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STUDIEN & ANALYSEN

Stationärer Einzelhandel bleibt trotz E-Commerce-Boom wichtig

12. April 2022 (jh)
Bild: Charles Deluvio - Unsplash

In der Corona-Pandemie und insbesondere während der Lockdown-Phasen waren die Verbraucher überwiegend gezwungen, ihre Einkäufe digital zu erledigen. Dies verfestigte dabei einen Trend, der sich seit Jahren abzeichnet und augenscheinlich zum Aussterben der Einkaufsstraßen führen könnte. Doch wie wichtig ist Verbrauchern hierzulande der stationäre Handel? Eine neue Umfrage befasst sich mit dieser Fragestellung und zeigt: Digital und Stationär können sich durchaus gut ergänzen.

Der “Konsumentenreport Q1-2022” stammt von der Initiative Digitale Handelskommunikation (IDH), angeführt von Bonial, Marktguru und Offerista, und befragte deutschlandweit rund 4.000 Verbraucher. Dabei zeigt sich, dass Digital vornehmlich vor dem Einkauf immer wichtiger wird: Um nach Angeboten des Handels zu schauen, sich inspirieren zu lassen oder Informationen zu sammeln, nutzen über vier Fünftel der Konsumenten heute digitale Services häufiger als vor zwei Jahren. 85 Prozent wollen so Geld und 77 Prozent Zeit sparen. Insgesamt bereiten 85 Prozent ihre Einkäufe digital vor. Lediglich 29 Prozent der Befragten lassen sich direkt im Geschäft inspiriere. Dies veranschaulicht die enorme Bedeutung digitaler Kanäle für den stationären Handel.

Gleichzeitig bleibt der lokale Handel aber auch wichtig für die Verbraucher. 92 Prozent der Befragten ist es wichtig oder sogar sehr wichtig, dass es stationäre Geschäfte neben dem Onlinehandel gibt. Bevorzugte Produkte, die vor Ort gekauft werden, sind demnach Lebensmittel, Drogerieartikel und Kleidung. Vorteile beim stationären Handel sind hierbei, dass die Ware direkt mitgenommen und vorher getestet werden kann. Jeweils knapp die Hälfte schätzt die Beratung und einfache Abwicklung von Zahlung, Reklamation und Umtausch vor Ort.

Digital als notwendige Ergänzung

Insgesamt setzte der Einzelhandel in Deutschland laut dem EHI Retail Institute 2021 über 587 Milliarden Euro um. Dabei konnte der Online-Handel seine Umsätze um rund 19,2 Prozent auf über 86 Milliarden Euro deutlich erhöhen. Gleichzeitig ging der Umsatz im stationären Handel um 0,7 Prozent zurück. Diese Entwicklung wird zwar unter anderem auch der Corona-Pandemie zugeschrieben, doch sie verdeutlicht, dass der stationäre Handel seine Services digital ausbauen muss, wenn er konkurrenzfähig bleiben will.

“Der stationäre Handel ist und bleibt die zentrale Anlaufstelle für Konsumenten. Was sich jedoch stark verändert, ist das Verhalten der Konsumenten im Vorfeld: Sie informieren sich immer stärker digital über die Angebote im Handel und ziehen digitale Quellen auch viel intensiver zur Inspiration des Einkaufs heran. Dieses Zusammenspiel von online Information und offline Einkaufen macht das Einkaufserlebnis erst richtig attraktiv”, kommentiert Dr. Marc-Etienne Geser, Mitinitiator der Initiative Digitale Handelskommunikation, die Umfrageergebnisse.

Takeaways

  • Um nach Angeboten des Handels zu schauen, sich inspirieren zu lassen oder Informationen zu sammeln, nutzen über vier Fünftel der Konsumenten heute digitale Services häufiger als vor zwei Jahren.
  • Dennoch bleibt der stationäre Handel für die Verbraucher wichtig.
  • Bevorzugte Produkte, die vor Ort gekauft werden, sind Lebensmittel, Drogerieartikel und Kleidung.

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