ECOMMERCE - Marktforschung:

Konsumklima in Deutschland weiter im Aufwind

26. Februar 2015 (jvr)
Bild: Fazon, dollarphotoclub

Niedrige Energie- und Lebensmittelpreise sowie ein Anstieg der Einkommenserwartung sorgen laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für ein äußerst gutes Konsumklima. Für März 2015 prognostiziert der Gesamtindikator der GfK 9,7 Punkte nach 9,3 Zählern im Februar. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2001. Aufgrund niedriger Zinsen wollen die Deutschen weniger sparen und stattdessen das Geld für Anschaffungen nutzen.

Politische Spannungen beeindrucken die deutschen Konsumenten derzeit offenbar kaum. Sie zeigen sich zunehmend optimistisch, wie der stabile Aufwärtstrend der Konjunkturerwartung belegt, die über die GfK-Konsumklimastudie für Februar 2015 abgefragt wurde. Der Einbruch bei den Energiepreisen stärkt die Kaufkraft der privaten Haushalte und lässt Spielraum für weitere Anschaffungen. Folglich legen sowohl die Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung zu. Eine weitere wichtige Stütze des Konsumklimas bleibt die Sparneigung, die im Februar erneut gesunken ist und damit ein neues historisches Tief erreicht hat.

Stabiler Aufwärtstrend

Die Bundesbürger sehen die deutsche Wirtschaft in einer stabilen Aufwärtsentwicklung. Die Konjunkturerwartung legt im Februar bereits zum dritten Mal in Folge spürbar zu. Der Indikator verbessert sich um 4,7 Punkte und weist aktuell 27,2 Zähler auf. Dabei sorgen die niedrige Inflation sowie die Euro-Schwäche als Folge der expansiven Geldpolitik der EZB für die nötigen Impulse. Ein schwacher Euro stimuliert die Exporte Deutschlands in die Regionen außerhalb des Euro-Raumes. Zudem dürften Einsparungen bei den Energiekosten sowohl die Investitionsneigung der Unternehmen wie auch die Konsumneigung der Verbraucher unterstützen. Der vierte Anstieg des ifo-Geschäftsklimas in Folge im Februar deutet in die gleiche Richtung, wenn auch der Zuwachs in diesem Monat gering ausfiel.

Einkommenserwartung steigt

Die Einkommensaussichten der Verbraucher bestätigen im Februar ihr ohnehin sehr hohes Niveau überaus eindrucksvoll. Nach dem deutlichen Plus im Vormonat legt der Indikator noch einmal um 2,8 Punkte zu und überspringt die 50-Punkte-Marke. Aktuell weist er 50,6 Punkte auf.

Die im Jahresvergleich deutlich gesunkenen Benzin- und Heizölpreise haben die Inflation in Deutschland im Januar mit -0,4 Prozent sogar unter die Nulllinie gedrückt. In Verbindung mit einem sehr stabilen Arbeitsmarkt sorgt dies für signifikante reale Einkommenssteigerungen sowohl bei Arbeitnehmern als auch bei Rentnern.

Anschaffungsneigung toppt Rekordwert des Vormonats

Die Anschaffungsneigung der Bundesbürger verbessert sich im Februar dieses Jahres nun schon zum fünften Mal in Folge. Der Indikator steigt um 1,7 Zähler und klettert auf 59,1 Punkte. Damit toppt er das Acht-Jahres-Hoch aus dem Vormonat. Besser stand die Konsumneigung mit 59,9 Punkten nur im Dezember 2006 da – unmittelbar vor Erhöhung der Mehrwertsteuer.

Die Anschaffungsneigung profitiert derzeit von den gleichen Impulsen wie die Einkommenserwartung: dem überaus niedrigen Zinsniveau sowie den stark gesunkenen Energiepreisen. Zum einen sparen die Haushalte beim Bezug von Energie Geld ein, das für andere Zwecke zur Verfügung steht. Und da das Sparen derzeit kaum eine Alternative darstellt, geben die Deutschen ihre verfügbaren Mittel tendenziell eher für größere Anschaffungen aus, statt sie auf die hohe Kante zu legen. Diesen Trend bestätigt auch die Entwicklung der Sparneigung, die im Februar erneut auf ein neues historisches Tief gefallen ist.

Konsumklima weiter im Aufwind

Für März 2015 prognostiziert der Gesamtindikator 9,7 Punkte nach 9,3 Zählern im Februar. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2001. Damals stand er bei 11,0 Punkten. Damit bleibt das Konsumklima in Deutschland klar im Aufwind. Die privaten Konsumausgaben werden auch in diesem Jahr einen wichtigen Beitrag zur konjunkturellen Entwicklung leisten. So geht GfK in der kürzlich veröffentlichten Konsumprognose davon aus, dass 2015 der private Konsum in Deutschland real um 1,5 Prozent steigen wird und damit in etwa so stark wie das Bruttoinlandsprodukt insgesamt.