Adzine Klassik Rebrush - Newsletter
ADZINE :: Magazin für Online-Marketing ::
ADZINE – MAGAZIN FÜR ONLINE-MARKETING | KONTAKT: REDAKTION@ADZINE.DE | WERBEN AUF ADZINE: TEL 0221 - 7 09 96 61 | MEDIA@ADZINE.DE

AUSGABE KW 47 – 25.11.2011

Twitter  Facebook Fanpage  RSS-Feed

THEMEN

 Pfeil Branding Online: Warum holt mich keine Marke ab?  Pfeil Branding Online: Rich-Media-Werbung ohne Flash?  Pfeil Adserving: Amazons CloudFront als Rich-Media-Türöffner JOBS TERMINE


Branding Online

Warum holt mich keine Marke ab?

Arne Schulze-Geißler, Chefredakteur

Warum holt mich keine Marke ab?
Arne Schulze-Geißler

Fehlender Leistungsnachweis hemme Investitionen in digitale Medien, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM). 85 Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen beklagen offenbar, dass keine ausreichenden Leistungsnachweise für digitale Medien vorhanden sind, und 70 Prozent sagen, das hemme ihre Investitionen in Online-Werbung.


Man fragt sich bei solchen Ergebnissen, was die Herren und Damen aus der Welt des Markenmarketings in den letzten zehn Jahren hinsichtlich der Integration von Online in ihre Kommunikation getan haben. 70 Prozent sollen latent unzufrieden sein mit der Online-Performance, die sie nicht messen können. Und 2012 stellen sie die Frage der Fragen, nach dem ROI von Online-Werbung für ihre Marken und pochen auf Nachweispflicht der Medien.

„Der Markt braucht dringend Leistungsnachweise der digitalen Medien und eine belastbare konvergente Mediawährung über alle Kanäle“, so fasst der OWM-Vorsitzende Becker die Kritik seiner Mitglieder zusammen.

Beklagen kann man ja so einiges (auch ein fehlendes Frequency Capping für TV-Werbung), aber letztlich liegt es doch in der Eigenverantwortung der Unternehmen, ihr Marken- und ROI-Puzzle zusammenzusetzen, sie stehen ja am Ende an der großen Kasse und zählen die verkauften Tütensuppen. Daher ist es an den Werbungtreibenden, die Ziele für TV, Print und Online zu formulieren und dabei die wahren Stärken und Schwächen der einzelnen Kanäle zu kennen und zu berücksichtigen. Es ist nämlich stark zu bezweifeln, dass man das Meiste aus seinen Budgets herausholt, wenn man alle Kanäle gleich behandelt.
 
Betrachtet man erfolgreiche Online-Werbungtreibende aus dem ausschließlich vom ROI getriebenen Performance Advertising, dann haben ihre Aktivitäten eines gemeinsam. Sie enden nicht, sie finden online permanent und kontinuierlich statt, zudem sind sie stark datengestützt.

Markenartikler dagegen kommunizieren punktuell und statisch online wie offline, das schränkt sie online bei begrenzten Reichweiten auf einzelnen Umfeldern noch immer ein. Man kann im Grunde über einen kurzen Zeitraum gar nicht in den Genuss der gesamten Stärke des digitalen Kanals kommen, schon gar nicht, wenn man konventionell plant und einkauft. Deshalb müssen sich die Markenwerber und damit auch die OWM-Mitglieder fragen, ob sie tatsächlich dem digitalen Medienkanal dauerhaft ausschließlich für ihre One-fits-all-Saisonbotschaften nutzen wollen und sich auch in zehn Jahren noch über den fehlenden Nachweis von Online-Werbewirkung in TV-Metriken beklagen.

Wäre es nicht langsam angemessen, den Online-Kanal auf einer zusätzlichen und selbständigen Ebene zu nutzen, nämlich permanent und kampagnenunabhängig. Die eigene Website schaltet man auch nicht dreimal im Jahr für zwei Wochen an und dann wieder ab. Alle Marken haben permanent Response- und Engagement-Potenzial. Warum fightet Dr. Oetker nicht um mich, wenn ich mich online für Adventsgebäck interessiere, stattdessen bekomme ich überall nur Schuhe. Verdammt, ich interessiere mich aktuell fürs Backen, was ist los in Bielefeld? Hier wird ein Kunde auf dem silbernen Tablett geliefert und keiner holt mich ab.



Sind es wirklich die fehlenden Leistungsnachweise, die das Hemmnis darstellen oder fehlt es einfach an der Bereitschaft sich mit dem Medium auseinanderzusetzen und dem entsprechenden Know-how? Situativ und bedarfsorientiert zu werben bedeutet nicht nur eine Investition in die Marke, sondern auch in wertvolle Audience-Daten.

Viel Spaß mit Adzine!


asg@adzine.de   |    Artikel weiterempfehlen    Bei Twitter empfehlen  Bei Facebook empfehlen  Bei Delicious empfehlen 



euro DX Data eXchange  --  zusätzliche Erlöse durch Daten  --  adnologies.com

Branding Online

Rich-Media-Werbung ohne Flash?

Jens von Rauchhaupt, Redaktion

Rich-Media-Werbung ohne Flash?
Jens von Rauchhaupt

Ob für aufwendige und interaktive Werbebanner oder Bewegtbildwerbung: Das Flash-Format des Softwareanbieters Adobe und das allseits installierte Flashplayer Browser-Plug-in gelten als Inbegriff von „Rich-Media-Werbung“. Inzwischen ist HTML5 auf dem Vormarsch und schickt sich an, am Thron des Flash-Standards zu rütteln. Bei den mobilen Plattformen hat Adobe bereits das Handtuch geworfen und dort die Weiterentwicklung von Adobe Flash für Mobile eingestellt. Diese Entwicklung könnte Folgen auf die Rich-Media-Werbung und das Adserving haben.

Rich Media: Was ist das überhaupt?

Sich über Rich Media den Kopf zu zerbrechen, wäre höchstwahrscheinlich überflüssig, wenn nicht so viele Unternehmen mit dessen Kompetenz hausieren gingen. Rich Media ist gar kein offizieller Standard und daher vor allem eines: eine Definitionsfrage.Technische Dienstleister definieren Rich Media oftmals so: „Rich Media ist alles das, was über die statischen Standards GIF, JPG, PNG hinausgeht.“ Damit ist man nah an der allgemeinen Definition für Rich Internet Application (kurz: RIA), mit der alle Weblösungen beschrieben werden, die über das statische Web hinausgehen, um grafische Effekte zu ermöglichen, die Benutzerfreundlichkeit und gegebenenfalls die Performance von Webanwendungen zu verbessern. Unter diesen Weblösungen fallen Technologien wie Flash oder Silverlight genauso wie Ajax, CSS oder JavaScript, um nur einige zu nennen.

Rich Media Ads bringen mehr Erkenntnisse

Christoph Benning
Christoph Benning
Von Bedeutung für die Online-Werbung wird Rich Media bei den dynamischen Werbebannern, den Rich Media Ads, die dem Advertiser die Möglichkeit geben, die Aufmerksamkeit der Zielgruppe besonders gut auf sich zu lenken, um auf diese Weise mit ihr messbar zu interagieren. Es geht also neben der Marken- bzw. Produktinszenierung auch um Nachweise im Bereich Visibility und Engagement. Christoph Benning, Managing Director D.A.CH. vom Adserving Anbieter MediaMind, meint daher: „Rich Media sind alle Werbemittel, die messbare Interaktionen über den Click Through hinaus bieten, wie zum Beispiel die Dwell-Time. Die absolute Größe des Werbemittels spielt dabei keine Rolle.“

Neben einer Dwell-Analyse, die bei MediaMind Nutzungsrate und Nutzungsdauer eines Werbemittels misst, sind noch viele andere Report-Metriken wie Interaktionsraten, Expand Views und Rates zu nennen; auch bei Video-Streams, die unter den Begriff Rich Media fallen, kann die durchschnittliche Zahl der Nutzer, die den Stream ganz, zur Hälfte, einem Drittel oder nur zu einem Viertel gesehen haben, gemessen werden. Und das ist nicht alles: „Möglichkeiten zum erweiterten Kampagnen-Reporting sowie auch der gesamten Kampagnenanalyse gehören heute zum erwarteten Spektrum eines Premium-Rich-Media-Anbieters“, sagt Christian Altemeier, Director Sales & Business Development vom Anbieter Flashtalking, die sogar auch Heatmaps für die Rich-Media-Werbebanner als Reporting-Tool anbieten.

Heatmap für die Optimierung eines Rich Media Ads, Quelle: Flashtalking
Heatmap für die Optimierung eines Rich Media Ads, Quelle: Flashtalking

HTML5 Rich Media Ads

Und was ist jetzt bei den ominösen HTML5-Werbemitteln anders? Bisher ist Flash der bestimmende Standard für Rich-Media-Werbung. Die Agenturen kreieren mit der entsprechenden Adobe-Software landauf, landab die aufwendigen Werbebanner, die sich so gut für die Markenkommunikation einsetzen lassen. Grundsätzlich wird die Arbeit, die bei Flash in ActionScript gemacht wird, bei HTML5 durch JavaScript ersetzt. Hinzu kommt „Canvas“, das die klassische Flashbühne ersetzt.

Thomas Achab
Thomas Achab
Thomas Achab, Technical Director und Head of Technology von der Agentur triplesense, erklärt die Vorteile für die Agenturen so: „Aus Agentursicht bieten HTML5-Video und HTML5 in Verbindung mit CSS3 für Animationen und interaktive Komponenten viele Vorteile. So beherrschen alle modernen Browser (Firefox, Chrome, Safari, Opera, Internet Explorer ab Version 10) zumindest in großen Teilen den HTML5-Standard und benötigen dafür keine zusätzliche Plug-ins. Das ist für viele Auftraggeber das schlagende Argument. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Quellcode der Animationen jederzeit als HTML-, CSS- und JavaScript-Code offen vorliegt und sich einfach anpassen lässt. Im Gegensatz zu Flash handelt es sich bei HTML5 nämlich um einen offenen Standard, der nicht nur von einer einzelnen Firma vorangetrieben wird.“ Zudem verlöre Flash laut Achab den einstigen Geschwindigkeitsvorsprung, da „moderne Browser JavaScript effektiver und schneller ausführen als ältere Browser.“ Allerdings verwenden längst nicht alle Nutzer immer gleich die neueste Version ihres Browsers, sodass HTML5 noch nicht als Webstandard bezeichnet werden kann.

Marc Mundt
Marc Mundt
Und trotzdem scheinen Digitalagenturen wie DI UNTERNEHMER bereits von den Möglichkeiten von HTML5 überzeugt. „Unsere Kunden erwarten, dass Kampagnen und Anwendungen unabhängig von Endgeräten funktionieren. Der plattformübergreifende Einsatz von HTML5 trifft somit ihre Erwartungshaltung. Und wir als Agentur sparen durch den Verzicht auf Flash teure Entwicklungsressourcen ein. Denn HTML liegt auch für uns näher an den Standardprozessen. Von einer ‚Umstellung auf HTML5‘ kann daher nicht die Rede sein, es ist vielmehr die logische Weiterführung der gewohnten Prozesse“, sagt Marc Mundt, Geschäftsführer von DI UNTERNEHMER, Agentur für digitales Marketing.

Adserving-Anbieter stellen sich auf HTML5 ein

Christian Altemeier
Christian Altemeier
Auch die Adserver-Anbieter haben sich bereits in vielen Bereichen auf HTML5 eingestellt. Bei der Werbeauslieferung selbst verändert sich für sie allerdings wenig. Christian Altemeier von Flashtalking: „An den Formaten ändert sich ja nicht viel, allerdings muss die Technik breiter aufgestellt sein. Der Adserver muss erkennen können, für welches Device, also welche Umgebung, das Ad ausgeliefert werden soll. Das ist die Aufgabe des Adservers.“ Noch ist dies bei Flashtalking ein optionales Angebot, das der Kunde dazubuchen kann, berichtet Altemeier, weil „deutlich mehr als 80 Prozent der Rich-Media-Kampagnen noch immer Flash animierte Ads sind. Es gibt aber vermehrt Kunden, die bereits vom Adserver-Anbieter HTML5-Fähigkeit verlangen.“

Dabei geht es vor allem um die Apple User mit ihren iPad, iPods und iPhones. „Normalerweise liefern wir ja als Fallback-Banner einfache JPEG oder GIF animierte Werbebanner aus. Jetzt wollen aber einige Agenturen gewährleistet haben, dass in solchen Fällen die Apple User gezielt mit Rich Media Ads auf Basis von HTML5 angesprochen werden.“ Doch noch ist der Anteil der Rich-Media-Werbung, die auf Basis von HTML5 ausgeliefert werden, sehr niedrig. Bei MediaMind schätzt man, dass im klassischen Display-Bereich, aber auch bei den mobilen MMA-Standardwerbeformaten der HTML5-Anteil erst bei 0,1 % läge. Einzig bei der mobilen Rich-Media-Werbung sei der Anteil deutlich höher, aber zurzeit nur schwer in Zahlen zu fassen.

Mehraufwand fürs Reporting

Umstellen müssen sich die Adserving-Anbieter bei den HTML5 Ads hinsichtlich der Reportings. Hier sorgt der offene Standard für Mehraufwand, wie uns Christoph Benning von MediaMind erläutert: „Das ist eine andere Art der Werbemittelprogrammierung. Für die Erstellung von HTML5 Ads gibt es aufgrund des offenen Standards viele unterschiedliche Software Development Kits. Um sicherzustellen, dass unser Tracking für das Kampagnenreporting des Kunden immer funktioniert, müssen wir die angelieferten Ads noch einmal bearbeiten. Daher ist eine HTML5-Umsetzung für uns noch immer deutlich umfangreicher als eine Kampagne mit standardisierten Flash Rich Media Ads.“
Der Adserving-Anbieter ADTECH hat daher die Entwicklung von HTML5 frühzeitig in die Konzeption und Umsetzung des eigenen Rich-Media-Tools „Canvas“ einfließen lassen. „Das Tool prüft bei der Buchung alle Rich-Media-Elemente auf ihre Funktionsfähigkeit und zeigt mit Warnmeldungen an, wo es nachzubessern gilt“, berichtet Erhard Neumann, CEO der ADTECH AG. Dementsprechend sieht Neumann den ADTECH Adserver mit dem Canvas-Tool als „state-of-the-art im Bereich Erstellung, Buchung und dem Reporting für interaktive Werbemittel.“

Abgesang auf Flash?

Erhard Neumann
Erhard Neumann
Nachdem Adobe die Weiterentwicklung von Flash für mobile Plattformen eingestellt hat, stellt sich natürlich die Frage, wie es nun mit Adobe Flash auf dem Desktop weitergehen wird. Erhard Neumann kann sich beispielsweise gut vorstellen, dass HTML5 auch bei der „nicht mobilen“ Internetnutzung marktführend wird. „HTML5 hat sehr viele Vorteile. Neben der allgemeinen Akzeptanz als Standard und der Schonung von Ressourcen bei der Darstellung im Browser ist für mich der geräteübergreifende Einsatz das größte Plus. Nur HTML5 schafft es, interaktive Werbung auf allen Plattformen und Devices zum Laufen zu bringen.“

Thomas Achab von triplesense glaubt auch an einen wenn auch langsamen Durchmarsch von HTML5: „Momentan befinden wir uns nach unserer Einschätzung in einer Phase, in der Flash von HTML5 abgelöst werden könnte. Um in dieser Übergangsphase alle Benutzer zu erreichen, müssen beide Technologien gleichzeitig eingesetzt werden. Denn solange viele Benutzer ältere Browser verwenden, wird Flash weiterhin benötigt. Irgendwann wird sicherlich der Kosten-Nutzen-Faktor nicht mehr hoch genug sein, um eine parallele Flash-Version zu rechtfertigen. Für unsere Kunden suchen wir schon jetzt immer nach der am besten geeigneten Lösung und beachten hier besonders den Faktor Zukunftssicherheit.“

Christoph Benning gibt sich da zurückhaltener. „Jetzt werden erst alle anfangen und HTML5 austesten und das bessere System wird sich durchsetzen. Ich glaube aber nicht, dass Adobe sein Flash wie im Mobile-Bereich auch im stationären Web einfach aufgeben wird. Wir werden da noch einen Kampf der Systeme erleben.“


jvr@adzine.de   |    Artikel weiterempfehlen    Bei Twitter empfehlen  Bei Facebook empfehlen  Bei Delicious empfehlen 



euro DX exchange  für Media Owner  --  Reichweite höchstbietend verkaufen  --  adnologies.com

Adserving

Amazons CloudFront als Rich-Media-Türöffner

Reimund Rose, Redaktion

Amazons CloudFront als Rich-Media-Türöffner
Reimund Rose

Aufmerksamen Beobachtern mag es bereits aufgefallen sein. Immer häufiger liefern Brands ihre Rich-Media-Kampagnen einfach über die Amazon Cloud aus. Das soll die Kosten reduzieren. Sparen die Werbungtreibenden damit am falschen Ende oder fängt für sie bei Amazon der Regenbogen an?


Ein Beispiel aus jüngster Zeit: Bei der Kampagne „Taste the Rainbow“ der Candy-Marke Skittles (Wrigley) ging es offensichtlich darum, die Marke Skittles in Deutschland bekannter zu machen. Skittles setzte dazu auf ein interaktives Rectangle Banner, dessen Motiv und Leitidee aus dem bereits vorhandenen Kampagnen-Spot „The Mill“ von TBWA Chiat/Day New York entnommen wurde. Der User konnte per Mouseover im Rich Media Ad für den Hauptprotagonisten eine kleine Tür öffnen, um so einen Regenbogen von Zuckerdrops in seine neu bezogene Wohnung hineinzulassen. Als Landing-Page nach dem Klick fungierte die Facebookseite von Skittles Deutschland. Dort haben sich inzwischen knapp 39 000 User zu dieser Marke bekannt.

Rich-Media Ad aus der Skittles Kampagne
Rich-Media Ad aus der Skittles Kampagne


Doch wie viele User sich wie lange mit dem Skittles-Werbebanner auf den einzelnen Werbeträgerseiten ohne Klick beschäftigten, wird Skittles und seine dafür verantwortliche Agentur schwerlich in Erfahrung gebracht haben. Denn das Werbemittel kam aus der Cloud, ausgeliefert über Amazon CloudFront Web Service. Dort gibt es kein Reporting samt Dwell-  und Visibility-Analyse wie bei einem hochgezüchteten Agenturen-Adserver. Da gibt’s nur Webspace. Abgerechnet wird bei Amazon wie bei einem richtigen Adserver über die ausgelieferten Datenvolumina. Darüber können gewiefte Agenturen auch eine Art Mini-Reporting herauslesen, indem sie die Datenvolumina mit den Ad Impressions der Werbeträger ins Verhältnis setzen.


Jan Winkler
Jan Winkler
Amazon wirbt für seine Cloud-Dienste mit einer denkbar einfachen Handhabung, geringen Verzögerungszeiten, hohen Datenübertragungsgeschwindigkeiten ohne Vertragsbindung. Jan Winkler, Geschäftsführer vom deutschen Adserving-Anbieter adspirit in Berlin, zeigt sich, wie viele andere Adserver-Anbieter auch, skeptisch gegenüber solchen Auslieferungsmodellen. Diese Lösung habe laut Winkler zwar Vorteile, wenn kurzfristige CPU-Zeit benötigt wird und man hohen Schwankungen unterworfen sei, aber „letztlich hat dieser Ansatz den großen Nachteil, dass diese Systeme für sehr allgemeine Anwendungen konzipiert sind und daher ggf. langsamer und somit unter Umständen teurer sind als spezialisierte Systeme mit individuellem Zuschnitt, wie wir sie in unseren Rechenzentren zur Verfügung stellen.“

Teuer, günstig oder billig?

Auf dem ersten Blick erscheinen Amazons Volumenpreis für sich betrachtet interessant. Winkler von adspirit sieht hingegen keine großen Unterschiede zum hiesigen Angebot: „Die Preise, die Amazon hier aufruft, sind durchaus vergleichbar mit den Preisen, die wir auch so von unseren normalen Rechenzentren bekommen. Insofern besteht hier kein signifikanter Unterschied.“


Oliver Weiss
Oliver Weiss
Allerdings muss ja auch der Adserver-Anbieter selbst noch etwas verdienen. Und so gesehen, scheint der Amazon-Dienst mit dem Namen CloudFront für die Werbungtreibenden doch kostengünstiger zu sein. „Die Vorteile für den Werbekunden liegen zur Zeit auf der Kostenseite“, bestätigt jedenfalls Oliver Weiss, Managing Director D.A.CH vom Adserver Anbieter Facilitate Digital. Diesen Kostenvorteil als Grundlage für die eigene Entscheidung zu machen, sei aber nach Ansicht von Weiss viel zu kurz gegriffen. Denn die fehlenden Reportingmöglichkeiten einer reinen Cloud-Lösung führten zu einem „höheren operativer Aufwand, da die Usability eines Adservers User Interfaces bei der Cloud-Lösung nicht gegeben ist.“ Für Weiss sei das Steinzeit-Adserving: „Sie lösen die Daten von Rich Media aus den zentralisierten Cross-Channel-Reporting des 3rd Party Adservers heraus, die durch den Adserver gesammelt und verarbeitet werden. Rich Media wird somit zu einem Isolierten Kanal, was zu Zeiten von User-Path- und Conversion-Attribution-Reporting einen Rückschritt in die Steinzeit gleich kommt.“

Cloud als Unterstützerin

Allerdings setzen vermehrt Adserver-Anbieter partiell auf Cloud-Lösungen. Gerade bei sogenannten Mash-up-Werbebannern, bei denen etwa Profildaten und Retargeting-Cookies in Millisekunden über das Aussehen eines an den Nutzer angepassten Werbebanners entscheiden, werden die Rich-Media-Animationen oder Streams aus der Cloud nachgeladen. Das bringt wiederum für die Adserver-Anbieter Kostenvorteile. Dabei bleibt die Auslieferungslogik unter Kontrolle des Agenturen-Adservers. Das wäre bei einer reinen Cloud-Lösung nicht der Fall.

Hendrik Kempfert
Hendrik Kempfert
Eine generelle Verteufelung scheint also nicht angebracht, meint auch Hendrik Kempfert, Commercial Director vom skandinavischen Adserving Anbieter Adform: „Das Thema Adserving ist schon etwas komplexer, eine Reduzierung auf die Cloud greift hier zu kurz. Die Möglichkeiten einer Auslagerung von Werbemitteln und Rich Medias auf günstigen Webspace gibt es schon länger und ist nicht wirklich etwas Neues. Der aktuelle Hype über die Cloud-Dienstleistungen von Amazon ändert daran nicht wirklich etwas. Jeder technische Dienstleister in der digitalen Mediabranche überprüft immer wieder seine aktuelle Kostenbasis, dazugehört natürlich auch die Prüfung der Auslagerung und der Einkauf von Ressourcen. Allerdings möchte jeder Kunde unserer Dienstleistungen auch einen überdurchschnittlichen Service bekommen, den erbringen bei uns immer noch Menschen und keine Siri als Assistent.“

Zum Verständnis sei gesagt: Adform betreibt und unterhält auch eigene Rechenzentren in Europa. Dies schon aus Sicherheitsgründen, wie Kempfert meint. „Wir benötigen diese redundante Sicherheit, um jederzeit die Kontrolle über unsere Systeme ausüben zu können. Das wird definitiv auch so bleiben, denn unsere Kunden vertrauen uns ihre Daten an. Die Anforderungen zum europäischen Datenschutz erlauben auch die komplette Auslagerung der Kundendaten aus unserer Sicht nicht.“ Für Kempfert eigne sich eine zusätzliche Nutzung von Cloud Services dazu, um die eigenen Kosten konstant zu halten und damit Preise länger für die eigenen Kunden günstig anbieten zu können. „Ein Allheilmittel ist die Cloud nicht, dass Thema Datenschutz gebietet einen sorgfältigen Umgang mit der Auslagerung von Daten oder rechenintensiven Vorgängen. Letztendlich ist auch eine Cloud nicht immer so stabil. Auch in der Cloud kann es Datenverlust geben“, sagt Kempfert.

Cloud-Dienst als Teil des Spektrums

Trotz der vielen Gegenargumente sehen Werbungtreibende die Amazon Web Services offenbar als Option an, um kurzfristig ganz ohne Adserver hohe Volumen auszuliefern. Geraten damit die 3rd-Party-Adserver-Anbieter hinsichtlich der Rich Media Ads unter Preisdruck? „Ja. Die Rich-Media-Preise werden sinken“, glaubt jedenfalls Oliver Weiss von Facilitate Digital: „Jedoch steigt die Nachfrage und die Anforderung an das Reporting. Die Kunden erkennen mehr und mehr den Wert von stabilen und akkuraten Reportingdaten. Deswegen erwarten wir, dass sich die in heutigen Zeiten teilweise überteuerten TKPs der klassischen Rich-Media-Anbieter auf einem adäquaten Level einpendeln werden.“ Weiss sieht die Verlagerung von Adserving-Teilbereichen in die Cloud als klaren Trend, auch im Hinblick auf die Rich Media Ads: „Wir sehen die Zukunft eher in der Integration von Cloud Services in den Adserver. Rich-Media-Auslieferung über die Cloud ist ein Tool, aber bei Weitem kein Adserver“, sagt Weiss.


rr@adzine.de   |    Artikel weiterempfehlen    Bei Twitter empfehlen  Bei Facebook empfehlen  Bei Delicious empfehlen 



euro DX exchange für Agencies -- vollintegrierte DSP

JOBS

SEM-Manager (m/w)

upjers GmbH & Co. KG, Bamberg


SEO-Manager (m/w)

upjers GmbH & Co. KG, Bamberg


Head of Online-Marketing (m/w)

upjers GmbH & Co. KG, Bamberg


Research Consultant (m/w)

Research Consultant (m/w)

Meetrics GmbH, Berlin

Meetrics stößt in neue Bereiche der Ad Visiblity Messung vor – helfen Sie uns dabei mit Ihrer Expertise und Ihrem Engagement. Meetrics analysiert für führende Online Medien mit innovativen Messverfahren das Nutzungsverhalten und ermittelt was Besucher interessiert.


Studentischer Mitarbeiter (m/w), Office & Events

Studentischer Mitarbeiter (m/w), Office & Events

ADZINE (EPC Ltd.), Hamburg

ADZINE sucht studentische(n) Mitarbeiter(in) für allgemeine Bürotätigkeiten und die Unterstützung bei der Vorbereitung von Konferenzen und Schulungen.


Projektmanager/in Web Analytics

Projektmanager/in Web Analytics

Deutsche Post Com, Bonn

Richtung Erfolg. Als Tochter der Deutschen Post unterstützt die Deutsche Post Com ihre Kunden bei der Optimierung der Geschäfts- und Marketingkommunikation. Wir entwickeln und betreiben als Full-Service-Partner namhafter Unternehmen innovative Lösungen für die Integration elektronischer und physischer Kommunikationsströme. Unser Anspruch: exzellente Qualität und höchste Sicherheit bei maximaler Flexibilität – erdacht und umgesetzt von visionären Menschen. Seien Sie dabei. Gestalten Sie mit uns die Zukunft des Informationsmanagements in der B2B- und B2C-Kommunikation. Aktiv und auf höchstem Niveau.

TERMINE

Vom 29.11.2011 bis 30.11.2011

Usability Kongress 2011 in Frankfurt am Main


Vom 05.12.2011 bis 06.12.2011

Social Media Conference in Hamburg



Sie können über diesen Link Ihre Newsletter-Einstellungen anpassen oder den Newsletter komplett abbestellen.

IMPRESSUM: Electronic Publishing Corporation Ltd. | 483 Green Lanes | GB - London N13 4BS | Company No. 5506015 | Companies House
Niederlassung Deutschland | Electronic Publishing Corporation Ltd. | NL Deutschland | Feldstraße 36 | 20357 Hamburg | e-mail: info@e-publishing-corp.com