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Massenkündigungen zum 1. Juni

01.06.2007 | Von Arne Schulze-Geißler

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Massenkündigungen zum 1. JuniSchon seit einiger Zeit gibt es deutliche Anzeichen, dass Google einen Maßnahmekatalog umsetzt, um augenscheinlich die Qualität und die Relevanz von bezahlten und unbezahlten Suchergebnissen zu erhöhen. Dieser Reinigungsaktion fallen momentan sogenannte "Made for Adsense" Sites zum Opfer. Betroffene Seitenbetreiber berichten, dass sie über Jahre und auch noch bis vor wenigen Tagen vom Google Ad-Sense-Team beraten wurden, wie sich die Werbeumsätze auf ihren Seiten maximieren lassen. Von einem Tag auf den anderen gab es dann die Nachricht, dass das Geschäftsmodell nicht zu Google passe und man die Geschäftsbeziehung zum 1. Juni beende.


Google Deutschland lässt sich zu dem Sachverhalt keine Stellungnahme entlocken, daher müssen wir uns selbst einen Reim auf die Aktionen machen. Bei den sogenannten "Made for AdSense"-Sites handelt es sich oft um nahezu inhaltelose Seiten, auf denen AdSense Anzeigen platziert werden. Die Betreiber füttern diese Seiten offenbar primär mit Traffic über die Schaltung von Google AdWords. Zwei Personen mit dem notwendigen Sachverstand helfen uns das Modell zu erklären:

Markus Hövener (Bloofusion) erklärt zum sogenannten Arbitrage Modell:
"Das Modell ist recht simpel: Auf Websites wird AdSense-Werbung eingeblendet. Das allerdings nicht wie üblich dezent platziert, sondern in einer Art, dass ungewöhnlich hohe Click-Raten erzeugt werden.
Dann geht es nur noch darum, möglichst preiswert Traffic einzukaufen. Wenn
es mir also gelingt, über AdWords Besucher für 10 cent pro Click einzukaufen, meine AdSense-Werbung eine Click-Rate von 20% hat und ich 0,80 Euro pro AdSense-Click vergütet bekomme, funktioniert das Spiel. An jedem Besucher verdiene ich dann rein rechnerisch 6 Cent."

Betreiber solcher Seiten, die von Google als nicht policy-konform eingestuft wurden, erhielten teilweise schon Mitte Mai, Ankündigungen, dass sie zum 1. Juni aus dem Ad-Sense Programm ausgeschlossen werden bzw. ihre Accounts gelöscht werden. Auch in der deutschen SEO und SEM Blogger Szene wird das Thema von Betroffenen diskutiert. So scheint Google die eigenen Richtlinien recht frei auszulegen. So heißt es beispielsweise in den Richtlinien für Adsense "Google-Anzeigen dürfen nicht auf Seiten ohne Content platziert werden" Viele Ausschlusskandidaten haben aber eigenen Content auf der Seite und können sich das Vorgehen von Google nicht erklären. Dagegen bleiben scheinbar geparkte oder falschgeschriebene Domains wie www.schuhle.de ohne Inhalt und Links im Programm.

Ein Insider, der es vorzieht, nicht mit Namen genannt zu werden, ergänzt:
"Die aktuelle Google-Problematik betrifft eigentlich alle Betreiber, die Traffic über AdWords einkaufen und früher oder später auf AdSense weiterleiten. Und damit natürlich Gewinn unterm Strich machen. Dem Surfer ist mit dem aktuellen Eingreifen von Google also nur punktuell geholfen. Die größten Arbitrager sind aber die Preisvergleiche oder auch Reiseportale.

Wenn es um die Trefferqualität geht, ist doch fraglich, warum Google überhaupt Werbung für fremde Feeds (z.B. andere Suchmaschinen) zulässt? Dies sind nämlich eigentlich nie wertige Treffer für die Surfer."

Wie wir in unserer letzten Ausgabe schon berichteten gilt seit einigen Monaten für die Schaltung der AdWords-Anzeigen ein Quality Score. D.h. die Qualtität der Textanzeige und der Zielseite haben entscheidenden Einfluss auf Platzierung und Preis einer Anzeige. Man sollte daher annehmen, dass die konsequente Anwendung des Quality Scores auch die Arbitrage Problematik beseitigen müsste. Für irrelevante Angebote dürfte demnach kein günstiger Traffic zu kaufen sein.

Entscheidet Google also von Fall zu Fall, was Policy-konform ist?
Hövener erklärt zur Policy:"Die Grenze zwischen konform und nicht konform ist natürlich fließend. Wenn man böse sein will, könnte man ja auch sagen, dass Google das macht, um mehr Profit zu erzeugen. Denn wenn ein Hersteller oder Anbieter ein AdWord schaltet, verdient Google daran 100%. Wenn das AdWords aber auf eine MfA-Site lenkt, muss Google von den Einnahmen etwas abgeben"

Wir gehen natürlich von den allerbesten Absichten Googles aus, aber selbst wenn Google das Wohl des Nutzers im Auge hat, muss man doch dieses sehr kurzfristige und intransparente Vorgehen verurteilen. Google macht über Jahre Geschäfte mit den AdSense Teilnehmern und benachrichtigt diese in Extremfällen erst vier Tage vor der Sperrung des Accounts. Ein verlässlicher Geschäftspartner ist Google damit nicht. Zumal die Auslegung der Richtlinien von Land zu Land auch unterschiedlich gehandhabt wird. Aus UK war erst kürzlich von Google zu hören, dass dort das Arbitrage Modell ausdrücklich legitim sei. Ganz nebenbei dürfte auch Google gegen die eigene Policy verstoßen haben, die es Google untersagt, die Daten verschiedener Accountarten zu matchen und zu kontrollieren. Offensichtlich wurde nämlich für die Auswahl der "bösen" MfA-Sites die AdWord Accounts mit den AdSense Accounts abgegelichen.

Rechtliche Schritte sind den Sitebetreibern natürlich vorbehalten, fraglich ist nur, an wen man sich wendet. In Deutschland existiert Google gar nicht als relevante Rechtsform. Verträge über Werbeschaltungen kommen in der Regel nur mit der irischen oder amerikanischen Gesellschaften zustande.

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