Liebe ADZINE-Community,
Premium-Publisher können sich auf ihre journalistische Reputation berufen, doch die Mediaplanung freut sich über weitere Signale. Im Interview mit Maik Rogge von IQ Digital wird schnell deutlich, dass ein Publisher heute sehr genau beschreiben kann, welche Themen sein Publikum interessieren, wie intensiv die einzelnen Artikel gelesen werden und in welchem Kontext eine Anzeige erscheint. Daraus entstehen Merkmale, die zeigen, was ein Umfeld für eine Kampagne leisten kann. Allerdings muss Qualität aus mehreren Signalen nachvollziehbar zusammengesetzt werden. Auch Hugo Welkers von Refinery89 beschreibt in seinem Gastbeitrag treffend, wie Werbedichte, Attention, Kontextsignale und technische Qualität den Wert des Inventars beeinflussen.
Sollen diese Signale in der programmatischen Lieferkette tatsächlich für Auswahl und Einkauf nutzbar werden, steigt die Komplexität. Das zeigt unser Gespräch mit Emma Newman von Pubmatic. SSPs kuratieren inzwischen Supply, verbinden Inventar mit Daten oder Qualitätskriterien und bieten der Buy-Side direktere Einkaufswege. Die alten Rollenbilder von DSP und SSP verschwimmen dabei zunehmend und mit Agentic AI kommt eine weitere Automatisierungsebene hinzu. Der Gastbeitrag von Taboola zeigt allerdings, dass zwischen Interesse und praktischer Skalierung noch eine deutliche Lücke klafft. Viele Werbetreibende sehen das Potenzial. In die Skalierung schafft es die Technologie bislang nur bei einem kleinen Teil.
Diese Ausgabe folgt damit der Qualität einmal durch die programmatische Kette: vom redaktionellen Umfeld über Daten und Curation bis hin zur automatisierten Mediaentscheidung. Wenn unterwegs Informationen verloren gehen, hilft das beste Premiumversprechen aber wenig.
Wir wünschen eine spannende Lektüre!
Anton Priebe, Chefredakteur ADZINE