Liebe ADZINE-Community,
ein Stream wird pausiert, während des Spiels läuft nebenbei ein Highlight-Clip auf dem Smartphone und an anderer Stelle fragt jemand ChatGPT nach einem Produktvergleich für den neuen Bundesliga-Fußball. Für Werbetreibende sind solche Momente besonders interessant, weil bereits die Nutzung etwas über Situation, Interesse und Aufmerksamkeit verrät.
Unser heutiges Interview mit Patrick Kettenbach von Dazn zeigt, wie sich daraus neue Werbekontakte entwickeln lassen. Die frischen Formate orientieren sich an Verhaltensweisen, die der Streaminganbieter bei seinen Fans beobachtet, und die Werbung kommt anschließend hinzu. Das ist gerade im Live-Sport sensibel, wo klassische Unterbrechungen knapp sind und schnell auf Kosten des Zuschauererlebnisses gehen.
Eine ganz andere, aber ebenfalls konkrete Nutzungssituation öffnet sich ab kommender Woche für deutsche Werbetreibende. ChatGPT wird hierzulande zur Werbeplattform. Menschen formulieren dort unter anderem Ziele, suchen Produkte oder vergleichen Optionen. OpenAI spricht bei rund 20 Prozent der Gespräche von einer eindeutigen kommerziellen Absicht – nennt für diese Zahl allerdings keine nähere Methodik. Für Advertiser dürfte trotzdem interessant werden, wie viel diese vermeintliche Nähe zur Entscheidung tatsächlich wert ist und wie sie sich messen lässt.
Diese Ausgabe schaut damit sehr genau auf den Moment, in dem Werbung auf Menschen trifft. Auch eine Historie ist natürlich spannend für den aktuellen Augenblick, wenn sie nicht in einem Silo verbleibt und für Werbemaßnahmen nutzbar ist. Davon erzählt Phillip Schilling von Digitas in seinem Gastbeitrag. Dies alles bestimmt, wie wertvoll ein Kontakt sein kann. Reichweite erzählt also nur einen Teil der Geschichte.
Wir wünschen eine spannende Lektüre!
Anton Priebe, Chefredakteur ADZINE