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Premiere der Tech Open Air Berlin

30.08.2012 | Von Sin To

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Premiere der Tech Open Air BerlinAm vergangenen Donnerstag fand zum ersten Mal die Tech Open Air (TOA) Berlin statt, bei dem es vorrangig um Start-up-Themen ging. So hat sich die TOA selbst übers sogenannte Crowdfunding finanziert und damit eine Finanzierungsquelle erprobt, die auch einige Start-ups wählen, um das eigene Projekt finanziert zu bekommen, ohne gleich auf Venture-Capital-Firmen zugehen zu müssen.

Die TOA ist als Veranstaltung von und für Start-ups gedacht und konnte gleich in seiner ersten Ausgabe zahlreiche internationale Namen aus der Szene nach Berlin lotsen. So waren u. a. Angel Investor Christophe Maire, Schulyer Deerman von Moped, Paul Jozefak von Liquid Labs und Florian Heinemann von Project A Venture als Speaker gelistet. Mike Butcher von Tech Crunch moderierte den Event und Daddy Hemingway wurde eigens als Musik-Act eingeflogen.

Die Themenschwerpunkte lagen natürlich auf Fragen zur Finanzierung des eigenen Projekts, der eigenen Idee und welche Schritte dazu notwendig sind. Den einen richtigen Weg gibt es nicht, darin waren sich alle auf dem TOA einig. Ein neues Produkt oder ein neuer Service hat eben nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn es ein bestimmtes „Problem“ vieler User lösen kann, also einen Mehrwert für den Nutzer hat.

Userbase aufbauen

Doch wie bringt ein Start-up einen nützlichen Service an den Mann und die Frau, wenn bereits etwas Ähnliches am Markt existiert? Wie soll man die Community dazu aufbauen? Kostenlose PR und ein wenig Buzz in den Social-Media-Kanälen sind da natürlich die Maßnahmen der ersten Stunde. Doch wie geht es weiter, sollte man zum Beispiel von Beginn an auf digitale Werbung setzen?

Für Matt Monahan, Co-Founder von AlphaBoost, fangen in seiner Session „Hacking Social Advertising“ da bereits die ersten Probleme bei den Start-ups an. Für Monahan bedeutet „Audience = Revenue“. Wenn man seine Audience erreichen möchte, sollte man sich zunächst überlegen, welche „Zutaten“ man dazu braucht. Wen möchte man ansprechen? Was sind die Ziele? Bekanntheit, Clicks, Views, Registrierungen oder Sales? Viele Jungunternehmer/-innen haben Schwierigkeiten ihre Zielsetzungen genau zu definieren. Als Folge setzen sie sich dann fälschlicherweise zu viele Ziele auf einmal. Monahan verdeutlichte am Beispiel Facebook, dass es erst einmal viel wichtiger sei, seine erste Userbase aufzubauen und die daraus entstandenen Daten zu „besitzen“, um mit ihrer Hilfe diese User dann später gezielt mit Werbung anzusprechen und damit einhergehend den Revenue Stream zu erhöhen.

Sollte das Start-up aber gleich mithilfe von Online- Werbung die erste Userbase aufbauen? Dies ist nicht gleich für alle Start-ups die richtige Option, wie Felix Petersen, Co-Founder der mobilen Such- und Meinungsplattform ‚Amen‘ meint: „Auf der User-Akquisitionsseite ist Werbung für uns so lange nicht interessant, wie wir noch keinen Customer Lifetime Value haben. Amen ist kein E-Commerce Start-up, wo wir schon jetzt 3 Euro pro User ausgeben, um ihn zu akquirieren, und dann die nächsten Jahre mit ihm X Umsatz machen werden. Das ist ja nicht der Fall. Das heißt, solange man kein Geld verdient, sollte man auch kein Geld ausgeben, um User zu akquirieren.“

Werbung als Monetarisierungsmodell?

Für Felix Petersen spielt dagegen die digitale Werbung zur Monetarisierung der Amen-App langfristig auf jeden Fall eine Rolle: „Auf Dauer und perspektivisch gesehen, ist Werbung schon ein Geschäftsmodell. Die Amen-App selbst und ihre Mitgliedschaft sind ja kostenlos. Natürlich wird an irgendeinem Punkt Werbung das Finanzierungsmodell von Amen sein. Jetzt ist es noch etwas früh, da wir aktuell in einem Stadium sind, wo wir erst einmal noch Reichweite aufbauen müssen.“ Petersen ist der Meinung, dass man gerade in einer frühen Phase nichts tun sollte, was das Wachstum verhindere. Aber auch das hinge immer vom Geschäftsmodell ab.

Stefanie Hoffmann, Co-Founder von Loui Apps, die die neue Paid App ‚Gabi‘ entwickelt haben, verzichtet erst einmal ganz auf Werbebanner in der neuen Paid App. ‚Gabi‘ analysiert und bereitet Facebook-Inhalte neu auf. Dabei sortiert die App die Inhalte des Social Networks nach eigenen Präferenzen und versteht sich als eine Art Interface, das die Interaktion zwischen den Facebook-Nutzern deutlich verbessern soll.

„Unserer Monetarisierung geschieht nicht über Advertising sondern über In-App Purchase und über Affiliates. Ziel ist es, Social Interactions und Social Content zu monetarisieren, also zum Beispiel über Giftings. Später soll es eine abgespeckte Free-Version geben, bei der die Nutzer dann die Features hinzukaufen können.“ Fremdwerbung durch Vermarktung sei daher für die Gabi-App kein Thema. „Wir wollen erst einmal mit Recommendations arbeiten. Aber das sind ja eigentlich auch Erscheinungsformen von Werbung.

Auch wenn potenzielle Start-ups ein tolles Produkt haben, wird doch kein Unternehmen drumherumkommen – auf welche Art und Weise auch immer – Werbung schalten zu müssen oder gar Werbung als Monetarisierungsmodell in Betracht zu ziehen. Denn eines steht fest, selbst die TOA benötigte den Einsatz von „Werbung“, um auf dieses Event aufmerksam zu machen. Immerhin: Knapp 300 Besucher fanden den Weg nach Berlin. Doch in Anbetracht der Speaker und der Bedeutung des Themas gibt es hier auch noch Luft nach oben.

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