Online-Marketing Newsletter: AUSGABE 1 / 2007 | 12.01.2007 - ADZINE - Magzin für Online-Marketing
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   AUSGABE 1 / 2007 | 12.01.2007

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EDITORIAL
von Arne Schulze-Geißler, Editor | ADZINE 12.01.2007

Websehen 2007

Arne Schulze-Geißler

Das Jahr 2006 war schon fast gelaufen, die meisten Jahresrückblicke schon abgespult, da passierte ein für das Jahr charakteristisches Medienereignis. Nein, nicht George Bushs Äußerung: "Tomorrow there will be a better future", sondern Saddam Husseins Hinrichtung am Tag danach. Ein von einem Henkersgehilfen angeblich heimlich aufgenommenes Video schaffte es neben den einschlägigen Videoportalen auf unzählige Nachrichtenseiten. Gezeigt wurden die letzten Momente vor der Exekution Husseins. Das war für mich der erbärmliche Höhepunkt des sogenannten Consumer Generated Contents im YouTube-Jahr 2006.

Ohne Saddam Hussein ein langes Leben oder zumindest einen "schönen" Tod gewünscht zu haben, macht doch gerade dieses Extrembeispiel des digitalen Hobbyfilmens eine ganze Reihe von Problemen deutlich. Inhalte werden oftmals unkommentiert und ungefiltert Nutzern jedes Alters zugänglich gemacht. Das ungekürzte Hinrichtungsvideo war ebenfalls ohne viel Aufwand im Netz ausfindig zu machen.

Die Inhaltelieferanten des Webs bestehen seit dessen Anfängen zum Großteil aus Freizeitpublizisten, aber wenn Millionen von Kamerareportern im eigenen Auftrag Fotos und Videos aufnehmen und veröffentlichen, muss es zwangsläufig zu erheblichen Interessenkonflikten führen. Wir kennen das ja zur Genüge schon aus dem Klatschumfeld, wenn sogenannte Promis Fotografen und Verlage verklagen. Heute muss man allerdings nicht nur als "öffentliche" Persönlichkeit befürchten, gefilmt zu werden. Wie sieht es aber dann mit den Bürgerrechten aus? Gerichte beschäftigen sich heute z.B. schon flächendeckend mit Rache- und Eifersuchtsdelikten, bei denen intimes Foto- und Videomaterial des ehemaligen Partners oder Partnerin der Öffentlichkeit übers Internet zugänglich gemacht wurden.

Gerade weil es so viele ungeklärte Fragen und damit Risiken rechtlicher und natürlich auch moralisch-ethischer Natur gibt, ist die Kommerzialisierung vieler sogenannter web 2.0-Angebote immer noch problematisch. Als Werbetreibender im Internet sollte man hierbei genau analysieren, welche Umfelder geeignet sind. Hierzu finden Sie einen interessanten Artikel bei adotas.com: http://www.adotas.com/2006/02/myspace-isnt-for-advertisers-its-for-sex/

Aber anstatt die Entwicklungen und die Möglichkeiten digitaler Medien zu verteufeln, ist es an den Publishern und gerade auch den klassischen Medienproduzenten, mit qualitativ hochwertigen Angeboten einen Gegenpol zu schaffen.

Genau das geschieht momentan, denn professionell produziertes Video- oder Internet-TV wird, was die Web-Inhalte angeht, das beherrschende Thema im Jahr 2007 sein. Produktionsgesellschaften, Agenturen und Publisher arbeiten an zahlreichen neuen Formaten, die eigens für das Netz entwickelt werden. Diese Formate werden sich allerdings in einem Punkt entscheidend von klassischen TV-Produktionen unterscheiden, nämlich in den Kosten. Web-Inhalte müssen aufgrund der heute noch begrenzten Refinanzierungsmöglichkeiten günstiger produziert werden. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Videocontent ist beim Nutzer vorhanden, wie die rege Nutzung im Newsbereich bereits zeigt. Es muss ja nicht immer eine Hinrichtung sein.

Um welche Einbindungsmöglichkeiten und Erlösmodelle es sich bei neuen Videoangeboten handeln wird, bleibt zunächst abzuwarten. Dass es aber viel Interesse vonseiten der Werbeindustrie für den Einsatz von Internet Werbespots gibt, steht außer Frage.

Welche Rolle IP-TV bei dem Verwachsen digitaler Content-Plattformen und des guten alten Fernsehens spielen könnte, untersucht Guido Nedden in seinem Beitrag über die Übertragungstechnologie und die derzeit zur Verfügung stehenden Angebote für den Nutzer. Wir hatten den Eindruck, dass man sich dem Thema am besten nähert, indem wir untersuchen, welche Angebote derzeit für den Endverbraucher vorliegen, da dieser irgendwann durch interaktive Werbung im TV erreicht werden soll. Ohne die technischen Voraussetzungen und Unterschiede zum PC als Endgerät zu kennen, werden wir uns schwer tun, das Potenzial für eine werbliche Nutzung einzuschätzen.

Jens von Rauchhaupt setzt sich mit einem brandaktuellen Online-Marketing Thema auseinander. Er nutzt zwei Studien zum Thema Layer Ads, die wichtige Erkenntnisse zum Einsatz dieses Werbemittels für Werbetreibende, aber auch die Sitebetreiber und Vermarkter liefern.

Mit ein paar schwergewichtigen Gedanken zum web 2.0-Phänomen meldet sich Udo Fleckenstein von Bloosfusion zu Wort und geht damit gleichzeitig auch noch mal auf das Eingangsthema Consumer Generated Content ein.

Viel Spaß mit ADZINE in 2007!

Arne Schulze-Geißler
asg@adzine.de
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WERBEMITTEL
von Jens von Rauchhaupt, Redaktion | ADZINE 12.01.2007

Goodbye, Real Madrid!

Jens von Rauchhaupt

So ein Ärger! Eigentlich sollte sich am Bildschirm ein Bericht über die spanischen "Fußball-Teletubbies" Real Madrid aufbauen. Statt zu formschwachen Madrilenen gelangt der leicht desorientierte Anwender unverhofft auf eine neue Webseite. Dort erfährt er etwas über ein neues Komplettangebot von Telefonie, DSL-Flatrate und Fernsehen. Falsch geixt, das war wohl nix. So oder so ähnlich ergeht es Tausenden von Usern täglich. So oder so ähnlich plante es vielleicht die verantwortliche Agentur. Zwischen den Stühlen sitzt der Werbeträger, der Geld einnehmen, aber niemanden vergraulen will.

Leistungsstarke Layer Ads

Derzeit ist kein Werbemittel umstrittener als das Layer Ad, das sich ohne Zutun des Anwenders für wenige Sekunden über den Inhalt einer Internetseite legt. In jüngster Zeit haben sich zwei Studien mit Werbebannerformaten und somit auch mit Layer Ads auseinandergesetzt: AdEffects 2006 der Tomorrow Focus AG und eine kleinere Studie der TU Braunschweig, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften unter der Führung von Professor Wolfgang Fritz, Dr. Michael Kempe und André Hauser. Trotz völlig unterschiedlicher Erhebungsarten gleichen sich die Ergebnisse hinsichtlich der gedächtnisbezogenen Werbewirkung der Layer Ads.

Ihnen zufolge sind Layer Ads echte Modellathleten unter den Online-Werbemitteln. In nur 0,3 Sekunden rauscht die Botschaft in das Gehirn und brennt sich nachhaltig in die Hirnrinde des Anwenders ein, Widerstand zwecklos. AdEffekts 2006: "Über 80 Prozent erkennen das Werbemittel nach 10 Minuten wieder (Werbeerinnerung)." Dieses Ergebnis korreliert mit der Zahl der Braunschweiger Studie; dort erinnerten sich 85 Prozent der Probanten. Hinsichtlich der Markenerinnerung schlussfolgern die Braunschweiger zudem: "Es kann bestätigt werden, dass ein Layer Ad in Verbindung mit einem zusätzlichen Banner die Markenerinnerung erhöht." Die Werbetreibenden nutzen die Layer Ads im Zusammenspiel mit einem zusätzlichen Werbebanner für Brandingmaßnahmen und zur Vorstellung neuer Produkte. Das Layer Ad soll die Aufmerksamkeit erregen, das zusätzliche Banner soll als "follow up" daran erinnern.

Pfiffe, Buhrufe, Eigentor

Beide Studien ergaben aber auch, dass die User keine gute Einstellung zu diesem Werbemittel haben. Layer Ads gelten gemeinhin als "unakzeptabel und sehr störend". Dieses Ergebnis war zwar schon vorher bekannt, nun hat man es aber schwarz auf weiß. Wirklich neu ist jedoch, was die TU Braunschweig zusätzlich herausgefunden hat. Sie widerlegt nicht nur die These, dass Layer Ads sich ebenfalls positiv auf die CTR (Click Through Rate) des zusätzlichen Banners auswirken würde ("Diese Annahme kann verworfen werden."), sondern fand zudem heraus, dass die wenigen AdClicks auf das Banner in Wirklichkeit danebengegangene CloseAdClicks der Probanten waren. Als würde das nicht schon reichen, musste die Studie außerdem feststellen, dass die Bereitschaft, auch das zusätzliche Banner wegzuklicken (falls möglich), um sage und schreibe 29 Prozent stieg. Es kommt aber noch dicker: Die Braunschweiger brachten zutage, was wirklich wehtut, denn das schlechte Image des Layer Ads wirkt sich nicht nur auf das Werbemittel und das darin beworbenen Produkt, sondern auch auf den Werbeträger selbst aus. Spätestens jetzt wird die Verärgerung über die Layer Ads zu einem Eigentor beim Vermarkter und dem Publisher.

Nachgefragt

Schön, wenn die eigene Redaktion ein Mitspracherecht bei Vermarktungsfragen hat.

"Ein Werbeträger sollte schon abwägen, ob er das Geld mitnehmen will oder lieber auf den Einsatz bestimmter Werbeformate verzichtet. Alle uns bekannten Studien belegen, dass Layer Ads enervierend sind und sie damit dem User beim Lesen der Lektüre stören. Natürlich hat Werbung generell diesen Ruf, doch bei Layer Ads wird es wirklich grenzwertig. Die Redaktion von Spiegel Online hat damit begonnen, die Werbung zu reglementieren. Auf Layer Ads wird schon länger verzichtet, das Gleiche gilt dort auch für Mouse Over Expandable Banner", erklärt Martin Rieß, Verkaufsleiter vom Vermarkter Quality Channel in Hamburg. Rieß räumt aber ein: "Diese Einschränkung gilt nur für Spiegel Online und nicht für unsere Life Style-Angebote wie etwa die Condé Nast-Marken Glamour oder GQ". Somit unterscheidet man bei Quality Channel nach den einzelnen Marken, der Zielgruppe und der vermuteten Belastbarkeit der Leserschaft, ein Einzelfall?

Nein, denn die Tomorrow Focus AG, die u.a. Focus Online vermarktet, hat ganz offensichtlich die Zeichen der eigenen Studie erkannt. Die Münchner verfolgen aber eine völlig andere Philosophie. Hier verteufelt man nicht die Layer Ads als solche, sondern hinterfragt den Sinn der Werbe-Penetranz innerhalb einer Session: "Wir haben bestimmte Regeln aufgestellt mit einer restriktiven Haltung hinsichtlich der Werbeauslieferung, nicht nur was die Layer Ads anbelangt. Wenn etwa der User von einer fremden Site auf Focus Online gelangt, ist die erste PI immer frei von Layer Ads", sagt Martin Lütgenau, Geschäftsleiter Sales, Tomorrow Focus AG und erklärt weiter: "Der User bekommt Ruhepausen. Wenn ihm ein Layer Ad ausgeliefert wurde, dann wird der User auf der nächsten Seite kein weiteres Layer Ad zu Gesicht bekommen. Innerhalb einer Session von 60 Minuten begnügen wir uns mit maximal drei 'Over the Page'-Werbemitteln. Auch wenn wir uns damit selbst Volumen wegnehmen, haben wir uns seit Juli für dieses neue Modell entschieden. Bei uns werden also die Werbemittel nach Usergesichtspunkten ausgesteuert und wir fragen uns immer, was für den Anwender erträglich ist und was er akzeptieren wird. Falls das Layer Ad in das Umfeld passt und für die Zielgruppe interessant sein kann, spricht nichts gegen dieses Werbemittel."

Mediasquares, der Vermarkter vom reichweitenstarken Sportportal Sport1.de, will zwar auf das leistungsstarke Layer Ad vorerst nicht verzichten, hat aber offenbar die Negativentwicklung dieses Werbemittels zur Kenntnis genommen. "Generell sehen wir die Werbeform Flash Layer noch als eines der Standardwerbemittel, welches regelmäßig von unseren Kunden und den Mediaagenturen angefragt wird", sagt Andreas Post, Director Sales, mediasquares GmbH. "Wir befinden uns allerdings in einem Prozess, der zum Ziel hat, dem Werbekunden, dem Seitenbetreiber und vor allem aber auch dem einzelnen Nutzer der Plattformen gerecht zu werden. Daher arbeiten wir gemeinsam mit den Agenturen und unseren Partnersites an weiteren adäquaten Werbemitteln, die Flash Layer mittel- bis langfristig ablösen werden. Flash Layer werden auf unseren Premium-Werbeträgern wie sport1.de nach und nach durch innovativere Formate ersetzt."

Agenturen in der Kritik

Es gibt einige Variationen, um den Anwender bei Layer Ads ungewollt respondieren zu lassen. Winzig kleine Schließbuttons oder, besonders trickreich: ein transparenter Layer-Teil über der Weiterlesen-Funktion am Artikel, für den sich der Anwender eigentlich interessierte. Schon nennt das Layer Ad den ausgeführten Klick sein eigen. Zufall ist etwas anderes, Selbstbestimmung auch. Gelangt der Leser dennoch ungewollt auf das Angebot des Werbetreibenden, weckt diese oftmals seine Neugierde. Pure Absicht der Agenturen, wie Martin Rieß vermutet: "Agenturen werden auch bei Layer Ads an den Responsezahlen gemessen. Wenn das Motiv schlechte Klickraten hat, dann hat die Agentur schlecht gearbeitet. Also versucht man mit mehr oder weniger intelligenten Tricks die Responserate in die Höhe zu treiben."

Martin Lütgenau hat Ähnliches zu berichten, will aber keine Absicht unterstellen: "Es kommt leider häufiger vor, dass ein angeliefertes Layer Ad nicht unseren Spezifikationen entspricht. Die Werbemittel kommen oftmals sehr spät von den Kreativagenturen. Wenn ein Fehler an der Schließfunktion vorliegt und wir das Banner zurückschicken, kann es schon wieder 3 bis 4 Tage dauern; das Inventar ist aber bereits gebucht und reserviert. Das ist wirklich ein großes Problem. Ganz abgesehen von der Gefahr des negativen Image-Transfers für den Werbekunden, wenn der Schließenbutton nicht funktioniert oder versteckt wurde. Hier muss bei den Kreativagenturen noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden."

Zahlen belegen, dass Layer Ads immer weniger eingesetzt werden: "Von allen Werbemitteln, die wir im Jahr 2006 auf unseren Seiten ausgeliefert haben, nahmen die reinen Flash Layer Ads gerade einmal 2 Prozent ein, mit den follow up-Motiven war es etwas mehr", sagt Martin Rieß, und Martin Lütgenau stellt im eigenen Haus einen ähnlichen Trend fest: "Allein im ersten Halbjahr 2005 wurden noch 10 Prozent des Umsatzes mit Layer Ads generiert, bis Mitte 2006 waren es nur noch 7 Prozent." Lütgenau prognostiziert, dass zukünftig die Expandable Medium Rectangles mehr und mehr den Platz der Layer Ads einnehmen werden.

Auf die Milchkuh gekommen

Neuigkeiten aus der Landwirtschaft zum Schluss, ohne jegliche Hintergedanken: Nahezu gleichzeitig zu den Ergebnissen der AdEffekts 2006 berichteten die VDI-Nachrichten von der 2. internationalen Fachtagung "TierTechnik" der Max-Eyth-Gesellschaft. Dort erfuhren die Gäste mehr über eine neuartige vollautomatische 24-Stunden-Melkanlage, die eine Milchkuh freiwillig betreten kann. Die Tiere entscheiden aus freien Stücken, wann sie ihr kostbares Gut abgeben wollen. Diese Selbstbestimmung führt bei den Kühen zu einer Erhöhung der Milchabgabe von nachweislich 10 bis 25 Prozent.

Jens von Rauchhaupt
jvr@adzine.de
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WEB 2.0
von Udo Fleckenstein, Bloofusion Germany | ADZINE 12.01.2007

Revolution oder Evolution

Udo Fleckenstein

Wer sich die Frage stellt, "Was ist Web 2.0 eigentlich?"; der sei auf den betreffenden Artikel von Tim O´Reilly (http://www.oreilly.de/artikel/web20_trans.html) verwiesen. Was hier interessiert, ist die Frage, ob Web 2.0 nicht lediglich ein Hype-Thema ist, über das in ein paar Jahren niemand mehr reden wird. Was steckt hinter dieser Bezeichnung? Welche wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen hat ein System, dass Daten, die das Ergebnis einer unzensierten Meinungsfreiheit sind, für alle Nutzer zugänglich macht? Hat dieses System auf Dauer eine Chance?

Wer die Geschichte des Webs seit seinen Anfangsjahren aufmerksam verfolgt hat, der wird den in der Überschrift genannten Begriff Revolution sicherlich schon im Voraus ausschließen. Denn der Erfinder des Internets, Tim Berners-Lee, hatte streng genommen eine rudimentäre Version des Web 2.0 von Anfang an geplant: Ein Read/Write-Web zum Informationsaustausch. Da scheint Web 2.0 nur die konsequente Umsetzung dieser Idee zu sein. Natürlich reizt den Nutzer die kreative Herausforderung sich selbst in die Gestaltung des Web mit einzubringen.

Projekte wie MySpace haben bewiesen, dass Mitmach-Websites auf gewaltiges Interesse treffen. Jeder ist sein eigener Redakteur! Nur... hat auch jeder das Zeug zum Redakteur? Von Redakteuren wird im Allgemeinen auch eine gewisse Neutralität verlangt, bei Web 2.0 ist gerade diese nicht besonders gefragt.

"Internet zum mitmachen" heißt die Zauberformel für den Content von Web 2.0 und inspiriert tägliche Tausende Nutzer zum Schreiben. Diese Tatsache und noch viele mehr, zum Beispiel die neu entstandene Rezensionsfreudigkeit der Kunden, zeigt, dass immer mehr Menschen via Internet auch ganz persönliche Informationen, Meinungen und Erfahrungen veröffentlichen wollen. Aber genau darin liegt auch eine der größten Gefahren dieses Systems. Denn wer kontrolliert die publizierten Daten? Wer zieht eine Grenze - in welche Richtung auch immer? Und vor allem: Wem gehören diese Daten?

Mancher Optimist oder Sozialromantiker sieht sich durch Web 2.0 an die Anfänge der Demokratie im antiken Griechenland erinnert. In der damaligen Volksversammlung der Polis herrschte auch Meinungs- und Redefreiheit. Die Pessimisten hingegen sehen die Gefahr, dass Web 2.0 eine perfekte Plattform für Verunglimpfungen und Hetzreden gegen politische, wirtschaftliche und auch private Gegner bietet ... Pro und Contra wird es gerade bei Projekten wie Web 2.0 immer im Überfluss geben.

Alle Macht dem Nutzer? Wird aus e-Commerce auf Dauer wirklich social-Commerce? Kann man Communities auf Dauer erfolgreich kommerzialisieren? Auch auf diese Fragen wird es in nächster Zeit wohl kaum definitive Antworten geben.

Auch ist das Zauberwort Web 2.0 nicht unbedingt ein Garant für dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg. Nach seinem kometenhaften Aufstieg verpuffte der Erfolg der Website Friendster aber auch schnell wieder. Es scheint, als ob die Nutzer just in dem Moment abspringen, in dem große Geldgeber aufspringen, die fast zwangsläufig gewisse Regeln aufstellen. Ob kommerziell oder nicht - auch Web 2.0 muss Regeln einhalten und geltende Rechte beachten. So spürt YouTube seit einigen Wochen massiven Gegenwind: Kaum ist Google ins Boot eingestiegen, mehren sich die Klagen der Unternehmen, die ihre Urheberrechte verletzt sehen.

Die Vermutung liegt nahe, dass Web 2.0 gerade aus diesem einen Grund so gut funktioniert, weil die Community keine Regeln diktiert bekommen will. Der Begriff "Markentreue", so die "Washington Post", sei den Nutzern schon lange ein Fremdwort aus dem vergangenen Jahrtausend. Auch die Erfolgsstory von Wikipedia würde wahrscheinlich genau dann enden, wenn Werbeblocks und Kommerzdenken Einzug halten und ein Großteil der abertausend Redakteure abspringt. Ein verfrühtes Fazit wäre sicherlich nicht angebracht, aber viele Nutzer tendieren zu der Meinung, die Erscheinung Web 2.0 als einen Trend zu sehen, der nach geraumer Zeit am Versuch der Kommerzialisierung scheitern wird oder irgendwann im Trash der wahrlich riesigen Armee von Schmutzfinken versinkt. Fakt ist, im ersten großen (und noch andauernden) Hype sind zu viele Web 2.0-Portale entstanden. Eine ähnliche Entwicklung gab es vor ein paar Jahren, als Auktionsportale wie Pilze aus dem Boden schossen - und heute: 3, 2, 1 ... meins!

Es bleiben nur zwei Möglichkeiten: Beobachten oder Mitmachen. Die Grundidee von Web 2.0, dass der Nutzer den Inhalt des Webs generiert und verändert, kann durchaus zu einem Teil auch in kommerzielle Geschäftsideen eingebaut werden. Aber das würde natürlich wieder eine gewisse Zensur notwendig machen; und endet Web 2.0 nicht genau dort, wo eine solche Zensur beginnt? Als Schlussüberlegung könnte man sich fragen: Wenn Web 2.0 anscheinend kommerzielle Probleme hat, wie sieht dann Web 3.0 aus?

Udo Fleckenstein
udo@bloofusion.com
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TECHNOLOGIE
von Guido Nedden, Redaktion | ADZINE 12.01.2007

TV+Internet=IPTV?

Guido Nedden

Seit Ende 2006 ist Triple Play verstärkt in aller Munde. Seit Ende letzten Jahres kommt hier IPTV ebenfalls zur Sprache. Bisher gibt es allerdings nur zwei Anbieter: T-Com und Alice-DSL. Das zeigt schon, dass IPTV nicht losgelöst, sondern immer nur gebunden an einen DSL-Provider und dessen Triple-Play-Angeboten erhältlich ist. Stellt sich zusätzlich noch die Frage wird durch IP die TV Werbung schon bald interaktiv?

Nun ist es an sich nichts Neues, TV-Sendungen über das Internet zu empfangen. So konnten die Nutzer schon manche Sender live am PC-Bildschirm per Video-Stream verfolgen oder entsprechend archivierte Beiträge abrufen - Stichwort: Video on Demand - das klassische Internet-TV.

IPTV ist die Übertragung von digitalen Fernsehsignalen über das Internet Protocol (IP) mittels Breitbandtechnologie - also ADSL oder VDSL - statt wie herkömmlich über Antenne, Kabel oder Satellit. Dabei ist unstrittig, dass der Nutzer einen schnellen Online-Anschluss benötigt. Die Bildqualität von IPTV kann sich hier durchaus mit der von den herkömmlichen digitalen TV-Empfangswegen - also Antenne (DVB-T), Kabel (DVB-C) und Satellit (DVB-S) - messen.

T-Com nennt ihr Triple-Play-Angebot T-Home, das in den Paketen Classic, Complete Basic und Complete Plus in den Ballungszentren Hamburg, Hannover, Berlin, Leipzig, Frankfurt, München, Nürnberg, Stuttgart, Köln und Düsseldorf über VDSL gestartet wurde. Nur in letzteren beiden Paketen ist IPTV enthalten, weil dies bei der T-Com nur über das neue VDSL-Netz zu empfangen ist. Bei T-Home Classic ist ein DSL-Anschluss mit 6.000 Megabits pro Sekunde erforderlich und es bietet Video on Demand mit rund 1.300 Filmtiteln.

Pressesprecher Martin Frommhold von T-Com erklärt: "Zum Jahresanfang 2007 können wir über das bis dato ausgebaute VDSL-Netz rund 6 Millionen Haushalte erreichen. Für Ende 2007 hat sich die Deutsche Telekom das Ziel gesetzt, bis zu 1 Million Kunden für das VDSL-Netz zu gewinnen."

"Alice home TV", das optional zu Alice-DSL-Produktbundles gebucht werden kann, ist seit Mai 2006 in den Großräumen Hamburg und Lübeck und seit Dezember 2006 in Rostock, Schwerin, Greifswald, Stralsund, Bad Doberan und Wismar zu empfangen. Die Unterschiede liegen wie fast immer in Preis, Technik und Hardware.

Das volle T-Com-Programm (T-Home Complete Plus) mit Bundesliga, über 130 TV-Sendern, Filmen auf Abruf (quasi eine Online-Videothek), Internettelefonie (Voice over IP) und Internet mit Flatrate kostet rund 91 Euro im Monat.

Übrigens, sind die neue Technik und der alte Anschluss vorhanden, braucht der Nutzer noch einen Splitter und einen VDSL-Router mit WLAN-Sender. Dieser versorgt - ähnlich wie bei DSL - den PC oder das Notebook drahtlos mit dem schnellen Internet und ermöglicht das Telefonieren über Internet (VOIP). Für den TV-Empfang über das Internet Protocol (IPTV) sorgt die Settop-Box, also der Media-Receiver, der via Kabel mit dem DSL-Router und dem Fernseher verbunden wird.

Frommhold erklärt: "Die hochmoderne Technologie erfordert neue Geräte. Diese sind im T-Home-Komplettpaket enthalten. Im Einzelnen sind das der Media-Receiver T-Home X 300T sowie der Router Speedport W 700V, der parallel als DSL-WLAN-Router und für eine DSL-Telefonieanlage genutzt werden kann. Die Pakete T-Home Complete Basic und T-Home Complete Plus enthalten zusätzlich das VDSL-Modem Speedport 300HS. Der Preis für die gesamte Hardware beträgt einmalig 99,99 Euro." Der Fernseher kann hier ein herkömmliches TV-Gerät sein. Ob es nun ein Röhrenbildschirm, ein LCD- oder Plasma-Fernseher ist, ist dabei unwichtig. Einschränkung: "Will der Kunde allerdings High Definition-Bilder empfangen können, muss das verwendete TV-Gerät die Bereitstellung dieses neuen Qualitätsstandards mit dem HD ready-Logo ausweisen", so der T-Com-Pressesprecher.

Als Alternative zu T-Home kommt aktuell nur "Alice Home TV" in Frage, das seit Mai 2006 in den Großräumen Hamburg und Lübeck verfügbar ist. Das Angebot soll 2007 auf weitere Ballungsgebiete erweitert werden. Es besteht aus IPTV mit bis zu 100 Sendern und rund 600 Filmen auf Abruf, ist für Alice-Kunden zubuchbar und setzt einen schnellen DSL-Anschluss ab 4 Megabit pro Sekunde voraus. Enthalten ist eine Settop-Box für den Fernseher, der aber keine Festplatte für Aufzeichnungen besitzt. Nach Unternehmenssprecher Carsten Nillies ist dies aber für den künftigen Receiver in Planung. "Alice Deluxe" kostet knapp 50 Euro im Monat und bietet einen schnellen DSL-Anschluss mit 16 Megabit pro Sekunde sowie Telefon- und DSL-Anschluss plus Flatrates.

So schön die ganze neue Technik auch ist. Für das Marketing sind natürlich die Möglichkeit des Rückkanals und damit die Kommunikation mit dem Consumer bzw. Endverbraucher von Interesse. Die ganze Technologie steht aber noch am Anfang. T-Com-Sprecher Frommhold prognostiziert: "Die technische Infrastruktur von IPTV - das Breitband-Internet - bietet die Voraussetzung für die Rückkanalfähigkeit und damit die Möglichkeit für Programmanbieter und Formatentwickler, interaktive und innovative Anwendungen sowie Services zu entwickeln. Ob Shopping per Fernbedienung oder Voting in einer Live-Sendung - in diesem Bereich liegen vielfältige und hohe Potenziale. Wir gehen davon aus, dass diese entsprechend entwickelten Formate mit zunehmender Verbreitung von IPTV in den kommenden Jahren angeboten werden."

Alice-Sprecher Nillies fasst sich zum Thema interaktives Marketing im TV kurz: "Derzeit ist das leider noch nicht möglich und wir können hierzu noch keine Angaben machen."

Fazit: Es gibt viele neue Boxen, Kabel und zusätzliche kostenpflichtige Angebote für die Nutzer. Für Werber sieht es bis jetzt noch nicht nach der ersehnten Verschmelzung zwischen TV und Internet aus. Daher liegen auf kurze Sicht die Chancen für interaktive Werbe-Spots doch eher direkt bei den Internetangeboten und bei den Nutzern von Computern bzw. anderen browserfähigen Displaymöglichkeiten. Dort ist man deutlich näher am interaktiven Nutzer.

Dennoch bleibt ADZINE am Ball und wird sich in Kürze bei innovativen Agenturen und anderen Dienstleistern schlau machen, welche Kommunikationskonzepte für interaktionsfähiges Fensehen schon in der Schublade schlummern.

Guido Nedden
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Termine im Online-Marketing

04.04.2008

Social Web BREAKFAST Hamburg



08.04.2008  -  09.04.2008

eMetrics Marketing Otimization Summit München



08.04.2008

eMetrics Marketing Optimization Summit München 2008



08.04.2008  -  09.04.2008

SMX Search Marketing Expo München



15.04.2008  -  18.04.2008

eCommerceForum 2008



16.04.2008  -  17.04.2008

Web 2.0 Kongress in Wiesbaden



18.04.2008  -  06.06.2008

QUISMA veranstaltet den 3. deutschlandweiten AffiliateCup



24.04.2008

First Cologne Web Content Forum



25.04.2008

SEMSEO - Konferenz für Suchmaschinenmarketing und -optimierung



27.05.2008

media coffee in Köln



02.06.2008  -  04.06.2008

Internet-Kongress iico.de (infopark internet congress) Berlin



02.06.2008  -  03.06.2008

“Connecting European E-Marketing“ - Interact Congress



02.06.2008

Internationaler Mediendialog Hamburg



05.06.2008

Nedstat Expert Forum Berlin 2008



10.06.2008

Nedstat Expert Forum Düsseldorf 2008



11.06.2008

Social Commerce Forum - Frankfurt a.M.



12.06.2008

„netnography08“ in München



23.06.2008  -  24.06.2008

Search Engine Strategies Hamburg



24.06.2008

Nedstat Expert Forum München 2008



04.09.2008

"OMD warm up" mit Home-Party-Hamburg



17.09.2008  -  18.09.2008

Online-Marketing-Düsseldorf 2008



18.09.2008

New Agency Models Conference London



24.09.2008

Virtual Worlds Camp bei Frogster, Berlin



30.09.2008  -  01.10.2008

Community SUMMIT Hamburg



11.10.2008  -  12.10.2008

BarCamp Munich 2008



21.10.2008  -  23.10.2008

Web 2.0 Expo Europe 2008



29.10.2008  -  31.10.2008

Medientage München 2008



06.11.2008

5. Pangora E-Commerce Kongress



12.11.2008  -  13.11.2008

TV Komm. Karlsruhe 2008



27.11.2008  -  28.11.2008

10. E12-Gipfel "Internet of Services"



29.11.2008

DMMK Young Professionals Stuttgart



03.12.2008

Erstellen Sie Ihren Webanaylse-Aktionsplan für 2009 - Mit Eric Peterson



10.02.2009  -  11.02.2009

Web Intelligence Forum



17.02.2009  -  18.02.2009

Social Media FORUM (Hamburg)



03.03.2009  -  08.03.2009

CeBIT 2009 - MARKETING SOLUTIONS AREA



03.03.2009  -  11.03.2009

Online Marketing Seminar: Convert Your Browsers to Buyers



01.04.2009  -  02.04.2009

Swiss Online Marketing 2009



22.04.2009  -  23.04.2009

Search Marketing Expo (SMX) München 2009



22.04.2009  -  23.04.2009

eMetrics Marketing Optimization Summit München 2009



11.05.2009  -  13.05.2009

CMO Gipfel 2009 - 3. Gipfel für Strategie und Innovation im Marketing



19.05.2009

Praxis-Workshop proseed: Strategisches Vertriebsmarketing im Internet



28.05.2009  -  03.06.2009

Web Analytics Academy Seminare



08.06.2009  -  09.06.2009

Deutscher Multimedia Kongress (DMMK) 2009 - MOVE!



10.06.2009  -  12.06.2009

Interact 2009 – Digital Advertising gets Innovative!



15.06.2009  -  17.06.2009

Infopark Internet Congress – iico.de



18.06.2009

Affiliate TactixX 2009



26.08.2009  -  25.09.2009

Digitaler Sommer an der Universität der Künste Berlin



15.09.2009

Social Media Forum - im East Hotel Hamburg



16.09.2009  -  17.09.2009

Community & Marketing 2.0 SUMMIT im East Hotel Hamburg



17.09.2009  -  18.09.2009

scoopcamp 2009 zum Thema „new storytelling“ von Hamburg@work und der dpa



18.09.2009

Online Marketing Convention



23.09.2009  -  24.09.2009

dmexco - Digital Marketing Exposition & Conference



08.10.2009

Zweites Gipfeltreffen zwischen Werbe- und Games-Branche in Hamburg



20.10.2009  -  10.11.2009

MARKETING ON TOUR Konferenz 2009 – Was sind die Top Trends im Online Marketing?



03.11.2009  -  17.11.2009

ecommerce conference



04.11.2009  -  19.11.2009

Premiere der Roadshow The Search Conference



26.11.2009

ConventionCamp Hannover 2009



23.02.2010

newTV-Kongress



04.03.2010  -  17.03.2010

ecommerce conference



18.03.2010  -  19.03.2010

TV Komm. 2010



23.03.2010  -  24.03.2010

eMetrics Marketing Optimization Summit



23.03.2010  -  24.03.2010

Search Marketing Expo (SMX)



13.04.2010  -  14.04.2010

Internet World Fachmesse & Kongress



08.06.2010  -  22.06.2010

Online Marketing Forum



10.06.2010

E-Mail Marketing Seminar mit Nico Zorn




 

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