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EditorialAnalyse hilft

Von Arne Schulze-Geißler, 6. Oktober 2011

Es war vielleicht nicht so sexy wie andere Themen auf der dmexco, weil es sich auch nur schwer auf den unzähligen Großbildschirmen abbilden ließ, aber in seiner Bedeutung steht das Thema Analytics den strahlenderen Themen wie Digitaler Kreativität, Bewegtbild, Mobile Advertising auf Smartphones in nichts nach. Ich würde sogar behaupten, ohne Analyse ist zielgerichtete Kreativität fast nicht mehr möglich und die Wahl des Formats, der Audience und auch des Devices kaum noch zu steuern.

Wer in den digitalen Kanälen kreativ sein will, muss seine Optionen kennen. Kreativ ist derjenige, der versteht, seine Idee mit dem technologisch Machbaren zu verschmelzen. Das Modeunternehmen Boss ist gerade mit einer Kampagne unterwegs, die extrem schlicht und dennoch extrem kreativ ist, weil sie einfach konsequent die technischen Möglichkeiten nutzt und sowohl Branding-Ziele verfolgt als auch Direktverkäufe im eigenen Shop generieren soll. Hier wird die Display-Kampagne auf Premiumseiten, die Analyse des Nutzers beim Shopbesuch und in letzter Konsequenz das Retargeting in einem Performance-Netzwerk konsequent miteinander verzahnt.

Darum sollte es gehen, um das Zusammenspiel von Onsite- und Offsite-Daten, das Verlängern des eigenen Contents in das externe Web. Extrem gut zu sehen derzeit auch schon bei der Scout-Gruppe, die beispielsweise für AutoScout24 Retargeting nutzt, um Surfern relevante Kleinanzeigen auf externen Seiten zu zeigen. Aus meiner Sicht ein extrem geeigneter Anwendungsfall für die Webanalyse und das Retargeting.

Die Webanalyse wird immer öfter die Ausgangsinformation für digitale Kampagnen liefern. Sicher wird die Werbemittelkreation in diesem Segment stark standardisiert und automatisiert sein, weil es einfach viele unterschiedliche Anwendungsszenarien geben wird, für die man eine Antwort braucht. Das heißt aber nicht, dass man für diesen Bereich nicht auch anspruchsvolle Konzepte für die Werbemittelerstellung finden könnte.
 
Aktuell und vordergründig scheint dieses Thema in erster Linie E-Commerce-Kunden zu betreffen. Die großen Agenturnetzwerke haben aber längst damit begonnen, auch für ihre großen Offline-Klienten digitale Audiences zu markieren. Dazu bald mehr.

Viel Spaß mit Adzine!

Arne Schulze-Geißler Über den Autor/die Autorin:

Arne Schulze-Geißler, Chefredakteur ADZINE