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EditorialWer weiß, was der Kunde braucht?

Von Arne Schulze-Geißler, 25. August 2011

Vor ein paar Tagen rief mich ein Verwandter an, der als Heilpraktiker arbeitet, und präsentierte mir stolz seine neue Website. Das Ergebnis lässt sich sehen, wie ich finde, wenn man weiß, wie man dorthin kommt. Denn die digitale Imagebroschüre hat einen Schönheitsfehler, sie hat keine Chance jemals zu den Schlagworten, die auf der Seite genutzt werden, in Suchmaschinen gefunden zu werden. Sämtlicher Text ist nämlich für Suchmaschinen unlesbar, die komplette Seite besteht aus Java Script. Schön, aber für die digitale Kommunikation eines Freiberuflers völlig unbrauchbar.

Zunächst mal bin ich überrascht, dass es heute immer noch möglich ist, die Relevanz von Suchmaschinen bei der Programmierung einer Seite gänzlich auszublenden, aber eigentlich möchte ich dieses Negativbeispiel nutzen, um in unser heutiges Thema einzuleiten. Wir haben uns die Frage gestellt, wie denn überhaupt die optimale Aufgabenverteilung im digitalen Marketing aussehen soll, damit die Bedürfnisse des Kunden optimal bedient werden.

Beratung und Umsetzung bieten viele Agenturen an, viele nennen sich in irgendeiner Weise Full-Service-Agentur. Was genau können sie aber? Vielen Kunden ist heute nach wie vor nicht klar, dass eine Full-Service-Internetagentur, die einmal mit der Programmierung von Internetpräsenzen groß geworden ist, kein Online-Marketing-Spezialist sein muss. Genauso gibt es reichlich Volldienstleister für Online-Marketing, deren einzige Kernkompetenz bis vor Kurzem Google-AdWords-Kampagnen waren und die erst langsam auch andere Kanäle entdecken.

Andersherum gibt es natürlich auch klassisch geprägte Mediaagenturen, die zwar inzwischen digital wunderbare Mediapläne machen, aber eben auch nicht links und rechts schauen. Wer entscheidet nun, wer kompetent für welche Aufgabe ist und steuert das digitale Kompetenzkonglomerat dann auch noch? Die Lead-Agentur, die aus der Klassik kommt? Ein weiteres Problem bleibt zudem, dass Marketing und Vertrieb teilweise komplett unterschiedliche Dienstleister beschäftigen, gibt es am Ende mehr als eine Lead-Agentur, eine für Marketing und eine für Direktmarketing, wer ist nun zuständig, wer spricht mit wem, wo hört Marketing auf und fängt Vertrieb an?

Viel Spaß mit Adzine!

Arne Schulze-Geißler Über den Autor/die Autorin:

Arne Schulze-Geißler, Chefredakteur ADZINE