unternehmen an der Umsetzung von Inhouse-TV mit Werbung interessiert.

Dritter im Bund der neuen Inhouse-TV-Vermarkter und -Anbieter ist ebenfalls eine Hamburger Agentur: Die Digital Marketing Sales & Services Vertriebs GmbH (DMSS). Gemeinsam mit dem Kooperationspartner Boomerang Medien, einem führenden Vermarkter von Ambient-Medien, bietet DMSS Werbevermarktung von Spots in Media Märkten, Saturn und anderen Handelsketten an. Das Programm läuft über alle Flatscreens im Verkaufsraum, ein echtes Point-of-Sale-TV sozusagen.

"Mit diesem Instore-TV können externe Werbekunden (Wettbewerber natürlich ausgenommen) gezielt Fernsehwerbung am Point of Sale buchen. Diese wird dann stumm, also ohne Ton auf den Flatscreens gezeigt", erklärt Geschäftsführer Roland Schewior. In vielen Märkten der Handelsketten Media Markt und Saturn läuft bereits das Instore-TV-Programm von DMMS, das sich an die stark männerlastige Zielgruppe der Media-Markt- und Saturn-Käufer richtet. "Die technische Basis des IPTVs bietet zudem die Möglichkeit, gezielt Regionen oder einzelne Märkte mit Werbespots zu versehen", so Schewior. Darüber hinaus produziert DMSS auch Inhalte für digitale TV-Sender, wie Games-Television (für Jüngere) und Gute Laune-TV (für die Generation 50+).

Helge Denker
helgedenker@gmail.com
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SEO
von Markus Hövener, Bloofusion | ADZINE 19.10.2007

Bezahlte und getauschte Links: Der Stand der Dinge

Markus Hövener

Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass Suchmaschinenoptimierung elementarer Bestandteil einer Onlinemarketingstrategie ist. Die Bedeutung variiert selbstverständlich nach Geschäftsfeld und Branche der Akteure. Weiter ist es auch kein Geheimnis, dass SEO-Maßnahmen und deren Erfolg eher mittel- bis langfristigen Charakter haben und Kontinuität erfordern. Die Suchmaschinen-Algorithmen unterliegen einer stetigen Weiterentwicklung. Maßnahmen, mit denen man vor wenigen Jahren noch ungestraft punkten konnte, gelten heute zu Recht als gefährlich.

Mit einem Google-Marktanteil von mehr als 90% kann eine Abstrafung durch Google schon desaströse Folgen haben. Auch SEO Berater haben es immer schwerer, ihren Kunden schnelle Ergebnisse zu präsentieren, denn auch sie katapultieren sich mit allzu plumpen Maßnahmen schnell ins Aus. Die Angst vor Sanktionen durch die Suchmaschinen und natürlich auch durch Kunden scheint eine ganze Branche zu disziplinieren. Aber sind die Regeln der Suchmaschinen wirklich transparent und mit welchen Maßnahmen ist man wirklich noch auf der sicheren Seite? Wer will schon bei Google & Co in Ungnade fallen? Gerade beim Thema Linktausch und -kauf scheint diese Gefahr nicht nur ganz imaginär zu sein.

Die Ranking-Mechanismen der großen Suchmaschinen-Betreiber hängen wesentlich von der Verlinkung ab. Je mehr Websites auf eine bestimmte Website verlinken, desto höher steigt diese in den Suchmaschinen-Rankings. Da ist es verständlich, dass Website-Betreiber versuchen, für möglichst viele gute Links zu sorgen. Ebenso ist es aber verständlich, dass Suchmaschinen gegen derartige Maßnahmen vorgehen, um sicherzustellen, dass nur wirklich relevante Websites den Sprung unter die besten Suchmaschinen-Rankings schaffen.

Aus Sicht der Suchmaschinen ist Verlinkung prinzipiell immer noch ein geeigneter Gradmesser: Wenn eine Website von vielen branchenrelevanten Portalen, vertikalen Online-Medien und Web-Verzeichnissen verlinkt wird, zeigt das Suchmaschinen wie Google an, dass die verlinkte Website relevant sein muss. Häufig aber helfen Website-Betreiber bei der Verlinkung nach und tragen sich in möglichst viele drittklassige Verzeichnisse ein, tauschen Links oder kaufen sogar Links bei Blogs oder Portalen ein.

Gerade gegen Linktausch und das Kaufen von Links hat sich Google vor einiger Zeit ausgesprochen und damit für viel Aufruhr und Verwirrung gesorgt. So bietet Google ein Formular an, mit dem gekaufte Links an Google gemeldet werden können. Ist das eigene Suchmaschinen-Ranking aber in Gefahr, wenn man einen Link tauscht? Wo ist die Grenze zwischen erlaubt und abstrafungswürdig?

Matt Cutts spricht

Matt Cutts, Google-Sprachrohr, hat in seinem Blog zwei Beiträge geschrieben, die verdeutlichen, was Google vorhat und wo und warum Google die Grenze zieht. In einem ersten Blog-Beitrag vom 12. April 2007 <a href="http://www.mattcutts.com/blog/how-to-report-paid-links/" target="_blank" >[1]</a> geht Google auf das Problem der bezahlten Links ein; in dem am 1. Mai 2007 geschriebenen Beitrag „Google Hell?“ <a href="http://www.mattcutts.com/blog/google-hell/" target="_blank" >[2]</a> erörtert Matt Cutts auch das Problem getauschter Links.

Ob bezahlt oder gekauft: Einem Link sieht man zunächst nicht an, auf welche Weise er zustande gekommen ist. Selten werden bezahlte oder getauschte Links als solche gekennzeichnet. Getauschte Links können immerhin noch automatisch per Software erkannt werden, wenn alle Links zweier Websites A und B analysiert werden und dabei festgestellt wird, dass Website A auf B und B auf A verlinkt; bei bezahlten Links ist eine automatische Erkennung nicht möglich.

Während Google bezahlte Links grundsätzlich als negativ einschätzt, ist die Grenze bei getauschten Links weiter gefasst: So werden getauschte Links in gewissem Umfang erlaubt, solange der Linktausch eben nicht exzessiv ausgeübt wird. Dabei stellt Google klar, gegen welche Arten von Links sie insbesondere vorgehen möchten: Häufig findet man auf Websites Linkseiten wie die diese:

Die Motivation, solche Links auf fremden Websites schalten zu lassen, liegt darin, dass Google die Linktexte (Anchor Text) auswertet: Wenn im verlinkten Text ein bestimmter Suchbegriff steht, hilft das, für diesen verlinkten Suchbegriff bessere Suchmaschinen-Rankings zu erreichen. Aus diesem Grund findet man häufig Links wie "Private Krankenversicherung" oder "Ferienhaus Spanien", die nur geschaltet werden, um Suchmaschinen-Rankings zu manipulieren.

Google und Website-Betreiber veranstalten ein Katz-und-Maus-Spiel, dessen Ausgang schwer zu bestimmen ist. Um solche Links automatisch auswählen zu können, muss Google in der Lage sein, organische Links von manipulierten Links zu unterscheiden.

Dabei hat Google einen prinzipiellen Nachteil: Google darf nicht Websites, auf die mit manipulierten Links verlinkt wird, abstrafen. Ansonsten wäre es ja einfach möglich, derartige Links auf Konkurrenz-Websites verlinken zu lassen und damit die Suchmaschinen-Rankings der Konkurrenten zu gefährden. Auch Matt Cutts betont, dass eher die verlinkende Website abgestraft wird.

In der Praxis scheinen auch schon die ersten Fälle einer solchen Abstrafung bestätigt worden zu sein <a href="http://searchengineland.com/071007-173841.php" target="_blank" >[3]</a>. Eine Abstrafung könnte dann so funktionieren, dass der verlinkenden Website die Fähigkeit genommen wird, PageRank zu vererben; alternativ kann der PageRank der verlinkenden Website herabgesetzt werden. Ein Link auf einer abgestraften Website wäre also wertlos bzw. weniger wert. Außerdem könnten die Suchmaschinen-Rankings der abgestraften Website signifikant schlechter ausfallen - eine Motivation für den Website-Betreiber, künftig keine Links zum Kauf anzubieten.

Strategie

Die Bemühungen Googles, gute von schlechten Links unterscheiden zu können, sollten Unternehmen vor allem motivieren, permanent nach hochwertigen Links zu suchen. So ist ein Link von einem Branchenportal immer noch viel wertvoller als ein Link von einem MySpace-Profil. Außerdem sollten Unternehmen z.B. auf intelligente Online-Pressearbeit setzen, da Links von redaktionellen Online-Medien und Blogs meistens sehr wertvoll sind. Und damit andere Websites auch einen Grund haben, auf die eigene Website zu verlinken, sollte man attraktive Inhalte bereitstellen, auf die andere Websites gerne - mitunter sogar ungefragt - verlinken.

Markus Hövener
markus@bloofusion.com
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Termine im Online-Marketing

04.04.2008

Social Web BREAKFAST Hamburg



08.04.2008  -  09.04.2008

eMetrics Marketing Otimization Summit München



08.04.2008

eMetrics Marketing Optimization Summit München 2008



08.04.2008  -  09.04.2008

SMX Search Marketing Expo München



15.04.2008  -  18.04.2008

eCommerceForum 2008



16.04.2008  -  17.04.2008

Web 2.0 Kongress in Wiesbaden



18.04.2008  -  06.06.2008

QUISMA veranstaltet den 3. deutschlandweiten AffiliateCup



24.04.2008

First Cologne Web Content Forum



25.04.2008

SEMSEO - Konferenz für Suchmaschinenmarketing und -optimierung



27.05.2008

media coffee in Köln



02.06.2008  -  04.06.2008

Internet-Kongress iico.de (infopark internet congress) Berlin



02.06.2008  -  03.06.2008

“Connecting European E-Marketing“ - Interact Congress



02.06.2008

Internationaler Mediendialog Hamburg



05.06.2008

Nedstat Expert Forum Berlin 2008



10.06.2008

Nedstat Expert Forum Düsseldorf 2008



11.06.2008

Social Commerce Forum - Frankfurt a.M.



12.06.2008

„netnography08“ in München



23.06.2008  -  24.06.2008

Search Engine Strategies Hamburg



24.06.2008

Nedstat Expert Forum München 2008



04.09.2008

"OMD warm up" mit Home-Party-Hamburg



17.09.2008  -  18.09.2008

Online-Marketing-Düsseldorf 2008



18.09.2008

New Agency Models Conference London



24.09.2008

Virtual Worlds Camp bei Frogster, Berlin



30.09.2008  -  01.10.2008

Community SUMMIT Hamburg



11.10.2008  -  12.10.2008

BarCamp Munich 2008



21.10.2008  -  23.10.2008

Web 2.0 Expo Europe 2008



29.10.2008  -  31.10.2008

Medientage München 2008



06.11.2008

5. Pangora E-Commerce Kongress



12.11.2008  -  13.11.2008

TV Komm. Karlsruhe 2008



27.11.2008  -  28.11.2008

10. E12-Gipfel "Internet of Services"



29.11.2008

DMMK Young Professionals Stuttgart



03.12.2008

Erstellen Sie Ihren Webanaylse-Aktionsplan für 2009 - Mit Eric Peterson



10.02.2009  -  11.02.2009

Web Intelligence Forum



17.02.2009  -  18.02.2009

Social Media FORUM (Hamburg)



03.03.2009  -  08.03.2009

CeBIT 2009 - MARKETING SOLUTIONS AREA



03.03.2009  -  11.03.2009

Online Marketing Seminar: Convert Your Browsers to Buyers



01.04.2009  -  02.04.2009

Swiss Online Marketing 2009



22.04.2009  -  23.04.2009

Search Marketing Expo (SMX) München 2009



22.04.2009  -  23.04.2009

eMetrics Marketing Optimization Summit München 2009



11.05.2009  -  13.05.2009

CMO Gipfel 2009 - 3. Gipfel für Strategie und Innovation im Marketing



19.05.2009

Praxis-Workshop proseed: Strategisches Vertriebsmarketing im Internet



28.05.2009  -  03.06.2009

Web Analytics Academy Seminare



08.06.2009  -  09.06.2009

Deutscher Multimedia Kongress (DMMK) 2009 - MOVE!



10.06.2009  -  12.06.2009

Interact 2009 – Digital Advertising gets Innovative!



15.06.2009  -  17.06.2009

Infopark Internet Congress – iico.de



18.06.2009

Affiliate TactixX 2009



26.08.2009  -  25.09.2009

Digitaler Sommer an der Universität der Künste Berlin



15.09.2009

Social Media Forum - im East Hotel Hamburg



16.09.2009  -  17.09.2009

Community & Marketing 2.0 SUMMIT im East Hotel Hamburg



17.09.2009  -  18.09.2009

scoopcamp 2009 zum Thema „new storytelling“ von Hamburg@work und der dpa



18.09.2009

Online Marketing Convention



23.09.2009  -  24.09.2009

dmexco - Digital Marketing Exposition & Conference



08.10.2009

Zweites Gipfeltreffen zwischen Werbe- und Games-Branche in Hamburg



20.10.2009  -  10.11.2009

MARKETING ON TOUR Konferenz 2009 – Was sind die Top Trends im Online Marketing?



03.11.2009  -  17.11.2009

ecommerce conference



04.11.2009  -  19.11.2009

Premiere der Roadshow The Search Conference



26.11.2009

ConventionCamp Hannover 2009



23.02.2010

newTV-Kongress



04.03.2010  -  17.03.2010

ecommerce conference



18.03.2010  -  19.03.2010

TV Komm. 2010



23.03.2010  -  24.03.2010

eMetrics Marketing Optimization Summit



23.03.2010  -  24.03.2010

Search Marketing Expo (SMX)



13.04.2010  -  14.04.2010

Internet World Fachmesse & Kongress



08.06.2010  -  22.06.2010

Online Marketing Forum



10.06.2010

E-Mail Marketing Seminar mit Nico Zorn




 

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