Liebe ADZINE-Community,
Schubladen machen das Leben leichter – und leicht ist doch schön. Allerdings zeigt sich anhand unserer Beiträge diese Woche, dass dabei durchaus etwas verloren gehen kann, was nicht verloren gehen sollte. So landet ein Stieleis im Targeting mit vielen anderen Snacks bei „Dessert“ und in der Folge in möglicherweise unpassenden Werbeumfeldern. Oder es werden unterschiedliche Videoformate fälschlicherweise über gemeinsame Kennzahlen bewertet. Oder aber ganze Nachrichtenumfelder fallen mitunter pauschal durch Brand-Safety-Raster.
Joost van Treeck von True Relevance nimmt sich in seinem Stück eine dieser Taxonomie-Fallen vor. Denn KI-Agenten könnten Inventare und Targeting deutlich granularer auswählen, sofern sie auf präzise Kontextsignale zugreifen dürfen. Standards wie AdCP, MCP und ARTF sollen dafür die technische Grundlage schaffen – inklusive klarer Regeln dafür, was ein Agent überhaupt entscheiden darf.
Auch Patrik Schwanecke von The Trade Desk plädiert für einen genaueren Blick auf Medienumfelder, wenn auch aus einer etwas anderen Perspektive. Mit „Consumer Safety“ erweitert er die Brand-Safety-Debatte um Vertrauen, Wohlbefinden und den Wert, den Menschen einem Medium zuschreiben. Reichweite und Aufmerksamkeit erzählen eben noch nicht die ganze Geschichte.
Einen anderen Fall von “zu grober Vereinfachung” finden wir in Sachen Total Video. Phillip Laudien von Teads erklärt im Interview, warum gemeinsame Messstandards über Screens hinweg helfen, die einzelnen Kanäle aber trotzdem nicht über einen Kamm geschoren werden sollten.
Diese Ausgabe unseres Weeklys schaut dieses Mal auf die Kriterien hinter unseren Mediaentscheidungen. Kategorien und Kennzahlen schaffen Orientierung und sorgen für Standardisierung. Ein genauer Blick auf die Konsequenzen für Werbung und Medien kann jedoch durchaus nicht schaden.
Apropos genauer Blick auf Medien – wir wünschen eine spannende Lektüre!
Anton Priebe, Chefredakteur ADZINE