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 Pfeil Kann Blockchain Transparenz im automatisierten Mediaeinkauf herstellen?  Pfeil Im Portrait: FC St. Pauli Marketingleiter Martin Drust  Pfeil 6 Schritte zum nachhaltigen Yield-Modell im Zeitalter des Header Bidding
JOBS

ADTECH
Kann Blockchain Transparenz im automatisierten Mediaeinkauf herstellen?

Frederik Timm

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Eine der größten Herausforderungen im automatisierten Mediaeinkauf ist mangelnde Transparenz in der Wertschöpfungskette. Es ist schwer ersichtlich, welche Leistungen von welchen Beteiligten im Buying-Prozess erbracht werden und welchen Wert sie zur Werbeleistung beitragen. Nicht selten wird ein auffällig großer Teil des Werbebudgets bereits verbraucht, ehe es überhaupt beim Publisher ankommt. Dies kann als Inidikator für ein Transparenzproblem gesehen werden. Blockchain, eine Technologie, die in den vergangenen Monaten immer stärker gehypt wurde, soll dieses Problem lösen.

Bekannt wurde Blockchain durch die Kryptowährung Bitcoin. Hier kam die Technologie erstmals zum Einsatz. Es handelt sich dabei um ein Datenbanksystem, das nicht an einem zentralen Ort verwaltet wird, sondern von einer Vielzahl von Nutzern. Im Fall von Bitcoin sorgt Blockchain dafür, dass die Informationen über die Erstellung und den Transaktionsweg jeder Bitcoin-Einheit sowie deren derzeitige Inhaber jedem Nutzer frei zugänglich sind.

Durch dieses offene System verspricht sich die Adtech-Branche nun auch mehr Transparenz in der Advertising-Wertschöpfungskette. Ähnlich wie eine Plattform, jedoch ohne zentralen Inhaber soll die Blockchain-Technologie eine digitale Vertrauensinstanz schaffen und gleichzeitig unabhängig bleiben. Ein mögliches Einsatzszenario würde zum Beispiel ähnliche Ziele zur Bekämpfung von Ad Fraud verfolgen wie die Ads.txt-Initiative vom IAB. Auch das Teilen von Daten wäre mit weniger Risiko verbunden, da der Datenprovider jederzeit Einsicht hätte, auf welche Daten sein Partner zu welcher Zeit zugreift.

Bringt Blockchain den Wandel?

Unter den Adtech-Experten sind die Meinungen zu der neuen Technologie noch gemischt. Zwar sehen viele das Potenzial, jedoch gibt es auch berechtigten Zweifel, besonders zum Einsatzgebiet von Blockchain.

Lars Backes, Vice President Digital Strategy DACH bei Cheil, ist sich sicher: „Natürlich wird die Blockchain-Technologie die heutige Wertschöpfungskette des digitalen Marketings komplett verändern – wir sprechen von 'Digital Wardrobe'. Nutzer werden verschiedenste Identitäten haben: für soziale Netzwerke, für Businesskontakte, für E-Commerce etc. und diese direkt an Unternehmen verkaufen können, man schaue sich nur MetaMask an. Dies gefährdet all diejenigen Geschäftsmodelle, die aktuell auf der Vermittlung von Nutzerdaten basieren.“

Data-Experte und selbstständiger Berater bei PitchV Robert Scharni verspricht sich von der Technologie ebenfalls einen Wandel: „Ich bin mir sicher, dass Blockchain jede Branche auf die ein oder andere Weise verändern wird, sehr stark auch das Ad Business, wie wir es heute kennen. Seit Jahren ringen alle Markteilnehmer um Transparenz und eine objektiv 'wirklich' vergleichbare Währung der Werbeleistung aller Medien. Viel Vertrauen, das für eine zufriedenstellende Zusammenarbeit benötigt wird, wurde hier verspielt.“

Verschiedene Initiativen, KPIs und sogar Unternehmen seien gegründet worden, um die Probleme zu mildern, so Scharni. Oft ständen sie vor der Herausforderung, dass sie nur einen lokalen und eindimensionalen Lösungsansatz bereitstellen. Hinzu käme, dass durch die Etablierung von Multi-Channel-Attribution der Bedarf nach objektiven Kriterien der Bewertung auf allen Medien nur noch größer würde. „Blockchain-Systeme bieten neue Möglichkeiten durch ihre dezentrale Struktur, ein unabhängiges inhärentes Mehrheitssystem in der Bewertung und ein digital signiertes Vertrauen“, sagt Scharni.

Kein Allheilmittel

„Grundsätzlich sind Blockchain-Lösungen sehr gut dafür geeignet, Intermediäre und Intransparenz aus einer Wertschöpfungskette zu eliminieren. Das geht jedoch auf keinen Fall von heute auf morgen,“ meint Jochen Schlosser, Chief Strategy Officer von Adform. Damit eine solche Technologie das Digital Advertising massiv verändert, müsse zunächst Folgendes passieren:

1. Ein relevanter Teil der Endnutzer müsste auf Lösungen setzen (Browser und Apps), die eine entsprechende Transaktionskontrolle implementieren und die im Hintergrund die gesamte Abrechnung laufen lassen. Darauf aufbauend müssen Publisher und Advertiser in der Breite die neuen Möglichkeiten ihrerseits adaptieren.

2. Alternativ müssten ALLE relevanten Player im Adtech-Markt einen entsprechenden Ansatz implementieren und aktivieren. Aber auch hier gilt: Wenn auch nur einer in der Lieferkette ausschert und sich an dem Smart Contract, welcher über die Blockchain bereitgestellt wird, nicht beteiligt, war alles umsonst.

Für Schlosser ist es ist also eine Frage der Verbreitung und damit des Aufwands und der Incentivierung. Ein Allheilmittel ist Blockchain für ihn jedoch nicht: „Meines Erachtens gibt es sicherlich andere Ansätze, um mehr Kontrolle und Transparenz zu ermöglichen, welche nicht zwingend die Blockchain benötigen. In diesem Sinne ist es sicherlich eine hochspannende Technologie mit vielen Möglichkeiten, aber bestimmt nicht der heilige Gral, der alle Probleme, die heute (auch abseits von Adtech) mit Transparenz, Fakes, Fraud zu tun haben, lösen kann. Disruptives Potential hat die Technologie als Basis neuer Lösungen ohne Frage.“

Es braucht Zeit

Auch wenn Blockchain derzeit ein großer Hype umgibt, so ist die Technologie in ihrer derzeitigen Form nicht uneingeschränkt für das Online Advertising nutzbar – und wird es vielleicht nie sein. Sacha Berlik, Managing Director EMEA von The Trade Desk, meint: „Kurzfristig ist der Blockchain keine Alternative im Real-Time Advertising. Die Blockchain-Technologie von Bitcoin zum Beispiel wurde für ca. 10 Transaktionen pro Sekunde konzipiert, im Real-Time Advertising agiert The Trade Desk im Spektrum von 6,5 Millionen Queries pro Sekunde. Somit sind die bestehenden Lösungen von der Prozess- und Architekturkonzeption für das Real-Time Advertising noch nicht 'market-ready'.“ Manche meinen sogar, dass es nie die Geschwindigkeit erreichen wird, die für RTB nötig ist. Für Berlik ist die Technologie deswegen in der praktischen sowie kurz- und mittelfristigen Adtech-Anwendung im Real-Time Advertising zurzeit nur Hype: „Ob es eine fundamentale Beeinflussung oder Veränderung durch Blockchain geben wird, wird die Zukunft zeigen. Die grundsätzliche Idee hat das Potential dazu, aber ist noch wirklich weit von der Einsetzbarkeit entfernt.“

Für Ulrich Hegge, Vice President Strategic Market Development DACH bei AppNexus, reicht es jedoch nicht, zu warten, bis Blockchain einsetzbar ist. Der Markt brauche schon jetzt dringend mehr Transparenz: „Die User verbringen die meiste Online-Zeit im offenen Netz. Dieses Ökosystem von Apps, Media- und Gaming-Sites außerhalb von Google und Facebook kämpft damit, einen fairen Anteil am digitalen Werbebudget zu erlangen, der für hochwertige Inhalte angemessen wäre. Programmatische Werbung kann dies leisten, aber damit Advertiser diesem Kanal vertrauen, muss der Return on Investment transparent belegt werden, und zwar schon lange bevor das Blockchain-Protokoll voll eingesetzt werden kann.“

ft@adzine.de




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MARKETING ENTSCHEIDER
Im Portrait: FC St. Pauli Marketingleiter Martin Drust

Sandra Goetz

Der Fußball-Zweitligist FC St. Pauli gilt als einer der schillerndsten Fußballvereine in Deutschland. Dabei ist die Strahlkraft des Clubs nicht allein den Kickern zu verdanken, sondern ebenso einem klugen Marketing und einer einzigartigen Fankultur. Das Millerntor-Stadium auf dem Heiligen Geistfeld im Stadtteil St. Pauli mit der Reeperbahn ums Eck tut sein Übriges in puncto „St.-Pauli-Phänomen“. Mit Marketingleiter Martin Drust, Jahrgang 1968, hat sich der Verein vor zwei Jahren einen Experten ins Haus geholt, der berufliches Know-how und fankulturelles Denken vereint.

Werdegang

Seit 30 Jahren besitzt Martin Drust eine Dauerkarte vom FC St. Pauli. Bevor er seinen Arbeitsplatz am Millerntor einnahm, war der ausgebildete Lehrer (Geschichte und Sozialwissenschaften) u. a. Chief Digital Officer bei der Werbeagentur Thjnk sowie zehn Jahre lang Kreativgeschäftsführer von Tribal DDB. Bereits bei Thjnk betreute der gebürtige Hamburger mit „Kiezhelden“ die soziale Seite vom FC St. Pauli. „Ich habe mich in der Zeit intensiv mit Sportmarketing beschäftigt und wollte etwas Neues machen“, sagt Drust, der innerhalb der Thjnk-Gruppe eine eigene Agentur hatte. Als das Angebot seitens des Kiezclubs kam, „bin ich aus einer sicheren Position mit einem tollen Partner ausgeschieden. Es hat sich gelohnt“, so der 48-Jährige. Neben dem Marketing zeichnet Drust ebenso für den Vertrieb wie auch als Prokurist für den Verwaltungsbereich verantwortlich.

Marketing: Analog oder digital?

„Ich tue mich schwer damit, dass noch immer ein Unterschied zwischen digitalem und analogem Marketing gemacht wird. Letzten Endes geht es um Menschen und wie diese Medien nutzen“, sagt der Marketingchef. Für ihn ist klar: „Wenn sich das Nutzungsverhalten ändert, muss sich auch die Markenkommunikation verändern, schließlich sollen Menschen erreicht werden.“ Kanäle wie TV und Radio würden laut Drust „auch beim Fußball nicht mehr ausreichen“. Aus eigener beruflicher Erfahrung weiß Drust um die vielfältigen Möglichkeiten im digitalen Marketing, die es heute gibt. Noch genügend Unternehmen hätten „Angst vor Überforderung“, schließlich gibt es „wahnsinnig viele Botschaften, die zielgruppengenau an die Menschen zu bringen sind“. Die Unternehmen seien mit einer anderen „Struktur und Komplexität“ konfrontiert, auch seien „die Cases, die dahinter stehen“, anders.

Das Besondere beim FC St. Pauli

Der Begriff „Marke“ wird nicht gern in der Fanszene gehört. Der Grund: Der Verein ist nicht auf dem Reißbrett entstanden, sondern ein Produkt der Fans. Bezeichnungen wie „Freudenhaus“ oder auch „Freibeuter der Liga“ sind vom Privat-TV Ende der 1980er Jahre erfunden worden. Bereits 1999 hat sich der Verein als Marke mit Markenwerten definiert, die zum Teil noch heute gültig sind.

Der FC St. Pauli ist dabei der einzige Fußballverein, der zwei eingetragene Markenzeichen hat: 1. Das Clublogo für den sportlichen Bereich. 2. Der berühmte Totenkopf für die Fankultur. Vor allem der Totenkopf ist es, der das Lebensgefühl auch für Menschen transportiert, die nicht unbedingt fußballbegeistert sind. Dieser steht nicht nur für den besonderen, auch leicht anarchistischen Stadtteil Hamburgs, sondern ebenso für besondere Werte. „Das unterscheidet uns von allen Fußballvereinen in Deutschland. Wir sind mehr als das, was auf dem Platz geschieht.“ Natürlich verspüren auch die Kiezianer den Erfolg, wenn sie Spiele gewinnen und es um digitale Reichweiten geht. Sie würden laut Aussage von Martin Drust aber auch viele T-Shirts verkaufen, wenn St. Pauli in der 3. Liga spielen würde.

Herausforderung Profifußball

Die enorme Kommerzialisierung des Profifußballs ist eine große Herausforderung. „Die Überlegungen gehen leider immer nur dahin, wie man noch mehr Geld machen kann“, sagt Drust. Dazu zählt auch, dass der Fußball dem Kommerz-TV unterworfen wird. Dieses fällt wiederum auf Themen wie „hohe Ablösesummen“, „Gehälter“ oder auch „Spielerberater“ zurück. „Irgendwann sagen sich Fans, dass das nicht mehr ihr Sport ist“, so Drust.

Der FC St. Pauli setzt dem entgegen, dass dieser auch hier eigene Wege geht. Der Stadionname ist nicht verkauft, es gibt kein Maskottchen und auch der Stadionsprecher versteht sich nicht als Animateur, also all das, was als normal im Profifußball gilt. „Wir haben den authentischen Fußball im Blick“, sagt Drust bestimmt. Und das ist auch ein Grund, warum der Club weltweit berühmt ist und begeistert. Dennoch kann sich St. Pauli mit Blick in die Zukunft nicht auf seine Lorbeeren ausruhen. Denn alle Fußballclubs haben in puncto Manpower ihre digitalen Marketingabteilungen aufgerüstet. Nicht nur auf dem Spielfeld und im Kanal TV, auch im digitalen Marketing wird um Sieg oder Niederlage gekämpft.

redaktion@adzine.de




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PROGRAMMATIC
6 Schritte zum nachhaltigen Yield-Modell im Zeitalter des Header Bidding

Richard Kidd

Eine überhastete Integration von Header Bidding und Containern gefährdet Publisher mehr als ihnen zu helfen. Wenn sie weiterhin viele unterschiedliche Header Bidder- und unzureichende Container-Lösungen einsetzen, wird sich das programmatische Werbeökosystem rapide verschlechtern.

Wie findet man zurück zu einem ertragreichen Modell?
Gibt es eine Möglichkeit die unbeabsichtigten Konsequenzen von Header Bidding Technologien zu beseitigen? Ja, die gibt es. Dieser Ansatz erfordert jedoch seitens der Publisher ein weitaus engagierteres Vorgehen.

Damit programmatische Marktplätze gesund und nachhaltig bleiben, muss der Markt rundum transparent, sicher, legitimiert und qualitativ hochwertig sein. Dies ist nur möglich, wenn Publisher konsequent und nach klaren Kriterien ihre Sell-Side-Container und Header Bidding Partner auswählen.

Schritt 1: Nutzen Sie nur wenige Header Bidder und wählen Sie diese mit Bedacht!

Um die Redundanz von Header Biddern zu reduzieren, müssen Publisher diese innerhalb ihrer Exchanges auf zwei oder drei Header Bidder einschränken, plus eine Auswahl an einzigartigen Demand-Quellen, wie Criteo. Eine tiefergehende Partnerschaft mit einer kleineren Anzahl an Sell-Side-Partnern, anstelle von 20 verschiedenen Header Bidding Anbietern, ist nachhaltiger für Käufer und hilft somit auch Publishern weiterhin die Yield-Vorteile von Header Bidding zu erleben.

Wenn Publisher nicht proaktiv ihre Partner auswählen, werden Käufer diese auswählen und zwar mit dem für sie günstigsten Weg zum Inventar. In der Folge wählen sie eine Partnerschaft mit einer technologisch minderwertigen Sell-Side Plattform, welche dann in schlechter Werbequalität und geringem Ertrag endet.

Schritt 2: Kennen Sie die unterschwelligen Interessenkonflikte der Containeranbieter und arbeiten Sie nur mit Partnern, denen Sie vertrauen?

Die meisten, wenn nicht sogar alle Container-Anbieter, befinden sich in einem wirtschaftlichen Konflikt. Sie bieten ihre Container-Lösung, üblicherweise kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr, an, konkurrieren aber parallel als Demand-Quelle innerhalb dieses Containers.

Deutlich wird dieser Interessenkonflikt, wenn die Anbieter ihren Demand innerhalb des Containers als erstes anfragen, also, wenn Informationen zur Optimierung von Drittanbieter-Header Biddern im Container (wie z.B. Match-Raten, Timeoutfenster-Optimierung, Line-Item und Floor-Price-Optimierung) nicht bereitgestellt werden. Am deutlichsten wird dieser Konflikt, wenn auch auf Wunsch des Publishers keine weiteren Header Bidder hinzugefügt werden.

Containeranbieter, die der Aufforderung des Publishers, neue Demand-Partner hinzuzufügen oder zu optimieren, nicht nachkommen, tun dies für gewöhnlich dann nicht, weil durch das Erhöhen der Nachfrage ihre eigenen Umsätze innerhalb des Containers verwässert werden, was nicht ihrem wirtschaftlichen Interesse entspricht.

Sollte Ihr Container-Anbieter die Eingliederung weiterer Demand-Partnern verzögern, kündigen Sie die Zusammenarbeit, oder deaktivieren Sie dessen eigene Nachfrage, bis er bereit ist, mit Drittanbietern zu konkurrieren.

Schritt 3: Fordern Sie Transparenz von all Ihren Partnern!

Sell-Side-Partner, egal ob SSPs oder Exchanges, sollten nur End-to-End zertifizierte und verifizierte Verbindungen zwischen Käufer und Verkäufer anbieten und betrügerische entschieden Resellern ablehnen. Verlangen Sie 100 Prozent Transparenz, denn diese dient sowohl dem Schutz Ihrer Marke als auch darin, das Vertrauen der Käufer in Ihr Inventar entscheidend zu stärken.

Ihr Sell-Side-Partner sollte dazu in der Lage sein, Ihnen zu vermitteln, wo und wie Ihr Inventar verkauft wird. Sind alle Käufer autorisiert ihr Inventar zu verkaufen, wie oft wird eine Impression weiterverkauft? Ihr Partner sollte Ihnen dabei helfen, diese Fragen zu beantworten, kann er dies nicht, haben Sie den falschen Partner.

Abgesehen von einer transparenten Supply-Chain, verlangen Sie wirtschaftliche Transparenz. Transparente Gebühren, ob für DSPs, Exchanges oder andere Teilnehmer, werden alle zu Ehrlichkeit anhalten.

Schritt 4: Zeigen Sie keine Toleranz gegenüber Fraud!

Kein Werbebetrug, keine Fälschungen. Ihre Partner repräsentieren Ihr Inventar und sollten Käufern eine „No Fraud“-Garantie geben. Das bedeutet, es müssen bereits große Investitionen in Technologien und Mitarbeiter getätigt worden sein, um Qualität zu garantieren. Auch wir haben bei OpenX über 25 Leute in unserem Marketplace-Quality-Team, deren Aufgabe es ist, Publisher und Käufer zu schützen. Zudem sollten sie im Stande sein, nichtautorisierte Reseller zu identifizieren oder aufzuzeigen, wo Fälschungen verkauft werden.

Schritt 5: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Publisher müssen datengeleitete Entscheidungen treffen. A/B-Testmethoden helfen, zwielichtige Geschäftspraktiken aufzudecken und sicherzustellen, dass immer das optimale Setup für maximalen Gewinn genutzt wird. A/B-Verfahren können zur Bewertung von Container-Performances verwendet werden und um zu erkennen, welchen Einfluss das Hinzufügen weiterer Demand-Quellen auf den Ertrag hat.

Container sollten alle Header Bidder Gebote aggregieren und in den Ad Server weiterleiten. Ein A/B-Test kann zeigen, wie jeder einzelne Demand-Partner in dem Container und damit außerhalb (direkt auf der Seite) agiert. Vorausgesetzt alle Variablen, wie Timeout-Fenster etc., bleiben konstant, müsste ihre Performance gleich sein. Eine zweite Möglichkeit, ist die Performance unter Verwendung verschiedener Container zu testen. Demand-Partner innerhalb der Container sollten dieselbe Leistung abliefern. Falls einer der Partner in Container A oder B schlechter performt, ist Misstrauen angebracht.

Schritt 6: Last but not least – lagern Sie das Management Ihrer programmatischen Geschäfte nicht aus!

Programmatic macht bis zu 50 Prozent und mehr, des Gesamtumsatzes der Publisher aus. Der einzige Weg diese Einnahmen zu managen ist es, die Ertragsflüsse zu verstehen und die Kontrolle darüber zu behalten, anstatt es in die Hände anderer Unternehmen zu geben. Die Krux ist, auch wenn Container-Anbieter versprechen, die Verwaltung der programmatischen Partner zu vereinfachen, es gibt Interessenkonflikte.

Wenn Sie alle Schritte berücksichtigen und Container richtig verwenden, können sie eine wertvolle Funktion erfüllen und ihren Yield nachhaltig maximieren.

Behalten Sie jedoch im Hinterkopf, dass Container keine ausgelagerten programmatischen Management-Services sein sollten, sondern Tools die Publisher in ihrer Kontrolle bestärken. Lassen Sie nicht zu, dass sie Demand-Partnerschaften managen, oder gar Ihren Blick auf die gesamte Nachfrage innerhalb des Containers verschleiern.

Welche Arten von Container gibt es und was leisten diese?

Das zunehmende Aufkommen von Header Bidding erforderte eine Technologielösung, mit der es möglich war alle Partner an einer Stelle, einheitlich zu verwalten - die Geburtsstunde der Container-Lösung.
Trotz des Mangels an technischen Standards ist eine wahre Goldgräberstimmung für Container-Lösungen entstanden. Verschiedene Unternehmen drängten mit diversen Container-Anwendungen auf den Markt. Alle Anbieter hatten eins gemeinsam, den festen Glauben daran, dass Container die Kontrollinstanz der Zukunft sein würde - sozusagen eine neue DFP. In der Folge entwickelten sich unterschiedliche Arten von Container-Lösungen.

Die unterschiedlichen Container-Arten im Vergleich

1. Die Open Source Client Side Anwendung ist eine pseudo-neutrale Open Source-Lösung, die direkt von auf der Publisherseite eingebunden wird. Der Anbieter konkurriert hier innerhalb seines Containers. Publisher können diese Lösung individuell anpassen und darauf ihre eigene Technologie aufbauen, womit die Verwaltung von multiplen Header Bidding Partnern, sowie das Setzen universeller Timeouts, als auch die Weitergabe von Geboten in den Ad Server des Publishers ermöglicht wird.

2. Die proprietäre Client-Side Container beinhaltet eine proprietäre Technologie, die direkt vom Publisher implementiert wird. Der Technologie-Anbieter übernimmt das Management, die Updates und den Service, konkurriert aber auch hier mit dem Header Bidder innerhalb des Containers. Diese Anwendung bietet ähnliche Vorteile wie eine Open Source-Lösung und wird oft als „Tech as a Service“ für Publisher bezeichnet, die ihr Header Bidding Engineering und Management auslagern wollen.

Bei beiden Client Side-Lösungen steht der Technologie-Anbieter innerhalb des Containers als Demand Partner und mit dem Container an sich im Wettbewerb, der normalerweise kostenlos zur Verfügung gestellt wird. In dieser Rolle agiert er als eine Art Lockvogel, um Zugang zum Publisher-Inventar zu bekommen.

3. Die proprietäre Server-to-Server Technologie kennzeichnet ebenso eine proprietäre Lösung, d.h. sie komprimiert den Code auf der Webseite, indem von der Webseite aus der zentrale Call zu Auktionen erfolgt. Alle nachfolgenden Ansprachen an Exchange und Demand-Partner finden hingegen durch standardisierte OpenRTB-Protokolle über Server-to-Server Verbindungen statt.

Das Ergebnis

Jeder Containertyp ist anders und hat seine Vor- aber eben auch Nachteile.
Fakt ist, dass keine dieser Container-Lösungen wirklich neutral ist, auch wenn sie einige der Probleme von Publishern konkret angehen. Alle dargestellten Anwendungen verstehen es, mehrere Partner zu managen und den Implementierungsprozess zu vereinfachen. Und sie sind in der Lage, ein gewisses Level an konsolidierten Reports und Timeout-Kontrollen durchzuführen.

Richard Kidd

Autor/in:

Richard Kidd, VP Head of Business Development EMEA bei OpenX, ist in dieser Position für die strategische Ausrichtung von OpenX im deutschsprachigen Markt verantwortlich. Kidd hat als Berater für Unternehmen und Start-Ups in den digitalen Medien, deren Management sowohl beim Aufbau von Geschäftsprozessen, bei der digitalen Transformation als auch bei der Einbindung und Nutzung programmatischer Technologielösungen, unterstützt. Zuvor war er viele Jahre in Führungspositionen für DoubleClick tätig, wo er unter anderem den Roll-Out von Video und Rich Media in der EMEA-Region verantwortete.

insider@adzine.de


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