Liebe ADZINE-Leser:innen,
wir sprechen seit Jahren über Konvergenz. Damit ist sowohl das Zusammenwachsen von Kanälen als auch die Annäherung ehemals getrennter Disziplinen gemeint. So wird beispielsweise das Fernsehen Daten- und Performance-getriebener und auch Audio möchte sich zunehmend im unteren Funnel wissen.
Besonders sichtbar wird diese Entwicklung jedoch im Bewegtbildmarkt. Im heutigen Newsletter nimmt uns Kai Ladwig in seinem Gastbeitrag mit auf eine Reise, die im klassischen TV startet und Schritt für Schritt zum „Total Video“-Ökosystem hinführt, in dem lineare Reichweiten, Streaming, CTV und digitale Aussteuerung zusammengeführt werden sollen. In diesem einheitlichen Video-Ökosystem schreitet parallel die Suche nach neuen Leistungsnachweisen voran. Anbieter wie Teads integrieren Attention-Messung inzwischen direkt in CTV-Umfelder, um dem Markt Metriken über reine Reichweite hinaus zu liefern.
Solche Ansätze, um neue Bewertungsgrundlagen zu schaffen, sehen wir ebenfalls im Audio-Sektor. Eine Analyse vom Spezialisten Audion verdeutlicht, dass das Medium Wirkung entlang des gesamten Funnels nachweisen will. Dahinter steckt ein größerer Trend – Werbung soll in ihrer tatsächlichen Wirkung belegbar werden. Das hat nicht zuletzt seine Ursache in der angespannten Wirtschaftslage.
Damit einher geht Nervosität im Markt. Ihr findet in der heutigen Ausgabe unseres Weeklys zwei Meldungen, die das belegen. Die Quartalszahlen von The Trade Desk zeigen, wie sensibel der Markt inzwischen auf Wachstumsdellen reagiert, obwohl Programmatic als nahezu unaufhaltsame Wachstumsgeschichte gilt. Auch Criteo hat mit der Zurückhaltung der Anleger zu kämpfen.
Der rote Faden dieser Woche: Der Markt entwickelt sich weiter, aber die Spielräume werden kleiner. Es dreht sich zunehmend darum, Kontrolle zu behalten und Wirkung nachweisen zu können. Wir wünschen eine spannende Lektüre!
Anton Priebe, Chefredakteur ADZINE