Adzine Klassik Rebrush - Newsletter
nadla / istockphoto
ADZINE – MAGAZIN FÜR ONLINE-MARKETING | KONTAKT: REDAKTION@ADZINE.DE | WERBEN AUF ADZINE: TEL 0221 - 7 09 96 61 | MEDIA@ADZINE.DE

AUSGABE KW 27 – 05.07.2012

Twitter  Facebook Fanpage  RSS-Feed

THEMEN

 Pfeil Performance Marketing: Konsistente Kommunikation mit dem Nutzer  Pfeil Targeting: Facebook Exchange weckt Hoffnungen in der Branche JOBS TERMINE


Performance Marketing

Konsistente Kommunikation mit dem Nutzer

Jens von Rauchhaupt, Redaktion

Konsistente Kommunikation mit dem Nutzer
Jens von Rauchhaupt

Die Bestrebung, digitale Kanäle zu bündeln, ist derzeit überall in der Branche zu beobachten. Neben Search und Display Advertising lohnt sich daher vielleicht auch eine gemeinsame Betrachtung von E-Mail-Marketing-Maßnahmen und dem Display Advertising. Laut ECC Konjunkturindex des IFH Köln setzt der Onlinehandel zurzeit in erster Linie auf Suchmaschinenmarketing, um auf die eigenen Produkte aufmerksam zu machen und an neue Kunden heranzukommen. Kann das ausreichen?


Schließlich muss der Nutzer auch wissen, womit er die Suchmaschine füttern will. Das ifH hat daher in seinen Befragungen unter 700 Webshops und 1700 Online-Einkäufern herausgefunden, dass bei den Shopanbietern unter allen Werbemaßnahmen die Displaywerbung in der Beliebtheitsskala nach SEM, den Produktvergleichsseiten und den Newslettern an vierter Stelle steht. Auch in der Nutzerwahrnehmung spielt Displaywerbung eine wichtige Rolle. 25 Prozent der befragten Nutzer sind durch Displaywerbung erst auf einen Online-Shop aufmerksam geworden.

Roland Markowski
Roland Markowski
Ob der E-Commerce dem Display-Kanal bereits den richtigen Stellenwert beimisst, ist fraglich. Denn noch herrscht das Last-Click-Modell vor, das in der Kampagne nur den letzten Kontaktpunkt aus der Kontaktstrecke berücksichtigt. „Last Click bedeutet immer, dass das gesamte User-Verhalten vor dem entscheidenden Klick entwertet wird. Darum hat sich zum Beispiel die landläufige Meinung verbreitet, dass Display-Werbung nichts einbrächte. Auch ein Newsletter, der möglicherweise den gesamten Vorgang erst angestoßen hat, wird bisher kaum oder nicht berücksichtigt“, sagt Roland Markowski, geschäftsführender Gesellschafter von advertzoom, einer Plattform für die Planung und Steuerung kanalübergreifender Online-Kampagnen.

Markowski glaubt, dass sich das schon sehr bald ändern wird, nämlich dann, wenn sich eine Gesamtbetrachtung aller Maßnahmen mithilfe von Customer-Journey-Analysen am Markt durchgesetzt hat. „Es geht um die richtige Verteilung des Budgets, dem Budget-Shifting. Daraus wird sich eine deutliche Aufwertung des Display- und des E-Mail-Marketing-Kanals ergeben“, prognostiziert Markowski.

Kunden halten

Jörg Land
Für Jörg Land, Marketingverantwortlicher des Online-Marktplatzes Quelle.de, sind neben der eigenen Conversionsstärke des Shops Kundenbindungsmaßnahmen wertvoller denn je: „Es kostet ja auch ein Vielfaches, einen Nutzer wiederzugewinnen, als ihn zu halten.“ Aus diesem Grund steigt die Bedeutung von E-Mail-Marketing im E-Commerce wieder, berichtet Land. „Egal wo man sich umhört, E-Mail-Marketing ist in aller Munde, hier geben sich derzeit alle besonders viel Mühe.“ Jakob S. Gomersall, General Manager von RedEye Deutschland, sieht in Display-Werbung zwar ein erprobtes Instrument, um Traffic zu generieren und Branding-Effekte zu erzielen, aber „die E-Mail ist ein Kundenbindungsinstrument und, so wie wir es betreiben, der Königsweg zur Conversion-Optimierung. Displays kommen in der Regel zuerst, aber größere Bedeutung für Umsatz und Kundenwertsteigerung haben eindeutig E-Mails.“

Das Versenden von Newslettern als Instrument der Kundenbindung ist im E-Commerce also mindestens so modern wie der eigene  Facebook-Auftritt. Damit rückt das Customer-Relationship-Management (CRM) wieder in den Fokus.. Erst diese Woche gab zum Beispiel draftfcb bekannt, ihre Kompetenzen im Bereich Digital CRM noch stärker in den Vordergrund zu rücken. Erklärtes Ziel: Draftfcb München will im laufenden Geschäftsjahr um 20 Prozent wachsen und seinen Kundenstamm weiter ausbauen. „Die neue Organisationsstruktur erlaubt es uns, die Kernkompetenzen Digital, CRM und Analytics besser zu verzahnen und somit Insights für alle Units schneller verfügbar zu machen“, so Stephan Horvath von draftfcb. „Dabei haben wir immer die gesamte Customer Journey im Auge. So können wir die Bedürfnisse der Zielgruppe an jedem Punkt des Kaufprozesses bedienen und Kommunikationsmaßnahmen auch wirklich an sie adressieren. Erst dadurch können CRM-Konzepte unserer Kunden erfolgreich wirken.“

Ein CRM, das alles aussteuert?

Möchte man nun E-Mail-Marketing mit Display Advertising und vielleicht später mit dem Social Media verknüpfen, liegt es nahe, dass für beide Maßnahmen das CRM-System als gemeinsames Steuerungsinstrument einzusetzen. Diese Idee einer übergreifenden Zusammenführung von Kundeninformationen und die Steuerung dazu passender Kommunikation in den verschiedenen Kanälen ist nicht neu, weiß Stefan von Lieven, Geschäftsführer des E-Mail-Marketing- und CRM-Spezialisten artegic: „Tatsächlich entwickeln sich unterschiedliche Disziplinen auf genau dieses Konzept hin und das konkrete Kundeninteresse steigt angesichts der potenziellen Ergebnisse. Wir haben das Thema als spezialisierter Anbieter im Bereich Customer Intelligence Online schon lange verfolgt und können dies nur unterstreichen. E-Mail-Marketing hat mitunter den Vorsprung, weil im E-Mail-Marketing die Idee der Datenzusammenführung und der automatisierten Response – zumindest für einen Kanal – bereits etablierte Praxis ist“, erläutert von Lieven.

Von diesem Punkt aus sei die Steuerung anderer Kanäle sowie vor- und nachgelagerter Stufen – z. B. Lead-Generierung oder Retargeting über Display – nicht weit. Allerdings zeigen sich auch Grenzen zwischen E-Mail- und Display-Werbung, wie von Lieven meint: „Der Performance-Display-Markt ist ein anderer als der Markt für digitales CRM oder für E-Mail-Marketing. Insbesondere umfasst Display nicht nur die selbstbeeinflussten Kontaktpunkte mit dem Kunden, sondern bestenfalls eine große Anzahl von Sites und Diensten. Insofern ist die technische Möglichkeit für Dienstleister weder ausreichend noch der zwingende nächste Schritt."

Von personalisierten E-Mails zu personalisierter Display-Werbung?

Den Inhalt der E-Mails und Newsletter vom vorherigen Verhalten eingeloggter Shop-Besucher zu verknüpfen, das wird im angelsächsischen Raum bereits praktiziert. Solche personalisierten E-Mails können zweistellige Konversionsraten erzeugen. Doch in Deutschland ist das ohne ein aktives Einverständnis in Form eines Opt-ins des Kunden nicht möglich. Unternehmen wie RedEye praktizieren das aber datenschutzkonform in Deutschland und speichern neben der E-Mail-Adresse auch das Newsletter-, Web- und Kaufverhalten der Empfänger. „Damit erweitern wir CRM zu Engagement-CRM. Und zweitens laufen dank der nahtlosen Integration von Webanalyse und E-Mail-Marketing in einer Lösung Segmentierung und Versand individuell relevanter E-Mails automatisch ab“, erläutert Gomersall.

Ließe sich diese Methode also nicht auch für das Display Advertising übertragen und über Retargeting die Ads als Kundenbindungstool einsetzen? So ein personalisiertes Retargeting mithilfe von Informationen aus dem E-Mail-Marketing ist auch für Jörg Land ein interessantes Thema. Allerdings sieht er hier noch gehörig Hürden für den Marketer. „Das machen wir noch nicht. Um das zu realisieren, müsste man prüfen, welche Informationen zum Kunden aus dem Newsletter oder anderen CRM-Maßnahmen sich mit den Cookies fürs Retargeting sinnvoll verbinden lassen. Da sehe ich heute datenschutzrechtlich durchaus noch offene Fragen.“ Gomersall hält daher wenig von einer Adaption dieser Methode auf die Bannerwerbung: „Es geht immer um maximale individuelle Relevanz in der Kommunikation, und zwar mit Einwilligung des Empfängers. Also macht Display Advertising für uns keinen Sinn. RedEye steht für Remarketing, nicht Retargeting.“

Und auch Markowski glaubt nicht, dass Display als Kundenbindungs-Tool eingesetzt werden sollte. „Sicher, technisch mag es möglich sein, dass Displaywerbung auch als Kundenbindungsmaßnahme eingesetzt wird. Es wird bei den Nutzern aber nicht gut ankommen. Die Hälfte der User ist doch schon vom Retargeting ohne Frequency Capping genervt. Displaywerbung und speziell das Retargeting ist für mich eher ein Mittel für den Anstoß einer Konversion oder einem Upselling.

Konsistente User-Kommunikation

Karin Libowitzky
Karin Libowitzky
Bei der Mediaagentur mediaby verbindet man derzeit die Kanäle E-Mail-Marketing mit Display Advertising „in mehreren Zusammenhängen“, wie uns Geschäftsführerin Karin Libowitzky erläutert. Das übergeordnete Ziel sei „eine konsistente User-Kommunikation“. Neben der Betrachtung der gesamten Customer Journey spiele „die Verbindung von Display Advertising und E-Mail-Marketing im Rahmen der Evaluierung des Impacts eines Newsletterkontakts auf das Konsumentenverhalten eine Rolle – immer mit dem Ziel, Conversions zu generieren und Effizienz zu steigern. „So werden beispielsweise aus den gewonnenen Erkenntnissen Implikationen für die Auslieferung der Display-Werbemittel abgeleitet. Diese umfassen u. a. Bereiche wie Kontaktfrequenz, Art der Aktivierung, Motive und Inhalte. „Sobald eine Wiedererkennung der interessierenden Inhalte aus dem Onsite-Verhalten (Klick- und Nutzungsverhalten der User im Newsletters und auf der Shopseite) innerhalb des Offsite-Bereichs (Display Advertising) sichergestellt wird, erleben User Kommunikation als konsistent und von größerer Relevanz“, sagt Libowitzky.

Dieses Prinzip funktioniere laut Libowitzky übrigens auch, wenn es um die Anwendung von Erkenntnissen aus Display-Kontakten und etwaigem Shopbesuch auf konkreten Inhalten des Newsletters geht: „Auch diese Vorgehensweise ist technisch möglich und in unserem System implementiert. Vorgabe dafür ist natürlich, dass der Newsletter eine für Retargeting geeignete Fläche bereit hält."


Artikel weiterempfehlen    Bei Twitter empfehlen  Bei Facebook empfehlen  Bei Delicious empfehlen 




Targeting

Facebook Exchange weckt Hoffnungen in der Branche

Svenja Florien Böhm, Redaktion

Facebook Exchange weckt Hoffnungen in der Branche
Svenja Florien Böhm

Mitte Juni überraschte Facebook mit seiner Bekanntgabe, das eigene Inventar sehr bald auch in Deutschland für den dynamischen Mediahandel über Realtime Bidding (RTB) anzubieten. Ein kühner Schachzug zur rechten Zeit. Denn Facebook braucht seit dem Börsengang höhere Werbeeinnahmen, um wieder die Fantasie am Aktienmarkt zu beflügeln. Schließlich sitzt Facebook auf einen Berg von Nutzern und Profilen. ADZINE fragte in der Branche nach, wie sie den angekündigten Launch der Facebook Exchange bewerten.


Die Gerüchteküche brodelt. Zehn Unternehmen sollen bereits die Facebook Exchange als „Closed Shop“ testen. Darunter angeblich auch der Retargeting-Riese Criteo. Warum die Facebook Exchange die Fantasie beflügelt, ist klar: Allein in Deutschland sind es laut Facebook 20 Millionen Menschen, die über ein Facebook-Konto verfügen und das Social Network auch aktiv und regelmäßig nutzen. Weltweit sind es gar 900 Millionen. Es liegt nahe, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass ein Online-Shop oder sein Retargeting-Dienstleister im weltweit größten Social Network fündig wird und so seinen kürzlichen Shopbesucher mit passender Displaywerbung wieder ansprechen könnte. Das alles in einer fast privateren Atmosphäre auf der „eigenen“ Facebook-Seite des Nutzers. Das lässt das Herz der Online-Marketing-Branche höher schlagen, oder?

Marco Dohmen, Managing Director, DQ&A Deutschland

Facebook Exchange wird noch nicht dagewesene Targeting-Möglichkeiten für Display auf Social Media bieten. Während wir aktuell Retargeting-Kampagnen auf Facebook über mehrere Display-Partner erfolgreich und skalierbar aussteuern, glauben wir daran, dass das eigene Facebook-Angebot die Möglichkeit für Werbetreibene verbessern wird, den Nutzer mit der richtigen Kommunikation im richtigen Moment zu erreichen. Facebook hat die Leistungsfähigkeit, das Display-Ecosystem durch seine Größe und die Menge an Nutzersegmenten aufzumischen, genau wie es Google mit AdSense und Ad Exchange getan hat, sobald Facebook entscheidet, den Exchange über Facebook hinaus zu expandieren ... und dies ist nur eine Frage der Zeit.

Dirk Henke, Vice President Business Development, Criteo

Dieser Schritt Facebooks ist eine willkommene Öffnung eines umfangreichen, exklusiven und globalen Inventarpools. Er versetzt Retargeting-Anbieter erstmals in die Lage, Nutzer nach Verlassen des Online-Shops eines Kunden auch auf Facebook anzusprechen; und das auch sehr effizient in Echtzeit. Für das Thema RTB bedeutet die Facebook Exchange insgesamt einen großen Schub, da die Menge bislang nicht in Echtzeit gehandelten Inventars weitere werbetreibende Unternehmen anlocken wird und sich viele Unternehmen auch im deutschen Markt noch intensiver mit RTB auseinandersetzen müssen. Das wird unter anderem dem deutschen Markt gut tun: Auch wenn bereits einiges exklusives Inventar über RTB verfügbar ist, hinkt Deutschland im internationalen Vergleich noch immer hinterher. Lokale Vermarkter werden den neu entstehenden Konkurrenten um die Performance-Budgets ihrer Werbekunden sicher genau beobachten, lokale Netzwerke wie StudiVZ nun auch auf der Vermarktungsseite noch weiter herausgefordert.

Vincent Karachira, Gründer und CEO von Next Performance

Wir sehen das als eine Möglichkeit, für uns Facebook-Inventar einkaufen zu können. Für uns sind das gute Nachrichten, da wir unsere Reichweite erhöhen können. So können wir nun auf neues Facebook-Inventar unsere Gebote abgeben.

Tobias Kiessling, CTO intelliad Media GmbH

Wir schätzen, dass Facebook mit seiner neuen Facebook-Exchange-Plattform das Fünffache an Werbeeinnahmen generieren kann. Denn durch die Retargeting-Mechanik wird die Klickrate auf Facebook Ads entsprechend steigen und damit auch der Revenue für Facebook. Limitierend wirkt sich aus, dass sich nicht alle Ad Impressions auf Facebook vermarkten lassen. Dies ist begründet durch die lange Verweildauer der User auf Facebook. Hier muss durch ein User Capping verhindert werden, dass einzelne Nutzer zu stark mit immer derselben Anzeige penetriert werden. Auch die Anzahl der Advertiser spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Denn je höher die Vielfalt an Ads ist, desto mehr Ads können einem User gezeigt werden, bevor ein mögliches Capping greift.

Ben Moehlenhoff, Social Media Specialist bei der eprofessional GmbH

Das sind großartige Neuigkeiten – und zwar für Werbekunden ebenso wie für Aktienbesitzer. Facebook-Retargeting wird die Bedeutung von Facebook-Advertising als Verkaufskanal enorm steigern. Denn auch wenn viel über Customer-Journey-Tracking gesprochen wird, werden die Klickpfade selten ernsthaft analysiert und es heißt meistens: „last cookie wins“. Mit Facebook-Retargeting wird die Facebook-Anzeige zukünftig öfter am Ende der Klickkette stehen und somit auch als Conversionkanal wichtiger. Das volle Potenzial kann allerdings erst dann ausgeschöpft werden, wenn man das Retargeting mit den Targetingmöglichkeiten von Facebook kombinieren kann. Das geht im ersten Schritt leider noch nicht. Für Facebook ist dies seit dem IPO schon mal ein entscheidender Schritt in Richtung Monetarisierung.

Lothar Krause, Vice President Sales, sociomantic labs GmbH

Facebook Exchange wird eine Fülle von neuem Inventar bieten, das jetzt über RTB für datenbasiert ausgesteuerte Kampagnen genutzt werden kann. Das bedeutet für eine steigende Zahl performance-orientierter Advertiser nun die reelle Chance, erfolgreiches Realtime Retargeting und generell effektiven, datenbasierten Traffic-Einkauf über Facebook betreiben zu können. Neben den enormen Möglichkeiten der Skalierung wird der Exchange allerdings auch ein gewisses Maß an Limitierungen mit sich bringen. Die Wichtigste dürfte dabei das spezielle Facebook-Werbemittelformat sein, welches außerhalb des Display-Standards liegt. Generell freut es uns natürlich, dass Facebook die Vorteile des Inventarverkaufs über RTB erkennt. Der Trend, und nicht erst seit der Ankündigung von Facebook, dass professionelle innovative Publisher ihr Inventar über RTB zur Versteigerung anbieten, ist schon länger nicht mehr aufzuhalten. Ich bin sehr gespannt, wie sich Facebook Advertising mit der Öffnung für die neue Generation von Einkäufern in den nächsten Monaten entwickeln wird.

Shachar Radin, Vice President Marketing, myThings

myThings glaubt, dass Facebook´s neue Exchange und der Zusammenschluss mit RTB ein weiterer Beweis der durchschlagenden technologischen Entwicklungen im Display Advertising sind, besonders im Tandem mit dem schnell wachsenden automatisierten Mediaeinkauf. Das Übereinanderlegen von Konsumentendaten einer Kundenseite (über einen Retargeting-Anbieter wie myThings) an die Spitze von Facebook´s massiven Datenpool mit seinen sozialen Verbindungen und User Demographischen Daten hat ein enormes Potential. Ein Volumensprung von Miliarden von Impressions auf Facebook und woanders, die nun für verstärktes real-time Targeting verfügbar sind, wird damit auch einen großen Vorteil für die Werbekunden bieten können. Dies könnte eine großartige Möglichkeit für myThings sein und wir prüfen derzeit die Möglichkeiten einer Kooperation mit Facebook.

Simon Robinson, Senior Director Marketing & Alliances EMEA bei Responsys

Ich glaube, dass Facebook Exchange zu einem wichtigen Tool werden kann, durch den der Display-Kanal mit Social-Media-Informationen verknüpft wird. Um erfolgreich mit Verbrauchern und potenziellen Kunden zu interagieren, müssen Marketingfachleute lernen, verschiedene Kanäle zu berücksichtigen. Dafür könnte Facebook Exchange die perfekte Gelegenheit sein. Zum ersten Mal haben Marketingexperten jetzt die Möglichkeit, CRM-Daten auch für den Social-Media-Kanal zu nutzen. Natürlich ist es noch sehr früh, aber Facebook Exchange ist richtig positioniert, um den Trend in Richtung Display Relationship Retargeting zu unterstützen und außerdem Cross-Channel-Marketing über die Kanäle E-Mail, Mobile, Web, Social und Display voranzutreiben.

Christoph Schäfer, Geschäftsführer Performance Media Deutschland GmbH

Retargeting bei Facebook wird den deutschen Display-Markt nicht fundamental ändern, da Retargeting lediglich einen geringen Prozentsatz des Gesamtmarkts ausmacht und sich dieser durch Facebook auch nicht strukturell erhöhen wird.

Im Ergebnis wird Facebook a) das Retargeting-Segment leicht vergrößern (mehr sinnvoll einsetzbares Mediavolumen) und b) eine höhere Wettbewerbsintensität im Verkauf von Retargeting-Traffic bewirken (nicht effiziente Retargeting-Platzierungen können durch Facebook ersetzt werden).

Für Facebook selbst ist Retargeting zweifelsohne eine sinnvolle Maßnahme, da die Klickraten auf die vergleichsweise kleinen Facebook Ads stark steigen werden. Damit wird Facebook den erlösten realen TKP in Bezug auf den relevanten Trafficanteil wohl um den Faktor 3 bis 10 steigern können.

Offen ist, wie Facebook bzw. die DSP-Partner mit den Cookiedaten der Werbungtreibenden umgehen wird. Eine Weiterverarbeitung dieser Kundendaten seitens Facebook gleich in welcher Form (auch in aggregierter Form) würde seitens der Werbungtreibenden sicher strikt abgelehnt werden.

Andreas Schwibbe, CEO adnologies

Dass Facebook mit einer eigenen Exchange startet, ist insofern interessant, da jede einzelne Impression aus dem Inventar von Facebook nun für den tatsächlichen Mediawert eingekauft werden kann. Performance-basierte Kampagnen könnten von der Reichweitensteigerung in Kombination mit RTB profitieren. Die Facebook-Daten würden diese Exchange einzigartig machen und idealerweise ergänzen, um Retargetern neue, einzigartige Möglichkeiten zu bieten. Die Daten sind aber offenbar nicht Teil der Exchange, so bleibt es lediglich bei einer weiteren Exchange und dem Versprechen, mittels RTB auf dem großen Facebook-Inventar einen zur Kampagnenperformance passenden Preis zu erzielen.

Andreas Wolfes, Head of Business Development retarget media

Sobald Facebook die Betatestphase für seine Exchange abgeschlossen hat, werden wir mit Facebook im Detail sprechen, inwiefern eine Zusammenarbeit Sinn macht - Facebook bietet uns schließlich ein interessantes Reichweitenpotenzial. Die Beurteilung, ob eine Aussteuerung unserer Retargetingkunden über die DSP-Lösung dann tatsächlich Sinn machen könnte, hängt von mehreren Faktoren ab:

Zum einen davon, inwiefern die Möglichkeit besteht, zusätzliche Publisher darüber anzusteuern. Sofern es eine "Insellösung Facebook" bliebe, wäre dies für uns natürlich weiter eine relevante, weil reichweitenstarke Trafficquelle, aber weniger spannend, um bspw. publisherübergreifend aussteuern zu können. Wir werden die Möglichkeiten von Facebook Exchange unter zwei weiteren Gesichtspunkten im Sinne unserer Shopkunden beleuchten:

Facebook bietet als Publisher nutzergenerierten Content, mit dem wir bisher eher unterdurchschnittliche Erfahrungen hinsichtlich der Performance für unsere Shopkunden gesammelt haben. Zum anderen werden wir berücksichtigen, dass Facebook eine besondere Stellung in der Wahrnehmung der Nutzer hinsichtlich des Themas Datenschutz einnimmt. Insofern muss man schauen, ob vor diesem Hintergrund Retargetingkampagnen von den Nutzern wirklich positiv aufgenommen werden. Wir sind also gespannt, welche Möglichkeiten Facebook Exchange zukünftig anzubieten hat, und werden das im Sinne unserer Shopkunden kritisch unter die Lupe nehmen.


Artikel weiterempfehlen    Bei Twitter empfehlen  Bei Facebook empfehlen  Bei Delicious empfehlen 




JOBS

SALES MANAGER (m/w) - München

AdJug GmbH, München

Der kontinuierliche und zielgerichtete Ausbau unseres Angebots auf dem Marktplatz steht im Mittelpunkt aller Aktivitäten. Um den weiteren Erfolg von AdJug zu forcieren suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt am Standort München eine/n


(Senior) Sales Manager (m/w)

CHIP Xonio Online GmbH

Die CHIP Xonio Online GmbH ist ein Unternehmen der Hubert Burda Media. Sie betreibt und vermarktet das Computerportal CHIP Online (www.chip.de) und die europäische Tool-Community Download.CHIP.eu (www.chip.eu). CHIP Online ist eine der erfolgreichsten deutschen Medienmarken im Internet. Laut AGOF besuchten im November 2011 durchschnittlich 12,92 Millionen Unique User das Angebot von CHIP Online (AGOF internet facts 2011-11). Verstärken Sie unseren Geschäftsbereich Sales zum nächstmöglichen Zeitpunkt als

TERMINE

Seminar: Retargeting, Remarketing, Remessaging Am 24.08.2012

Seminar: Retargeting, Remarketing, Remessaging


Seminar: Adtechnology, Ad-Operations Am 31.08.2012

Seminar: Adtechnology, Ad-Operations



Sie können über diesen Link Ihre Newsletter-Einstellungen anpassen oder den Newsletter komplett abbestellen.

IMPRESSUM: Electronic Publishing Corporation Ltd. | 483 Green Lanes | GB - London N13 4BS | Company No. 5506015 | Companies House
Niederlassung Deutschland | Electronic Publishing Corporation Ltd. | NL Deutschland | Feldstraße 36 | 20357 Hamburg | e-mail: info@e-publishing-corp.com