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AUSGABE KW 13 – 31.03.2011

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THEMEN

 Pfeil Editorial: E-Commerce treibt Online-Werbung
 Pfeil Performance Marketing: Gefährliches Halbwissen
 Pfeil Online Publishing: Abonnenten werden immer wichtiger
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Editorial

E-Commerce treibt Online-Werbung

Arne Schulze-Geißler, Chefredakteur

E-Commerce treibt Online-Werbung
Arne Schulze-Geißler

Zum Jahreswechsel war in der deutschen Wirtschaftspresse noch zu lesen, dass es bei der Metro-Tochter Media-Saturn Probleme gebe und der Umsatz stagniere. Prompt folgte ein personeller Wechsel an der Spitze des Unternehmens, als Geschäftsführer folgte Horst Norbert auf Roland Weise, der sich während seiner Amtszeit trotz häufiger interner Diskussionen immer gegen den Online-Vertriebskanal entschieden hatte. Gestern gab die neue Geschäftsführung von Media-Saturn nun bekannt, dass sie den zweitgrößten deutschen Online-Elektronik-Versender Redcoon (354 Mio. Euro Umsatz) übernehme und man den Online-Vertrieb als eine tragende Säule des Unternehmen etablieren wolle.

Der Internethandel besitzt mittlerweile einen Anteil von etwa 16 % am Absatz von Unterhaltungselektronik in Deutschland, ca. 1,55 Milliarden Euro in absoluten Zahlen. Der Gesamtumsatz von Media-Saturn belief sich im Vergleich dazu auf 20,8 Milliarden Euro im abgelaufenen Jahr. Der Markterfolg beruht auf Präsenz und Erreichbarkeit. Kaum eine Samstagsausgabe einer Regionalzeitung im Einzugsgebiet von Marktfilialen ohne Beileger mit Knüllerpreisen. Media Markt und Saturn sind vermutlich die aktivsten und erfolgreichsten Unternehmen, was „Performance“-Werbung in Print und TV angeht.

Diese Erfolgsgeschichte soll nun im Internet fortgesetzt werden, überraschenderweise mit einer Drei-Marken-Strategie. Denn nicht nur Redcoon soll zu einem angestrebten Online-Umsatz von 2 Mrd. Euro im Jahr 2014 beitragen, sondern auch die Online-Märkte von Saturn und Media Markt. Ersterer soll nach Ankündigungen des Metro-Vorstandschef Eckard Cordes noch in diesem Jahr sein Geschäft aufnehmen und Media Markt folgt 2012.

Die Online-Werbebranche kann das freuen, denn alle drei Unternehmen werden sich vermutlich in gewohnter Offline-Manier auch Gehör und Präsenz im Netz verschaffen. Da sich der Internetmarkt aber nicht so schön aufteilen lässt, wie die Offline-Welt nach regionalen Einzugsgebieten, ist es fraglich, ob eine Mehrmarken-Shopstrategie aus Metro-Sicht die beste Lösung ist. Die Shops werden weitestgehend die gleichen Produkte anbieten und ebenfalls werden alle drei die gleichen Instrumente im digitalen Performance-Marketing einsetzen. Diese Maßnahmen konzentriert auf einen zentralen Shop wären vermutlich in der Summe wirkungsvoller und vor allem effizienter.

Dennoch können sich Dienstleister wie Performance-Marketing-Agenturen, Kreative und auch Mediaanbieter freuen. Mit dem Eintritt von Saturn-Media kommt viel Bewegung ins digitale Performance-Advertising.

Viel Spaß mit Adzine!

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MP,NEWMEDIA,  --  Performance Marketing Network

Performance Marketing

Gefährliches Halbwissen

Frank Puscher, Autor

Gefährliches Halbwissen
Frank Puscher

Seit Februar verantwortet Reza Malek die Geschäfte bei Neo@Ogilvy. Sein Lieblingsthema ist die enge Verzahnung von klassischer Werbung und Performance-Marketing.


Adzine:
Herr Malek, wie steht es um das Displayadvertising in Deutschland?

Reza Malek
Reza Malek

Reza Malek: Wir brauchen uns hier nicht zu verstecken. In den Bereichen, wo gut beraten wird, erreichen wir ein gutes Niveau. Allerdings gibt es viel zu viele auf dem Markt, die behaupten, sie wären Spezialisten im Performance-Marketing, aber in Wahrheit sind es die wenigsten. Im Vergleich zu den USA würde ich sagen: Wir stehen kurz vor dem Abitur.

Adzine: Sind es denn nur die großen Agenturen, die gut und umfassend beraten und leisten können?

Reza Malek: Nein, natürlich nicht. Im Gegenteil. Viele kleine Agenturen gehen sehr intensiv auf die Bedürfnisse der Kunden ein und erarbeiten sehr individuell zugeschnittene Lösungen. Das ist keine Frage der Größe. Was ich kritisiere, ist, dass in vielen Agenturen das meiste händisch gemacht wird, und das gelingt eben nicht. Ich kann heute eine vernünftige Perfomance-Kampagne nicht steuern, ohne die entsprechenden technischen Werkzeuge.

Adzine: Man braucht also zum Beispiel eigene Adserver?

Reza Malek: Die sind dann halt wie ein Maßanzug und passen ganz genau. Aber das funktioniert eben nur, wenn genug Budget vorhanden ist, sonst bleibe ich dann doch lieber bei den verfügbaren Standardprodukten. Ein weiteres Problem ist, dass häufig Rookies eingesetzt werden. Da werden dann die Matching Types bei einer SEM-Kampagne nicht sauber ausgewertet, da stimmt die kreative Leistung im Display nicht, und so weiter.

Adzine: Funktioniert das Performance-Paradigma auch im Branding?

Reza Malek: Genau wie im SEM. Wenn ich den Erfolg einer Kampagne nicht messen kann, ist es keiner. Wer behauptet denn, dass Branding-Kampagnen nicht messbar sind? Nehmen Sie doch einfach die CTR und schon haben Sie einen objektiv prüfbaren Parameter. In Branding-Kampagnen wird viel zu selten gut mit Targeting gearbeitet.

Adzine: Aber Retargeting passt nicht zu Branding-Kampagnen.

Reza Malek: Nein. Das passt nur zu Kampagnen mit konkreter Call to Action. Behavioural Targeting ja, Retargeting nicht.

Adzine: Wie viel Prozent aller Neo@Ogilvy-Budgets fließen in Search, wie viel in Display?

Reza Malek: Das ist für uns als internationale Agentur eine gemeine Frage. Wir sind insgesamt klar stärker im Display, mit unseren globalen Kunden. Die teilen dann das Budget meistens auf und vergeben manchmal zum Beispiel Search an andere. Wobei ich das eigentlich für falsch halte. Jeder Kanal zahlt doch auf den anderen ein. Denken Sie an Klassik. Ohne Klassik funktioniert Performance doch gar nicht. Legen Sie mal den TV-Mediaplan einer Kampagne neben ihren Monitor und betrachten Sie die Suchvorgänge und Klickraten. Nach einem TV-Spot sind sie doppelt so hoch. Die digitale Werbung kann heute noch nicht aus eigener Kraft leben.

Adzine:
Social wäre ein weiterer spannender Kanal.

Reza Malek:
Finden Sie? Ich halte das für eine große Blase. Ich habe noch keine Kampagne gesehen, die wirklich viel Nutzen aus Social Media gezogen hat. Klar: Mit einer hervorragenden Strategie und einem guten Redaktionsteam kann man diesen Kanal im Moment sehr gut bedienen, aber das ist ein sehr zweischneidiges Schwert. Die sozialen Netzwerke sind eben auch ein Platz für intensive Kritik an Marken und Unternehmen und dafür muss man bereit sein. Die wenigsten deutschen Unternehmen sind dazu bereit. Für uns sind in allererster Linie Display und Search wichtig. Und Mobile. Eben alles, wo der Kunde Interaktion erwartet.

Reza Malek steht Facebook als Werbeträger kritisch gegenüber
Reza Malek steht Facebook als Werbeträger kritisch gegenüber

Adzine: Wie entwickeln sich die Budgets der Kunden?

Reza Malek: Sie steigen, aber nur langsam. Dabei sind die CPC-Kosten in den letzten Jahren stark angestiegen. Das können sie auch, weil SEM nach wie vor gut funktioniert. Da liegt derzeit viel ungenutztes Potenzial brach. Kunden, gebt mir mehr Geld!

Viele halten an einem statischen Share zwischen Search und Display fest. Das ist aber Unsinn. Entscheidend ist das jeweilige Kampagnenziel. Da muss man flexibel agieren. Aus dem Alter sind wir raus.

Adzine: Ein Wort zur Mediaplanung. Was leisten die Ad Networks für Sie als Agentur?

Reza Malek: Das hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Früher war die Blindbuchung ja verpönt, die Unternehmen hatten Angst davor. Das ist heute nicht mehr so. Die Networks arbeiten sehr effizient, besonders die mit IASH-Zertifikat.

Adzine: Wünschen Sie sich Selbstbuchungssysteme?

Reza Malek: Sie sprechen auf das Thema Realtime Bidding an? Klar wünschen wir uns zusätzliche Möglichkeiten. Ich weiß auch von einigen Kollegen, dass die intensiv an dem Thema arbeiten. In den USA ist das ja bereits sehr spannend. In Deutschland noch nicht, aber das kommt.

Adzine: Zurück zu Display. Wie steht es um das Phänomen Bannerblindness?

Reza Malek: Um was? Was mich derzeit umtreibt, ist viel eher, ob meine Banner im sichtbaren Bereich angezeigt werden oder ob die User dahin scrollen. Wir bezahlen auf vielen Plattformen nach TKP. Da ist das schon sehr wichtig. Die smarten Adserver können das tracken und hier entsteht ein spannendes Differenzierungsmerkmal im Adserver-Markt. Das halte ich für ganz wichtig.

Adzine: Gibt’s im Bereich Werbemittel spannende Neuigkeiten?

Reza Malek: Aus meiner Sicht nicht. Die Inhalte sind entscheidend. Und natürlich der Call to Action. Inzwischen haben wir gelernt, dass wir die Nutzer auch bei schön gestalteten Bannern zum Handeln auffordern müssen. Meine restlichen Geheimnisse verrate ich nicht.

Adzine: Verkaufen Sie Ihren Kunden Gutscheinaktionen auf Groupon?

Reza Malek: Nein. Ganz ehrlich? Ich habe selbst vorgestern meinen Groupon-Newsletter abbestellt. Das nervt mich. Bevor ich im Restaurant 9 statt 10 Euro bezahle und dafür mit so einem Gutschein rumfummeln muss, bezahle ich lieber normal. Groupon ist ein sehr amerikanisches System.

Adzine: Verraten Sie uns zum Schluss noch, was Sie zurzeit umtreibt. Wo gibt es Probleme im Markt für Performance-Marketing, auch aus BVDW-Sicht?

Reza Malek: Ich sehe drei Problemfelder. Das erste ist der Datenschutz. Das ist immer noch viel zu intransparent. Wer erhebt welche Daten und was geschieht damit. Bei den deutschen Agenturen sind die Daten zwar weitgehend sicher, aber die Kunden haben keinen Einblick in die Prozesse. Der BVDW arbeitet da sehr stark dran.

Zweitens verstehe ich nicht so richtig, warum das IAB neue Relevance Sets für Werbebanner rausgibt und die deutschen Vermarkter die nicht adaptieren bzw. pauschal abgelehnt haben.

Das dritte und größte Problem im Performance-Marketing ist gefährliches Halbwissen. Wenn ich Performance-Marketing mache, zahlt doch auch das auf eine Marke ein. Viele da draußen wissen nicht wirklich, was sie tun.

Adzine: Herr Malek, vielen Dank fürs Gespräch.

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Online Publishing

Abonnenten werden immer wichtiger

Sandra Goetz, Autorin

Abonnenten werden immer wichtiger
Sandra Goetz

Der deutsche Zeitungsmarkt ist noch immer der größte Europas und der fünftgrößte weltweit hinter Indien, China, Japan und den USA. Über 60 Prozent aller deutschen Tageszeitungen werden im Abonnement erworben. Bei den Publikumszeitschriften sind es laut IVW 48,98 Mio. (Quartal 4/2010). Die Verlage stehen dabei unter gewaltigem Druck. Sie kämpfen gegen einen rückläufigen Anzeigenmarkt und für jeden zahlenden Kunden.

Neue Wege müssen und wollen erschlossen werden, will man sein Produkt nachhaltig verkaufen. Schließlich sind „die Zeiten vorbei, als es reichte, Inhalte zu drucken, die den Lesern verkauft werden. Und diese Leser wiederum verkauften sie der Werbung treibenden Wirtschaft. Im Zeitalter von Internet und Digitalisierung funktioniert das allerdings nicht mehr ganz so“, sagt Pressereferentin Anja Pasquay vom VDZ (Verband Deutscher Zeitschriftenverleger). Genau genommen funktioniert es so schon seit Jahren nicht mehr. Und das ist auch der Grund, warum die New York Times nach 2007 jetzt den zweiten Versuch startet, aus dem Gratisangebot auszuscheren und ihre Online-Inhalte über Abos zu monetarisieren.

Mit der Paywall, der Bezahlmauer, werden seit dem 29.03.2011 die Leser zur Kasse gebeten. Waren 2007 nur 50 Dollar für ein ganzes Jahresabo fällig, wurde die Preisstruktur den aktuellen Gegebenheiten angepasst, um „in die Zukunft zu investieren“, wie Herausgeber Arthur Sulzberger seine Leser wissen ließ. An der New York Times ist gut zu ersehen, welche Abomöglichkeiten es jenseits der Klassik gibt.

- Digital-Webseite-Smartphone-App: Wer die Zeitung künftig im Netz und App auf dem Mobiltelefon unbegrenzt nutzen will, zahlt 3,75 Dollar die Woche und 15 Dollar monatlich.

- Digital-Webseite-Tablet-App: Im Netz und auf dem Tablet kostet das gute Stück 5,00 Dollar pro Woche und 20,00 Dollar monatlich.

- Kompletter Digitalzugang: Webseite, Smartphone und Tablet gibt es für 8,75 Dollar wöchentlich und 35,00 Dollar monatlich.

- Die App mit Top News ist (noch) kostenlos.

Abonnenten der Print-Edition erhalten die Digitalzugänge als kostenloses Add-on. Auch wenn es schon jetzt im Internet zu Dutzenden Tipps gibt, wie die Paywall der Zeitung zu umgehen ist, ein kanadischer Entwickler gar die zwischen 40 und 50 Millionen Dollar teure Paywall mit wenigen Codezeilen knackte, hat die Zielrichtung der New York Times eine Signalwirkung. Man will die regelmäßigen Leser zum Bezahlen animieren und iPad-Lesern die eigene App schmackhaft machen. Einem solchen Modell könnten andere Zeitungen auch folgen.

Ausscheren oder mitmachen?

Wolfgang Fürstner
Wolfgang Fürstner

Als ein Vorreiter in Deutschland darf die Financial Times Deutschland der G+J Wirtschaftsmedien gelten. Allerdings in anderer Hinsicht: Die FTD ist aus dem rigiden Apple-iTunes-Universum ausgestiegen, um sich nicht allein die Unabhängigkeit, sondern ebenso die Hoheit über Kunden zu bewahren. Bekannterweise hat Apple entschieden, „dass Verlage ihre Apps praktisch nur im Apple-Store anbieten dürfen. Dies nimmt den Verlagen ihren Kontakt zum Endkunden. Dass sie obendrein per Ordre de Mufti 30 Prozent der Umsätze an Apple abführen müssen, zeigt, dass das Prinzip von Angebot und Nachfrage, die Marktwirtschaft, hier nicht mehr funktioniert, vor allem zulasten durchweg mittelständischer Verlage, die nicht ‚Vollzugsbeamte‘ von Großunternehmen werden dürfen“, sagt Wolfgang Fürstner, Hauptgeschäftsführer des VDZ.

Bestätigung erhält Fürstner von Joachim Haack, Sprecher G+J Wirtschaftsmedien: „Man kann sein Geschäft nicht aus der Hand geben. Es darf nicht sein, dass wir eine hohe Provision zahlen und dann keine Kundeninformationen bekommen. Erst wenn das digitale Profil des Kunden bekannt ist, können wir diesem – wenn er einverstanden ist – auf ihn zugeschnittene Angebote digitaler Art unterbreiten.“ Mitte bis Ende April soll die FTD-iPad-Version auf den Markt kommen. Ebenso wird unter Hochdruck an der Produktentwicklung für Android-Handys gearbeitet. Ein Geschäftsmodell wie die New York Times hat die FTD allerdings nicht im Visier. „Ich sehe Parallelen, dass es Bezahlschranken geben soll. Diese werden allerdings sehr viel abgestufter ausfallen. Wir haben bereits einige kostenpflichtige Angebote, die sehr gut genutzt werden. Print-Abonnenten haben dabei Zugriff auf fast alle Angebote“, sagt Haack.

Heiße Ware

Joachim Haack
Joachim Haack

Auf die Frage, wie Abos am besten verkauft werden, kann es für Joachim Haack allerdings keine Standardantwort geben. „Die Frage ist, wo wir die Menschen finden. Die klassische Beilagenwerbung in Printtiteln ist nach wie vor ein beliebtes Mittel. Erfolgreich ist ebenfalls das Abomailing verbunden mit einer Umfrage. Das funktioniert sowohl on- als auch offline. Natürlich wird auch crossmedial geworben.“ Die internetaffine Leserschaft der FTD führt dazu, dass „viele Abo-Abschlüsse online“ getätigt werden. „In einem viel stärkeren Maße als bei Capital oder impulse“, sagt Haack. Die besten Ergebnisse werden hierbei genreübergreifend bei Probeabos und Abos mit kurzen Laufzeiten erzielt. Der Verkauf über Incentives, wie beispielsweise fernlenkbare Hubschrauber, ist diffizil. „Die Menschen wollen sich heutzutage nicht langfristig an ein Produkt binden. Auch dann nicht, wenn sie dafür eine hochwertige Sachprämie oder Geld erhalten“, weiß Medienprofi Haack.

Die Klaviatur des Abomarketings beherrscht nach wie vor der Spiegel in Reinkultur. Im Aboshop wird Europas größtes Nachrichtenmagazin als Mini-, Studenten-, Halbjahres- und Jahresabo beworben. Zur weiteren Auswahl gibt es das Prämien-Abo 1 Jahr, Prämien-Abo 2 Jahre, das Geschenk-Abo, das Auslands-Abo und der Spiegel als E-Paper. „E-Mailings, Bannerwerbung und Affiliate-Programme gehören selbstverständlich ebenso zur Bewerbung und Generierung von Kunden“, sagt Birgit Holtz aus dem Bereich Abomarketing.

Ob Spiegel, Zeit, FTD, Handelsblatt, FAZ, Welt-Gruppe, Fokus, Vogue oder Brigitte und Bunte – die Verlage werden digital immer dynamischer, um „mit Strategien die contentnahen Websites auszubauen, die Geschäftsmodelle zu diversifizieren und das E-Publishing ganz nach vorne zu stellen“, erklärt Wolfgang Fürstner. Ein gutes Beispiel ist der neue E-Kiosk pubbles. Ein verlagsübergreifendes Angebot von den Bertelsmann-Töchtern Direct Group und DPV Gruner + Jahr.

Dieses umfasst elektronische Inhalte von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern. Zum pubbles-Start während der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2010 hatte pubbles nur 3.000 Bücher und 12 Zeitungen im Angebot. Fünf Monate später sind es 30.000 Bücher und 63 Zeitschriften und Zeitungen – Tendenz weiterhin steigend. Dabei können sowohl einzelne Titel gekauft als auch Abonnements abgeschlossen werden. Beworben wurde pubbles mit einer kleinen Startkampagne sowohl in Print als auch Online, in Facebook, Twitter & Co. Die Agentur Kolle Rebbe zeichnet dafür verantwortlich. Der digitale Kiosk ist über Smartphones, Tablet-PCs, E-Reader und die Homepage erreichbar. Im Tablet-Bereich können derzeit nur iPad-Besitzer das Angebot nutzen, an einer Android-Version wird noch gearbeitet.

Dauerbaustelle Multiplattform?

Fakt ist: Anfang dieses Jahres hatten bereits die Hälfte der deutschen Zeitschriftenverlage kostenpflichtige Apps. Laut einer Vorlage der Strategieberatung OC&C mit dem Namen „iPad & Co. – Die Rettung der Verlage (?)“ wollen bis zum Jahr 2013 71 Prozent kostenpflichte Apps anbieten und 49 Prozent für andere Tablets. Gratis sollen nur noch 17 Prozent für Apple und 16 Prozent für Android zur Verfügung stehen. Dummerweise ist die Nutzerzufriedenheit mit den Medien-Apps im Vergleich zu anderen kostenpflichtigen Top-Apps noch sehr gering. Als negativ wird bewertet, dass sich die Preisstruktur der Medien-Apps an den Print-Preisen orientiert. Hier gibt es also noch viel zu tun, um den User zu überzeugen, sich ein digitales Medienabonnement zu holen.

Matthias Wulff
Matthias Wulff

Eine weitere „Dauerbaustelle“ dürften die Multiplattformen sui generis sein. Dass Print allein nur noch vereinzelt überlebensfähig ist, ist obsolet. Dass Tablet-Angebote allein nicht ausreichen, ebenso. Es geht also nur gemeinsam und die Hoffnung heißt: neue Zielgruppen, neue Erlösquellen, keine Kannibalisierung. Doch dafür braucht man vor allem eines: Zahlen. Wann liegen in Deutschland Zahlen vor, die eine gute Kampagnenplanung für digitale Abowerbung überhaupt erst möglich macht? „Es gibt Studien, die besagen, dass Anzeigen in digitalen Angeboten auf dem iPad eher gelesen werden“, sagt Matthias Wulff von pubbles. „Ich denke, dass wir hier noch ganz am Anfang stehen, nicht nur in Deutschland. Die Leute haben die Geräte noch nicht, der Markt muss sich noch finden und Studien sind selten neutral.“ Im Sinne des Kunden ist zumindest eines klar wie Kloßbrühe: Das Angebot muss sexy sein – und transparent hinsichtlich der Kosten. Wenn das gegeben ist, dann zahlen die User auch für digitale Medienangebote. Und nehmen das Vollabo. Denn: Es gibt nichts Schöneres als Multiplattform.

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MP,NEWMEDIA,  --  Performance Marketing Network

JOBS

Consultant (m/w) für den Bereich Medienforschung und -beratung (Schwerpunkt Digitale Medien)

d.core GmbH

Die Forschungs- und Beratungsagentur d.core GmbH bietet seit 2009 Medienunternehmen aller Gattungen strategische und redaktionelle Beratung sowie die Konzeption von Forschungsprojekten und deren institutsunabhängige Realisierung in den Bereichen: Werbewirkung, Online- und Crossmedia-Forschung und –vermarktung, Einführung und Relaunches von Medienangeboten, strategische Markenführung für Print- und Online-Medien und Erstellung von Vermarktungsargumentationen, Zeitschriften-Vertriebsbereich, Käufer- und Preisforschung.


Account Manager Performance Marketing (m/w)

M,P,NEWMEDIA, GmbH

Die M,P,NEWMEDIA, GmbH ist ein Unternehmen für erfolgsorientierte Markenkommunikation in digitalen Medien, Sie betreut nationale und internationale Kunden in den Bereichen Performance Marketing, interaktive Medien und mobile Development. Zusammen mit dem europaweit agierenden Technologiedienstleister und Kooperationspartner adaptive navigation GmbH werden schwerpunktmäßig skalierbare Client-Server-Anwendungen für mobile Endgeräte realisiert.


Software Engineer Java EE (m/w) mit und ohne Berufserfahrung

M,P,NEWMEDIA, GmbH

Die M,P,NEWMEDIA, GmbH ist ein Unternehmen für erfolgsorientierte Markenkommunikation in digitalen Medien, Sie betreut nationale und internationale Kunden in den Bereichen Performance Marketing, interaktive Medien und mobile Development. Zusammen mit dem europaweit agierenden Technologiedienstleister und Kooperationspartner adaptive navigation GmbH werden schwerpunktmäßig skalierbare Client-Server-Anwendungen für mobile Endgeräte realisiert.


System Administrator (m/w) mit und ohne Berufserfahrung

M,P,NEWMEDIA, GmbH

Die M,P,NEWMEDIA, GmbH ist ein Unternehmen für erfolgsorientierte Markenkommunikation in digitalen Medien, Sie betreut nationale und internationale Kunden in den Bereichen Performance Marketing, interaktive Medien und mobile Development. Zusammen mit dem europaweit agierenden Technologiedienstleister und Kooperationspartner adaptive navigation GmbH werden schwerpunktmäßig skalierbare Client-Server-Anwendungen für mobile Endgeräte realisiert.


Partner Development Manager (w/m)

Adconion Media Group, München

Die Adconion Media Group ist das größte unabhängige global agierende Audience und Content Network. Das Unternehmen mit Büros in Düsseldorf, Hamburg und München sowie weiteren Niederlassungen in aller Welt bietet alles aus einer Hand für erfolgreiche Online-Werbekampagnen und versteht sich als unabhängiger Mittler zwischen Website-Betreibern, werbetreibenden Unternehmen und Agenturen. Weitere Stellenangebote und zusätzliche Informationen über unser Unternehmen finden Sie auch auf unserer Website www.adconion.com.


Media Buyer / Analyst (m/w)

Media Buyer / Analyst (m/w)

Specific Media, München

Specific Media gehört seit 11 Jahren zu den größten und wichtigsten Technologie- und Online-Mediengesellschaften weltweit. Das Know-how und die Kreativität unseres Teams haben uns zum Vorreiter unter den Ad-Networks gemacht. Als unabhängiger und visionärer Player bieten wir Werbetreibenden mittels hochentwickelter Targeting- Technologien Zugang zu den passenden Zielgruppen.


Junior Business Development Manager (m/w)

Junior Business Development Manager (m/w)

Specific Media, München

Specific Media gehört seit 11 Jahren zu den größten und wichtigsten Technologie- und Online-Mediengesellschaften weltweit. Das Know-how und die Kreativität unseres Teams haben uns zum Vorreiter unter den Ad-Networks gemacht. Als unabhängiger und visionärer Player bieten wir Werbetreibenden mittels hochentwickelter Targeting-Technologien Zugang zu den passenden Zielgruppen.


Junior Online Kampagnen Manager (m/w)

Junior Online Kampagnen Manager (m/w)

Specific Media, München

Specific Media gehört seit 11 Jahren zu den größten und wichtigsten Technologie- und Online-Mediengesellschaften weltweit. Das Know-how und die Kreativität unseres Teams haben uns zum Vorreiter unter den Ad-Networks gemacht. Als unabhängiger und visionärer Player bieten wir Werbetreibenden mittels hochentwickelter Targeting- Technologien Zugang zu den passenden Zielgruppen.

TERMINE

Search Marketing Expo - SMX München Vom 05.04.2011 bis 06.04.2011

Search Marketing Expo - SMX München


eMetrics Marketing Optimization Summit Vom 05.04.2011 bis 06.04.2011

eMetrics Marketing Optimization Summit


Internet World 2011 in München Vom 12.04.2011 bis 13.04.2011

Internet World 2011 in München


Epsilon Fachsymposium: Customer Experience Marketing Am 14.04.2011

Epsilon Fachsymposium: Customer Experience Marketing


Vom 03.05.2011 bis 18.05.2011

Das Online Marketing Forum geht wieder auf Tour!


Online Marketing Seminar -- München Vom 03.05.2011 bis 04.05.2011

Online Marketing Seminar -- München


5. SEMSEO und PubCon 2011 Am 27.05.2011

5. SEMSEO und PubCon 2011


Vom 07.06.2011 bis 08.06.2011

a4uexpo Europe: Europäischer Branchentreff geht in die nächste Runde



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